Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll88. Sitzung, 19. September 2019 / Seite 303

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

Bitte, ihr müsst der Realität in die Augen schauen! Was glaubt ihr, wo all die Katzen landen? – Oder die Städter setzen sie in der Südsteiermark aus, und dann kommen sie zu uns, klein, halb verhungert. Die österreichischen Tierschutzvereine können 20 000 bis 30 000 Katzen versorgen – von über einer Million! Da muss schnellstens einge­griffen werden – wie auch immer! Das ist eine Plage. Da tut man wirklich sehr viel für den Tierschutz zum einen, aber auch für den Menschenschutz zum anderen.

Ich sage Danke schön für die Aufmerksamkeit; aber bitte: Tierschutz – nicht Tierwohl als Marketinggag! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

20.00


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Herr Abgeordneter Lindinger gelangt nun zu Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter.


20.00.42

Abgeordneter Ing. Klaus Lindinger, BSc (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wenn wir hier diese vier Anträge diskutieren, dann stellt sich für mich schon die Frage: Wer sind die wahren Tierschützer? Sind es die Vertreter der NGOs, die irgendwo in Wien in ihren klimatisierten Büros am Schreibtisch sitzen und keine Ahnung von praxisgerechter Haltung haben und uns Bäuerinnen und Bauern vor­schreiben, wie wir die Tiere zu halten haben? Oder sind es doch unsere Bäuerinnen und Bauern, die wissen, wie man die Tiere artgerecht hält, die tagtäglich für die Gesundheit der Tiere sorgen? Ein Sprichwort stimmt zu 100 Prozent: Geht’s den Tieren gut, geht’s den Bauern gut. (Beifall bei der ÖVP.)

Wenn wir hier heute die Anträge betreffend Tiertransporte diskutieren, dann möchte ich auf den Antrag von TOP 17 zu sprechen kommen. Es gibt auch in der EU Gebiete, auch in EU-nahen Regionen wie Nordafrika oder dem Nahen Osten, in denen es keine ausreichende Selbstversorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen tierischer Herkunft gibt und in denen es schon aus entwicklungshilfepolitischer Sicht notwendig ist, als Hilfe und Verbesserung der Situation vor Ort, etwa nach Tierseuchen, nach Kriegen, mit der Ausfuhr von Zucht- und Nutzrindern in diese Regionen zu helfen. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)

Eines ist bei allen Transporten klar: Ziel ist immer der Erhalt gesunder und unverletzter Tiere bis zur Erreichung des Bestimmungsortes. Deshalb darf ich folgenden gesamt­ändernden Abänderungsantrag einbringen:

Gesamtändernder Abänderungsantrag

der Abgeordneten Franz Leonhard Eßl, Kolleginnen und Kollegen betreffend den Ent­schließungsantrag der Abgeordneten Androsch, Ecker, Preiner, Genossinnen und Genossen betreffend Tiertransporte-Reduktionsplan (763/A(E))

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus wird aufgefordert, ein Konzept zur Stärkung der regionalen Produktion (insbesondere der österreichischen Kalb­fleischerzeugung) und damit einhergehend der heimischen Wertschöpfung zu erar­beiten, um damit die Anzahl und Dauer von Tiertransporten zu verringern.“

*****

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, eines ist ganz klar: Jede und jeder hier herinnen und in ganz Österreich hat es in der Hand. Wenn Sie Lebensmittel im


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite