Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll89. Sitzung, 25. und 26. September 2019 / Seite 36

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ich glaube trotzdem – ich habe schon die Parteigrenzen und die anderen Meinungen angesprochen –, dass es wichtig ist, sich hier auf Augenhöhe zu treffen, auch beim Ab­schied.

Ich verlasse das Hohe Haus, weil ich meinen Platz im Moment im Unternehmertum se­he. Ich sehe dort im Moment meinen Platz, weil ich anpacken möchte, weil ich dort mit einer Leichtigkeit an Lösungen herangehe, die mir hier teilweise in den letzten zwei Jahren gefehlt hat. Ich kann sagen – auch für die Zuseherinnen und Zuseher –, ja, man ist auch nach der zigsten Rede noch immer nervös, wenn man hier steht, nicht nur wegen der Zurufe, die nett und manchmal weniger nett sind, aber man lernt, damit um­zugehen. Womit ich mir aber in den letzten zwei Jahren eher schwer getan habe – das wurde auch in den vielen Gesprächen, die außerhalb stattgefunden haben, bestätigt –, ist, wahrzunehmen, dass das Hohe Haus wirklich mit Ernsthaftigkeit an zukünftigen Lösungen arbeitet, denn den Problemen meiner Generation muss nämlich nicht nur quasi zugehört werden, sondern sie müssen wirklich ernst genommen werden, und es müssen hier tatsächlich auch ernsthafte Schritte gesetzt werden!

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, vor allem wenn ich hier ins Hohe Haus gehe und beim Reingehen an den Fridays-for-Future-AktivistInnen vorbei­gehe. Das sind Menschen, die einer Generation angehören, die nicht politikverdrossen ist. Wir sind nicht politikverdrossen. Wir lassen uns und diese Menschen lassen sich nicht stummschalten und kleinkriegen. Sie setzen auch ein Zeichen dafür, dass es nicht so weitergehen kann. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ.)

Der zweite Aspekt, der meine Hoffnung auch nicht sterben lässt, ist die zukünftige Re­gierung. Ich hoffe sehr, egal, aus welchen Parteien diese Regierung bestehen wird, dass diese mit Ernsthaftigkeit Lösungen für die zukünftigen Generationen baut. Das wird nämlich nicht nur in den Klimafragen, sondern auch dann, wenn wir von Gerech­tigkeit sprechen, und in vielen anderen Bereichen wichtig sein.

Der letzte Punkt: Die Hoffnung stirbt auch nicht zuletzt, wenn ich darüber nachdenke, dass andere nach mir hier Platz nehmen werden, vor allem junge Frauen und Men­schen von da draußen: Ihr solltet hier stehen! Eure Meinung ist gefragt! Eure Stimme ist gefragt! Wir brauchen euch hier im Hohen Haus! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Ja, ich finde, wir können jetzt schon für die Leute applaudieren, die später hier stehen werden. Das ist auf jeden Fall ein guter Applaus. Damit die Gerechtigkeit auch für die zukünftigen Generationen gewährleistet ist, genau deswegen müsst ihr hier Platz nehmen und müssen die Anliegen, die im Rahmen von Fridays for Future geäu­ßert werden, nicht nur ernst genommen werden, sondern muss die nächste Regierung an Lösungen bauen und diese umsetzen.

Am 23. Oktober werde ich mich hier verabschieden – heute ist mein letzter Tag hier –, ich werde zu neuen Ufern wandern; das heißt für mich jetzt auch, den Wählerinnen und Wählern Danke zu sagen, die mir die Möglichkeit gegeben haben, in diesem Haus zu gestalten, in diesem Haus eine Stimme zu haben und auch zu lernen. Eine Lernkurve im Reagenzglas der Öffentlichkeit ist nicht immer easy, aber man lernt sehr viel.

Nun kommt auch mein Dank an die Kolleginnen und Kollegen. Das gilt fraktionsüber­greifend. Ich danke Niko, Sonja, Philip und Claudia. Es sind so viele im Haus, die mir in richtigen Momenten Zuspruch gegeben haben und die gemeinsam Projekte wirklich umgesetzt haben, Anfragen und Anträge mitgestaltet haben. Das ist wichtig in diesem Haus. Diese parteiübergreifende Arbeit ist essenziell. Danke dafür! (Beifall bei JETZT, bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ, FPÖ und NEOS sowie der Abg. Zadić.)

Ich möchte natürlich auch der Parlamentsdirektion und dem Parlamentsklub danken. Es gibt viele smarte Leute bei uns, unter den anderen Abgeordneten und meinen Kol­legen. Die Redezeit läuft ab, deswegen werde ich das ganz schnell machen: Renee


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