17.45

Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Minister! Herr Minister! Hohes Haus! Wir haben am 19. Mai unsere erste Sitzung des Familienausschusses in dieser Periode hier in diesen Räumlichkeiten abgehalten, und ich möchte mich als Vorsitzender wirklich bei allen Sprechern und Mitgliedern der verschiedenen Klubs bedanken. Die Diskussion war sehr wertschätzend und konstruktiv, und ich glaube, dass wir, wenn wir auch weiterhin so zusammenarbeiten, in der Familienpolitik gemeinsam noch einiges werden bewegen können.

Der vorliegende Antrag zielt nun darauf ab, Maßnahmen zu setzen, um betroffene Kinder und Jugendliche in der Krise zu stärken und zu unterstützen. Die Familien sind natürlich durch die Fonds und Maßnahmen durchaus unterstützt worden, und in Summe waren wir ganz einfach nur froh, dass die Familien in Österreich in dieser Krise so viele Aufgaben übernommen haben. Ob es nun Homeschooling, Kinderbetreuung oder Pflegetätigkeiten in der Familie und vieles andere mehr war: Die Familien haben ihre Aufgaben großartig wahrgenommen und sind für mich dadurch eigentlich zu einer der tragenden, wenn nicht der tragenden Säule in der Krise geworden.

Um durch die Covid-Krise bedingten besonders negativen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche entgegenzutreten, sollen mit diesem Antrag Maßnahmen, die, wie die Vorrednerin richtig angemerkt hat, bereits im Regierungsübereinkommen vermerkt sind, beschleunigt und möglichst bald umgesetzt werden.

Die wichtigsten Punkte im Antrag betreffen eine Sensibilisierungskampagne, das Unterstützen von Schulen und Lehrenden bei Gewaltprävention, das Schaffen von Therapieoptionen für Kinder und Jugendliche, das Bereitstellen von Supportpersonal in den Schulen und eine Facharztoffensive im Bereich der Kinderärzte. – Sie sehen, meine Damen und Herren, das ist eine Vielzahl von Punkten, auf die wir uns im Regierungsprogramm und auch jetzt im Ausschuss, eben mit diesem Antrag, der auch von den NEOS mitgetragen wurde, verständigt haben.

Der Fokus des Antrages liegt auf Familien, in denen es zu Gewalt gekommen ist, was zu einer Wegweisung aufgrund häuslicher Gewalt geführt hat. Schauen wir uns die Zahlen an: Es waren im Jänner dieses Jahres 936 Wegweisungen. Im April sind diese Zahlen auf einen Wert von 1 075 Wegweisungen angestiegen, und ich sage: Jeder einzelne Fall ist einer zu viel, und wahrscheinlich ist die Dunkelziffer der Fälle, in denen Gewalt in der Familie stattfindet, ohne dass sie zu einer Wegweisung führt, noch wesentlich höher.

Meine Damen und Herren, wenn wir uns aber in Anbetracht dieser Zahlen vor Augen führen, dass es in Österreich 2,4 Millionen Familien gibt, dann glaube ich doch sagen zu können: Das Modell Familie hat sich gerade auch in dieser Krise absolut bewährt, und ich glaube, wir tun gut daran, einmal mehr den Familien für diesen großartigen Einsatz zu danken. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Maurer und Neßler.)

17.48

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Michael Bernhard. – Bitte.