Arbeitsauftrag wurde abgearbeitet, aber mit einem feinen Unterschied (Zwischenruf der Abg. Steinacker): Die Arbeitnehmer hatten auch die Möglichkeit, nein zu sagen, wenn sie vielleicht etwas Wichtiges zu tun hatten. Genau dieses Recht haben Sie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern genommen. Das ist verwerflich, das ist eine Entrechtung der Arbeitnehmer, die Sie, Herr Bundeskanzler, zu verantworten haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Erinnern wir uns noch ganz kurz: Sie haben die Sozialversicherung der Arbeiter und der Angestellten dem Erdboden gleichgemacht. Das waren nicht zufällig die roten Kassen, es war nicht zufällig die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau, es waren nicht zufällig die Gebietskrankenkassen. Sie haben damals versprochen: gleiche Leistungen für alle!
Na wo sind wir denn heute, liebe Kolleginnen und Kollegen? – Mit der gemeinsamen Gesundheitskasse haben wir genau das Gegenteil zusammengebracht. Die Sozialversicherung zum Beispiel, bei der wir alle hier versichert sind – Herr Bundeskanzler, bei der auch Sie versichert sind –, hat Geld und Überschüsse bis zum Umfallen. Sie kann ganz andere Leistungen zahlen. (Abg. Zarits: ... Kassen zusammenlegen ...!) Es ist schon ein Unterschied, ob ich für ein Implantat, wie ihr, liebe Freundinnen und Freunde, 380 Euro oder, wie die bei der Gesundheitskasse Versicherten, 0 Euro bekomme. Es ist Medizin zweiter Klasse, die damit verursacht wurde, und dafür haben auch Sie die Verantwortung zu übernehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Weil man es ja so schnell vergisst: Sie haben keine Sekunde gezögert, die evangelischen Arbeitnehmer über die Klinge springen zu lassen. Schnell ist es gegangen, dass Sie den Karfreitag wieder zu einem Arbeitstag gemacht haben. (Abg. Hörl: Das war ein Gerichtsurteil!) Sie demütigen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und sind noch stolz darauf, Herr Bundeskanzler, und jetzt schlagen Sie mit der Abschaffung der Hacklerregelung das nächste Kapitel auf.
Einer – jetzt ist August Wöginger nicht da – war immer dabei, wenn es darum gegangen ist, den Arbeitnehmern etwas wegzunehmen: Der oberste schwarze Gewerkschafter wurde vom Bock zum Gärtner gemacht. (Zwischenruf des Abg. Zarits.) Klubobmann Wöginger steht in der ersten Reihe, wenn es darum geht, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schaden und ihnen etwas wegzunehmen. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Lieber Klubobmann, ich bin ja Gott sei Dank nicht dabei, wenn Sie sich in der Früh in den Spiegel schauen (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), aber ich sage das ganz offen: Du hast die Arbeitnehmer nicht nur enttäuscht, du hast die Arbeitnehmer nicht nur einmal bodenlos verraten, und das werden dir die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Du warst der Sprengmeister bei der Selbstverwaltung. Als es um den Karfreitag ging, hast du zugeschaut. – Ich verstehe das nicht: Am Sonntag geht er in die Kirche, geht abspeisen, und am Montag denkt er nach, was er den Arbeitern antun kann.
Nun kommt die Abschaffung der Hacklerpension, und ich sage euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, es gibt auch Widerstand aus den eigenen Reihen (Zwischenruf des Abg. Hörl), und ich verstehe absolut nicht: Ist es Ihnen völlig wurscht, was Ihnen Ihre Freundinnen und Freunde ausrichten? (Zwischenruf des Abg. Gahr.)
Ich habe heute Gelegenheit gehabt, mit meinem schwarzen Arbeitnehmervertreter Kapplmüller Karl – August Wöginger kennt ihn ja sehr gut – ein paar Worte zu wechseln. Der ist maßlos enttäuscht. Ich war ein bisschen überrascht, als er mir heute dieses Plakat (ein Plakat in die Höhe haltend) überreicht hat. Er hat gesagt: Lieber Wimmer Rainer, wir als FCG haben ein Plakat gemacht: „45 Jahre sind genug! Ohne Abschläge in Pension! Seit 1. Jänner 2020 können Menschen, die 45 Jahre lang gearbeitet haben,
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