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Plenarsitzung
des Nationalrates


Stenographisches Protokoll

 

62. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich

Dienstag, 17., Mittwoch, 18., und Donnerstag, 19. November 2020

 

XXVII. Gesetzgebungsperiode

 

 

 

Großer Redoutensaal

 


 

Stenographisches Protokoll

62. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich

XXVII. Gesetzgebungsperiode

Dienstag, 17., Mittwoch, 18., und Donnerstag, 19. November 2020

Dauer der Sitzung

Dienstag, 17. November 2020: 9.05 – 23.50 Uhr

Mittwoch, 18. November 2020: 9.05 – 19.55 Uhr

Donnerstag, 19. November 2020: 9.05 – 17.51 Uhr

*****

Tagesordnung

1. Punkt: Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gewährung eines Bun­des­zuschusses und sonstiger Förderungen aus Anlass der 100. Wiederkehr des Jahres­tages der Volksabstimmung in Kärnten (Abstimmungsspendegesetz 2020), ein Bundes­gesetz über einen Zweckzuschuss aufgrund der Abschaffung des Zugriffs auf Vermögen bei Unterbringung von Personen in stationären Pflegeeinrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024, ein Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes an Covid-19-Imp­fungen und -Schnelltests Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden, ein Bundesgesetz über die Finanzierung des Vereins für Konsumenten­informa­tion im Jahr 2021 und ein Bundesgesetz zur Bekämpfung pandemiebedingter Armuts­folgen (COVID-19-Gesetz-Armut) erlassen sowie das Gebührenanspruchsgesetz, das Gerichtsorganisationsgesetz, das Sachverständigen- und Dolmetschergesetz, das Bun­desgesetz über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds, das COVID-19-Förderungsprüfungsgesetz, das Buchhaltungsagenturgesetz, das Bun­des­gesetz über die Errichtung des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds, das Finanz­ausgleichgesetz 2017, das Familienlastenausgleichsgesetz 1967, das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz, das Arbeitsmarktservicegesetz, das Bauarbeiter-Schlechtwet­ter­entschädigungsgesetz 1957, das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz, das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz, das Allgemeine Sozialver­sicherungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialver­sicherungsgesetz, das Kriegsopferversorgungsgesetz 1957, das Opferfürsorgegesetz, das Impfschadengesetz, das Verbrechensopfergesetz, das Heimopferrentengesetz, das Pensionsgesetz 1965, das Bundestheaterpensionsgesetz, das Bundesbahn-Pensions­gesetz, das Nachtschwerarbeitsgesetz, das Behinderteneinstellungsgesetz, das Covid-19-Zweckzuschussgesetz, das Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz, das Uni­versitätsgesetz 2002, das Forschungsförderungsgesellschaftsgesetz, das Bundes­mu­seen-Gesetz 2002 und das Luftfahrtgesetz geändert werden (Budgetbegleit­ge­setz 2021)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 2

2. Punkt: Bericht und Antrag über den Entwurf eines Bundesgesetzes über die Ein­richtung eines Covid-19-Lagers und über die Verfügung über Bundesvermögen bei Ab­gabe aus diesem Lager (COVID-19-Lagergesetz-CO-LgG)

3. Punkt: Bericht über den Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2019

4. Punkt: Bundesgesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bun­desministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort genehmigt wird

5. Punkt: Bundesgesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bun­desministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie genehmigt wird

6. Punkt: Bericht der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend ÖBB­Rahmenplan 2021-2026

7. Punkt: Bericht über den Antrag 984/A der Abgeordneten Mag. Wolfgang Sobotka, Doris Bures, Christian Hafenecker, MA, Sigrid Maurer, BA, Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Sanierung des Parlamentsgebäudes (Parlamentsgebäudesanierungsgesetz, PGSG) geändert wird

8. Punkt: Bericht über den Antrag 983/A der Abgeordneten Gabriel Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über besondere Förderungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU-Förderungsgesetz) geändert wird

9. Punkt: Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über österreichische Beiträge an internationale Finanzinstitutionen (IFI-Beitragsgesetz 2020) erlassen und das Bundes­schatzscheingesetz geändert wird

10. Punkt: Bundesgesetz, mit dem das Bundesfinanzrahmengesetz 2021 bis 2024 erlassen wird – BFRG 2021-2024

11. Punkt: Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2021 (Bundesfinanzgesetz 2021 – BFG 2021) samt Anlagen

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Inhalt

Personalien

Verhinderungen .............................................................................................  41, 343, 549

Ordnungsrufe ..................................................................................................  52, 55, 227

Geschäftsbehandlung

Redezeitbeschränkung nach Beratung in der Präsidialkonferenz gemäß § 57 Abs. 3 Z 2 GOG              43, 343, 549

Antrag des Abgeordneten Kai Jan Krainer, den Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (408 d. B.): Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gewährung eines Bundeszuschusses und sonstiger Förderungen aus Anlass der 100. Wiederkehr des Jahrestages der Volksabstimmung in Kärnten (Abstim­mungsspendegesetz 2020), ein Bundesgesetz über einen Zweckzuschuss


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aufgrund der Abschaffung des Zugriffs auf Vermögen bei Unterbringung von Per­sonen in stationären Pflegeeinrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024, ein Bundes­gesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes an Covid-19-Impfungen und –Schnelltests Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden, ein Bundesgesetz über die Finanzierung des Vereins für Konsumenteninformation im Jahr 2021 und ein Bundesgesetz zur Bekämpfung pandemiebedingter Armuts­folgen (COVID-19-Gesetz-Armut) erlassen sowie das Gebührenanspruchsgesetz, das Gerichtsorganisationsgesetz, das Sachverständigen- und Dolmetschergesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unter­stüt­zungsfonds, das COVID-19-Förderungsprüfungsgesetz, das Buchhaltungs­agen­tur­gesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung des COVID-19-Krisenbewäl­ti­gungsfonds, das Finanzausgleichgesetz 2017, das Familienlastenausgleichs­ge­setz 1967, das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz, das Arbeitsmarktservice­gesetz, das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz 1957, das Bauar­beiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz, das Betriebliche Mitarbeiter- und Selb­ständigenvorsorgegesetz, das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Ge­werbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialversicherungsgesetz, das Kriegsopferversorgungsgesetz 1957, das Opferfürsorgegesetz, das Impfscha­dengesetz, das Verbrechensopfergesetz, das Heimopferrentengesetz, das Pen­sionsgesetz 1965, das Bundestheaterpensionsgesetz, das Bundesbahn-Pen­sionsgesetz, das Nachtschwerarbeitsgesetz, das Behinderteneinstellungsgesetz, das Covid-19-Zweckzuschussgesetz, das Gesundheits- und Ernährungssicher­heitsgesetz, das Universitätsgesetz 2002, das Forschungsförderungsgesell­schafts­gesetz, das Bundesmuseen-Gesetz 2002 und das Luftfahrtgesetz geändert wer­den (Budgetbegleitgesetz 2021) (440 d.B.), gemäß § 73 Abs. 3 Z 2 GOG an den Budgetausschuss rückzuverweisen – Ablehnung ..............................................  158, 158

Unterbrechung der Sitzung .......................................................................  186, 342, 548

Wortmeldung des Abgeordneten Mag. Jörg Leichtfried betreffend § 58 GOG ........ 201

Mitteilung des Präsidenten Mag. Wolfgang Sobotka betreffend tatsächliche Berichtigung des Abgeordneten Nikolaus Prinz ...................................................................................... 482

Antrag des Abgeordneten Kai Jan Krainer, den Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (381 und Zu 381 d.B.): Bundesgesetz, mit dem das Bundesfinanzrahmengesetz 2021 bis 2024 erlassen wird – BFRG 2021-2024 (448 d.B.), gemäß § 73 Abs. 3 Z 2 GOG an den Budgetausschuss rückzu­ver­weisen – Ablehnung ......  702, 702

Antrag des Abgeordneten Kai Jan Krainer, den Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (380 d.B.): Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2021 (Bundesfinanzgesetz 2021 – BFG 2021) samt Anlagen (449 d.B.), gemäß § 73 Abs. 3 Z 2 GOG an den Budgetausschuss rückzuverweisen – Ablehnung ........................  702, 702

Ausschüsse

Zuweisungen .................................................................................................................. 41

Dringlicher Antrag

der Abgeordneten Rainer Wimmer, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Schluss mit den sozialpolitischen Fehltritten dieser Bundesregierung – die abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren muss bleiben!“ (993/A)(E) ............................................................................................ 186

Begründung: Rainer Wimmer ..................................................................................... 189


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Bundeskanzler Sebastian Kurz ................................................................................ 195

Debatte:

Mag. Jörg Leichtfried ................................................................................................. 196

Josef Muchitsch (tatsächliche Berichtigung) ............................................................. 197

Alois Stöger, diplômé (tatsächliche Berichtigung) ................................................. ... 198

August Wöginger ....................................................................................................... 198

Mag. Markus Koza (tatsächliche Berichtigung) .......................................................... 201

Gabriele Heinisch-Hosek (tatsächliche Berichtigung) ............................................... 201

Peter Wurm .............................................................................................................. ... 202

Sigrid Maurer, BA ....................................................................................................... 206

Mag. Gerald Loacker .........................................................................................  208, 234

Julia Elisabeth Herr .................................................................................................... 210

August Wöginger (tatsächliche Berichtigung) ........................................................ ... 211

Christoph Zarits ...................................................................................................... ... 211

Michael Schnedlitz .................................................................................................. ... 212

Mag. Meri Disoski (tatsächliche Berichtigung) ........................................................... 214

Mag. Markus Koza .................................................................................................. ... 215

Yannick Shetty ........................................................................................................ ... 217

Mag. Verena Nussbaum ......................................................................................... ... 219

Mag. Dr. Maria Theresia Niss, MBA ...................................................................... ... 220

Dr. Dagmar Belakowitsch ...................................................................................... ... 221

Julia Elisabeth Herr (tatsächliche Berichtigung) ........................................................ 223

Mag. Meri Disoski ................................................................................................... ... 223

Henrike Brandstötter .............................................................................................. ... 225

Dietmar Keck ........................................................................................................... ... 226

Dr. Nikolaus Scherak, MA (tatsächliche Berichtigung) ............................................. 228

Claudia Plakolm .......................................................................................................... 228

Mag. Nina Tomaselli ................................................................................................... 230

Cornelia Ecker ............................................................................................................ 231

Maximilian Lercher ................................................................................................. ... 232

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Beibehaltung und Adaptierung der abschlagsfreien Pensionen mit 540 Beitragsmonaten für alle Berufsgruppen“ – Ablehnung .......................................................................  204, 234

Ablehnung des Selbständigen Entschließungsantrages 993/A(E) ............................. 234

Verhandlungen

Gemeinsame Beratung über

1. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (408 d.B.): Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gewährung eines Bundes­zuschusses und sonstiger Förderungen aus Anlass der 100. Wiederkehr des Jah­restages der Volksabstimmung in Kärnten (Abstimmungsspendegesetz 2020), ein Bundesgesetz über einen Zweckzuschuss aufgrund der Abschaffung des Zugriffs auf Vermögen bei Unterbringung von Personen in stationären Pflegeeinrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024, ein Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Be­darfes an Covid-19-Impfungen und -Schnelltests Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden, ein Bundesgesetz über die Finanzierung des Vereins für Konsumenteninformation im Jahr 2021 und ein Bundesgesetz zur Bekämpfung pandemiebedingter Armutsfolgen (COVID-19-Gesetz-Armut) erlas­sen sowie das Gebührenanspruchsgesetz, das Gerichtsorganisationsgesetz, das Sachverständigen- und Dolmetschergesetz, das Bundesgesetz über die Errich­tung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds, das COVID-19-Förde­rungsprüfungsgesetz, das Buchhaltungsagenturgesetz, das Bundesgesetz über


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die Errichtung des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds, das Finanzaus­gleich­­ge­setz 2017, das Familienlastenausgleichsgesetz 1967, das Arbeitsmarktpolitik-Finan­zierungsgesetz, das Arbeitsmarktservicegesetz, das Bauarbeiter-Schlecht­wetterentschädigungsgesetz 1957, das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungs­gesetz, das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz, das Allge­meine Sozialversicherungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialversicherungsgesetz, das Kriegsopferversorgungsgesetz 1957, das Opferfürsorgegesetz, das Impfschadengesetz, das Verbrechensopfergesetz, das Heimopferrentengesetz, das Pensionsgesetz 1965, das Bundes­theater­pen­sionsgesetz, das Bundesbahn-Pensionsgesetz, das Nachtschwerarbeitsgesetz, das Behinderteneinstellungsgesetz, das Covid-19-Zweckzuschussgesetz, das Ge­sundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz, das Universitätsgesetz 2002, das Forschungsförderungsgesellschaftsgesetz, das Bundesmuseen-Gesetz 2002 und das Luftfahrtgesetz geändert werden (Budgetbegleitgesetz 2021) (440 d.B.) .............................................. 44

2. Punkt: Bericht und Antrag des Budgetausschusses über den Entwurf eines Bundesgesetzes über die Einrichtung eines Covid-19-Lagers und über die Ver­fügung über Bundesvermögen bei Abgabe aus diesem Lager (COVID-19-Lagergesetz-CO-LgG) (441 d.B.) ........................................ 45

3. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über den Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2019 (III-137/443 d.B.) .................................................................................................................. 45

4. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (343 d.B.): Bundesgesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bundes­ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort genehmigt wird (446 d.B.) ................................................................. 45

5. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (412 d.B.): Bundesgesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bun­des­ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie genehmigt wird (447 d.B.) ................................ 45

6. Punkt: Bericht des Verkehrsausschusses über den Bericht der Bundes­minis­terin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie be­treffend ÖBB­Rahmenplan 2021-2026 (III-189/417 d.B.) .................................................................................................................. 45

7. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über den Antrag 984/A der Abgeord­neten Mag. Wolfgang Sobotka, Doris Bures, Christian Hafenecker, MA, Sigrid Maurer, BA, Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES, Kolleginnen und Kollegen betref­fend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Sanierung des Parla­mentsgebäudes (Parlamentsgebäudesanierungsgesetz, PGSG) geändert wird (442 d.B.)      ............................................................................................................................... 45

8. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über den Antrag 983/A der Abgeord­neten Gabriel Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über besondere Förderungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU-Förderungsgesetz) geändert wird (445 d.B.) ................................................................. 45

9. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (410 d.B.): Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über österreichische Beiträge an inter­nationale Finanzinstitutionen (IFI-Beitragsgesetz 2020) erlassen und das Bundes­schatzscheingesetz geändert wird (444 d.B.)    ............................................................................................................................... 46

RednerInnen:

Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc .................................................................................. 46

August Wöginger .................................................................................................... ..... 49

Herbert Kickl ............................................................................................................ ..... 51


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 6

Sigrid Maurer, BA ................................................................................................... ..... 56

Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES ......................................................................... ..... 59

Gabriel Obernosterer .............................................................................................. ..... 62

Kai Jan Krainer ....................................................................................................... ..... 63

Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA ................................................................................. ..... 68

MMag. DDr. Hubert Fuchs ...................................................................................... ..... 69

Andreas Ottenschläger .......................................................................................... ..... 71

Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer ................................................................................. ..... 72

Bundesminister Mag. Gernot Blümel, MBA ......................................................... ..... 80

Hermann Weratschnig, MBA MSc ......................................................................... ..... 81

Josef Muchitsch ...................................................................................................... ..... 82

Karlheinz Kopf ......................................................................................................... ..... 86

Dr. Dagmar Belakowitsch ...................................................................................... ..... 87

Mag. Eva Blimlinger ................................................................................................ ..... 91

Michael Bernhard .................................................................................................... ..... 91

Bundesministerin Elisabeth Köstinger ................................................................ ..... 92

Bundesministerin Leonore Gewessler, BA ......................................................  93, 157

Peter Haubner ......................................................................................................... ..... 95

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid ............................................................................ ..... 96

Heike Grebien .......................................................................................................... ..... 97

Erwin Angerer ......................................................................................................... ..... 98

Angela Baumgartner .............................................................................................. ... 100

Josef Schellhorn ..................................................................................................... ... 101

Rechnungshofpräsidentin Dr. Margit Kraker ...................................................... ... 105

Mag. Meri Disoski ................................................................................................... ... 107

Gabriele Heinisch-Hosek ....................................................................................... ... 108

Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA .......................................................................... ... 111

Mag. Gerhard Kaniak .............................................................................................. ... 112

Ralph Schallmeiner ................................................................................................ ... 114

Dr. Johannes Margreiter ........................................................................................ ... 115

Mag. Andreas Hanger ............................................................................................. ... 116

Andreas Kollross .................................................................................................... ... 117

Ing. Klaus Lindinger, BSc ...................................................................................... ... 118

Hermann Brückl, MA .............................................................................................. ... 147

Johann Singer ......................................................................................................... ... 148

Mag. Karin Greiner .................................................................................................. ... 149

Lukas Brandweiner ................................................................................................. ... 150

Christian Hafenecker, MA ...................................................................................... ... 150

Mag. Selma Yildirim ................................................................................................ ... 152

Mag. Gerald Hauser ................................................................................................ ... 155

Mag. Meri Disoski (tatsächliche Berichtigung) ........................................................... 157

Dr. Christoph Matznetter ........................................................................................... 157

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Pamela Rendi-Wagner, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Ein Budget der gebrochenen Versprechen“ – Ab­lehnung .................  65, 161

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Erhöhung der Nettoersatzrate beim Bezug des Arbeitslosengeldes (COVID-19-Maßnahme)“ – Ablehnung ....................................................................................  89, 161

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Österreich-Gutschein“ – Ablehnung ...................................................  99, 161

Entschließungsantrag der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Vorschlag für ein Gesamtkonzept für Wirtschaftshilfen“ – Ablehnung .............  103, 161


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 7

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc, Kolleginnen und Kollegen betreffend „notwendige Daten-Transparenz und Kontrolle der Wirksamkeit der Covid-Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung“ – Ableh­nung ...............................................................  109, 161

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kollegen betreffend „die längst überfällige höhere Entlohnung für Gerichts-Dol­metscherInnen“ – Ablehnung  154, 161

Annahme der acht Gesetzentwürfe in 440, 441, 443, 446, 447, 442, 445, 444 d.B. ....... 158

Kenntnisnahme des Berichtes III-189 d.B. .................................................................. 162

Gemeinsame Beratung über

10. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (381 und Zu 381 d.B.): Bundesgesetz, mit dem das Bundesfinanzrahmengesetz 2021 bis 2024 erlassen wird – BFRG 2021-2024 (448 d.B.) ...................................................................................................................... 163

11. Punkt: Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (380 d.B.): Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2021 (Bundesfinanzgesetz 2021 – BFG 2021) samt Anlagen (449 d.B.) ....................................................................................................... 163

UG 01: Präsidentschaftskanzlei; UG 02: Bundesgesetzgebung; UG 03: Verfas­sungs­gerichtshof; UG 04: Verwaltungsgerichtshof; UG 05: Volksanwaltschaft; UG 06: Rechnungshof; UG 10: Bundeskanzleramt; UG 17: Öffentlicher Dienst und Sport .......................................................................... 163

RednerInnen:

Petra Bayr, MA MLS ................................................................................................... 164

Mag. Wolfgang Gerstl ............................................................................................. ... 164

Dr. Susanne Fürst ................................................................................................... ... 166

David Stögmüller .................................................................................................... ... 170

Dr. Nikolaus Scherak, MA ...................................................................................... ... 171

Hermann Gahr ......................................................................................................... ... 173

Mag. Christian Drobits ........................................................................................... ... 174

Mag. Eva Blimlinger ................................................................................................ ... 175

Wolfgang Zanger .................................................................................................... ... 175

Martina Diesner-Wais ................................................................................................. 177

Yannick Shetty ............................................................................................................ 178

Bundesministerin MMag. Dr. Susanne Raab ....................................................... ... 179

Rechnungshofpräsidentin Dr. Margit Kraker ...................................................... ... 181

Mag. Agnes Sirkka Prammer ................................................................................. ... 182

Ing. Reinhold Einwallner ........................................................................................ ... 183

Mag. Ernst Gödl ...................................................................................................... ... 184

Alois Kainz ............................................................................................................... ... 186

Mag. Faika El-Nagashi ............................................................................................ ... 235

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff .......................................................................... ... 236

Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich ............................................................................. ... 237

Mag. Karin Greiner .................................................................................................. ... 238

Dipl.-Ing. Olga Voglauer ......................................................................................... ... 239

Christian Lausch ..................................................................................................... ... 240

Mag. Friedrich Ofenauer ........................................................................................ ... 241

Mag. Gerald Loacker .............................................................................................. ... 242

Christoph Zarits ...................................................................................................... ... 243

Mag. Thomas Drozda .............................................................................................. ... 245

Mag. Romana Deckenbacher ................................................................................. ... 247

Edith Mühlberghuber .............................................................................................. ... 248


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 8

Kira Grünberg .......................................................................................................... ... 248

Henrike Brandstötter .............................................................................................. ... 249

Nikolaus Prinz ......................................................................................................... ... 250

Maximilian Köllner, MA .......................................................................................... ... 251

Christoph Stark ....................................................................................................... ... 252

Petra Steger ............................................................................................................. ... 253

Dr. Gudrun Kugler .................................................................................................. ... 256

Yannick Shetty (tatsächliche Berichtigung) ............................................................... 257

Vizekanzler Mag. Werner Kogler ........................................................................... ... 257

Rudolf Silvan ........................................................................................................... ... 260

Volksanwalt Mag. Bernhard Achitz ....................................................................... ... 261

Karl Schmidhofer .................................................................................................... ... 263

Nurten Yılmaz .......................................................................................................... ... 264

Sabine Schatz .......................................................................................................... ... 265

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Schaffung eines Verbotsgesetzes für den politischen Islam“ – Ablehnung ......  168, 703

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Förderstopp für den politischen Islam durch den NPO-Fonds“ – Ablehnung ...  169, 704

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Widmung der gesamten Einnahmen aus der Digitalsteuer für die Medienförderung“ – Ablehnung           246, 704

Entschließungsantrag der Abgeordneten Petra Steger, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend „ausreichend Bewegung sicherstellen und Sportstätten öffnen“ – Ablehnung ..  255, 704

UG 32: Kunst und Kultur .............................................................................................. 265

RednerInnen:

Mag. Thomas Drozda .............................................................................................. ... 266

Mag. Eva Blimlinger ................................................................................................ ... 269

Ing. Mag. Volker Reifenberger ............................................................................... ... 270

Maria Großbauer ..................................................................................................... ... 273

Henrike Brandstötter .............................................................................................. ... 274

Hermann Weratschnig, MBA MSc ......................................................................... ... 276

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid ............................................................................ ... 277

Mag. Martin Engelberg ........................................................................................... ... 278

Staatssekretärin Mag. Andrea Mayer ................................................................... ... 279

Katharina Kucharowits .......................................................................................... ... 281

Mag. Dr. Rudolf Taschner ...................................................................................... ... 282

Mag. Ruth Becher ................................................................................................... ... 283

Mag. Maria Smodics-Neumann ............................................................................. ... 284

Hans Stefan Hintner ............................................................................................... ... 284

MMag. Dr. Agnes Totter, BEd ................................................................................ ... 285

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Reparatur des Umsatzersatzes im Lockdown“ – Ableh­nung ............................  267, 704

Entschließungsantrag der Abgeordneten Ing. Mag. Volker Reifenberger, Kolle­ginnen und Kollegen betreffend „Erhöhung der Basisabgeltung für Bundesmuseen, Österreichische Nationalbibliothek und Bundestheater ab 2021“ – Ablehnung ..................................................................  271, 704


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 9

UG 12: Äußeres ........................................................................................................... 286

RednerInnen:

Petra Bayr, MA MLS ................................................................................................... 286

Dr. Reinhold Lopatka .............................................................................................. ... 287

MMMag. Dr. Axel Kassegger ................................................................................. ... 289

Dr. Ewa Ernst-Dziedzic ........................................................................................... ... 290

Dr. Helmut Brandstätter ......................................................................................... ... 291

Bundesminister Mag. Alexander Schallenberg, LL.M. ....................................... ... 293

Alexander Melchior ................................................................................................. ... 295

Dr. Harald Troch ...................................................................................................... ... 296

Michel Reimon, MBA .............................................................................................. ... 298

Katharina Kucharowits .......................................................................................... ... 299

Mag. Martin Engelberg ........................................................................................... ... 301

Dipl.-Ing. Georg Strasser ........................................................................................... 302

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Harald Troch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „die aktuelle Situation in der Westsahara“ – Ablehnung ..............................................  297, 704

Entschließungsantrag der Abgeordneten Katharina Kucharowits, Kolleginnen und Kollegen betreffend „den Schutz für die ungarische LGBTI-Community“ – Ablehnung ...  300, 704

UG 13: Justiz ................................................................................................................ 303

RednerInnen:

Mag. Selma Yildirim ................................................................................................ ... 303

Mag. Agnes Sirkka Prammer ................................................................................. ... 304

Mag. Harald Stefan ................................................................................................. ... 305

Mag. Michaela Steinacker ...................................................................................... ... 306

Dr. Johannes Margreiter ........................................................................................ ... 307

Bundesministerin Dr. Alma Zadić, LL.M. ............................................................. ... 309

Mag. Georg Bürstmayr ........................................................................................... ... 311

Mag. Ruth Becher ................................................................................................... ... 312

Johann Singer ......................................................................................................... ... 312

Mag. Philipp Schrangl ............................................................................................ ... 313

Mag. Ulrike Fischer ................................................................................................. ... 314

Mag. Christian Drobits ............................................................................................... 315

Dr. Christian Stocker ................................................................................................. 315

Christian Lausch ..................................................................................................... ... 316

Dr. Gudrun Kugler .................................................................................................. ... 320

Petra Bayr, MA MLS ................................................................................................... 321

Mag. Johanna Jachs .................................................................................................. 322

Mag. Klaus Fürlinger .............................................................................................. ... 323

Mag. Corinna Scharzenberger .............................................................................. ... 324

Carina Reiter ............................................................................................................ ... 325

Entschließungsantrag der Abgeordneten Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „bessere budgetäre und personelle Ausstattung der Justiz­wache“ – Ablehnung  318, 704

Entschließungsantrag der Abgeordneten Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Einbeziehung der Insassen von Justizanstalten in die ge­setzliche Krankenversicherung“ – Ablehnung ..............................................................................................................................  319, 704

UG 11: Inneres; UG 18: Fremdenwesen ..................................................................... 325

RednerInnen:

Ing. Reinhold Einwallner ........................................................................................ ... 326

Karl Mahrer .............................................................................................................. ... 326


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 10

Mag. Hannes Amesbauer, BA ............................................................................... ... 327

Mag. Georg Bürstmayr ........................................................................................... ... 328

Dr. Stephanie Krisper ............................................................................................. ... 329

Bundesminister Karl Nehammer, MSc ................................................................. ... 330

Mag. Wolfgang Gerstl ............................................................................................. ... 333

Nurten Yılmaz .......................................................................................................... ... 334

Mag. Hannes Amesbauer, BA (tatsächliche Berichtigung) ....................................... 335

Dr. Reinhold Lopatka ................................................................................................. 335

Christian Ries ............................................................................................................. 336

Mag. Johanna Jachs ............................................................................................... ... 338

Sabine Schatz .......................................................................................................... ... 339

David Stögmüller (tatsächliche Berichtigung) ............................................................ 340

Dr. Christian Stocker .............................................................................................. ... 340

Dietmar Keck ........................................................................................................... ... 341

Andreas Minnich ..................................................................................................... ... 342

Entschließungsantrag der Abgeordneten Christian Ries, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend „finanzielle Besserstellung der Exekutive“ – Ablehnung ....................................  337, 704

UG 21: Soziales; UG 22: Pensionsversicherung; UG 21: Konsumentenschutz ........ 344

RednerInnen:

Mag. Verena Nussbaum ......................................................................................... ... 344

Ralph Schallmeiner ................................................................................................ ... 346

Dr. Dagmar Belakowitsch ...................................................................................... ... 347

August Wöginger .................................................................................................... ... 348

Mag. Gerald Loacker .............................................................................................. ... 351

Bundesminister Rudolf Anschober ...................................................................... ... 352

Mag. Ulrike Fischer ................................................................................................. ... 355

Alois Stöger, diplômé ............................................................................................. ... 356

Mag. Peter Weidinger ............................................................................................. ... 359

Mag. Christian Ragger ............................................................................................ ... 360

Heike Grebien .......................................................................................................... ... 364

Fiona Fiedler, BEd .................................................................................................. ... 366

Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler ........................................................................ ... 367

Philip Kucher ........................................................................................................... ... 369

Ing. Martin Litschauer ............................................................................................ ... 371

Peter Wurm .............................................................................................................. ... 372

Mag. Ernst Gödl ...................................................................................................... ... 375

Mag. Felix Eypeltauer ............................................................................................. ... 377

Mag. Klaus Fürlinger .............................................................................................. ... 378

Mag. Christian Drobits ........................................................................................... ... 379

Bettina Zopf ................................................................................................................. 380

Rosa Ecker, MBA ........................................................................................................ 381

Ing. Josef Hechenberger ........................................................................................ ... 382

Ing. Markus Vogl ..................................................................................................... ... 383

Christian Ries ............................................................................................................. 385

Entschließungsantrag der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „faire Pensionen für Frauen“ – Ablehnung ........................................  345, 704

Entschließungsantrag der Abgeordneten Rainer Wimmer, Kolleginnen und Kol­legen betreffend „die abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren muss blei­ben!“ – Ablehnung ....  358, 705


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 11

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Beibehaltung und Adaptierung der abschlagsfreien Pensionen mit 540 Beitragsmonaten für alle Berufsgruppen“ – Ablehnung .......................................................................  362, 705

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „1.000-Euro-Österreich-Gutschein“ – Ablehnung ................................................  374, 705

UG 24: Gesundheit ...................................................................................................... 386

RednerInnen:

Mag. Verena Nussbaum ......................................................................................... ... 386

Ralph Schallmeiner ................................................................................................ ... 388

Mag. Gerhard Kaniak .............................................................................................. ... 390

Gabriela Schwarz .................................................................................................... ... 391

Mag. Gerald Loacker .............................................................................................. ... 392

Bundesminister Rudolf Anschober ................................................................  393, 411

Mag. Faika El-Nagashi ............................................................................................ ... 397

Philip Kucher ........................................................................................................... ... 399

Dr. Josef Smolle ...................................................................................................... ... 400

Mag. Gerald Hauser ................................................................................................ ... 401

Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler ........................................................................ ... 404

Fiona Fiedler, BEd .................................................................................................. ... 405

Dr. Werner Saxinger, MSc ...................................................................................... ... 406

Rudolf Silvan .............................................................................................................. 407

Ing. Mag. (FH) Alexandra Tanda ............................................................................... 408

Rosa Ecker, MBA ........................................................................................................ 409

Dietmar Keck ........................................................................................................... ... 410

Entschließungsantrag der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend „ein starkes öffentliches Gesundheitssystem“ – Ablehnung .....................................  387, 705

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Schadensabgeltung nach dem Epidemiegesetz zur Bewälti­gung der COVID-19-Krise“ – Ablehnung     403, 705

UG 14: Militärische Angelegenheiten .......................................................................... 414

RednerInnen:

Robert Laimer .......................................................................................................... ... 414

Johann Höfinger ..................................................................................................... ... 415

Dr. Reinhard Eugen Bösch .................................................................................... ... 416

David Stögmüller .................................................................................................... ... 419

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff .......................................................................... ... 421

Bundesministerin Mag. Klaudia Tanner ............................................................... ... 422

Ing. Manfred Hofinger ............................................................................................. ... 425

Petra Wimmer .......................................................................................................... ... 426

Mag. Friedrich Ofenauer ........................................................................................ ... 426

MMag. DDr. Hubert Fuchs ...................................................................................... ... 428

Mag. Peter Weidinger ............................................................................................. ... 430

Dr. Harald Troch ...................................................................................................... ... 431

MMMag. Dr. Axel Kassegger ................................................................................. ... 432

Rudolf Silvan ........................................................................................................... ... 433

Ing. Mag. Volker Reifenberger ............................................................................... ... 434

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Reinhard Eugen Bösch, Robert Laimer, Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen betreffend „dringend notwendige budgetäre Mittel für einen verfassungskonformen Zustand des Heeres“ – Ablehnung ................  417, 705

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Reinhard Eugen Bösch, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Kostenersatz für Assistenz- und Unterstützungs­leistungen des Heeres“ – Ablehnung            429, 705


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 12

UG 33: Wirtschaft (Forschung); UG 40: Wirtschaft ..................................................... 435

RednerInnen:

Dr. Christoph Matznetter ........................................................................................ ... 435

Peter Haubner ......................................................................................................... ... 436

Erwin Angerer ......................................................................................................... ... 437

Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA ................................................................................. ... 441

Josef Schellhorn ..................................................................................................... ... 443

Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck .................................................... ... 444

Laurenz Pöttinger ................................................................................................... ... 446

Maximilian Lercher ................................................................................................. ... 447

Dr. Elisabeth Götze ................................................................................................. ... 448

Walter Rauch ........................................................................................................... ... 449

Andreas Minnich ..................................................................................................... ... 450

Dr. Helmut Brandstätter ......................................................................................... ... 451

Johann Höfinger ..................................................................................................... ... 453

Mag. Dr. Petra Oberrauner ..................................................................................... ... 453

Martina Kaufmann, MMSc BA ............................................................................... ... 455

MMMag. Dr. Axel Kassegger ................................................................................. ... 455

Christoph Stark ....................................................................................................... ... 457

Mag. Ruth Becher ................................................................................................... ... 458

Hans Stefan Hintner ............................................................................................... ... 458

Alois Schroll ............................................................................................................ ... 459

Entschließungsantrag der Abgeordneten Erwin Angerer, Kolleginnen und Kollegen betreffend „dringende Umsetzung des Fixkostenzuschuss II sowie Er­möglichung eines Umsatzersatzes für alle auch indirekt vom zweiten Lockdown betroffenen Unternehmen“ – Ablehnung  436, 705

UG 42: Landwirtschaft, Regionen und Tourismus ....................................................... 460

RednerInnen:

Cornelia Ecker ......................................................................................................... ... 460

Dipl.-Ing. Georg Strasser ....................................................................................... ... 465

Peter Schmiedlechner ............................................................................................ ... 466

Dipl.-Ing. Georg Strasser (tatsächliche Berichtigung) ............................................... 469

Alois Stöger, diplômé (tatsächliche Berichtigung) .................................................... 469

Nikolaus Prinz (tatsächliche Berichtigung) ................................................................ 469

Clemens Stammler ................................................................................................. ... 470

Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer ................................................................................. ... 471

Bundesministerin Elisabeth Köstinger ................................................................ ... 472

Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich ............................................................................. ... 474

Petra Vorderwinkler ................................................................................................ ... 476

Dipl.-Ing. Olga Voglauer ......................................................................................... ... 478

Mag. Gerald Hauser ................................................................................................ ... 479

Karl Schmidhofer .................................................................................................... ... 483

Josef Schellhorn ..................................................................................................... ... 484

Barbara Neßler ........................................................................................................ ... 485

Julia Elisabeth Herr ................................................................................................ ... 486

Gabriel Obernosterer .............................................................................................. ... 487

Alois Kainz ............................................................................................................... ... 488

Eva-Maria Himmelbauer, BSc ................................................................................ ... 489

Michael Seemayer ................................................................................................... ... 490

Johannes Schmuckenschlager ............................................................................. ... 491

Michael Schnedlitz .................................................................................................. ... 492

Ing. Klaus Lindinger, BSc ...................................................................................... ... 493

Lukas Brandweiner ................................................................................................. ... 494


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 13

Franz Hörl ................................................................................................................ ... 495

Ing. Manfred Hofinger ............................................................................................. ... 496

Maria Großbauer ..................................................................................................... ... 497

Joachim Schnabel .................................................................................................. ... 498

Carina Reiter ............................................................................................................ ... 499

Andreas Kühberger ................................................................................................ ... 499

Cornelia Ecker (tatsächliche Berichtigung) ................................................................ 500

Ing. Josef Hechenberger ........................................................................................ ... 501

Ing. Johann Weber .................................................................................................. ... 501

Irene Neumann-Hartberger .................................................................................... ... 502

Entschließungsantrag der Abgeordneten Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen betreffend „faire und nachhaltige Verteilung der öffentlichen Steuergelder des Waldfonds dringend gefordert“ – Ablehnung ...........................................................................................................  463, 705

Entschließungsantrag der Abgeordneten Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Erhalt der ELER-Fördermaßnahme ‚Soziale Angelegen­hei­ten‘ (Soziale Dienstleistungen, SDL) im Programm für die ländliche Entwicklung“ – Ablehnung ........................................................  464, 705

Entschließungsantrag der Abgeordneten Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „freiheitlicher Rettungsschirm für die Landwirtschaft“ – Ablehnung ...................  467, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten Maximilian Köllner, MA, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Rettet die Reisebranche“ – Ablehnung ............................................  477, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Gewerbetreibenden helfen – Schikanen beim Fixkostenzu­schuss und Umsatzersatz beenden“ – Ablehnung ...........................................................................................................  481, 706

UG 30: Bildung; UG 31: Wissenschaft und Forschung ............................................... 503

RednerInnen:

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid ............................................................................ ... 503

Mag. Dr. Rudolf Taschner ...................................................................................... ... 506

Hermann Brückl, MA .............................................................................................. ... 507

Mag. Sibylle Hamann .............................................................................................. ... 510

Mag. Martina Künsberg Sarre ............................................................................... ... 511

Mag. Sibylle Hamann (tatsächliche Berichtigung) ..................................................... 514

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid (tatsächliche Berichtigungen) ......................  514, 533

Mag. Dr. Maria Theresia Niss, MBA ...................................................................... ... 514

Bundesminister Dr. Heinz Faßmann ..................................................................... ... 516

Mag. Andrea Kuntzl ................................................................................................ ... 518

Mag. Eva Blimlinger ................................................................................................ ... 520

MMMag. Dr. Axel Kassegger ................................................................................. ... 521

Martina Kaufmann, MMSc BA ............................................................................... ... 523

Fiona Fiedler, BEd ...................................................................................................... 524

Nico Marchetti ............................................................................................................. 526

Katharina Kucharowits .......................................................................................... ... 527

Dr. Josef Smolle ...................................................................................................... ... 529

Mag. Gerald Hauser ................................................................................................ ... 531

MMMag. Gertraud Salzmann ................................................................................. ... 531

Dr. Helmut Brandstätter ......................................................................................... ... 533

Ing. Johann Weber .................................................................................................. ... 535

Kai Jan Krainer (tatsächliche Berichtigung) ............................................................... 536

Eva Maria Holzleitner, BSc .................................................................................... ... 536


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 14

MMag. Dr. Agnes Totter, BEd ................................................................................ ... 539

Mag. Dr. Martin Graf ............................................................................................... ... 539

Irene Neumann-Hartberger .................................................................................... ... 542

Mag. Dr. Petra Oberrauner ..................................................................................... ... 543

Mag. Dr. Martin Graf (tatsächliche Berichtigung) ....................................................... 546

Petra Vorderwinkler ................................................................................................ ... 546

Michel Reimon, MBA .............................................................................................. ... 548

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen betreffend „verstärkter Ausbau der Ganztagsschulen“ – Ablehnung .................  505, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten Hermann Brückl, MA, Kolleginnen und Kollegen betreffend „ausreichende Budgetmittel für Schulschließungs- und Lockdown-Verlierer“ – Ablehnung            509, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten MMMag. Dr. Axel Kassegger, Kolle­ginnen und Kollegen betreffend „kein Budget für islamischen Fundamentalismus an den Universitäten“ – Ablehnung                522, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten Katharina Kucharowits, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Unterstützung von gemeinnützigen Studierendenwohn­heimen“ – Ablehnung               528, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „flächendeckende Umsetzung des Chancenindex“ – Ab­lehnung ......................  537, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Dr. Martin Graf, Kolleginnen und Kollegen betreffend „keine Zwangs-Exmatrikulation von Studierenden wie Sigrid Maurer und Sebastian Kurz“ – Ablehnung ..............................................................................................................................  541, 706

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Dr. Petra Oberrauner, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Stärkung der Digitalen Kompetenzen aller Lehr­kräfte“ – Ablehnung  545, 706

UG 10: Frauen und Gleichstellung .............................................................................. 549

RednerInnen:

Gabriele Heinisch-Hosek ....................................................................................... ... 549

Dipl.-Kffr. (FH) Elisabeth Pfurtscheller ................................................................. ... 552

Rosa Ecker, MBA .................................................................................................... ... 553

Mag. Meri Disoski ................................................................................................... ... 555

Henrike Brandstötter .............................................................................................. ... 557

Bundesministerin MMag. Dr. Susanne Raab ....................................................... ... 558

Mag. Romana Deckenbacher ................................................................................. ... 560

Philip Kucher ........................................................................................................... ... 561

Dipl.-Kffr. (FH) Elisabeth Pfurtscheller (tatsächliche Berichtigung) ........................ 562

Heike Grebien .......................................................................................................... ... 562

Mag. Dr. Petra Oberrauner ..................................................................................... ... 564

Norbert Sieber ......................................................................................................... ... 566

Katharina Kucharowits .......................................................................................... ... 567

Dr. Werner Saxinger, MSc ...................................................................................... ... 568

Michel Reimon, MBA .............................................................................................. ... 569

Dr. Susanne Fürst ................................................................................................... ... 570


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 15

Entschließungsantrag der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „umfassendes Gender Budgeting umsetzen“ – Ableh­nung ..............  551, 707

Entschließungsantrag der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Erhöhung des Budgets für Frauenangelegenheiten und Gleichstellung“ – Ablehnung              565, 707

UG 20: Arbeit; UG 25: Familie und Jugend ................................................................. 573

RednerInnen:

Josef Muchitsch ...................................................................................................... ... 573

Bettina Zopf ............................................................................................................. ... 574

Dr. Dagmar Belakowitsch ...................................................................................... ... 575

MMMag. Gertraud Salzmann (tatsächliche Berichtigung) ......................................... 577

Mag. Markus Koza .................................................................................................. ... 578

Mag. Gerald Loacker .............................................................................................. ... 580

Norbert Sieber ......................................................................................................... ... 581

Gabriele Heinisch-Hosek ....................................................................................... ... 583

Barbara Neßler ............................................................................................................ 584

Peter Wurm ................................................................................................................. 585

Claudia Plakolm .......................................................................................................... 588

Michael Bernhard .................................................................................................... ... 589

Bundesministerin Mag. (FH) Christine Aschbacher ........................................... ... 591

Alexander Melchior ................................................................................................. ... 595

Ing. Markus Vogl ..................................................................................................... ... 596

Nikolaus Prinz ......................................................................................................... ... 599

Edith Mühlberghuber .............................................................................................. ... 600

Rebecca Kirchbaumer ............................................................................................ ... 601

Josef Schellhorn ..................................................................................................... ... 602

Christian Hafenecker, MA (tatsächliche Berichtigung) ............................................. 603

Laurenz Pöttinger ....................................................................................................... 604

Mag. Dr. Petra Oberrauner ..................................................................................... ... 605

Ing. Mag. (FH) Alexandra Tanda ............................................................................ ... 606

Wolfgang Zanger .................................................................................................... ... 607

Dr. Ewa Ernst-Dziedzic ........................................................................................... ... 608

Petra Wimmer .......................................................................................................... ... 609

Eva Maria Holzleitner, BSc ........................................................................................ 611

Pia Philippa Strache ................................................................................................... 614

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Erhöhung der Nettoersatzrate beim Bezug des Arbeitslosengeldes (COVID-19-Maßnahme)“ – Ablehnung ..................................................................................  587, 707

Entschließungsantrag der Abgeordneten Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Erhöhung der Leistungen aus der Arbeitslosenver­siche­rung“ – Ablehnung ....  597, 707

Entschließungsantrag der Abgeordneten Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Vereinbarkeitsmilliarde für den Ausbau von Kinderbetreu­ungs­einrichtungen“ – Ablehnung          610, 707

Entschließungsantrag der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolle­ginnen und Kollegen betreffend „Kinder haben Rechte! Kinderrechte in den Fokus rücken.“ – Ablehnung  613, 707

UG 34: Innovation und Technologie (Forschung); UG 41: Mobilität; UG 43: Klima, Umwelt und Energie ....................................................................................................................................... 616

RednerInnen:

Alois Stöger, diplômé ............................................................................................. ... 616

Mag. Eva Blimlinger ................................................................................................ ... 618


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 16

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek ..................................................................................... ... 619

Johannes Schmuckenschlager ............................................................................. ... 622

Michael Bernhard .................................................................................................... ... 623

Hermann Weratschnig, MBA MSc ......................................................................... ... 625

Julia Elisabeth Herr ................................................................................................ ... 626

Andreas Ottenschläger .......................................................................................... ... 627

Christian Hafenecker, MA ...................................................................................... ... 628

Lukas Hammer ........................................................................................................ ... 632

Dr. Johannes Margreiter ........................................................................................ ... 634

Bundesministerin Leonore Gewessler, BA ............................................  635, 667, 671

Mag. Dr. Maria Theresia Niss, MBA .......................................................................... 638

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid ............................................................................ ... 639

Ing. Martin Litschauer ............................................................................................ ... 640

Mag. Gerald Hauser ................................................................................................ ... 642

Eva-Maria Himmelbauer, BSc ................................................................................... 643

Yannick Shetty ............................................................................................................ 644

Dr. Astrid Rössler ................................................................................................... ... 646

Lukas Hammer (tatsächliche Berichtigung) ............................................................... 647

Alois Schroll ............................................................................................................ ... 647

Tanja Graf ................................................................................................................ ... 648

Walter Rauch ........................................................................................................... ... 649

Michel Reimon, MBA .............................................................................................. ... 652

Dr. Helmut Brandstätter ......................................................................................... ... 653

Mag. Dr. Rudolf Taschner (tatsächliche Berichtigung) ............................................. 655

Hermann Gahr ......................................................................................................... ... 655

Andreas Kollross .................................................................................................... ... 656

Martina Diesner-Wais ............................................................................................. ... 657

Peter Schmiedlechner ............................................................................................ ... 658

Franz Hörl ................................................................................................................ ... 660

Cornelia Ecker ......................................................................................................... ... 661

Dipl.-Kffr. (FH) Elisabeth Pfurtscheller ................................................................. ... 662

Maximilian Köllner, MA .............................................................................................. 663

Claudia Plakolm .......................................................................................................... 663

Michael Seemayer ...................................................................................................... 664

Carina Reiter ............................................................................................................... 665

Mag. Corinna Scharzenberger .............................................................................. ... 666

Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA .......................................................................... ... 666

Rebecca Kirchbaumer ............................................................................................ ... 670

Andreas Kühberger ................................................................................................ ... 670

Joachim Schnabel ...................................................................................................... 672

Entschließungsantrag der Abgeordneten Alois Stöger, diplômé, Kolleginnen und Kollegen betreffend „rasche Umsetzung des 1-2-3-Tickets“ – Ablehnung .........................................  617, 707

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolle­ginnen und Kollegen betreffend „Budgetmittel für eine Nationale Taskforce ‚Covid-19-Evidenz‘“ – Ablehnung  621, 707

Entschließungsantrag der Abgeordneten Christian Hafenecker, MA, Kollegin­nen und Kollegen betreffend „Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – Umsetzung ‚Nahverkehrsmilliarde‘ jetzt!“ – Ablehnung ...........................................................................................................  631, 707

Entschließungsantrag der Abgeordneten Walter Rauch, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend „Zahlungen für Klimaschutzmaßnahmen im Ausland im Zuge der COVID-19-Wirtschaftskrise streichen“ – Ablehnung .......................................................................................  651, 707


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 17

Entschließungsantrag der Abgeordneten Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „CO2 durch Humusaufbau binden“ – Ablehnung ................................................  659, 708

UG 15: Finanzverwaltung; UG 16: Öffentliche Abgaben; UG 23: Pensionen – Beamtinnen und Beamte; UG 44: Finanzausgleich; UG 45: Bundesvermögen; UG 46: Finanzmarktstabilität; UG 51: Kassenverwaltung; UG 58: Finanzierungen, Währungstauschverträge ..................... 673

Text des Bundesfinanzgesetzes und restliche Teile der Anlage I einschließlich Anlagen II bis IV              ............................................................................................................................. 673

RednerInnen:

Kai Jan Krainer ....................................................................................................... ... 674

Karlheinz Kopf ......................................................................................................... ... 676

Mag. Gerald Hauser ................................................................................................ ... 677

Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA ................................................................................. ... 680

Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer ................................................................................. ... 681

Gabriel Obernosterer .............................................................................................. ... 684

Mag. Selma Yildirim ................................................................................................ ... 686

Dr. Elisabeth Götze ................................................................................................. ... 687

Mag. Gerald Loacker .............................................................................................. ... 688

Angela Baumgartner .............................................................................................. ... 689

Maximilian Köllner, MA .......................................................................................... ... 690

Mag. Andreas Hanger ............................................................................................. ... 691

Mag. Thomas Drozda .............................................................................................. ... 693

Ing. Reinhold Einwallner ........................................................................................ ... 694

Mag. Dr. Rudolf Taschner ...................................................................................... ... 695

Mag. Karin Greiner .................................................................................................. ... 696

Christian Lausch ..................................................................................................... ... 698

Mag. Eva Blimlinger ................................................................................................ ... 700

Dr. Christoph Matznetter ........................................................................................ ... 700

Andreas Ottenschläger .......................................................................................... ... 701

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen betreffend „sofortige Ermöglichung von kontaktlosen Buch-Abholstationen im Lockdown“ – Ablehnung ...........................................................................................................  693, 708

Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Karin Greiner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Sicherung der Gemeindefinanzen in der Krise“ – Ableh­nung............................ 697, 708

Annahme des Gesetzentwurfes in 448 d.B. ................................................................ 702

Annahme des Bundesfinanzgesetzes für das Jahr 2021 samt Anlagen ..................... 703

Eingebracht wurden

Petitionen ...................................................................................................................... 42

Petition betreffend „Sofortmaßnahmen für den Bahnlärmschutz im Klagenfur­ter Gemeindegebiet“ (Ordnungsnummer 45) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler)

Petition betreffend „Erhalt der regionalen Infrastruktur im Salzkammergut“ (Ord­nungs­nummer 46) (überreicht von der Abgeordneten Bettina Zopf)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 18

Petition betreffend „Rasche Umsetzung und Dotierung des ‚Fonds Zukunft Öster­reich‘“ (Ordnungsnummer 47) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Dr. Maria Theresia Niss, MBA)

Petition betreffend „Rette das Wintersemester“ (Ordnungsnummer 48) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Martina Künsberg Sarre)

Regierungsvorlage ....................................................................................................... 41

461: Dienstrechts-Novelle 2020

Berichte ......................................................................................................................... 42

Vorlage 42 BA: Bericht nach § 1 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds für Oktober 2020; BM f. Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

III-197: Bericht betreffend EU-Finanzbericht 2017 und 2018 – Reihe BUND 2020/42; Rechnungshof

III-198: Jahresbericht 2019 des ORF gemäß § 7 ORF-Gesetz; Bundeskanzler

III-199: Erfassung von hassmotivierten Übergriffen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung; BM f. Inneres

III-201: Tätigkeitsbericht 2019 der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditie­rung Austria; BM f. Bildung, Wissenschaft und Forschung

III-202: Kommunikationsbericht 2019 der KommAustria, der Telekom-Control-Kommission und der RTR-GmbH gemäß § 19 Abs. 4 KommAustria-Gesetz; Bun­deskanzler im Einvernehmen mit BM f. Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Anträge der Abgeordneten

Rainer Wimmer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Schluss mit den sozialpolitischen Fehltritten dieser Bundesregierung – die abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren muss bleiben! (993/A)(E)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Einführung eines Vollzeit-Bonus (994/A)(E)

Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Verlängerung der Spendenbegünstigung für gemeinnützige Stiftungen (995/A)(E)

Mag. Martina Künsberg Sarre, Kolleginnen und Kollegen betreffend Standortkonzept für Hochschulen (996/A)(E)

Mag. Martina Künsberg Sarre, Kolleginnen und Kollegen betreffend Bildungsverlust in der Coronakrise vorbeugen (997/A)(E)

Mag. Martina Künsberg Sarre, Kolleginnen und Kollegen betreffend Lehrkräfte-Fortbildung in der Coronakrise (998/A)(E)

Yannick Shetty, Kolleginnen und Kollegen betreffend Gelingende Integration – Dera­dikalisierungskonzept für alle Schulstufen (999/A)(E)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Evaluierung von Lehrab­brüchen (1000/A)(E)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 19

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Klarstellung zu Schutz­ausrüstung als Werbungskosten (1001/A)(E)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Ermöglichung von Online-Psychotherapie (1002/A)(E)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Anti-Fake-News Kampagne zur COVID-19-Pandemie (1003/A)(E)

Mag. Martina Künsberg Sarre, Kolleginnen und Kollegen betreffend Mobilisierung von privaten Mitteln für Bildung (1004/A)(E)

Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen betreffend Vorschlag für ein Gesamt­konzept für Wirtschaftshilfen (1005/A)(E)

Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Kein AMA Güte­siegel für Sojaimporte (1006/A)(E)

Yannick Shetty, Kolleginnen und Kollegen betreffend Strategie zur Gleichstellung von LGBTIQ in Österreich (1007/A)(E)

Dr. Johannes Margreiter, Kolleginnen und Kollegen betreffend Längst überfällige Anhebung der Gebührensätze für Dolmetscher_innen und Valorisierung der Gebühren­sätze des GebAG (1008/A)(E)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen betreffend Datenschutzrechtliche Bedenken gegen PNR (1009/A)(E)

Mag. Martina Künsberg Sarre, Kolleginnen und Kollegen betreffend Ausbau der Kol­legs für Elementarpädagogik (1010/A)(E)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen betreffend Finaler Status für Berg­karabach (1011/A)(E)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen betreffend Koordinierte Ver­schär­fung der Belarus Sanktionen (1012/A)(E)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen betreffend Sanktionen zur Unter­stützung der Demokratie in Hongkong (1013/A)(E)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen betreffend Unterstützung von Demokratie, Medien und Bürgerrechten in Nicaragua (1014/A)(E)

Henrike Brandstötter, Kolleginnen und Kollegen betreffend jährliche Pensionskonto­mitteilungen zur Bewusstseinsschaffung für Frauen (1015/A)(E)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen betreffend Kooperative Luftraumüberwachung zur Überbrückung des Saab und EF Ausfalls (1016/A)(E)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen betreffend Einrichtung einer staats­polizeilichen sowie nachrichtendienstlichen Steuerungsgruppe (1017/A)(E)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen betreffend Ermöglichung der Auf­nahme von schutzbedürftigen Kindern durch Länder, Städte, Gemeinden und Zivilge­sellschaft (1018/A)(E)

Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen betreffend Widmung der gesamten Einnahmen aus der Digitalsteuer für die Medienförderung (1019/A)(E)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 20

Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen betreffend Reparatur des Umsatz­ersatzes im Lockdown (1020/A)(E)

Norbert Sieber, Barbara Neßler, Petra Wimmer, Edith Mühlberghuber, Michael Bernhard, Kolleginnen und Kollegen betreffend Sicherstellung der Finanzierung der Hospiz- und Palliativversorgung, im besonderen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (1021/A)(E)

Ing. Markus Vogl, Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen betreffend Investbudget VKI (1022/A)(E)

Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen betreffend Sonderzeichen in SMS als Kostenfalle der Mobilfunkbetreiber (1023/A)(E)

Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen betreffend Insolvenzabsicherung von Fluglinien (1024/A)(E)

Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen betreffend Gutscheine von Fluglinien und Reiseveranstalter aufgrund der Covid-19-Krise (1025/A)(E)

Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen betreffend Gewährleistung für Waren (1026/A)(E)

Fiona Fiedler, BEd, Kolleginnen und Kollegen betreffend Musiktherapie in Kranken­häusern und Gesundheitseinrichtungen (1027/A)(E)

Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kollegen betreffend dringende Auszahlung der Vergütungen für den Verdienstentgang für gemäß Epidemiegesetz geschlossene Be­triebe (1028/A)(E)

Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kollegen betreffend dringende Unterstützung der Privatvermieter – Härtefälle vermeiden (1029/A)(E)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen betreffend Lebensmittelverschwendung verhin­dern (1030/A)(E)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen betreffend Lebensmittelverschwendung verhin­dern (1031/A)(E)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen betreffend Status über transparente, rechts­sichere und angemessene Regelungen im Bereich der Inkassogebühren (1032/A)(E)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen betreffend Zeitplan im Zusammenhang mit Ver­braucherbildung und Informationsmaßnahmen für Konsumenten im Bereich der Finanz­dienstleistungen (1033/A)(E)

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen betreffend Plan für Matura 2021! (1034/A)(E)

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen betreffend Schulleitungen entlasten (1035/A)(E)

Mag. Dr. Rudolf Taschner, Mag. Eva Blimlinger, Kolleginnen und Kollegen betreffend Weiterentwicklung der hochschulischen Weiterbildung (1036/A)(E)

Mag. Agnes Sirkka Prammer, Christoph Zarits, Kolleginnen und Kollegen betreffend Prüfung des rechtlichen Rahmens für den E-Sport (1037/A)(E)

Christoph Zarits, Mag. Agnes Sirkka Prammer, Kolleginnen und Kollegen betreffend #comebackstronger – Maßnahmenprogramm für den Österreichischen Sport nach der COVID-19-Krise (1038/A)(E)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 21

Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Erhalt der ELER-Fördermaß­nahme „Soziale Angelegenheiten“ (Soziale Dienstleistungen, SDL) im Programm für die ländliche Entwicklung (1039/A)(E)

Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen betreffend faire und nachhaltige Verteilung der öffentlichen Steuergelder des Waldfonds dringend gefordert (1040/A)(E)

Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kollegen betreffend Erhöhung des Budgets für Frauenangelegenheiten und Gleichstellung (1041/A)(E)

Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kollegen betreffend umfassendes Gender Budgeting umsetzen (1042/A)(E)

Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kollegen betreffend personelle Aufstockung der Gleichbehandlungsanwaltschaft – angenommene Entschließung von 2019 umset­zen (1043/A)(E)

Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kollegen betreffend den Schutz für die ungarische LGBTI-Community (1044/A)(E)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Vereinbarkeitsmilliarde für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen (1045/A)(E)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Vereinbarkeitsmilliarde für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen (1046/A)(E)

Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen betreffend Kinder haben Rechte! Kinderrechte in den Fokus rücken. (1047/A)(E)

Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend die abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren muss bleiben! (1048/A)(E)

Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc, Kolleginnen und Kollegen betreffend notwendige Daten-Transparenz und Kontrolle der Wirksamkeit der Covid-Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung (1049/A)(E)

Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend Erhöhung der Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (1050/A)(E)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen betreffend Beibehaltung des besonderen Pauschbetrages gemäß § 319a ASVG (1051/A)(E)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen betreffend Beibehaltung des besonderen Pauschbetrages gemäß § 319a ASVG (1052/A)(E)

Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen betreffend zeitgemäße Grundlagen für Ener­gieinfrastrukturverfahren (1053/A)(E)

Walter Rauch, Kolleginnen und Kollegen betreffend Schutz des Trinkwassers vor Arzneimittelrückständen (1054/A)(E)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen betreffend Schutz des Trinkwassers vor Arzneimittelrückständen (1055/A)(E)

Petra Steger, Kolleginnen und Kollegen betreffend Maßnahmen für den Frauensport (1056/A)(E)

Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen betreffend Strategie für öster­reichische Weltraumtätigkeiten (1057/A)(E)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 22

Mag. Dr. Martin Graf, Kolleginnen und Kollegen betreffend Stärkung des Senats durch Stärkung der Professorenschaft (1058/A)(E)

Petra Steger, Kolleginnen und Kollegen betreffend steuerliche Absetzbarkeit von Sport-Sponsoring und Spenden (1059/A)(E)

Hermann Brückl, MA, Kolleginnen und Kollegen betreffend Sicherstellung eines regulären Unterrichts ab Montag dem 23. November 2020 (1060/A)(E)

Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Erhalt der ELER-Fördermaß­nahme „Soziale Angelegenheiten“ (Soziale Dienstleistungen, SDL) im Programm für die ländliche Entwicklung (1061/A)(E)

Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kollegen betreffend die längst überfällige höhere Entlohnung für Gerichts-DolmetscherInnen (1062/A)(E)

Anfragen der Abgeordneten

Ing. Reinhold Einwallner, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend angebliche Zurückweisung von MigrantInnen durch Frontex (3991/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Ge­sundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Folgeanfrage zur Anfrage (3139/J) der möglichen Einmietung der Allgemeinen Unfallversicherung in das „Gebäude der Kaufmannschaft“, Schwarzenbergplatz 14 und Lothringerstraße 4,6,8,10 in 1040 Wien, das im Eigentum des Fonds der Wiener Kaufmannschaft steht. Der Fonds der Wiener Kaufmannschaft wiederum unterliegt der Kontrolle der Wirtschaftskammer Wien, deren Präsident ist DI Walter ist (3992/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend der Vorab­information über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (3993/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maß­nahmen an Kurz Freund Martin Ho (3994/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (3995/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (3996/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen und Integration betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (3997/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betref­fend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (3998/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesver­teidigung betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (3999/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (4000/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 23

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (4001/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissen­schaft und Forschung betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (4002/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (4003/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maß­nahmen an Kurz Freund Martin Ho (4004/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für EU und Verfas­sung betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (4005/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (4006/J)

Rudolf Silvan, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend der Vorabinformation über COVID 19 Maßnahmen an Kurz Freund Martin Ho (4007/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Verwaltungsstraf­ver­fahren aufgrund des COVID-19-Maßnahmengesetzes sowie des Epidemiegesetzes (4008/J)

Julia Elisabeth Herr, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend Österreich als selbsternannter Klimavorreiter innerhalb der EU (4009/J)

Julia Elisabeth Herr, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klima­schutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Nachbes­serung und Konkretisierung des Nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) (4010/J)

Julia Elisabeth Herr, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klima­schutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Österreich als selbsternannter Klimavorreiter innerhalb der EU (4011/J)

Dr. Harald Troch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landes­verteidigung betreffend Pandur Truppentransporter (4012/J)

Dr. Harald Troch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Rehabilitationsgeld (4013/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Terror in Wien: Unterbliebene Verständigung der Justiz (4014/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Terror in Wien: Folgenlose Warnung an BM.I durch slowakische Behörden (4015/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Terror in Wien: Mangelnde Gefahrenabwehr durch Sicherheits­be­hörden (4016/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 24

Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend fixkostenzuschuss.at auf US-Server (4017/J)

Mag. Philipp Schrangl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend der möglichen BVT Vertrauensperson Jan Marsalek, Ex-Wirecard Manager (4018/J)

Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz be­treffend das IS-Terrornetzwerk in Österreichs Gefängnissen (4019/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend Stärkung der heimischen Honigpro­duk­tion (4020/J)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für euro­päische und internationale Angelegenheiten betreffend Reaktion auf chinesische Daten­sammlung (4021/J)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Österreichisches Material im Armenien-Aserbaidschan Konflikt (4022/J)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für euro­päische und internationale Angelegenheiten betreffend Österreichisches Material im Armenien-Aserbaidschan Konflikt (4023/J)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten betreffend Kelag im Kosovo (4024/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Wissenschaftliche Evidenz für Sperrstundenvorverlegung in Salzburg, Tirol und Vorarlberg (4025/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend eine nationale Strategie gegen Antisemitismus (4026/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen und Integration betreffend eine nationale Strategie gegen Antisemitismus (4027/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für EU und Verfas­sung betreffend eine nationale Strategie gegen Antisemitismus (4028/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend die Kundgebung eines Rechtsextremen im 8. Wiener Gemeindebezirk (4029/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend die Kundgebung eines Rechtsextremen im 8. Wiener Gemeindebezirk (4030/J)

David Stögmüller, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres be­treffend rechtsextreme Demonstration am 08.11.2020 in Wien, Josefstadt (4031/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Terror in Wien: Jihadistentreffen in Wien (4032/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Polizeieskorte für Störaktion mit Schüssen über Lautsprecher und antimusli­mischen Parolen (4033/J)

Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Lan­desverteidigung betreffend Österreichisches Material im Armenien-Aserbaidschan Kon­flikt (4034/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 25

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Weg zum zweiten Lockdown (4035/J)

Petra Bayr, MA MLS, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend nach Favoriten einpendelnde Schüler*innen (4036/J)

Henrike Brandstötter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend Inseratenausgaben Bundesregierung in Tageszeitungen (4037/J)

Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend verachtenswerter Angriff durch Afghanen auf eine Ordensschwester in Graz (4038/J)

Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend türkische Bande randaliert in Kirche in Wien-Favoriten (4039/J)

Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Terroranschlag in Wien 54 Fragen von profil (4040/J)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Tiroler Hotels werden schleppend entschädigt (4041/J)

Petra Steger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Kunst, Kultur, öffent­lichen Dienst und Sport betreffend nationale Gesamtstrategie „Sport Strategie Austria“ (4042/J)

Petra Steger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport betreffend Einbürgerungen von Sportlerinnen und Sport­lern (4043/J)

Petra Steger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport betreffend Mobiltelefon-, Telekommunikations- und IT-Kosten des Vizekanzlers und seines Kabinett-Personals (4044/J)

Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Kontrollen der Corona-Maßnahmen auf Friedhöfen (4045/J)

Edith Mühlberghuber, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Kinderbonus-Zahlungen ins Ausland (4046/J)

Edith Mühlberghuber, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Kinderbonus-Zahlungen ins Ausland (4047/J)

Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Kosten der Homepage elternbildung.at (4048/J)

Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Kosten der Homepage kinderrechte.gv.at (4049/J)

Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Kosten der Homepage kinderbetreuung.at (4050/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Organisation der Mallorcaparty 2017 in Würflach (4051/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 26

MMMag. Dr. Axel Kassegger, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesverteidigung betreffend Kosten und Wirkung der Leistungsschau des Österreichi­schen Bundesheeres zum Nationalfeiertag 2020 (4052/J)

Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Kürzung von Fördergeldern zur Besuchsbegleitung von Scheidungskindern (4053/J)

Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Förderung von Anliegen der älteren Generation (Bundes-Seniorengesetz) (4054/J)

Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 24: Wirkungsziel 1: Im Rahmen der Gesundheitsstrukturpolitik, Sicherstellung einer auf höchstem Niveau qualitätsgesicherten, flächendeckenden, leicht zugänglichen und solidarisch finanzierten integrierten Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung, ohne Unterscheidung beispielsweise nach Bildung, Status und Geschlecht (4055/J)

Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 24: Wirkungsziel 2: Gleichstellungsziel Gewährleistung des gleichen Zugangs von Frauen und Männern zur Gesundheitsversorgung mit speziellen Fokus auf gender­spezifisiche Vorsorge- und Präventionsprogramme. Prioritär ist die Verbesserung der Gesundheit beider Geschlechter unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unter­schiede in der Gesundheitsversorgung und des Gesundheitsverhaltens (4056/J)

Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 24: Wirkungsziel 3: Sicherstellung der Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der gesamten Bevölkerung unter besonderer Berücksichtigung von Infek­tions­krankheiten, chronischen und psychischen Erkrankungen sowie unter Bedacht­nahme spezieller Zielgruppen (z. B. Kinder) (4057/J)

Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 24: Wirkungsziel 4: Vorsorgender Schutz der Verbraucher/innengesundheit insbeson­dere durch sichere Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände und kosmetische Mittel sowie durch ausreichende klare Informationen zur Lebensmittelqualität und Ernährung. Sicherstellung der Tiergesundheit und des Tierschutzes, um den Verbraucher/innen­erwartungen gerecht zu werden und den Tier- und Warenverkehr zu gewährleisten (4058/J)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend VKI-Sonderprojekte im Zusammenhang mit COVID-19 (4059/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Terror in Wien: Eingeräumte Fehler und Abschieben von Verantwortung (4060/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend COVID-19: Verwirrende Daten­vielfalt im Gesundheitsressort (4061/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Eurofighter Verkauf nach Indonesien (4062/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 27

Dr. Johannes Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend „Kopflose“ Vereine? (4063/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesverteidigung betreffend Eurofighter Verkauf nach Indonesien (4064/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Eurofighter Verkauf nach Indonesien (4065/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend Cloud-Rechenzentrum Microsoft (4066/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Terror in Wien: Wurde ein Waffenverbot durch LPD Wien verhängt? (4067/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Was wurde aus Gert-René Polli im BMI (4068/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Was wurde aus Peter Goldgruber im BMI (4069/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Was wurde aus Dominik Fasching im BMI (4070/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Was wurde aus Andreas Wieselthaler im BMI (4071/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Was wurde aus Udo Lett im BMI (4072/J)

Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Finanzbildungsoffensive des Finanzministers (4073/J)

Michael Bernhard, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Fehlerhafte Überweisungen aus dem Corona Familienhärtefonds (4074/J)

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend was bedeutet die Ampelfarbe ‚Orange‘ für das Distance Learning in den Oberstufen? (4075/J)

Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend „Ampeln für Bildungseinrichtungen“ (4076/J)

Mag. Nina Tomaselli, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Arbeitsgruppe Commerzialbank Mattersburg – Was sind die Ergebnisse? (4077/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesverteidigung betreffend Falsche ORF-Zuseherzahlen (4078/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesverteidigung betreffend Vorbereitungen auf die Leistungsschau am National­feiertag (4079/J)

Ing. Martin Litschauer, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend Gewässerverunreinigungen an der Thaya und Pulkau durch die Jungbunzlauer Austria AG (4080/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 28

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend die Hausdurchsuchungen bei RechtsextremistInnen im November 2020 (4081/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend die Hausdurchsuchungen bei RechtsextremistInnen im November 2020 (4082/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Datenverfügbarkeit Intensivbe­le­gungen COVID-19 (4083/J)

Mag. Martina Künsberg Sarre, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend Deutschförderklassen (4084/J)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Ge­sund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Sperrstundenverordnung gilt offenbar nicht für die ÖVP (4085/J)

Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Millionenbetrug beim Semmering-Basistunnel (4086/J)

Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Millionenbetrug beim Semmering-Basistunnel (4087/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Impfschaden­ge­setz 1973 (4088/J)

Ing. Mag. Volker Reifenberger, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landesverteidigung betreffend die Gefahr islamistischen Terrors und der Umgang des BMLV mit dem politischen Islam (4089/J)

Ing. Mag. Volker Reifenberger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend die Gefahr islamistischen Terrors und der Umgang der österreichischen Regierung mit dem politischen Islam (4090/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 20: Wirkungsziel 3: Forcierung der Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und in Folge dessen Steigerung der Jugendbeschäftigung (4091/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für So­ziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanz­gesetz 2021-UG 21: Wirkungsziel 5: Erhöhung der ökonomischen und gesellschaftlichen Beteiligung von armutsgefährdeten und von Ausgrenzung bedrohten Personen, die nur begrenzt am ökonomischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können (4092/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanz­ge­setz 2021-UG 21: Gleichstellungsziel Verbesserung der Chancen von Frauen mit Be­hinderung am Arbeitsmarkt (4093/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 20: Wirkungsziel 2: Verbesserung der Erwerbsintegration älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (50+) (4094/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 29

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanz­ge­setz 2021-UG 22, Wirkungsziel 2: Bekämpfung der Armut mittels Veränderung bei den Ausgleichszulagen (4095/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanz­ge­setz 2021-UG 21: Wirkungsziel 2: Umfassende, barrierefreie Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des Lebens (4096/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 20: Wirkungsziel 1: Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer (4097/J)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Notfallplan Corona-Lockdown bzw. Quarantäne (4098/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 20: Wirkungsziel 5: Gleichstellungsziel Frauen und Wiedereinsteigerinnen werden verstärkt am Erwerbs­leben beteiligt (4099/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanz­ge­setz 2021-UG 22: Wirkungsziel 3: Anhebung des durchschnittlichen faktischen Pen­sions­antrittsalters (4100/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Mate­rial­diebstahl bei Bauprojekt Semmering-Basistunnel (4101/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Bundesfinanzgesetz 2021-UG 20: Wirkungsziel 4: Erhöhung der Erwerbsbeteiligung und Senkung der Arbeitslosigkeit (4102/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für So­ziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Bundesfinanzge­setz 2021-UG 22: Wirkungsziel 1: Gleichstellungsziel Erhöhung des Anteils der Frauen, die einen Anspruch auf Eigenpension erwerben (4103/J)

Mag. Christian Ragger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Coronavirus-Cluster in Klagen­furter Pflegeheim (4104/J)

Ing. Mag. Volker Reifenberger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport betreffend die Gefahr islamistischen Terrors und der Umgang des BMKÖS mit dem politischen Islam (4105/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Arbeitsmarktpolitik: Arbeitslosenunterstützung und Notstandshilfe 2021 (4106/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Arbeitsmarktpolitik: Covid-19-Arbeitsstiftung 2021 (4107/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Arbeitsmarktpolitik: AMS-Schulungen 2021 (4108/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 30

Mag. Philipp Schrangl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Sozialmissbrauch im Rahmen von Corona am Arbeitsmarkt (4109/J)

Mag. Philipp Schrangl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend der Kapitalabflüsse von Österreich in Stiftungen in der Türkei (4110/J)

Mag. Philipp Schrangl, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend der Fortschreitenden Bodenversiegelung Österreichs (4111/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Vorarlberger Schienennetz (4112/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Investitionen in das Tiroler Schienennetz (4113/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Steirische Schienennetz (4114/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Oberösterreichische Schienennetz (4115/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Niederösterreichische Schienennetz (4116/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Wiener Schienennetz (4117/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Burgenländische Schienennetz (4118/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Kärntner Schienennetz (4119/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Inves­titionen in das Salzburger Schienennetz (4120/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Schwer­verkehr entlang des Triebener Tauern (4121/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Erhalt der Eisenbahnkreuzung Lacken-Schatzsiedlung (4122/J)

Hermann Brückl, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend Berücksichtigung der Bildungsempfehlung des Rates für Forschungs- und Technologieentwicklung (4123/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 31

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Kampf gegen Raser (4124/J)

Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Folgeanfrage zur Anfrage „Übermittlung von Fluggastdaten durch die Flug­gastdatenzentralstelle“ (2747/J) (4125/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Verzö­gerung beim Bau des Brenner Basistunnels (4126/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend Förderung für Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (4127/J)

Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Kampf gegen Raser (4128/J)

Michael Schnedlitz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Folgeanfrage zum aktuellen Ermittlungsstand des schwarzen Corona-Ver­tuschungsskandals in Tirol (4129/J)

Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Kosten der Homepage familienberatung.gv.at (4130/J)

Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend betreffend Kosten der Homepage www.gewaltinfo.at (4131/J)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Winter- und Sommerzeit 2021 (4132/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Covid-19 Erkrankungen in den Reihen der Polizei (4133/J)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend WHO-Metastudie Covid-19-Sterblichkeit (4134/J)

Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Masken sind gesundheitsschädlich und haben keinen Nutzen (4135/J)

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend „Geheime Teststra­tegie“ von Gerry Foitik (Rotes Kreuz) (4136/J)

Mag. Felix Eypeltauer, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend „lebenslanger Spätrücktritt“ bei Lebensversicherungen (4137/J)

Mag. Felix Eypeltauer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Reise- und Flugabsagen ohne gesetzesgemäße Rückerstattung der Entgelte an Verbraucher*innen (4138/J)

Mag. Felix Eypeltauer, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klima­schutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Reise- und Flugabsagen ohne gesetzesgemäße Rückerstattung der Entgelte an Verbraucher*innen (4139/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 32

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Analyse von Beteiligungsformen der österreichischen Bevölkerung bei der Bewältigung intensiver Flüchtlingsbewegungen (4140/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betreffend Folgeanfrage: Amtshandlung im Zuge der Klimademo (4141/J)

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Leistungen der BBU GmbH (4142/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend heimische Milch in den heimischen Milchprodukten (4143/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend bekömmliches Milchfett statt Palmfett (4144/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend bekömmliches Milchfett statt Palmfett (4145/J)

Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klima­schutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Lärmschutz (4146/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend Ableiten des radioaktiven Wassers aus Fukushima ins Meer (4147/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Klima­schutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend Ableiten des radioaktiven Wassers aus Fukushima ins Meer (4148/J)

Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend Ableiten des radioaktiven Wassers aus Fukushima ins Meer (4149/J)

Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend Rahmenbedingungen für Fachhochschulen auch in der Corona-Krise sichern (4150/J)

Alois Schroll, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend „Informa­tionsvorteil für Ischgl – weiß man mehr in Tirol?“ (4151/J)

Alois Schroll, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport betreffend „Informationsvorteil für Ischgl – weiß man mehr in Tirol?“ (4152/J)

Alois Schroll, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Soziales, Gesund­heit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend „Informationsvorteil für Ischgl – weiß man mehr in Tirol?“ (4153/J)

Alois Schroll, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus betreffend „Informationsvorteil für Ischgl – weiß man mehr in Tirol?“ (4154/J)

Alois Schroll, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend „Informationsvorteil für Ischgl – weiß man mehr in Tirol?“ (4155/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 33

Dr. Harald Troch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Justiz betref­fend der Resolution 12143/1/20 des EU-Ministerrats (4156/J)

Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend Geheimer Lagebericht für ausgewählte Chefredakteure zu Corona – Schaffung einer Parallelöffentlichkeit durch den Bundeskanzler (4157/J)

Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend Werbeschaltungen in Tageszeitungen rund um die Verordnung des zweiten Lockdowns (4158/J)

Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend Ausschluss kritischer Medien von Pressekonferenzen der Bundesregierung nach Minis­terratssitzungen (4159/J)

*****

Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen an den Präsidenten des National­rates betreffend Mund-Nasen-Schutz mit Parlamentslogo (21/JPR)

Anfragebeantwortungen

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Ing. Reinhold Einwallner, Kolleginnen und Kollegen (3297/AB zu 3297/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Robert Laimer, Kolleginnen und Kollegen (3298/AB zu 3302/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Robert Laimer, Kolleginnen und Kollegen (3299/AB zu 3304/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Henrike Brandstötter, Kolleginnen und Kollegen (3300/AB zu 3288/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen (3301/AB zu 3474/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen (3302/AB zu 3295/J)

der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Tech­nologie auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (3303/AB zu 3289/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3304/AB zu 3298/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Ing. Reinhold Einwallner, Kolleginnen und Kollegen (3305/AB zu 3303/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kollegen (3306/AB zu 3305/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3307/AB zu 3290/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 34

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen (3308/AB zu 3292/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen (3309/AB zu 3293/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3310/AB zu 3300/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen (3311/AB zu 3294/J)

des Bundesministers für europäische und internationale Angelegenheiten auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3312/AB zu 3299/J)

der Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3313/AB zu 3301/J)

der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen (3314/AB zu 3291/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen (3315/AB zu 3306/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen (3316/AB zu 3307/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen (3317/AB zu 3308/J)

der Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (3318/AB zu 3312/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kolle­gen (3319/AB zu 3310/J)

des Bundesministers für europäische und internationale Angelegenheiten auf die An­frage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (3320/AB zu 3311/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Johannes Margreiter, Kolleginnen und Kollegen (3321/AB zu 3309/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Ing. Mag. Volker Reifenberger, Kolleginnen und Kollegen (3322/AB zu 3320/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (3323/AB zu 3313/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen (3324/AB zu 3327/J)

der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Tech­nologie auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3325/AB zu 3421/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 35

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (3326/AB zu 3314/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (3327/AB zu 3315/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (3328/AB zu 3321/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Christian Lausch, Kolleginnen und Kollegen (3329/AB zu 3319/J)

des Bundesministers für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen (3330/AB zu 3325/J)

der Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (3331/AB zu 3316/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Katharina Kucharowits, Kolleginnen und Kollegen (3332/AB zu 3318/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (3333/AB zu 3317/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen (3334/AB zu 3482/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Felix Eypeltauer, Kolleginnen und Kollegen (3335/AB zu 3329/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Susanne Fürst, Kolleginnen und Kollegen (3336/AB zu 3328/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (3337/AB zu 3324/J)

der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen (3338/AB zu 3326/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (3339/AB zu 3323/J)

der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Tech­nologie auf die Anfrage der Abgeordneten Norbert Sieber, Kolleginnen und Kollegen (3340/AB zu 3341/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen (3341/AB zu 3369/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3342/AB zu 3382/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 36

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Wolfgang Zanger, Kolleginnen und Kollegen (3343/AB zu 3372/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3344/AB zu 3332/J)

der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Tech­nologie auf die Anfrage der Abgeordneten David Stögmüller, Kolleginnen und Kollegen (3345/AB zu 3330/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten David Stögmüller, Kolleginnen und Kollegen (3346/AB zu 3331/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3347/AB zu 3387/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Julia Elisabeth Herr, Kolleginnen und Kollegen (3348/AB zu 3342/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen (3349/AB zu 3368/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen (3350/AB zu 3363/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen (3351/AB zu 3367/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen (3352/AB zu 3390/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen (3353/AB zu 3337/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten David Stögmüller, Kolleginnen und Kollegen (3354/AB zu 3333/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3355/AB zu 3388/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3356/AB zu 3374/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen (3357/AB zu 3408/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen (3358/AB zu 3371/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen (3359/AB zu 3370/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen (3360/AB zu 3365/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3361/AB zu 3362/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 37

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Rainer Wimmer, Kolleginnen und Kollegen (3362/AB zu 3340/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen (3363/AB zu 3338/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen (3364/AB zu 3406/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Dr. Petra Oberrauner, Kolleginnen und Kollegen (3365/AB zu 3335/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3366/AB zu 3384/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Julia Elisabeth Herr, Kolleginnen und Kollegen (3367/AB zu 3343/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3368/AB zu 3378/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen (3369/AB zu 3366/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3370/AB zu 3357/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3371/AB zu 3355/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3372/AB zu 3356/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3373/AB zu 3354/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3374/AB zu 3353/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA, Kolleginnen und Kollegen (3375/AB zu 3364/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3376/AB zu 3360/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3377/AB zu 3359/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3378/AB zu 3358/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen (3379/AB zu 3339/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kollegen (3380/AB zu 3334/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 38

der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Tech­nologie auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kolle­gen (3381/AB zu 3373/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3382/AB zu 3379/J)

des Bundesministers für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeordneten Henrike Brandstötter, Kolleginnen und Kollegen (3383/AB zu 3391/J)

des Bundesministers für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3384/AB zu 3376/J)

des Bundesministers für europäische und internationale Angelegenheiten auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3385/AB zu 3377/J)

der Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3386/AB zu 3336/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Dr. Petra Oberrauner, Kolleginnen und Kollegen (3387/AB zu 3560/J)

der Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Dr. Petra Oberrauner, Kolleginnen und Kollegen (3388/AB zu 3570/J)

der Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3389/AB zu 3381/J)

der Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3390/AB zu 3383/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolle­ginnen und Kollegen (3391/AB zu 3386/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolle­ginnen und Kollegen (3392/AB zu 3389/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Christian Drobits, Kolleginnen und Kollegen (3393/AB zu 3344/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3394/AB zu 3345/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3395/AB zu 3346/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3396/AB zu 3347/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3397/AB zu 3348/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3398/AB zu 3349/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3399/AB zu 3350/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 39

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3400/AB zu 3351/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3401/AB zu 3352/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3402/AB zu 3385/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (3403/AB zu 3392/J)

der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3404/AB zu 3375/J)

der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Tech­nologie auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen (3405/AB zu 3380/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Ing. Mag. Volker Reifenberger, Kolleginnen und Kollegen (3406/AB zu 3410/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Alois Kainz, Kolleginnen und Kollegen (3407/AB zu 3398/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3408/AB zu 3399/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (3409/AB zu 3415/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (3410/AB zu 3416/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Alois Kainz, Kolleginnen und Kollegen (3411/AB zu 3395/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Karin Greiner, Kolleginnen und Kollegen (3412/AB zu 3419/J)

der Bundesministerin für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Alois Kainz, Kolleginnen und Kollegen (3413/AB zu 3412/J)

der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen (3414/AB zu 3883/J)

der Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt auf die Anfrage der Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (3415/AB zu 3394/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Alois Kainz, Kolleginnen und Kollegen (3416/AB zu 3397/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (3417/AB zu 3393/J)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 40

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerhard Kaniak, Kolleginnen und Kollegen (3418/AB zu 3407/J)

der Bundesministerin für Justiz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3419/AB zu 3401/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3420/AB zu 3400/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, Kolleginnen und Kollegen (3421/AB zu 3411/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Hannes Amesbauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (3422/AB zu 3402/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Alois Kainz, Kolle­ginnen und Kollegen (3423/AB zu 3396/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen (3424/AB zu 3404/J)

des Bundesministers für europäische und internationale Angelegenheiten auf die An­frage der Abgeordneten Mag. Christian Ragger, Kolleginnen und Kollegen (3425/AB zu 3409/J)

der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Hauser, Kolleginnen und Kollegen (3426/AB zu 3405/J)

der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordneten Peter Schmiedlechner, Kolleginnen und Kollegen (3427/AB zu 3403/J)

des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (3428/AB zu 3432/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Christian Hafenecker, MA, Kolleginnen und Kollegen (3429/AB zu 3426/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Karin Greiner, Kolleginnen und Kollegen (3430/AB zu 3420/J)

 

 

 

 

 


 


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 41

09.05.53Beginn der Sitzung: 9.05 Uhr

Vorsitzende: Präsident Mag. Wolfgang Sobotka, Zweite Präsidentin Doris Bures, Dritter Präsident Ing. Norbert Hofer.

09.05.54*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf Sie, meine Damen und Herren Abge­ordneten, recht herzlich begrüßen. Die Sitzung ist eröffnet.

Ich begrüße die Regierungsmitglieder, und ich darf die Damen und Herren der Jour­nalistik und jene zu Hause vor den Fernsehgeräten begrüßen. Ich würde bitten, dass sich die Mitarbeiter aus den Regierungsbüros – es sind sehr viele im Saal – auch auf der Galerie verteilen.

Ich darf für die Zuseherinnen und Zuseher anmerken, dass wir in ausgedünnter Sit­zordnung sitzen werden und dass in weiterer Folge nicht so viele Personen wie jetzt am Anfang im Saal sein werden. Die Abgeordneten werden sowohl im Dachfoyer als auch in den Räumlichkeiten ihrer Büros, wohin die Sitzung übertragen wird, der Sitzung folgen. Das heißt, es handelt sich nicht um ein Rumpfparlament, sondern ganz im Ge­genteil: Wir sind alle zugegen.

Zur Abstimmung – auch für die Abgeordneten –: Vor jeder Abstimmung werden die Klubobleute gefragt, ob die Abstimmung stattfinden kann oder ob eine Unterbrechung notwendig ist, damit die Damen und Herren aus den jeweiligen Räumlichkeiten hierher­kommen können.

Die Amtlichen Protokolle der 60. und der 61. Sitzung vom 5. November 2020 sind in der Parlamentsdirektion aufgelegen und wurden nicht beanstandet.

Als verhindert gemeldet sind heute die Abgeordneten Franz Leonhard Eßl, Mag. Michael Hammer, Klaus Köchl, Mag. Christian Ragger, Bedrana Ribo, MA und Süleyman Zorba.

Einlauf und Zuweisungen


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Hinsichtlich der eingelangten Verhandlungs­gegenstände und deren Zuweisungen verweise ich gemäß § 23 Abs. 4 der Ge­schäftsordnung auf die im Sitzungssaal verteilte Mitteilung.

Die schriftliche Mitteilung hat folgenden Wortlaut:

A. Eingelangte Verhandlungsgegenstände:

1. Schriftliche Anfragen: 3991/J bis 4159/J

Schriftliche Anfrage an den Präsidenten des Nationalrates:

21/JPR

2. Anfragebeantwortungen: 3297/AB bis 3430/AB

3. Regierungsvorlage:

Dienstrechts-Novelle 2020 (461 d.B.)

B. Zuweisungen:

1. Zuweisungen seit der letzten Sitzung gemäß §§ 31d Abs. 5a, 32a Abs. 4, 74d Abs. 2, 74f Abs. 3, 80 Abs. 1, 100 Abs. 4, 100b Abs. 1 und 100c Abs. 1:


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 42

Budgetausschuss:

Bericht nach § 1 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Errichtung eines Non-Profit-Orga­nisationen Unterstützungsfonds für Oktober 2020, vorgelegt vom Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (Vorlage 42 BA)

Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen:

Petition Nr. 45 betreffend "Sofortmaßnahmen für den Bahnlärmschutz im Klagenfurter Gemeindegebiet", überreicht von der Abgeordneten Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler

Petition Nr. 46 betreffend "Erhalt der regionalen Infrastruktur im Salzkammergut", überreicht von der Abgeordneten Bettina Zopf

Petition Nr. 47 betreffend "Rasche Umsetzung und Dotierung des "Fonds Zukunft Österreich"", überreicht von der Abgeordneten Mag. Dr. Maria Theresia Niss, MBA

Petition Nr. 48 betreffend "Rette das Wintersemester", überreicht von der Abgeordneten Mag. Martina Künsberg Sarre

2. Zuweisungen in dieser Sitzung:

a) zur Vorberatung:

Rechnungshofausschuss:

Bericht des Rechnungshofes betreffend EU-Finanzbericht 2017 und 2018 – Reihe BUND 2020/42 (III-197 d.B.)

b) zur Enderledigung im Sinne des § 28b GOG (vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung des Ausschusses):

Ausschuss für innere Angelegenheiten:

Bericht des Bundesministers für Inneres betreffend Erfassung von hassmotivierten Übergriffen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung (III-199 d.B.)

Verfassungsausschuss:

Jahresbericht 2019 des ORF gemäß § 7 ORF-Gesetz, vorgelegt vom Bundeskanzler (III-198 d.B.)

Kommunikationsbericht 2019 der KommAustria, der Telekom-Control-Kommission und der RTR-GmbH gemäß § 19 Abs. 4 KommAustria-Gesetz, vorgelegt vom Bundeskanzler im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (III-202 d.B.)

Wissenschaftsausschuss:

Tätigkeitsbericht 2019 der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria, vorgelegt vom Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung (III-201 d.B.)

Ankündigung eines Dringlichen Antrages


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Die Abgeordneten Wimmer, Kolleginnen und Kol­legen haben vor Eingang in die Tagesordnung das Verlangen gestellt, den zum gleichen


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 43

Zeitpunkt eingebrachten Selbständigen Antrag 993/A(E) der Abgeordneten Wimmer, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Schluss mit den sozialpolitischen Fehl­tritten dieser Bundesregierung – die abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren muss bleiben!“ dringlich zu behandeln.

Gemäß Geschäftsordnung wird der Dringliche Antrag um 15 Uhr behandelt werden.

*****

Ich darf bekannt geben, dass der ORF die Sitzung wie üblich bis 13 Uhr in ORF 2, bis 19.15 Uhr in ORF III und dann anschließend in der TV-Thek kommentiert übertragen wird.

Behandlung der Tagesordnung


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Es ist vorgeschlagen, die Debatten über die Punkte 1 bis 9 sowie 10 und 11 der Tagesordnung zusammenzufassen.

Gibt es dagegen einen Einwand? – Das ist nicht der Fall.

Redezeitbeschränkung


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zwischen den Mitgliedern der Präsidialkonferenz wurde Konsens über die Dauer der Debatten erzielt. Gemäß § 57 Abs. 3 Z 2 der Ge­schäftsordnung wurde für den heutigen Tag eine Tagesblockzeit von 9,5 „Wiener Stun­den“ vereinbart, sodass sich die Redezeiten wie folgt ergeben: 185 Minuten für die ÖVP, 128 Minuten für die SPÖ, 105 Minuten für die FPÖ, 95 Minuten für die Grünen sowie 76 Minuten für die NEOS.

Gemäß § 57 Abs. 7 der Geschäftsordnung beträgt die Redezeit für den heutigen Tag von jenen Abgeordneten, die keinem Klub angehören, je 38 Minuten; diese ist pro Debatte wie üblich auf 5 Minuten beschränkt.

Ich brauche auch Zustimmung zu folgenden Redezeiten: Für Mittwoch, den 18. No­vember 2020 wurde eine Tagesblockzeit von 9 „Wiener Stunden“ vereinbart, sodass sich folgende Redezeiten ergeben: ÖVP 176 Minuten, SPÖ 122 Minuten, FPÖ 99 Minuten, Grüne 90 Minuten, NEOS 72 Minuten.

Die Redezeit für jene Abgeordneten, die keinem Klub angehören, beträgt je 36 Minuten, pro Debatte 5 Minuten.

Für Donnerstag wurden 8 „Wiener Stunden“ vereinbart: ÖVP 156 Minuten, SPÖ 108 Mi­nuten, FPÖ 88 Minuten, Grüne 80 Minuten, NEOS 64 Minuten.

Die Redezeit für jene Abgeordneten, die keinem Klub angehören, beträgt je 32 Minuten beziehungsweise wieder 5 Minuten pro Debatte.

Die Mitglieder der Präsidialkonferenz haben für die Beratungen zu den Tages­ord­nungspunkten 10 und 11 die Debattengliederungen festgelegt, die der Tagesordnung zu entnehmen sind.

Die vorgesehenen Untergliederungen werden am selben Tag jedenfalls zu Ende be­raten; die Sitzung wird danach unterbrochen.

Entschließungsanträge können nur bei den jeweiligen Untergliederungen eingebracht werden.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 44

Die Abstimmung zu den Tagesordnungspunkten 10 und 11 findet am Donnerstag, den 19. November statt.

Die Abstimmungen über allfällig eingebrachte Entschließungsanträge erfolgen jeweils nach der dritten Lesung in der Reihenfolge ihrer Einbringung.

Die Redezeitregelung für Regierungsmitglieder gemäß § 57 Abs. 8 der Geschäfts­ord­nung wird nicht in Anspruch genommen. Bei Überschreitung der 20 Minuten für jedes für die jeweiligen Beratungsgruppen ressortzuständige Regierungsmitglied beziehungs­weise bei Überschreitung der 10 Minuten für jeden für die jeweiligen Beratungsgruppen ressortzuständigen Staatssekretär wird die überzogene Redezeit jeweils auf die Rede­zeit der entsprechenden Regierungsfraktion angerechnet.

Die Redezeit untergliederungsfremder Regierungsmitglieder beziehungsweise Staats­sekretäre wird jedenfalls auf die Redezeit der entsprechenden Regierungsfraktion an­gerechnet. Ausgenommen davon ist die Redezeit des Bundeskanzlers sowie des Vize­kanzlers bei der zum Budgetbegleitgesetz abgehaltenen Generaldebatte, sofern diese jeweils die Dauer von 20 Minuten nicht überschreitet.

Wir kommen sogleich zur Abstimmung über die Gestaltung und die eben dargestellten Redezeiten.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein dementsprechendes Zeichen. – Das ist einstimmig angenommen.

Wir gehen in die Tagesordnung ein.

09.11.131. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (408 d.B.): Bundes­gesetz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gewährung eines Bundeszuschusses und sonstiger Förderungen aus Anlass der 100. Wiederkehr des Jahrestages der Volksabstimmung in Kärnten (Abstimmungsspendegesetz 2020), ein Bundes­ge­setz über einen Zweckzuschuss aufgrund der Abschaffung des Zugriffs auf Ver­mögen bei Unterbringung von Personen in stationären Pflegeeinrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024, ein Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes an Covid-19-Impfungen und -Schnelltests Ermächtigungen zur Verfügung über Bun­desvermögen erteilt werden, ein Bundesgesetz über die Finanzierung des Vereins für Konsumenteninformation im Jahr 2021 und ein Bundesgesetz zur Bekämpfung pandemiebedingter Armutsfolgen (COVID-19-Gesetz-Armut) erlassen sowie das Gebührenanspruchsgesetz, das Gerichtsorganisationsgesetz, das Sachverstän­digen- und Dolmetschergesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds, das COVID-19-Förderungsprüfungs­gesetz, das Buchhaltungsagenturgesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds, das Finanzausgleichgesetz 2017, das Familienlastenausgleichsgesetz 1967, das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungs­gesetz, das Arbeitsmarktservicegesetz, das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungs­gesetz 1957, das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz, das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz, das Allgemeine Sozialver­siche­rungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozial­versicherungsgesetz, das Kriegsopferversorgungsgesetz 1957, das Opferfür­sor­ge­gesetz, das Impfschadengesetz, das Verbrechensopfergesetz, das Heimopfer­rentengesetz, das Pensionsgesetz 1965, das Bundestheaterpensionsgesetz, das


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Bundesbahn-Pensionsgesetz, das Nachtschwerarbeitsgesetz, das Behinder­ten­einstellungsgesetz, das Covid-19-Zweckzuschussgesetz, das Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz, das Universitätsgesetz 2002, das Forschungs­för­derungsgesellschaftsgesetz, das Bundesmuseen-Gesetz 2002 und das Luftfahrt­gesetz geändert werden (Budgetbegleitgesetz 2021) (440 d.B.)

2. Punkt

Bericht und Antrag des Budgetausschusses über den Entwurf eines Bundes­gesetzes über die Einrichtung eines Covid-19-Lagers und über die Verfügung über Bundesvermögen bei Abgabe aus diesem Lager (COVID-19-Lagergesetz-CO-LgG) (441 d.B.)

3. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über den Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2019 (III-137/443 d.B.)

4. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (343 d.B.): Bundes­gesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort genehmigt wird (446 d.B.)

5. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (412 d.B.): Bundes­gesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie geneh­migt wird (447 d.B.)

6. Punkt

Bericht des Verkehrsausschusses über den Bericht der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie betreffend ÖBB-Rahmenplan 2021-2026 (III-189/417 d.B.)

7. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über den Antrag 984/A der Abgeordneten Mag. Wolfgang Sobotka, Doris Bures, Christian Hafenecker, MA, Sigrid Maurer, BA, Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Sanierung des Parla­ments­gebäudes (Parlamentsgebäudesanierungsgesetz, PGSG) geändert wird (442 d.B.)

8. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über den Antrag 983/A der Abgeordneten Gabriel Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über besondere Förderungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU-Förderungsgesetz) geändert wird (445 d.B.)


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9. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (410 d.B.): Bun­desgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über österreichische Beiträge an inter­nationale Finanzinstitutionen (IFI-Beitragsgesetz 2020) erlassen und das Bundes­schatzscheingesetz geändert wird (444 d.B.)


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Wir gelangen zu den Punkten 1 bis 9 der Tages­ordnung, über welche die Debatten unter einem durchgeführt werden.

Die Debatte zu den Tagesordnungspunkten 1 bis 9 umfasst auch die Generaldebatte.

Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Klubobfrau Dr. Rendi-Wagner. Ich darf ihr das Wort erteilen. – Bitte.


9.11.47

Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Im Oktober waren über 420 000 Menschen in Österreich arbeitslos. Das sind knapp 70 000 Menschen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Seit 1946 gab es keinen Winter mit einer derart hohen Arbeitslosigkeit. Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt ist dramatisch, sie ist dramatisch für die betroffenen Menschen, die keinen Job haben und vor einer unsicheren Zukunft stehen, sie ist dramatisch für die Wirtschaft, weil diese Kaufkraft ja über die nächsten Monate und wahrscheinlich Jahre fehlt, und diese Lage ist dramatisch für uns als Land und als Gesellschaft.

Der zweite Lockdown – wir haben heute den ersten Tag dieses zweiten Lockdowns – wird diese Entwicklung und diese dramatische Situation noch weiter verschärfen. Es war schon vor dem zweiten Lockdown so, dass das Wifo, das Wirtschaftsforschungsinstitut, davon ausgegangen ist, dass aufgrund dieser sieben, acht Monate Coronazeit das Bruttoinlandsprodukt in Österreich um 6,8 Prozent sinken wird – 6,8 Prozent weniger BIP! Dieser Totallockdown, der heute startet, wird unsere Wirtschaft weiter einbrechen lassen und wird weiter Zehntausende, ja Hunderttausende Arbeitsplätze kosten. Eine aktuelle Prognose des Wifo geht von einem Risikoszenario aus, dem zufolge es in Österreich aufgrund des neuerlichen Lockdowns zu einem Einbruch von über 9 Prozent kommen wird. Das ist kein Lapperl!

Eines ist klar, sehr geehrte Damen und Herren, wir stehen heute und in den kommenden zwei Tagen hier und diskutieren über ein Haushaltsbudget, das so in dieser Form nicht halten wird und nicht halten kann. Offenbar fehlen, so wie auch im Corona­krisen­management, im Gesundheitskrisenmanagement, auch diesbezüglich die Vorausschau und die Voraussicht. Die wirtschaftliche Erholung für nächstes Jahr ist gemäß diesen aktuellen Prognosen de facto abgesagt, die Prognose hat die Erholung quasi aufge­saugt.

Die zweite Pleite- und Kündigungswelle der heimischen Wirtschaft hat schon begonnen, bevor der zweite Lockdown begonnen hat, nämlich vor einigen Monaten, vor allem in Bereichen der heimischen Großindustrie, aber auch im Bereich des Tourismus und der Gastronomie. Sie wird jetzt mit einer noch viel größeren Wucht über unser Land hinweg­rollen.

Wenn die Wirtschaftsforscher und die Ministerien mit Zahlen und Kurven hantieren und über Prognosen reden, dann müssen wir, die wir hier als Vertreterinnen und Vertreter der Menschen sitzen, immer eines wissen: Das sind Zahlen, hinter denen Menschen stehen, Schicksale stehen; das sind Familien, Kinder, Jugendliche, Frauen, Ältere. Und ja, hinter diesen Zahlen stehen auch Unternehmerinnen und Unternehmer, die in den letzten Monaten von heute auf morgen ihren kleinen oder auch größeren Betrieb


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schließen mussten. Ich habe viele von ihnen getroffen, einige haben letztes Jahr noch große Investitionen in ihre eigenen Betriebe, in ihr Hotel, in ihr Gasthaus getätigt, haben Kredite aufgenommen. Sie alle haben jetzt eine unsichere Zukunft vor sich. Ja, es sind auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die oft 30 Jahre für eine Firma gearbeitet haben, eine Firma, in der schon ihre Eltern gearbeitet haben oder ihr Großvater gearbeitet hat, eine Firma, in der ihre Kinder gerade die Lehre machen. Es sind junge Familien, die wie vom Blitz getroffen sind und nicht wissen, wie sie die Zukunft ihrer Kinder weiterhin finanzieren und gestalten können.

Arbeitslosigkeit verfestigt sich in Österreich von Tag zu Tag. Das ist eine hochgefährliche Entwicklung, weil es vor allem Menschen ab 50 sind, die in dieser Zeit praktisch chancenlos sind, einen neuen Job zu finden. Ich habe einige von ihnen getroffen, als ich in Spielberg in der Steiermark bei einer Betriebsversammlung von ATB war. Über 200 Leute wurden dort gekündigt – übrigens eine Firma, die in den letzten Monaten groß Staatshilfen aus Steuergeld bezogen und trotzdem über 200 Kündigungen ausge­sprochen hat und den Standort verlegen wird. Sie verlegen ihn einfach ins Billigausland, nach Polen, und hier werden die Österreicherinnen und Österreicher entlassen. Ich habe da viele Frauen getroffen, die drei Jahre vor ihrer Pension stehen. Die pure Verzweiflung spricht aus den Augen dieser Menschen, wenn man mit ihnen redet. – Ich weiß nicht, ob Sie das getan haben, Herr Bundesminister, es wäre auch Ihre Aufgabe, mit den Menschen und Betroffenen zu sprechen. (Beifall bei der SPÖ.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, neben einer vorausschauenden, neben einer hoffentlich bald funktionierenden Pandemiebekämpfung ist es die Hauptaufgabe unserer Bundesregierung, die Arbeitslosigkeit in unserem Land mit allen, mit wirklich allen gebotenen Mitteln zu bekämpfen. Das ist eine große Verantwortung, die endlich über­nommen werden muss. Unser Land braucht eine mutige, eine aktive, eine voraus­schauende Arbeitsmarktpolitik, braucht eine Arbeitsmarktpolitik, die heute und nicht erst morgen beginnen soll, Herr Bundesminister. (Beifall bei der SPÖ.)

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und – das sage ich ganz bewusst – auch die kleinen und mittleren Unternehmen brauchen, weil sie sich alleingelassen fühlen, jetzt vor allem eines: Sie brauchen starke, aktive und mutige Mitkämpfer. Wer, wenn nicht wir und die Bundesregierung, müssten diese Mitkämpfer und Mitkämpferinnen sein?

Wenn das Budget die in Zahlen gegossene Politik ist – und das ist es in meinen Augen –, dann hat die Regierung mit diesem Budget eine Chance, nämlich die Chance, Mitkämpfer an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Unternehmerinnen und der Unternehmer unseres Landes in dieser schwierigen Zeit zu sein. Die Regierung hätte die Chance, ein Budget vorzulegen, das quasi die in Zahlen gegossene Kampfansage gegen Arbeitslosigkeit ist. Schaut es danach aus, dass dieses vorgelegte Budget genau das ist? Sind das die Mittel, die Sie aufbringen, um die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten und Jahren wirksam zu bekämpfen? – Nein, es schaut leider nicht danach aus, dass diese Chance, die jetzt besteht, von Ihnen genützt wird. Wenn Arbeitsplätze im großen Stil gestrichen werden oder gar ganze Standorte ins günstige Ausland, wie zum Beispiel nach Polen, verlagert werden sollen, dann kann man nicht zusehen, dann muss gehandelt werden, und zwar rasch.

Ich habe erst gestern wieder den Betriebsrat von MAN aus Steyr getroffen – ich war vor drei Wochen bei einem Warnstreik mit 2 000 oder gar 4 000 Beschäftigten und vielen Sympathisanten dort –, und er hat gesagt, sie haben die Verhandlungen mit der Ge­schäftsleitung abgebrochen, sie kommen nicht weiter, man kommt ihnen keinen Schritt entgegen. – Ich frage mich: Wo sind Sie, sehr geehrte Bundesregierung, um diese 2 000 und mehr Beschäftigten bei MAN zu unterstützen? (Beifall bei der SPÖ.)


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All diese Handlungen Ihrerseits – es gibt welche hier und da – sind zaghaft. Das Budget, das vorgelegt wurde, zeigt Ansätze; diese Ansätze reichen aber nicht, sie werden der Dimension der größten Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise der Zweiten Republik einfach nicht gerecht. Ihre Vorhaben werden dieser Dimension nicht gerecht, sie sind zu wenig ambitioniert. Vor allem im Bereich Pflege und im Bereich Klimaschutz geht mehr, viel mehr. Es ist leider nicht die starke und mutige Zukunftsansage, die eines macht, die in der Bevölkerung Vertrauen schafft und ihr Unsicherheiten nimmt. Es bräuchte ein großes, mutiges, historisches und wirksames Konjunktur- und Beschäftigungspaket für Österreich, das die Wirtschaft stärkt und Arbeitsplätze schafft, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)

Das ist heute noch wichtiger geworden, heute beginnt der Totallockdown für unser Land (Ruf bei der ÖVP: Er hat schon begonnen!) – danke für diesen Hinweis, das freut ganz viele Österreicherinnen und Österreicher wirklich –: Wirtschaftlich, gesellschaftlich und im Bildungsbereich wird auf einen Nullpunkt runtergefahren. Deswegen ist diese Handlung, die Notwendigkeit eines ambitionierten und starken Sich-Einsetzens für Arbeitsplätze und Wirtschaft, noch wichtiger geworden. Es bräuchte eine große, eine historische Steuersenkung zur Sicherung der kleinen und mittleren Einkommen, um die Kaufkraft zu stärken, und eine Arbeitsmarktwende in Richtung Umschulung und Weiter­qualifizierung, nicht im kleinen, sondern im großen Stil und klug gedacht, vor allem Richtung Pflege. Das ist ein wichtiger Bereich, der sich in Ihrem Budget zu wenig wiederfindet. Es bräuchte einen Plan, um Lehrstellen zu schaffen und die Lehrstel­lenlücke zu schließen. Ja, es braucht auch einen Plan, wie es nach der Kurzarbeit weitergeht, eine Vorausschau auch in diesem Bereich wäre wichtig. Dazu braucht es Ambition und Mut.

Mir ist bewusst, dass durch die Wirtschaftshilfen, die jetzt durch diesen zweiten vollen Lockdown noch viel mehr werden, Ihr Budget sehr stark belastet ist, Herr Bundes­minister. Deshalb können Sie aber nicht entscheiden, eine Steuersenkung einfach zu verschieben, deswegen können Sie nicht sagen, Investitionen werden jetzt nur zaghaft gesetzt und das Arbeitsmarktbudget muss klein sein. (Abg. Hanger: Sie haben das Budget nicht gelesen, oder?) Ganz im Gegenteil: Sie müssten umso ambitionierter handeln und umso mutiger! Herr Finanzminister, das ist der falsche Weg, denn das treibt die Spirale immer weiter nach unten.

Falsch ist es auch, bei jenen zu sparen, die 45 Jahre lang gearbeitet haben: Deren Pen­sionen sollen still und heimlich um 10 Prozent gekürzt werden, mit dem Argument, man könne es sich nicht leisten, man müsse auf die Stabilität achten. Anstatt Solidar­abgaben für große Onlinekonzerne wie Amazon einzuführen, kürzt die Regierung als Erstes bei den Pensionistinnen und Pensionisten, die 45 Jahre lang gearbeitet haben. Das ist nicht nur nicht gerecht, das ist kaltherzig und wirtschaftlich unklug. (Beifall bei der SPÖ.)

Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte zum Schluss noch auf einen sehr wichtigen Bereich zu sprechen kommen, auf die Finanzierung der Spitäler. Corona hat uns gezeigt, wie verwundbar wir sind und wie sehr wir alle ein öffentliches, funktionierendes Spital­system brauchen. Unsere Spitäler, die Pflegerinnen und die Pfleger, die Ärztinnen und Ärzte sind in dieser Jahrhundertpandemie das Immunsystem unserer Gesellschaft, und ich finde es mehr als verantwortungslos, Herr Bundesminister, und fern jeglicher Ver­nunft, dass Sie in dieser größten Gesundheitskrise seit 100 Jahren in Ihrem Budget genau bei den Spitälern kürzen – aber es passiert. (Beifall bei der SPÖ.)

Diese Kürzung ist ein Anschlag auf unsere Spitäler, ein Anschlag auf unsere Gesundheit, und das inmitten der Pandemie. Ich appelliere daher dringend an die Bundesregierung, dieses Budgetloch auszugleichen. Wir werden dazu einen Antrag einbringen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)

9.24



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Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Klubob­mann Wöginger. – Bitte.


9.24.38

Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Budget 2021, das uns vorliegt, muss unter ganz schwierigen Voraussetzungen abgearbeitet werden. Wir befinden uns mitten in der größten Pandemie seit 100 Jahren und wir haben die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zu bewältigen; und das nicht nur bei uns in Österreich, sondern in ganz Europa und auf der ganzen Welt.

Dieses Budget bedeutet vor allem auch, die Verantwortung für die Menschen in unserem Land wahrzunehmen und Standort und Arbeitsplätze in den Mittelpunkt zu rücken. Wir haben insgesamt über 50 Milliarden Euro an Konjunktur-, Arbeitsmarkt- und Wirtschafts­paketen aufgestellt. Dass wir das in Österreich tun können, ist nur möglich, weil wir in den letzten Jahren gut gewirtschaftet haben, weil wir darauf geachtet haben, dass wir in guten Zeiten nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen. Das ist die Grundlage dafür, dass wir mit diesen milliardenschweren Paketen überhaupt gegensteuern können. Die Finanz­politik, die wir in den letzten Jahren gemacht haben, ist die Grundlage dafür, dass wir jetzt den betroffenen Menschen helfen können. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Wir retten damit nicht nur Leben, wir retten Arbeitsplätze und Unternehmen. Wir ent­lasten die Bürgerinnen und Bürger und stellen Investitionen in Standort und Wettbe­werbsfähigkeit sicher. Absolute Priorität, Frau Kollegin Rendi-Wagner, hat der Kampf um jeden Arbeitsplatz: Wir geben im heurigen und im nächsten Jahr insgesamt 29 Milliarden Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik aus. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Ich weiß nicht, in welchem Budget Sie geblättert haben, Frau Kollegin, aber das, was ich sehe, sind Milliardenbeträge für Kurzarbeit. Insgesamt stellen wir im heurigen und im nächsten Jahr bis zu 8 Milliarden Euro für die Kurzarbeit zur Verfügung.

Meine Damen und Herren, es ist die Kurzarbeit, die vielen Menschen das Einkommen gesichert hat, die viele Unternehmerinnen und Unternehmer vor dem Bankrott gerettet hat. Das ist eine gute Lösung, die auch gemeinsam mit der Sozialpartnerschaft aus­gearbeitet wurde. Wir stellen heuer und nächstes Jahr insgesamt rund 8 Milliarden Euro für die Kurzarbeit zur Verfügung. Das ist ein Erfolgsmodell in dieser schwierigen Zeit. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Weiters stellen wir für das kommende Jahr und für das Jahr 2022 700 Millionen Euro für Arbeitsstiftungen ein. Da geht es genau darum, dass wir umschulen, dass wir qualifizie­ren, dass wir jene Menschen, die durch die Krise den Job verloren haben, wieder in den Arbeitsmarkt zurückbekommen – viele Unternehmen und Unternehmer brauchen und suchen trotz der schwierigen Krisensituation Leute –, und es geht darum, dass wir diese Menschen so schnell wie möglich dorthin bringen. Das geht nur mit Umschulung und Qualifizierung, und dafür stellen wir in den nächsten beiden Jahren 700 Millionen Euro zur Verfügung.

Sie sagen, wir haben nichts für die Kaufkraft getan. Frau Kollegin, ich möchte das wirklich mit Nachdruck widerlegen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Wir haben Einmal­zahlungen für Arbeitslose durchgeführt, wir haben die Steuern gesenkt, wir sind mitten drinnen in der Steuerentlastung; das ist umgesetzt, es wurde innerhalb weniger Wochen ausbezahlt. Wir haben, nämlich auch rückwirkend für das Jahr 2020, den Eingangs­steuersatz um 5 Prozent, von 25 auf 20 Prozent, abgesenkt. Wir haben Familien unterstützt – nicht nur die, die jetzt sowieso eine schwierige Situation zu bewerkstelligen haben –, wir haben im September für jedes Kind 360 Euro mit der Familienbeihilfe ausbezahlt, meine Damen und Herren. Das ist Hilfe, die ankommt, das ist Hilfe, die rasch erfolgt, und rasche Hilfe hilft bekanntermaßen doppelt. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)


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Was auch mit im Paket ist, ist die Pensionsanpassung für das Jahr 2021. Ich darf hier schon einige Jahre als Volksvertreter tätig sein, ich kann mich an keine derartige Pen­sionsanpassung erinnern. Wir heben den Ausgleichszulagenrichtsatz an, das ist Armutsbekämpfung pur, meine Damen und Herren. Wir verstehen das: Gerade jetzt müssen wir die niedrigen und unteren Pensionseinkommen stärken, wir heben um 3,5 Prozent im unteren Bereich an, weil es genau jene Menschen brauchen. (Abg. Loacker: Welcher Angestellte kriegt 3,5 Prozent?) Die Pensionistinnen und Pensio­nisten liegen uns am Herzen und wir müssen gerade jetzt deren Kaufkraft stärken, damit sie ihr Leben auch bestreiten können. Deshalb kommt diese Pensionsanpassung mit einer ganz starken Unterstützung im kleinsten, im unteren Bereich. Das ist Hilfe, die ankommt, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Jetzt noch zu den Wirtschaftshilfen – man kann alle Länder mit offenen Augen betrach­ten –: Ich nehme jetzt diese 80 Prozent her, die die Betriebe, die jetzt wieder ge­schlossen wurden, seien es die Wirte, seien es Dienstleistungsbetriebe wie Friseure et cetera, brauchen und zu Recht bekommen. 80 Prozent im Vergleich zum Umsatz des Vorjahresmonats November: Das ist eine sehr gute Unterstützung, auch zu Recht, denn diese Unternehmen brauchen dieses Geld auch, weil das Wirtshausgeschäft nicht so gehen wird, wie das in anderen Zeiten möglich ist, auch wenn dann wieder geöffnet wird. (Beifall des Abg. Hörl.)

Diese Hilfe kommt rasch an. Wenn man mit den Betroffenen redet – sogar auch in diesen Reihen; ich nenne keine Namen –, sagen diese: Das habt ihr gut gemacht! Das geht schnell! (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Wir haben 30 000 Anträge mit einem Volumen von 900 Millionen Euro, und 800 Millionen Euro sind bereits auf dem Weg. Danke, Herr Finanzminister, dass wir da sehr rasch handeln, dass diese Hilfe auch rasch zu den Betroffenen kommt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Ich nenne die Investitionsprämie mit 2 Milliarden Euro, und ja, wenn es notwendig ist, werden wir diese aufstocken, weil das genau in die regionale Wirtschaft geht, das sichert den Standort und natürlich die Arbeitsplätze insbesondere auch im ländlichen Raum. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Gemeindemilliarde möchte ich zusätzlich erwähnen, weil das Geld ist, das letzten Endes direkt vor Ort ankommt und dort auch ausgegeben wird.

Wir investieren zusätzlich in Bildung, Wissenschaft und Sicherheit. Es gibt plus 1,2 Mil­liarden Euro für die Universitäten. Da möchte ich auch den neuen Standort für die tech­nische Universität in Linz erwähnen, für die nun sozusagen der Grundstein gelegt wird. 235 Millionen Euro für den digitalen Unterricht: Das ist besonders in dieser Zeit eine sehr, sehr wesentliche zusätzliche Unterstützung vor allem auch für die Kinder und die Eltern. (Zwischenruf des Abg. Scherak.)

Mehr Geld für die Sicherheit: Gerade in diesen Tagen steht das Sicherheitsthema be­sonders im Fokus. Wir statten die Polizei mit einer besonderen Ausrüstung aus, die sie auch brauchen, und es gibt 4 300 zusätzliche Planstellen für die Polizei. Das ist Sicher­heitspolitik, die sich die Menschen in diesem Land auch verdient haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Gerade in Zeiten wie diesen sehen wir auch, wie wichtig unser Bundesheer ist, wie wichtig eine funktionierende Landesverteidigung ist, auch für die Mithilfe beim Contact­tracing. In dieser schwierigen Situation, in der Pandemie, stocken wir das Budget des Bundesheeres um über 8 Prozent auf – über 200 Millionen Euro und zusätzliche Mittel für Katastrophenschutz und Cybersicherheit, weil wir das Glück haben, in einem sozialen Land leben zu dürfen, aber auch in einem sicheren Land leben zu dürfen; dafür inves­tieren wir mit diesem Budget in die nächsten Jahre.


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Meine Damen und Herren, abschließend möchte ich festhalten, es geht um drei Dinge: den Kampf um jedes Menschenleben, den Kampf um jeden Arbeitsplatz und den Kampf um jeden Betrieb. Finanzminister Blümel schafft mit diesem Budget ein solides Fun­dament, auf dem wir alle gemeinsam aufbauen können, um die bestehenden und kommenden Herausforderungen erfolgreich meistern zu können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In diesem Sinne appelliere ich an Sie: Halten wir zusammen, halten wir durch und beschließen wir dieses Budget, das den Menschen in diesem Land hilft! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

9.33


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Klub­obmann Kickl. – Bitte.


9.33.15

Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Mit der laufenden Woche ist ein ohnehin recht ereignisreiches Jahr 2020, möchte ich fast sagen, um eine ebenso ungewöhnliche wie dramatische Facette reicher. Man muss sich nämlich vorstellen, dass wir in den kommenden Tagen mit dem Budget 2020/2021 ein Zahlenwerk diskutieren, das von der Regierung, die es vorgelegt hat, auch schon wieder zusammengeschossen worden ist, zusammengeschossen und zertrümmert worden ist, genauso wie es beim Budget 2020 der Fall gewesen ist, über das wir vor einigen Monaten diskutiert haben, und zwar mit derselben Methode zusammengeschossen, wie Sie es damals gemacht haben, nämlich mit der Verhängung eines totalen Lockdowns. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischen­bemer­kung von Vizekanzler Kogler.)

Zur Erinnerung: Dieser totale Lockdown ist derjenige, von dem uns die Vertreter dieser Bundesregierung erklärt haben, dass er gar nicht möglich ist. Der Herr Gesund­heits­minister hört heute noch die Enten quaken, seit damals, als wir diesen Lockdown in den Raum gestellt haben. (Beifall bei der FPÖ.)

Ich rede von dem Lockdown, der gerade jetzt kommt, wo die Infektionszahlen, mit denen Sie tagein tagaus die österreichische Bevölkerung bombardieren – nach dem Motto: unsere tägliche Pressekonferenz gib uns heute! –, wieder im Sinken begriffen sind. (Abg. Gabriela Schwarz: Aber nicht die der Hospitalisierten und der Intensivpatienten!)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Finanzminister hat vor einigen Monaten im Zuge der Budgetdebatte folgenden Satz gesagt: „Jede Zahl, die wir heute kennen, wird schlussendlich falsch sein“. – Ich denke, als er diesen Satz abgelassen hat, hat er gedacht, er ist besonders sophisticated. In Wahrheit war es nichts anderes als ein politischer Offenbarungseid in Sachen Budgetplanung. Der Befund aber, den er damals abgegeben hat, stimmt heute noch. Er gilt auch für dieses Budget 2021, weil Sie als Finanzminister, weil das virologische Quartett und weil die Bundesregierung insgesamt auf gesamter Linie versagt hat. (Beifall bei der FPÖ.)

Meine Damen und Herren, was haben wir denn hier für ein Kabinett im Österreich des Jahres 2020 beieinander? – Das ist doch ein einziges Verantwortungsflüchtlingslager, das da links und rechts von mir aufgefädelt sitzt. (Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.) Wir haben einen Innenminister, der ein Verantwortungsflüchtling in Sachen Bekämpfung des islamistischen Terrors ist. (Widerspruch bei der ÖVP.) Wir haben einen Gesundheitsminister und einen Bundeskanzler, die beide Verantwortungsflüchtlinge im Zusammenhang mit Covid-19 sind. (Rufe bei der ÖVP: Aber hallo!) Wir haben einen Bildungsminister, der ein Verantwortungsflüchtling im Zusammenhang mit dem Schul­chaos ist, bei dem sich jetzt die Eltern angesichts des Zustandes, den Sie angerichtet haben, nur mehr an den Kopf greifen können. Und wir haben einen Finanzminister, der


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ein einziger Verantwortungsflüchtling in Sachen solider Budgetplanung ist. (Zwischenruf des Abg. Gerstl.) So schaut es aus! 0 Prozent Verantwortung, 100 Prozent Gehalt: Das ist die österreichische Bundesregierung im Jahr 2020. (Beifall bei der FPÖ. – Zwi­schenrufe bei der ÖVP.)

Dieses Budget 2020/2021 ist der zahlenmäßige Beweis für das Chaos, das Sie seit Jahresbeginn in Österreich stiften und das über dieses Jahr hinaus katastrophale Folgen haben wird. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Folgen sind so katastrophal, dass Sie sich nicht einmal trauen, die Auswirkungen ins Budget hineinzuschreiben, denn der gesamte harte Lockdown, den Sie jetzt verordnet haben, ist zahlenmäßig nicht einmal ansatzweise abgebildet. Da kann man Ihnen nur gratulieren, Herr Finanzminister. Es ist Ihnen wieder einmal gelungen, sich von einem Ereignis überraschen zu lassen, das Sie selbst seit einigen Monaten vorbereiten. Das ist auch eine Meisterleistung, muss ich sagen, und die Kaltschnäuzigkeit, mit der Sie sich weigern, dieses Zahlenwerk entsprechend zu adaptieren, macht einen schon fast fassungslos, möchte ich sagen. (Zwischenruf bei der ÖVP.)

Herr Finanzminister, ich sage Ihnen eines: Abstand zu halten in diesen Tagen bedeutet nicht, Abstand von der Budgetwahrheit zu halten; da haben Sie etwas falsch verstanden. Handhygiene in diesen Tagen bedeutet nicht, dass man seine Hände in Unschuld wäscht, angesichts des eigenen Unvermögens, das für jeden Österreicher jeden Tag offenkundiger wird. (Beifall bei der FPÖ.)

Die Unternehmer, die Arbeitnehmer, die Kinder, die Eltern in diesem Land müssen flexibel sein, sie müssen ein unglaubliches Maß an Anpassungsfähigkeit an den Tag legen. Über Nacht muss man sich da an neue Gegebenheiten anpassen, gerade wie es Ihnen aufstößt. Der Finanzminister ist dazu nicht in der Lage. Ich sage Ihnen eines – weil viele von uns ja auch in den vergangenen Wochen die US-Wahl verfolgt haben –: Gegen Sie, Herr Finanzminister, ist der berühmte „Sleepy Joe“ Biden ein Ausbund an Agilität und Leistungsfähigkeit, was das Merkvermögen betrifft. (Beifall bei der FPÖ.)

Sie sind in der Zwischenzeit nicht nur der jüngste Demenzpatient Österreichs (heftiger Widerspruch bei der ÖVP), sondern Sie sind auch der teuerste Altpapierproduzent - -

09.38.23*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Herr Klubobmann, ich erteile Ihnen für diese herabwürdigende Beleidigung einen Ordnungsruf. Nehmen Sie sie bitte zurück! (Rufe bei der ÖVP: Jawohl! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)


9.38.33

Abgeordneter Herbert Kickl (fortsetzend): Und wenn die Österreichische Volks­partei - -


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Nehmen Sie den Vorwurf „Demenzpatient“ bitte zurück!


Abgeordneter Herbert Kickl (fortsetzend): Nein, ich nehme es nicht zurück. (Abg. Wöginger: Ja, typisch! Typisch! So ist die FPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich sage Ihnen eines - -


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Es ist der Würde dieses Hauses nicht angemessen (Zwischenruf des Abg. Hafenecker), einen politischen Mitbewerber so zu bezeichnen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)

*****


Abgeordneter Herbert Kickl (fortsetzend): Ich erinnere an die 86 Erinnerungslücken des Finanzministers binnen kürzester Zeit. Das hat ihm noch keiner vorgemacht, und ich


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glaube, es wird auch keinen Zweiten geben, der es ihm gleichtut. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)

Wenn Ihre Partei schon eine ausgeprägte Freude am Schreddern hat, dann schreddern Sie doch dieses Zahlenwerk, da wäre es angebracht! (Zwischenruf bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren, es ist absurd, dass wir hier ein Budget diskutieren müssen (Ruf bei der ÖVP: Diese Rede ist absurd!) – das ist ja fast schildbürgermäßig –, von dem wir genau wissen, dass es nicht halten wird. Es passt aber diese Absurdität und dieser schildbürgermäßige Zugang zur gesamten Covid-Politik, die Sie in diesem Land ver­folgen.

Welche Strategie verfolgen Sie denn eigentlich? Was ist denn Ihre Zielsetzung? – Eigentlich müsste es ja so sein, dass man versucht, den größtmöglichen Nutzen zu erzielen und den Schaden möglichst gering zu halten. Sie machen es genau umgekehrt: Sie produzieren den größtmöglichen Schaden und halten den Nutzen möglichst gering. Fällt Ihnen nicht auf, dass Sie als Totengräber dieser Zweiten Republik agieren, und zwar auf allen Ebenen? Das müsste Sie doch nachdenklich machen!

Sie ruinieren die österreichischen, die heimischen Betriebe, nicht Amazon und die internationalen Player, denen Sie angeblich den Kampf ansagen wollen. Die reiben sich angesichts Ihres Lockdowns die Hände, denn das sind die großen Profiteure. Sie zerstören heimische Arbeitsplätze, Sie produzieren eine verlorene Bildungsgeneration, Sie produzieren enorme und sauteure Kollateralschäden im Gesundheitsbereich, und zu allem Überfluss sperren Sie auch noch die eigenen freien Bürger ein und lassen sie von der Polizei verfolgen, während die islamistischen Terroristen in Österreich frei herum­laufen dürfen, in der Sozialwohnung untergebracht werden und vor den Augen des Verfassungsschutzes im Unterschied zur eigenen Bevölkerung keinerlei Kontaktsperren unterliegen, sondern sich mit anderen Islamisten verabreden, um irgendwelche Terror­anschläge vorzubereiten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist das Beste aus der türkisen und aus der grünen Welt in Österreich im Jahr 2020. Man kann Ihnen nur gratulieren! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.)

Herr Minister, Sie wissen, dass wir auch in Sachen Covid eine andere Strategie vor­schlagen als die Ihre. Da geht es einfach darum, dass wir uns nicht von einem Lockdown in den nächsten Lockdown und in den nächsten Lockdown und in den nächsten Lockdown hinüberturnen wollen, an dessen Ende dann ein groß angelegtes Menschen­experiment mit einer unausgegorenen Massenimpfung stehen soll. (Zwischenruf des Abg. Melchior.)

Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie zu diesem Wechsel der Strategie nicht willens und nicht in der Lage sind, frage Sie aber eines: Ja bitte, warum sind Sie dann nicht wenigstens innerhalb Ihrer Strategie konsequent? Warum passieren Ihnen dort, wo es um die Umsetzung Ihres eigenen Planes geht, so viele Fehler?

Anstatt auf Panikmache und Angstmache im großen Stil zu setzen, hätten Sie die Zeit nutzen sollen, um das Gesundheitssystem in diesem Land – Zeit war ausreichend vorhanden – auf solide Beine zu stellen und auf das vorzubereiten, was Sie ohnehin immer schon gewusst haben. Ich verstehe nicht, warum Sie das nicht gemacht haben. Ich verstehe nicht, warum wir bis heute noch keine einheitliche Zählweise haben, was die Infizierten anbelangt. Ich verstehe nicht, warum wir bis heute keinen Plan zum Schutz der vulnerablen Gruppen haben. Ich verstehe nicht, warum wir bis heute nicht aus­reichend Intensivbetten und das entsprechende Personal dafür haben. Ihre Landes­hauptleute von der ÖVP sind in der Vergangenheit nur dadurch aufgefallen, dass sie sich dafür auf die Brust geklopft haben, dass sie Spitäler in Österreich zugesperrt haben,


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meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Ge­nau!)

Da bin ich jetzt beim Verantwortungsbewusstsein und bei der Eigenverantwortung, die Sie von allen anderen immer einmahnen. Da bin ich auch bei der Disziplin, die Sie von den Österreichern einfordern. Ja, wo ist denn die Disziplin aufseiten der Regierung? Wo sind die Disziplin und Eigenverantwortung, die es braucht, um diese Vorbereitungs­arbeiten zu machen? – Fehlanzeige! Und wenn es dann nicht funktioniert, sind alle anderen schuld.

Wenn es Ihnen darum ginge, die Gesundheit der Menschen zu schützen und die bestmögliche Behandlung von Kranken zu garantieren, dann müssten Sie doch jetzt mehr Geld für das Gesundheitssystem in die Hand nehmen. Sie tun das Gegenteil davon: minus 130 Millionen Euro in diesem Budget für das Gesundheitssystem! Fällt Ihnen nicht auf, dass das hinten und vorne nicht zusammenpasst?

Sie haben keine zukunftsorientierte finanzielle, organisatorische oder personelle Planung für den Krankenanstaltenbereich, Sie haben sie nicht für den niedergelassenen Bereich der Allgemeinmediziner und Sie haben sie nicht für den Bereich der Fachärzte – von der Pflege abstrahiere ich da gnädigerweise, denn auch dort fehlt es vorne und hinten. Im Gegenteil – ich habe es schon gesagt –: Die Mindereinnahmen aus dem Steuerbereich werden Sie weitergeben. Diese geben Sie im Finanzausgleich weiter, dadurch, dass Sie die Zuschüsse an die Länder für die Krankenanstaltenträger kürzen. Das nennt man in Ihrer Sichtweise offenbar eine verantwortungsvolle Gesundheitspolitik in der größten Pandemie – oder wie auch immer Sie diese Coronakrise bezeichnen!

Sie haben Ihre grün-türkisen Spendierhosen anderswo an: dort, wo es darum geht, Hunderte Millionen Euro in den Ankauf von Covid-19-Testungen zu investieren oder etwa 200 Millionen Euro für einen unausgegorenen Impfstoff auszugeben.

Eines ist klar, meine sehr geehrten Damen und Herren: Wenige werden sich an dieser Krise eine goldene Nase verdienen, aber sehr, sehr viele werden die Zeche dafür bezahlen, und sehr, sehr viele werden auch das Risiko für Ihr falsches Investment zu tragen haben.

Ich habe einen Tipp an die Österreichische Volkspartei: Lassen Sie doch bei den Massentestungen und Zwangsimpfungen Ihre Jubelperser aus der eigenen Partei antreten! Das können Sie machen – Ihr Bundeskanzler und Parteiobmann hat eine Generalvollmacht –, aber verschonen Sie die österreichische Bevölkerung mit Ihren unverantwortlichen Experimenten! (Beifall bei der FPÖ.)

Noch etwas: Ich weiß ja nicht genau, wer aufseiten der Volkspartei den Lockdown zum jetzigen Zeitpunkt bestellt hat – wer aus dem Seilbahnbereich. Vielleicht kann uns Abgeordneter Hörl da ein wenig weiterhelfen. Was ich aber genau weiß, ist, wer es zahlen wird. Das wissen wir ganz genau, es werden nämlich die Kleinen zahlen, die Masse wird zahlen, das steht jetzt schon fest. Den kleinen Einkommensbeziehern, den kleinen Pensionisten – jetzt zitiere ich Ihren ÖVP-Politötzi aus Tirol –, denen legen Sie eine auf. Diesen legen Sie eine auf, und ich sage: Es ist geradezu ein Akt des Zynismus, dass Sie gerade in der Woche, in der wir hier die Budgetberatungen haben, diejenigen unter die Räder kommen lassen, die 45 Jahre lang fleißig gearbeitet haben, die die Leistungsträger dieser Gesellschaft sind und denen Sie Ihren Dank und Ihre Aner­kennung dadurch zum Ausdruck bringen, dass Sie ihnen verbieten, nach 45 Jahren abschlagsfrei in Pension zu gehen. Die ÖVP, die Partei der Leistungsträger – da kann man nur sagen: Gute Nacht, Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)

Die Luxuspensionen und die Spitzengagen im staatsnahen Bereich, dort, wo Ihre Privilegienritter und die Bonzen hausen, bleiben aber unangetastet; dort wird kein Cent


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eingespart! (Beifall bei der FPÖ.) – So viel zur Gerechtigkeitsvorstellung der Öster­reichischen Volkspartei und auch der Grünen, bei denen ich noch ganz andere Vertreter einer vernünftigen Sozialpolitik in Erinnerung habe.

Wenn Sie wirklich etwas für die Frauen tun möchten, wie Sie es angekündigt haben, gehen Sie doch her und rechnen einfach verstärkt Kindererziehungszeiten in die Pen­sionszeiten ein! Das wäre gerecht, denn damit ist ein vernünftiger und wesentlicher Beitrag für die kommenden Generationen und für den Erhalt unserer Gesellschaft ge­leistet worden. Warum tun Sie das nicht? (Beifall bei der FPÖ.)

Sozialabbau liegt allerorts in der Luft. Ich habe schon gesagt: Das Ende der Hackler­regelung ist ein Skandal. Die Verweigerung einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes ist es ebenso. Sie speisen die Leute mit einem Bettel ab, Sie sind nicht in der Lage, eine Pensionsgarantie abzugeben. Ja, warum denn nicht? – Weil Sie natürlich in Ihren sozialpolitischen Sudel- und Giftküchen längst eine entsprechende Pensionskürzung vorbereiten! Das bedeutet nichts anderes, meine Damen und Herren, als dass nicht nur die Jungen, also die kommende Generation, die Zeche für Ihren Unfug zahlen werden, sondern auch die Alten, die dieses Land aufgebaut und zu jenem Wohlstand geführt haben, den Sie jetzt systematisch ruinieren. In den Töpfen Ihrer Sudelküchen dampft es nur so; da dampft es nur so! (Beifall bei der FPÖ.) Anhebung von Steuern, Streichung der Pendlerpauschale, Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes, Anhebung des Pensions­alters – all das geistert in Ihren Sudelküchen herum!

09.48.05*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Für die „Sudelküchen“ erteile ich Ihnen den nächsten Ordnungsruf. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.)

*****

9.48.07


Abgeordneter Herbert Kickl (fortsetzend): Noch etwas: Wenn Sie vom Sparen im System oder von – wie Sie es genannt haben – Ausgabendisziplin sprechen, dann muss man zweimal hinhören. Der erste Schritt nämlich, die Österreicher abhängig zu machen, ist Ihre Almosenpolitik, mit der Leute, die Anspruch auf Schadenersatz haben, zu Bittstellern degradiert werden. Bei denjenigen, die Sie im Schritt eins noch nicht unter Kontrolle gebracht haben, erledigen Sie es im Schritt zwei. Da heißt es dann Ausgabendisziplin, und es wird denjenigen alles gestrichen, die Ihnen nicht mehr in Ihren politischen Kram passen. – Das ist das Machtergreifungsprogramm der Österreichi­schen Volkspartei für das Jahr 2021, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ein Wort noch, weil es die Perversion zum Quadrat ist: Während im eigenen Land das Geld an allen Ecken und Enden fehlt, brechen Sie Ihr nächstes Versprechen und investieren ab dem heurigen Jahr 400 Millionen Euro mehr in die Europäische Union. Sie machen damit eine Querfinanzierung für die Nettoempfängerländer, also für die­jenigen, die uns die Unternehmen abwerben und die Arbeitsplätze zerstören und schon seit Jahren und Jahrzehnten nicht eine Sekunde daran denken, sich an irgendwelche Schuldenquoten zu halten. Das sind diejenigen, die dafür zuständig sind, dass der Euro nicht einmal mehr halb so viel wert ist, wie Sie es am Beginn versprochen haben. Diese werden von Ihnen querfinanziert – das Gegenteil haben Sie versprochen. Sie wissen, Herr Finanzminister: Gebrochene Versprechen sind gesprochene Verbrechen! (Beifall bei der FPÖ.)


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Ich komme zum Schluss. Der einzige Lockdown, der Österreich helfen könnte, wäre der Lockdown für diese Bundesregierung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner und Hörl.) Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Je früher, desto besser! Wiegen Sie sich nicht in falscher Sicherheit! Sie werden Ihrem gerechten Schicksal nicht enteilen, auch wenn Sie sich gegenwärtig alle für unverwundbar und unverletzlich halten.

Herr Finanzminister, Sie sind ein Freund von Ovid. Sie wissen, wo Ovid gelandet ist: In der Verbannung ist er gelandet, und von dort ist er nicht mehr zurückgekehrt, Ihr sehr geschätzter Ovid. (Zwischenrufe der Abgeordneten Melchior und Pfurtscheller.) Es wird die Aufgabe der Freiheitlichen Partei sein (Zwischenruf des Abg. Wöginger), Sie dafür, was Sie jetzt mit der österreichischen Bevölkerung aufführen, eines Tages in die politische Verbannung zu schicken und dafür zu sorgen, dass Sie dort auch bleiben. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)

9.50


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Klubobfrau Maurer. – Bitte.


9.50.51

Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen! (Abg. Hörl in Richtung FPÖ –: Da braucht ...! Das ist ja unerhört! – Gegenruf des Abg. Wurm.) Ich muss ehrlich sagen, meine Redeposition in diesem Plenarsaal nach Herrn Kickl ist jedes Mal ein bisschen schwierig. (Abg. Kickl: Man könnte ja intern wechseln!) Ich möchte das jetzt einfach einmal sagen: Es ist für mich beschämend, wie (Zwischenruf des Abg. Wurm), in welcher Diktion, Sie hier sprechen, und es ist mir peinlich (Beifall bei Grünen und ÖVP – neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm  weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), draußen regelmäßig erklären zu müssen, warum dieses Parlament so agiert, dass man am RednerInnenpult permanent schreien muss (Abg. Lausch: Regen Sie sich nicht auf ...!), dass ständig diffamierende Bemerkungen fallen. (Abg. Wurm: Die Wahrheit tut weh, Frau Kollegin Maurer! Die Wahrheit tut weh! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)

Das, was Sie machen, ist, dass Sie doppelt beleidigen. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und Grünen.) Wenn Sie die Regierungsbank als Flüchtlingslager bezeichnen, beleidigen Sie einerseits, wie sie es ja beabsichtigen, die Mitglieder der Regierungsbank, selbstverständlich aber beleidigen Sie auch jene Menschen – und auch das ist Ihre Absicht –, die tatsächlich in Flüchtlingslagern leben müssen, weil sie flüchten mussten. Dasselbe gilt für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Es ist extrem despektierlich gegenüber Menschen mit dieser Krankheit, wie Sie hier agieren (Ruf bei der FPÖ: ... zeigen aber nicht den Stinkefinger ...!) und wie Sie diese Begriffe verwenden. (Anhaltender Beifall bei Grünen und ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der NEOS.  Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Wir befinden uns hier eigentlich in einer Budgetdebatte und selbstverständlich ist das wie immer zu Beginn eine Generaldebatte (Zwischenruf des Abg. Hafenecker), das Niveau aber, das Sie hier zeigen, Herr Kickl (Abg. Amesbauer: ... eine Moral ...!), ist unterirdisch im Vergleich zu den anderen Fraktionen. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Selbstverständlich ist inhaltliche Kritik Ihr Job (Abg. Kickl: Ich verstehe, dass Ihnen das nicht gefällt!), das ist Oppositionsarbeit, aber die Art und Weise, wie Sie das hier vorbringen (Abg. Wurm: ... Wahrheit ...!), ist unter jeder Niveaugrenze, die es irgend­wie geben kann in diesem Haus. (Beifall bei Grünen und ÖVP. Abg. Amesbauer: ... Ihre Moralpredigten! Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)


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Ich möchte jetzt wirklich zum Budget reden, und ich möchte das in einer normalen Lautstärke tun, vielleicht schafft es die Fraktion der FPÖ, nicht die ganze Zeit reinzu­brüllen, damit ich hier am RednerInnenpult nicht schreien muss. (Abg. Deimek: ... ordentliche Debatte ...!) Ich möchte nämlich nicht schreien, sondern eine normale Rede halten. (Abg. Kassegger: Wir sind da im Parlament ...! Haben Sie das vergessen? ... das ist ja unglaublich! Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Sehr geehrte Damen und Herren, die letzten Wochen und Monate, ja das gesamte bisherige Jahr 2020 ist ein extrem herausforderndes. Die Pandemie fordert uns, fordert die Menschen in unserem Land enorm, und wir haben unsere Energie und unsere Zeit zu sehr großen Teilen für die Bewältigung der Krise aufwenden müssen, für die Maß­nahmen zur Eindämmung der Pandemie, für die Wirtschaftshilfen und zuletzt auch noch für einen Terroranschlag im Herzen Wiens.

Als PolitikerInnen haben wir die Verantwortung, aktuelle Krisen bestmöglich zu managen und akute Problemlagen zu beseitigen. Als Politikerinnen und Politiker haben wir selbst­verständlich aber auch die Verantwortung, für die Zukunft, für die Weiterentwicklung unseres Landes, für die nächsten Generationen zu planen.

Wir debattieren hier im Parlament in den nächsten drei Tagen das Budget für das nächste Jahr, das Jahr 2021 – ein Jahr, das voraussichtlich eine Impfung gegen das Coronavirus bringen wird; ein Jahr, das nach diesem Krisenjahr den Aufschwung bringen soll; ein Jahr – da bin ich zuversichtlich –, das ein freundlicheres Gesicht zeigen wird als das Jahr 2020; ein Jahr, in dem sich die Familien von den heurigen Strapazen erholen können, in dem wir vielleicht wieder auf Urlaub fahren können; ein Jahr, in dem wir alles dafür tun müssen, dass sich die Wirtschaft möglichst schnell erholt.

Wir debattieren damit heute auch ein Budget, das Antworten auf die multiplen Krisen liefert: auf die akute Krise am Arbeitsmarkt  sie wurde schon angesprochen , indem wir eine Arbeitsstiftung mit 700 Millionen Euro einrichten; wir werden diese Woche auch noch die zweite Pauschalerhöhung des Arbeitslosengeldes beschließen – weitere 150 Euro pro Monat für die Menschen, die in der Pandemie ihren Job verloren haben und die es besonders getroffen hat.

In diesem Budget findet sich vor allem aber auch die Antwort auf die große Krise, die noch viel länger andauern wird als die Pandemie, nämlich die Klimakrise. Gleichzeitig bietet diese Krise, die Klimakrise, die Chance auf eine ultimative Trendwende am Arbeitsmarkt ebenso wie in der Wirtschaft, sie bietet die Chance, die richtigen Impulse zu setzen und eine richtige Wende einzuleiten.

Dieses Budget ist ein grünes Budget, es ist ein Klimabudget. Für die ökologische Wende steht so viel Geld wie noch nie zuvor zur Verfügung (Beifall bei den Grünen – Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Kickl: Das war ein Lacher aus Ihrem Sektor!), für den Ausbau des Verkehrs, für die thermische Sanierung, für die Energiewende, denn wir tragen alle gemeinsam die Verantwortung dafür, dass dieser Planet – wir haben nur einen! – auch für nächste Generationen bewohnbar ist. Wir müssen dafür sorgen, dass wir die Aufheizung stoppen, damit nächste Generationen ausreichend Ressourcen für ein gutes Leben in einer intakten Umwelt haben.

Die Pandemie hat eine schwere weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst, der wir uns mit aller Kraft entgegenstellen müssen. Wir müssen uns aus dieser Krise hinausinvestieren und genau dafür ist in diesem Budget Geld vorgesehen: für das Zukunftsthema schlechthin, für den Klimaschutz.

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, der Umbau unserer Energiesysteme – all das schafft Beschäftigung. Wir werden mit der Arbeitsstiftung Umschulungen in diese Be­reiche, in Green Jobs, organisieren, damit für viele, viele Menschen ein Neuanfang


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möglich ist, und dafür gibt es auch einen Bildungsbonus –120 Euro pro Monat –, der für Menschen dazukommt, die eine längere Ausbildung machen, um eben die Branche wechseln, um in eine andere Branche gehen zu können, potenziell in eine grüne Branche. (Beifall bei den Grünen.)

Derzeit sind die Pflegerinnen und Pfleger enorm gefordert, wir hören jeden Tag die Meldungen von den Intensivstationen. Auch die Pflegerinnen und Pfleger in den Alten­heimen aber stehen vor extremen Herausforderungen, und wir wissen, wir haben zu wenige von ihnen. Wir brauchen mehr und in diesem Bereich braucht es Nachwuchs, es braucht eine Ausbildungsoffensive, und auch dafür ist in diesem Budget gesorgt. Selbstverständlich steht mit diesem Budget auch das notwendige Geld für die Gesundheit zur Verfügung, um die kommenden Herausforderungen zu meistern. (Abg. Belakowitsch: Die da wären?)

Wir haben heute die Situation, dass die Schulen auf Distancelearning umstellen, und schon im Frühling ist klar geworden, dass es mit der Digitalisierung in Österreich noch nicht so läuft, wie es laufen sollte. Es wurde vieles nachgerüstet, wir sind aber immer noch nicht dort, wo wir sein könnten. Deshalb liegt in diesem Budget ein Schwerpunkt auf der Digitalisierung an den Schulen, damit wir auch dort im 21. Jahrhundert ankommen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

In unserem Bildungssystem gibt es viele Ungerechtigkeiten, und die Aufgabe der Schule – Ungleichheit auszugleichen – erfüllt unser Bildungssystem derzeit nur äußerst unzureichend. Deshalb steht in diesem Budget Geld für das Projekt 100 Schulen zur Verfügung, mit dem wir genau jenen Schülerinnen und Schülern, die es besonders schwer haben, denen die Eltern bei den Hausaufgaben nicht gut helfen können, die bestmögliche Unterstützung bieten können (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), so­dass auch sie ausreichend Bildung erlangen und ihre ungleichen Startvoraussetzungen ausgeglichen werden können.

Auch für die Wissenschaft ist gesorgt. Wir haben 1,2 Milliarden Euro für Forschung und für ein gutes Studium eingeplant, damit unsere Studentinnen und Studenten hoch­qualitativ ausgebildet werden können und entsprechend innovativ arbeiten können.

In diesem Budget gibt es viele andere Bereiche, die uns sehr wichtig sind, beispielsweise das Budget für Frauen und Gewaltschutz. Das wird substanziell erhöht. Wir haben Geld für die Zeitverwendungsstudie, die dringend notwendig ist, da wir regelmäßig sehen, dass die Verteilung der Arbeit, insbesondere der unbezahlten Arbeit zwischen Männern und Frauen, absolut ungleich ist. Wir haben ein Budget, das um fast 50 Prozent erhöht wurde.

An dieser Stelle, Frau Rendi-Wagner, möchte ich schon auf das zu sprechen kommen, was Sie in Ihrem Eingangsstatement gesagt haben, nämlich in Bezug auf die Pensionen: Wir als Regierungsfraktionen haben uns zum Ziel gesetzt, die Frauenarmut und die Frauenaltersarmut zu bekämpfen, und das tun wir konsequent: mit der Erhöhung der Ausgleichszulage und selbstverständlich auch mit dem Frühstarterbonus, den wir planen, um die Altersarmut zu bekämpfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Von dem, was Sie beschlossen haben, Frau Rendi-Wagner, haben bis jetzt 7 200 Män­ner und eine einzige Frau profitiert. Sie können mir nicht erzählen, dass das ein Programm ist, das zur Unterstützung der Frauen dient. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Matznetter – in Richtung Grüne –: Wer von euch kommt auf 45 Jahre? Wer? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Matznetter in Richtung Grüne.)


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Wir haben in diesem Budget ausreichend Geld für die Justiz, wo noch zu Beginn des Jahres der frühere Justizminister Clemens Jabloner davor gewarnt hat, dass sie einen stillen Tod sterben wird. Wir haben das größte Kunst- und Kulturbudget, das es jemals gab. Das alles sind sehr wichtige Punkte, um dieses Land in eine positive Zukunft zu führen.

Wir dürfen jetzt nicht nur die Krisenbewältigung vor Augen haben, sondern müssen auch die Zukunft, eine lebenswerte Zukunft, eine solidarische Zukunft mit einer intakten Umwelt vor Augen haben, und dafür setzen wir die richtigen Schwerpunkte. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

10.01


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Klubobfrau Meinl-Reisinger. – Bitte. (Abg. Wurm: Generalabrechnung! – Abg. Matznetter – in Richtung Grüne –: Wer von euch kommt auf 45 Jahre? Wer?)


10.01.39

Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Sehr geehrter Herr Prä­sident! (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Frau Maurer, ich möchte eigentlich bei dem anschließen, was Sie zum Schluss gesagt haben: dass wir uns nicht nur mit der Krisenbewältigung aufhalten dürfen, sondern in die Zukunft schauen müssen. Aber genau davon, von Zukunft, sehe ich in diesem Budget nichts, gar nichts! (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kucher.)

Seit Sie Ihr Budget vorgestellt haben, ist gerade einmal ein Monat vergangen. Am 14. Oktober standen Sie hier und haben, wie es ja dieser Bundesregierung nicht ganz fremd ist, Ihr eigenes Handeln und so auch Ihr eigenes Budget in höchsten Tönen gelobt.

Seitdem hat sich aber sehr viel getan: Mittlerweile hat uns die zweite Welle voll erwischt, und der Untätigkeit der Regierung ist es geschuldet, dass mit heutigem Tag der zweite, und zwar wirklich sehr harte, Lockdown in Kraft tritt. Damit ist klar, und das wurde von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern auch schon angesprochen: Wir sind in einer ähnlichen Situation wie im Frühjahr, nämlich dass das Budget 2021, das wir hier diskutieren, mit seinen Zahlen und den Prognosen, die diesen zugrunde liegen, natürlich auf Sand gebaut ist. In Wahrheit sind wir auch da – und nicht nur bei den Fragen der Corona betreffenden Daten  in einem absoluten Blindflug unterwegs.

Der zweite harte Lockdown trifft die Menschen in Österreich mit voller Wucht. Er trifft die Pflegekräfte sowie die Ärztinnen und Ärzte in den Spitälern jetzt mit voller Wucht, weil diese die Versäumnisse der Vergangenheit jetzt zu spüren bekommen, denn so schnell werden sich bedauerlicherweise die Zahlen auf den Intensivstationen, aber auch auf den Normalstationen nicht ändern. Es zahlen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Unternehmerinnen und Unternehmer, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Kinder den Preis für Ihre Versäumnisse, die Zeche für die Fehler der vergangenen Monate, da Sie nicht alles darangesetzt haben, diesen zweiten harten Lockdown zu verhindern.

Wieder verlieren Menschen ihren Job oder sie werden in Kurzarbeit geschickt, und viele Unternehmer bangen um den Fortbestand ihres Unternehmens und wissen, dass sie vielleicht noch über das Jahr hinübergerettet werden, 2021 dann aber die Pleite droht.

Ich glaube, wir bekommen alle sehr viele Briefe, was das für die Menschen bedeutet. Besonders eindrucksvoll war ein Brief einer Mutter dreier Kinder, die mir geschrieben hat, dass sie und ihr Mann schon im Frühjahr, beim ersten Lockdown, ihren Job verloren haben. Sie haben sich sozusagen auf die Füße gestellt, haben gesucht, haben beide wieder einen Job gefunden, und jetzt stehen sie wieder vor dem Nichts – zweimal in einem Jahr, eine Familie mit drei Kindern! Das ist das Resultat Ihrer Politik.


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Wie geht es einer Friseurin, die jetzt wieder zusperren muss, die nicht weiß, wie sie den Jahresabschluss machen soll? (Vizekanzler Kogler: Die verdienen mehr als voriges Jahr!)

Es ist also eine dramatische Situation, und es sind nicht die Gunst und die Huld der Regierung, die dazu führen, dass sie jetzt das Füllhorn über die Menschen ausschüttet, sondern es sind letztlich die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die Menschen in Österreich, die das mit ihrem Steuergeld werden auszubaden haben. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Steinacker.)

Nicht für alles können Sie jetzt einen Ansatz bringen. – Ich weiß nicht, warum da so aggressiv geschrien wird. (Abg. Steinacker: Weil es falsch ist, was Sie sagen!) Das hängt möglicherweise auch mit der jetzt in Wien sehr erfolgreichen Regierungs­konstel­lation zusammen, die nämlich wirklich ein Gegenmodell, ein Zukunftsgegenmodell, zu Ihrem Bundesmodell darstellt. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich merke, dass der Ton in den letzten Stunden ein wenig rauer geworden ist.

Was müssen Sie tun, Herr Finanzminister? – Sie müssen den Unternehmerinnen und Unternehmern eine Perspektive geben. Sie müssen zumindest den Eindruck vermitteln, dass Sie einen Plan haben, wie Sie rasch, unkompliziert und nachhaltig helfen können. Es ist schon ganz interessant, wenn man beobachtet, wie Sie das in den vergangenen Monaten gemacht haben. Am Beginn der Pandemie, im März, wo es wirklich notwendig gewesen wäre, rasch und unbürokratisch zu helfen, haben Sie enorme bürokratische Hürden aufgebaut, Sie haben eigentlich den Eindruck erweckt, als würden Sie jedem Unternehmer in Österreich grundsätzlich misstrauen: Er ist ein potenzieller Steuerhinter­zieher und einer, der potenziell diese Hilfen missbraucht!

Jetzt, wo wir uns langsam die Frage stellen müssen, wie wir da wieder herauskommen, wie wir es zustande bringen, neue Jobs zu schaffen, anstatt nur die alten Strukturen zu bewahren, jetzt zeigen Sie eine Großzügigkeit, die aber trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen wird, dass viele Betriebe es nicht schaffen werden. Die Betriebe brauchen nämlich Geld, und das nicht nur über neue Schulden, sondern vor allem auch über eine Eigenkapitalstrategie. Sie hören zwar die Rufe, aber Sie tun absolut nichts.

Mein Kollege Sepp Schellhorn wird am Mittwoch ein Gesamtpaket vorstellen, wie wir unserer Meinung nach diese Wirtschaftshilfen auf solide, vor allem aber auch zukunfts­fähige Beine stellen können. Das darf auch nicht an persönlichen Eitelkeiten und Schaukämpfen mit der EU-Kommission scheitern, Herr Finanzminister, das ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür.

2020 befinden wir uns im Krisenmodus. Es müsste aber, wie auch Frau Kollegin Maurer an sich richtig erkannt hat – nur in den Taten folgt dann halt kein richtiger Schluss –, 2021 dann der Schritt Richtung Zukunft gesetzt werden, es müssten der Zukunftsmotor und auch der Konjunkturmotor wieder angeworfen werden. Wir müssen weg von diesem absoluten Krisenmodus.

Vor diesem Hintergrund ist es einfach falsch, einen Status quo erhalten zu wollen. Sie als Österreichische Volkspartei sind schon sehr, sehr lange in der Regierung – ich möchte mich nicht jünger machen, als ich bin, aber es ist fast mein ganzes Leben –, und Sie haben immer wieder an kleinen Schrauben gedreht. Die großen Reformen aber, die dringend notwendig wären, um unser Land zukunftsfit zu machen – neue Jobs zu schaf­fen, Innovationen zuzulassen, vielleicht auch einmal den Unternehmerinnen und Unter­nehmern die Prügel aus dem Weg zu räumen, die Sie ihnen zum Beispiel mit der Gewerbeordnung und all dem Bürokratismus vor die Füße werfen –, diese Reformen haben Sie nicht gemacht. Sie haben sich inszeniert  das können Sie sehr gut. Das hat


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vielleicht bis jetzt gereicht, für die Zukunft aber reicht das nicht mehr! (Beifall bei den NEOS.)

Weil ich jetzt gerade Sie, Herr Bildungsminister, ansehe: Ich möchte mich für Ihren Kampf für offene Schulen bedanken. In die Zukunft zu gehen aber, auch mit der Digi­talisierung, bedeutet in so einer Situation nicht, dass schon wieder Chaos ausbricht, wenn der Lockdown kommt, und sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch Eltern und die Kinder nicht wissen, was sie jetzt tun sollen: Sollen sie zu Hause bleiben, weil sie da vielleicht die besseren Unterrichtsstunden über Zoom bekommen, oder sollen sie in die Schule gehen, weil dort der bessere Unterricht stattfindet? Verunsicherung und Chaos anstatt einer soliden Vorbereitung ist das Ergebnis Ihrer Politik, und ich verstehe es nicht, denn man hätte die Monate nutzen können! (Beifall bei den NEOS.)

Ich verstehe auch nicht, dass es einem nicht die Schamröte ins Gesicht treibt, wenn man in einer solchen Situation sagt: Ja, wir machen Digitalisierung an den Schulen, bis 2022 wird es WLAN und Laptops geben! – Das erinnert mich ein bisschen an die Homeoffice­strategie, die vielleicht im März 2021 endlich auf dem Tisch liegen wird, wenn es dann zu spät ist.

Warum ist es so wichtig, dieses Zukunftsthema aufzugreifen und wirkliche Reformen zu wagen? – Darin ist auch der Budgetdienst dieses Hauses sehr klar: In den bis jetzt von Ihnen gesetzten, durchaus auch konjunkturstimulierenden, nachfragestimulierenden Maß­nahmen unterscheiden Sie nicht dahin gehend, welche Personengruppen von der Krise wirklich massiv getroffen sind und welche nicht.

Ich möchte Ihnen das noch einmal vor Augen führen. Es ist ja keine Situation, in der die gesamte Bevölkerung gleichermaßen von der Krise betroffen ist. Wir wissen – und wir als Politiker gehören übrigens zu jenen, die keine Einkommenseinbußen haben –, es gibt welche, die das mit voller Wucht trifft, nämlich ausgerechnet die, die das Land braucht: Unternehmer mit Unternehmergeist, die bereit sind, ein Risiko einzugehen.

Und vor allem auch die Jungen: Diese sind und werden die Krisenverlierer sein. Die Jungen sind es doppelt, denn sie finden keine Lehrstelle, sie finden keinen Arbeitsplatz oder sie verlieren ihn. Monate werden ihnen im Bildungsbereich gekappt, nicht nur in der Schule, sondern auch auf der Uni, und gleichzeitig wird in der Öffentlichkeit – verzeihen Sie – auch noch ein Bild vermittelt, dass es sich bei ihnen eigentlich um Gefährder handelt, die nur herumlaufen und sozusagen alle gefährden. Mir tun diese jungen Men­schen leid, und um diesen jungen Menschen eine Perspektive zu geben, müssten Sie wesentlich mutiger in die Zukunft gehen und auch wirkliche Innovationen wagen. (Beifall bei den NEOS.)

Ich glaube, noch nie war eine Regierung so gefordert, an übermorgen zu denken. Noch nie war eine Regierung so gefordert, auch nur einmal über die Zeit bis zur nächsten Wahl hinauszudenken. Und noch nie habe ich eine Regierung gesehen, die so sehr im Hier und Jetzt und vor allem im Zeitraum zwischen Pressekonferenz und Pressekonferenz verfangen ist.

Sie werden als Minister schon lange nicht mehr im Amt sein, und wir als Abgeordnete wahrscheinlich auch nicht, da werden die Menschen, die Unternehmerinnen und Unter­nehmer, die Kinder, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer noch die Kon­sequenzen Ihrer Politik zu tragen haben. Deswegen müssten wir jetzt einen Schritt in Richtung Zukunft machen. Das tun Sie nicht, und daher ist das leider ein Nicht ge­nügend, was das Budget anbelangt. – Danke. (Beifall bei den NEOS und bei Abge­ordneten der SPÖ.)

10.11



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 62

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Abgeordneter Obernosterer ist zu Wort gemel­det. – Bitte.


10.12.02

Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Finanzminister! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauer zu Hause vor den Fernsehschirmen! Ein Satz zu den vergangenen Reden der Klubobleute der Oppositionsparteien: Ich glaube, es ist euch noch nicht bewusst, in welcher wirklich ernsten Lage wir uns in Österreich, in ganz Europa und auf der ganzen Welt befinden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Ich glaube, Ihnen ist es nicht bewusst! – Abg. Loacker: In welche Sie uns gebracht haben! – Zwischenruf des Abg. Rauch.)

Etwas haben wir zu Hause in der Kinderstube schon gelernt, scheinbar habt ihr das aber vergessen: Wenn die Familie ein Problem trifft, kann man da nur gut herauskommen, wenn man zusammenhilft; und das Rad ist überall gleich. Das, was ihr hier mit euren rhetorischen politischen Spielereien macht, auf die ich einzeln nicht eingehen möchte, ist verantwortungslos. Das könnt ihr wieder machen, wenn diese ganze Krise vorbei ist! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Rössler und Jakob Schwarz.)

Das Budget 2021, das Sie, Herr Finanzminister, vorgelegt haben, stabilisiert diese Krise (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ), und es wird auch in die Zukunft gedacht. (Abg. Meinl-Reisinger: Keiner will eine Krise stabilisieren!) Es werden circa 50 Mil­liarden Euro in die Hand genommen, um die Krise zu stabilisieren und dieses Land, die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auch wieder in die Zukunft zu führen. Das sind fast 13 Prozent des BIP! Wenn man sich anschaut, was international gemacht wird, stellt man fest: Österreich ist wirklich Spitzenreiter.

Man sagt, es werden alle im Stich gelassen. Ich sage es hier noch einmal: Wer bis zum 15. März dieses Jahres, als die Krise angefangen hat, zahlungsfähig war, ist es auch heute noch. Die Zahl der Insolvenzen ist sogar zurückgegangen, obwohl es zum Schluss wieder eine Bereinigung geben wird.

Es wird, wie gesagt, auch Geld in die Zukunft investiert: Es wird in Bildung, Forschung, Sicherheit investiert, es wird in die Umwelt investiert, es wurde mit der Investitionsprämie ein Investitionspaket geschnürt. Man hat geglaubt, es wird nicht so stark investiert, daher hat man zuerst 1 Milliarde Euro beschlossen; wir werden jetzt die dritte Milliarde beschließen. Das heißt, es sind 3 Milliarden Euro an Investitionen in der Schleife, die dem Arbeitsmarkt auch guttun. Das ist keine Selbstverständlichkeit und das gibt es in anderen Ländern in dieser Art nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Der Tourismus, der ja sicherlich diejenige Branche ist, die es am stärksten getroffen hat, hat im Schnitt ein Minus von circa 30 Prozent, die Stadthotellerie noch viel mehr. Der Ferienhotellerie ist es ein bisschen besser gegangen. Es gibt die Investitionsprämie und Anträge bei der ÖHT – laut Auskunft der ÖHT gibt es dort so viele Anträge, wie es noch nie der Fall war. Auch die Haftungsprovisionen werden heute mit einem Beschluss von 375 Millionen Euro auf 675 Millionen Euro aufgestockt.

Ich meine, das sind Fakten, die man nicht leugnen kann, und diese Regierung macht alles, um durch diese Krise halbwegs durchzukommen. Schaut über die Grenzen und schaut, was los ist!

Wenn ich gerade von der Vorrednerin höre, dass die Regierung so wenig getan hat, um diesen Lockdown, der jetzt wieder da ist, abzuwenden – bitte schön, schaut eure Pres­seaussendungen an, schaut eure Pressekonferenzen an! Alle Aufrufe zur Eigenver­antwortung und alle Auflagen, die von der Regierung gekommen sind, um den zweiten


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 63

Lockdown zu verhindern, das war für euch alles ein Blödsinn. Es war die Maske ein Blödsinn, es war dieses ein Blödsinn und jenes, es ist alles ein Blödsinn! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Jetzt, wo die Sache wieder so ernst ist, sage ich: Es ist unverantwortlich, dass SPÖ und NEOS – von den Freiheitlichen will ich gar nicht reden – beim Beschluss dieses Lock­downs nicht mitgegangen sind. (Zwischenruf des Abg. Kollross.) Wir wissen, dass es eine gewisse Gesellschaftsschicht gibt: die Coronaverweigerer. Ihr wisst, was dort angestellt wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kollross.) Dieses Nichtmitgehen von SPÖ und NEOS beflügelt auch diese, zu sagen: Wir sind auf einem richtigen Weg! In das Feuer dieser Coronaverweigerer Öl hineinzugießen, kostet den Staat wahrscheinlich Milliarden, die unsere Kinder und Kindeskinder werden zahlen müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brückl und Rauch.) Seid ihr euch dieser Verantwortung bewusst? Ich würde einmal ordentlich nachdenken! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Martin Graf: Die rote Krawatte trägst du nicht umsonst! – Rufe bei der FPÖ: Schwache Rede! Ganz schwache Rede! Da hätten wir uns mehr erwartet!)

10.17


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Krainer. – Bitte.


10.17.43

Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Obernosterer, wir Sozialdemokraten haben fast jede Maßnahme – wir haben ganz viele Maßnahmen hier einstimmig beschlossen – mitgetragen. Wir haben nur gesagt, wir sind dagegen, dass die Schulen und die Kindergärten geschlossen werden, wie alle Experten auch! (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)

Es haben hier mehrere Parteien gesagt: Wenn Sie das machen, was alle Expertinnen und Experten sagen, nämlich die Schulen offenlassen, dann stimmen wir zu. Das war Ihre Entscheidung! Sie brauchen unsere Stimmen nicht, Sie wollten unsere Stimmen nicht. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sich jetzt herzustellen und zu sagen, wir sind schuld an Corona und an Milliardenschäden – bitte, das ist wirklich lächerlich! (Beifall bei der SPÖ.)

Wir haben jetzt ein ähnliches Problem, wie wir es vor wenigen Monaten hatten, nämlich dass das Budget das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben steht  das ist doch unser Problem. Das ist eine vollkommene Makulatur. Wir wissen, dass es um Milliarden danebenliegt, nämlich aufgrund des Lockdowns, und das letzte Mal haben wir als Oppo­sitionsparteien hier darauf hingewiesen: Das Hohe Haus darf wissentlich keine falschen Zahlen beschließen! In einer Nachtaktion hat der Finanzminister ja dann eingesehen, dass das nicht geht, und einen Änderungsantrag vorgelegt, und darin waren viele Fehler, unter anderem die sechs fehlenden Nullen, sodass wir dann fast nur 102 000 Euro statt 102 Milliarden Euro beschlossen hätten.

Wir sagen, wir stehen dieses Mal vor demselben Problem. Das, was wir nicht wollen, sind wieder solche Nachtaktionen. Wir haben deswegen den Vorschlag eingebracht, den Beschluss des Budgets hier im Hohen Haus um zwei, drei, vier Wochen  wie lange der Finanzminister auch immer braucht  zu verschieben, um hier einfach ein solides Zah­lenwerk vorzulegen  nicht über Nacht, sondern in aller Ruhe , damit wir das dann noch heuer beschließen können; damit wir eine realistische Vorschau beschließen und nicht Zahlen, von denen wir alle hier wissen, dass sie niemals halten können, weil dieses Budget durch den Lockdown eins und den Lockdown zwei vollkommen überholt ist.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 64

Wir schlagen deshalb vor – und wir laden auch alle dazu ein, den Vorschlag mitzutra­gen –, dass der Finanzminister die Zeit bekommt, gemeinsam mit den Experten da auch wirklich die richtigen Zahlen einzusetzen.

Das zweite Problem ist, dass das Budget nicht die richtigen Antworten gibt. Es ist dort nicht alles falsch und alles schlecht, da sind auch viele gute Sachen drin, das haben wir ja eine Woche lang im Budgetausschuss diskutiert. Ich darf Ihnen aber ein paar Beispiele dafür bringen, worauf das Budget die falschen Antworten gibt.

Erstens, auf die Frage der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit: Wir wissen, dass wir die höchste Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik haben – es gibt aber weniger Geld, um diese Arbeitslosen wieder in Beschäftigung zu bringen, als es zum Beispiel 2017 gab. Das heißt, in der Hochkonjunktur gab es mehr Geld, um Arbeitslose zu schulen und zu vermitteln, als in der schwersten Krise. Es muss Ihnen doch klar sein, dass das nur zu wenig Geld sein kann!

Ein zweites Beispiel sind die Gemeinden. Die Gemeinden sind der größte Investor (Ruf bei der ÖVP: Die Asfinag ist größer!), und wir wissen, wie wichtig Investitionen sind. Sie ver­lieren laut Zahlen vom Budgetdienst 2,5 Milliarden Euro an Einnahmen  das sind 2,5 Mil­liarden Euro weniger Geld. Sie rühmen sich für dieses Paket, und wir haben es auch unterstützt, wir haben aber gesagt: Es ist zu wenig, dass es 1 Milliarde Euro mehr gibt.

Jetzt kann jeder kurz rechnen: 2,5 Milliarden Euro weniger Einnahmen für die Ge­meinden, 1 Milliarde Euro bekommen sie davon ersetzt. Es fehlen also immer noch 1,5 Milliarden Euro. Werden die Gemeinden weniger investieren, werden sie gleich viel oder werden sie mehr investieren? – Wir alle wissen die Antwort: Sie werden deutlich weniger investieren. Das ist ein Fehler – und darauf machen wir auch aufmerksam –, das fehlt in diesem Budget!

Drittes Beispiel sind die Spitäler: Wir befinden uns in der größten Pandemie seit über 100 Jahren. Der Finanzminister legt ein Budget vor, wir rechnen nach: Da steht drin, dass die Spitäler um, glaube ich, 200 Millionen Euro weniger Geld bekommen. Wir haben uns gedacht: Das kann ja nicht sein Ernst sein, dass die Spitäler während der größten Pandemie seit 100 Jahren 200 Millionen Euro weniger Geld bekommen! Er hat gesagt, er würde mit den Ländern verhandeln, um das zu verbessern. Bis heute haben wir keine Antwort. Bis letzten Freitag hat er gesagt, er würde noch verhandeln, wir haben aber keine Antwort. Sie wollen ein Budget beschließen, in dem während der größten Pan­demie die Spitäler 200 Millionen Euro weniger bekommen. Das kann nicht Ihr Ernst sein!

Nächstes Beispiel: Wir haben gesagt, wir brauchen ein Instrument, um Betriebe zu retten. Schauen wir uns an, wie das bei der AUA passiert ist: Arbeitsplätze sind dort egal, die dürfen so viele Leute kündigen, wie sie wollen. Wirtschaftsstandort, Standortgarantie: egal, es gibt keine. Worauf der Finanzminister aber besonders Wert gelegt hat, ist, dass die Managerboni ausbezahlt werden und die Dividenden für die Eigentümer gesichert sind. (Abg. Deimek: Das sind ja die eigenen Genossen!) Das kann nicht Ihr Ernst sein! So kann man Hilfe nicht organisieren. Eine Hilfe mit Steuergeld muss auch bedeuten, dass es eine Arbeitsplatzgarantie und eine Standortgarantie gibt. (Beifall bei der SPÖ.) Auch müssen die Betriebe ihre Steuern ordentlich bezahlen.

Es gibt noch viele weitere Beispiele. Wir haben einen Entschließungsantrag erarbeitet, damit man diese Fehler nicht macht. Diesen darf ich hier kurz verlesen:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc, Kolleginnen und Kollegen be­treffend „Ein Budget der gebrochenen Versprechen“


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 65

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, die aktuellen, dramatischen Entwicklungen in der Corona-Krise im Budget zu berücksichtigen, die drohende Rekordarbeitslosigkeit von mehr als 500.000 Menschen zu bekämpfen und dem Nationalrat dementsprechende Vorschläge zur Abänderung des Budgets zu unterbreiten“ – Sie sollen ja zwei, drei, vier Wochen Zeit haben – „die insbesondere folgende Maßnahmen enthalten:

1. Milliardeninvestitionen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2021. Darunter Ausbildungsoffensiven in den Bereichen, Pflege, Schule und Kindergarten

2. Eine Stärkung der Kaufkraft für kleine und mittlere Einkommen durch eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes von 55% auf 70% des Letzteinkommens, sowie eine Steuer­senkung im Ausmaß von 5 Milliarden Euro für kleine und mittlere Einkommen.

3. Eine massive Ausweitung der öffentlichen Investitionen: Insbesondere über einen vollständigen Ersatz des Ertragsausfalls der Gemeinden, zusätzliche Investitionen in den Klimaschutz, den sozialen Wohnbau sowie in Kindergärten und Schulen.

4. Die Schaffung einer Stiftung für die Rettung von Arbeitsplätzen und Firmen

5. Mehr Geld für die Gesundheit, insbesondere mehr Mittel für die Spitäler und Kos­tenersatz für die Krankenkassen.“ – Und nicht Kürzung, wie Sie das machen. –

„6. Die Einführung einer Sondersteuer für Onlinekonzerne sowie einer Millionärsabgabe und einer Erbschaftssteuer für Millionenerbschaften“

*****

Das bringt mich zum letzten Punkt: Am Ende des Tages wird sich auch die Frage stellen, wer denn diese Milliardenpakete zahlt. Wer bezahlt denn die Kosten für diese Krise?  Ich kann eines sagen: Der Rechnungshof – wir debattieren ja gerade den Rech­nungs­abschluss – hat diesbezüglich Folgendes vorgelegt: bei Faymann 2015, 2016: Steuern gesenkt; bei Kern 2016, 2017: Steuern gesenkt; bei Kurz 2018: Steuern erhöht (Ruf bei der ÖVP: Welche denn?); bei Kurz 2019: Steuern erhöht! (Bundesministerin Köstinger: Welche denn? – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Die Steuer- und Abgabenquote, lesen Sie es nach im Rechnungshofbericht! Der Rechnungshof lügt nicht, dessen Zahlen können Sie glauben. Er hat das hier vorgelegt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)

Und: Wer zahlt diese höheren Steuern? (Abg. Gödl: Welche Steuer?) – Ich kann es Ihnen sagen: Nicht die Konzerne, nicht die Milliardäre – die zahlen weniger –, sondern die breite Masse zahlt das, die Pensionisten, die Arbeitnehmer, die Selbstständigen, die Kleinen, die EPUs  diese wollen Sie die Rechnung begleichen lassen. Nicht mit uns, das sage ich Ihnen! Wir werden dafür eintreten, dass für die Bezahlung der Krise nicht die Masse aufkommt, sondern diejenigen, die auch gerettet wurden: Die Konzerne und die Milliardäre sollen das zahlen! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)

10.25

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr.in Pamela Rendi-Wagner, MSc

Genossinnen und Genossen

betreffend: Ein Budget der gebrochenen Versprechen


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 66

eingebracht im Zuge der Debatte zum Budgetbegleitgesetz 2021 inklusive General­debatte

Das Budget der Regierung liest sich wie eine Kapitulation vor der größten Be­schäf­tigungs- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Man rühmt sich damit, dass man die – bisher schlecht gemachten – Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft im Jahr 2020 und 2021 „im Budget eingestellt‘ hat. Neue Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie zur Ankurbelung der Konjunktur fehlen. Aufgrund des völligen Versagens der Regierung im Corona-Krisen Management – in den USA sind unter einem Präsidenten Trump die Zahl der Neuinfektionen geringer als in Österreich – musste ein zweiter Lockdown beschlossen werden und man muss mit lockdownähnlichen Maß­nahmen bis Jahresende rechnen. Im Budget dürfte also kein Stein auf dem anderen bleiben – stattdessen beschließt die Regierung ein Budget, das zu einem Zeitpunkt verhandelt wurde, wo die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch bei 300 bis 600 und nicht bei 6.000 bis 8.000 lag. Schon zuvor war zur Bekämpfung der höchsten Arbeits­losigkeit in der Geschichte der Zweiten Republik zu wenig Geld vorhanden – das gilt angesichts der dramatischen Verschärfung der Corona-Krise in Österreich in den letzten Wochen umso mehr.

Das WIFO hat angesichts der dramatischen Entwicklung ein Risikoszenario berechnet. Demnach kommt es in Österreich 2020 zu einem Wirtschaftseinbruch von über 9% und – schlimmer noch – die wirtschaftliche Erholung für das nächste Jahr ist abgesagt.

Dem Gesundheitssystem fehlen dadurch Milliarden an Einnahmen, in den Spitälern und bei den Krankenkassen. Die Bundesregierung hat im Budget bis dato dazu keine Kompensation vorgesehen.

Es wäre hoch an der Zeit entschieden gegen diese dramatischen Entwicklungen mit Rekordarbeitslosigkeit und Rekordpleiten der österreichischen Unternehmen vorzu­gehen. Was aber macht die Bundesregierung im Budget stattdessen?

• Ein Arbeitsmarktbudget in Zeiten der größten Arbeitslosigkeit KLEINER als in der Hochkonjunktur 2017

Wie Medien bereits berichtet haben, hat die Regierung ein Arbeitsmarktbudget (Aktive Arbeitsmarktpolitik, AMS) vorgelegt, dass pro Arbeitslosen sogar ein geringeres För­derbudget als in Zeiten der Hochkonjunktur 2017 vorsieht. Dabei müsste es in der größten Arbeitsmarktkrise auch das größte Arbeitsmarktbudget geben. Jetzt rächt sich auch, dass unter der Regierung Kurz sinnvolle Beschäftigungsprogramme – wie die Aktion 20.000 – aus rein ideologischen Gründen abgedreht wurden. Man könnte diese Beschäftigungsprogramme heute gut nutzen, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen.

• Steuersenkung ist abgesagt – keine Stärkung der kleinen und mittleren Einkommen

Eigentlich hätte die zweite Etappe der Steuerreform 2022 folgen sollen – im Budget ist bis 2024 aber keine weitere Steuersenkung vorgesehen. Es wäre jetzt der passende Zeitpunkt eine Steuersenkung derart zu gestalten, dass kleine und mittlere Einkommen besonders profitieren um damit den Konsum zu stabilisieren. Die geplante Senkung der Körperschaftssteuer sollte hingegen jedenfalls gestrichen werden. Menschen, die aufgrund des Corona-Missmanagement der Regierung arbeitslos wurden, werden mit Einmalzahlungen abgespeist und müssen mit rund der Hälfte ihres früheren Ein­kommens über die Runden kommen, viele von ihnen schon seit Monaten. Zahlreiche Anträge der SPÖ auf eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70% wurden von den Regierungsfraktionen abgelehnt.

• Keine nennenswerte Ausweitung der öffentlichen Investitionen


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 67

In Zeiten der Krise halten sich Unternehmen mit Investitionen zurück. In der aktuellen WIFO Prognose hat das Institut vorgerechnet, dass 34% der Unternehmen keine Investitionen mehr planen und 40% der Unternehmen wollen Investitionen aufgrund der Krise verschieben. Hier müsste der Staat einspringen: mit einem Vorziehen von Investitionen und einem umfassenden Paket für den Klimaschutz (thermische Sanierung etc.). Dazu findet sich im Budget sehr wenig. Für den Klimaschutz gibt es ein Mini-Paket von wenigen hunderten Millionen Euro. Dabei könnte eine jährliche Klimaschutzmilliarde viele Arbeitsplätze schaffen. Ebenso wissen alle, dass Pflege, Kinderbetreuung oder auch das Gesundheitssystem ausgebaut werden müssen. Zukunftsinvestitionen muss man mit der Lupe suchen. 

• Keine Initiative zur Rettung von Arbeitsplätzen, kein Paket gegen Firmenabwan­derungen

Swarovski, ATB, MAN ... die Liste der Unternehmen, die Mitarbeiter abbauen oder ganze Standorte auflösen bzw. ins kostengünstigere Ausland verlagern, wird immer länger. Die SPÖ hat bereits eine Initiative zur Rettung von Arbeitsplätzen und Firmen eingebracht. Von Seiten der Regierung gibt es im Budget aber bisher keinerlei Initiativen, auch kein Paket gegen Firmenabwanderungen ins Ausland.

• Wer zahlt die Krise? Diese Frage wird im Budget nicht beantwortet

Die einzige Einsparungsmaßnahme, die von der Regierung gesetzt wird, ist die Streichung der abschlagsfreien Pension nach 45 Jahre. Der Bauarbeiter, der nach 45 Jahren in Pension geht, wird also als erstes zur Kassa gebeten. Eine gerechte Be­steuerung von Krisengewinnern wie Amazon oder Millionären, die in Österreich keine Steuern zahlen, gibt es nicht.

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, die aktuellen, dramatischen Entwicklungen in der Corona-Krise im Budget zu berücksichtigen, die drohende Rekordarbeitslosigkeit von mehr als 500.000 Menschen zu bekämpfen und dem Nationalrat dementsprechende Vorschläge zur Abänderung des Budgets zu unterbreiten, die insbesondere folgende Maßnahmen enthalten:

1. Milliardeninvestitionen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2021. Darunter Ausbildungsoffensiven in den Bereichen, Pflege, Schule und Kindergarten

2. Eine Stärkung der Kaufkraft für kleine und mittlere Einkommen durch eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes von 55% auf 70% des Letzteinkommens, sowie eine Steuer­senkung im Ausmaß von 5 Milliarden Euro für kleine und mittlere Einkommen.

3. Eine massive Ausweitung der öffentlichen Investitionen:

Insbesondere über einen vollständigen Ersatz des Ertragsausfalls der Gemeinden, zusätzliche Investitionen in den Klimaschutz, den sozialen Wohnbau sowie in Kinder­gärten und Schulen.

4. Die Schaffung einer Stiftung für die Rettung von Arbeitsplätzen und Firmen

5. Mehr Geld für die Gesundheit, insbesondere mehr Mittel für die Spitäler und Kos­ten­ersatz für die Krankenkassen.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 68

6. Die Einführung einer Sondersteuer für Onlinekonzerne sowie einer Millionärsabgabe und einer Erbschaftssteuer für Millionenerbschaften“

*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht, ausreichend unterstützt und steht somit mit in Verhandlung.

Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Schwarz. – Bitte.


10.26.21

Abgeordneter Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich möchte gleich auf die drei wesentlichen Schwerpunkte des Budgets eingehen. Erlauben Sie mir aber kurz noch eine Replik auf die Ausführungen des Abgeordneten Krainer! Ja, dieses Budget 2021 entsteht unter äußerst schwierigen Bedingungen, und – keine Frage –, der Lockdown wird massive Auswirkungen auf das Budget haben, auf das heurige aber. Jetzt diskutieren wir das Budget für 2021, und da ist es wichtig, dass wir es auf Basis des besten Wissensstandes zum jetzigen Zeitpunkt erstellen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Wifo-Prognose ist halt der beste Wissensstand, der uns zur Verfügung steht. Das wurde auch aktualisiert – und zwar nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, sondern schon letzte Woche. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeord­neten der ÖVP.)

Noch kurz zur Abstimmung in Bezug auf die Verordnung zum Lockdown: Sie wissen, dass die Frage der Schulschließungen nicht in dieser Verordnung geregelt wurde, das heißt, Sie haben nicht wegen der Schulschließungen dagegengestimmt, sondern aus irgendwelchen anderen, unerklärlichen Gründen. Das können Sie dann vielleicht noch im Detail erklären.

Über 40 Millionen Menschen sind bisher weltweit bereits an Corona erkrankt und über eine Million Menschen sind daran gestorben. Auch wenn manche, insbesondere von Ihrer Fraktion (in Richtung FPÖ), das noch immer nicht einsehen wollen: In dieser Phase, wie auch in jeder anderen, hat der Schutz von Menschenleben und der Gesundheit oberste Priorität, und die Bundesregierung nimmt diese Verantwortung wahr und stellt auch die Budgetmittel zur Verfügung, um diese Epidemie wirksam zu bekämpfen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: ... könnte die Spitäler nennen!)

Im Gesundheitsbereich werden 50 Prozent mehr Mittel zur Verfügung gestellt, statt 1,2 Milliarden Euro 1,8 Milliarden Euro. Damit können Coronatests, die Grippeimpfung, Screeningprogramme, Schutzausrüstung und auch ein hoffentlich bald tauglicher Coronaimpfstoff finanziert werden, damit diese Epidemie dann auch in den Griff gebracht wird.

Der zweite Schwerpunkt im Budget, neben dem Gesundheitsbereich, ist der Bereich der durch die Coronakrise bedingten Wirtschaftskrise, die Private, aber auch Unternehmen schwer in Bedrängnis gebracht hat. Samt Garantien und steuerlichen Maßnahmen gibt es ein Paket von bis zu 10 Milliarden Euro, in dem es um den Fixkostenzuschuss, den Verlustrücktrag und andere Maßnahmen geht, um Unternehmen, Vereine, den Non-Profit-Bereich, Selbstständige und so weiter durch diese Krise zu bringen.

1 Milliarde Euro stehen über die Investitionsprämie, das Kommunalinvestitionsgesetz allein im Jahr 2021 für Investitionen zur Verfügung. Gleichzeitig sind für den Arbeitsmarkt 2 Milliarden Euro über die Kurzarbeit, die Arbeitsstiftung, den Bildungsbonus und Zuschüsse zum Ausgleichstaxfonds vorgesehen, damit die Unternehmen gut durch die Krise kommen, damit die Leute ihre Jobs behalten können und die Familien nicht in die


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 69

Armut abrutschen. Laut Wifo ist das auch gut gelungen. Gerade bei den unteren Einkommen hat es seit der Krise sogar einen leichten Anstieg der verfügbaren Einkom­men gegeben.

All diese Maßnahmen im Gesundheitsbereich und im Wirtschaftsbereich sind wichtig, sie sind aber nicht alles. Ich bin ja letzte Woche zum ersten Mal Vater geworden. Jetzt bin ich zu Hause täglich mit jemandem konfrontiert, dem diese Coronakrise herzlich egal ist. (Allgemeiner Beifall.) – Danke. Generell halten sich die politischen Interessen meines Sohnes ziemlich in Grenzen, außer beim Thema Ernährung, da gibt es immer wieder heiße Auseinandersetzungen. Das wird in 20 oder 30 Jahren aber anders sein. Mein Sohn wird kritisch auf diese Zeit zurückschauen und sich fragen: Haben wir im Jahr 2021 die Weichen richtig gestellt?

Auch für uns, glaube ich, ist diese Perspektive wichtig, auch für Sie. Es gibt in der Zukunft genug Unvorhersehbares, eines aber ist gewiss – denn die Regeln, die Gesetze der Atmosphärenphysik sind da einfach zu widerstandsfähig –: Die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden uns beschäftigen. Wir wissen, was es kostet, wenn wir nicht handeln, und wir wissen, welche Chancen sich auftun, wenn wir handeln und wenn wir es schaffen, die Emissionen in den nächsten 20 Jahren in Richtung null zu drücken. Deshalb ist dieses Klimabudget, die Klimamilliarde, die wir versprochen haben – und hiermit haben wir dieses Versprechen auch eingehalten –, ein wirklicher Meilenstein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Zusätzlich 100 Millionen Euro für klimafreundliche Innovationen und Technologien, mehr als 450 Millionen Euro zusätzlich im Bereich öffentlicher Verkehr und Bahn, 220 Mil­lionen Euro mehr für Umweltschutz und erneuerbare Energien; und da gibt es noch zig andere Maßnahmen, das sind aber einmal die wesentlichsten.

Ich denke, das zeichnet gerade die Arbeit dieser Bundesregierung und auch dieses Budgets – vielen Dank, Herr Finanzminister! – aus: dass man trotz der immensen Herausforderungen, die durch die Gesundheitskrise entstehen, auch diese langfristige Perspektive nicht aus den Augen verliert und die akute Krise sowie die langfristige Klimakrise gleichzeitig bekämpft.

Ich bringe dann noch einen Abänderungsantrag zum Budgetbegleitgesetz der Abge­ordneten Obernosterer, Jakob Schwarz, Kolleginnen und Kollegen ein, mit dem in Artikel 34 das Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz abgeändert wird, um ein Bundesamt für Verbrauchergesundheit zu errichten, und das Büro für Tabakkoordination geschaffen werden soll.

Ich bitte um Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

10.31


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der Antrag liegt am Präsidium nicht vor und kann daher nicht als eingebracht gelten. Ich würde bitten, dass Sie uns den Antrag am Präsidium geben und das dann beim nächsten Mal tun.

Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Fuchs. – Bitte.


10.32.08

Abgeordneter MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Geschätzte Öster­reicherinnen und Österreicher! Eingangs möchte ich einen Spruch von Benjamin Franklin zitieren: „Wer versagt sich vorzubereiten, bereitet sein Versagen vor.“ – Das beschreibt die aktuelle Situation der Bundesregierung recht trefflich. Die Bundes­regierung hätte mehr als ein halbes Jahr Zeit gehabt, um sich auf ein Corona-Worst-Case-Szenario vorzubereiten. Statt diese Zeit sinnvoll zu nutzen und ihre Hausaufgaben


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 70

zu machen, hat die Bundesregierung ihre Serie an inhaltsleeren und lediglich chaosstiftenden Pressekonferenzen fortgesetzt. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Brandweiner.)

Ich darf nur daran erinnern, wie oft wir eine Ankündigung der Ankündigung gehört haben. Das Ergebnis ist ein maximaler Schaden für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und das Gesund­heitswesen. Dieser Lockdown hätte verhindert werden können und auch müssen. (Bei­fall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.)

Begonnen hat die Budgetwoche am 6. November 2020 mit dem Budgethearing. Am 6. November ist die Bevölkerung noch davon ausgegangen, dass der sogenannte Lockdown light, also der zweite Lockdown, bis 30. November dauern wird. Im Budget­hearing hat aber bereits der Regierungsexperte Prof. Badelt aufhorchen lassen, denn er ist bereits damals, am 6. November, davon ausgegangen, dass dieser Lockdown bis eine Woche vor Weihnachten dauern wird. Nun frage ich mich schon: Woher weiß das der Regierungsexperte Prof. Badelt bereits am 6. November? – Die Antwort ist nahe­liegend.

Zeitgleich haben damals bereits etliche Skigebiete das Skiopening auf den 17. Dezem­ber, also eine Woche vor Weihnachten, verschoben, und da frage ich mich schon, woher bestimmte Unternehmer immer mehr wissen als die Bevölkerung (Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller) oder wir Parlamentarier. (Beifall bei der FPÖ.)

Auch in Wien hatten wir einen prominenten Fall, dass ein mit dem Bundeskanzler befreundeter Unternehmer die Schließung seines Lokals bereits zu einem Zeitpunkt angekündigt hat, zu dem die Bevölkerung noch keine Kenntnis über die Details des bevorstehenden zweiten Lockdowns hatte. Diese einseitige Informationsweitergabe durch die Bundesregierung muss ein Ende haben.

Letzten Freitag hatten wir die Schlussberatungen im Budgetausschuss, und am Freitag titelte der „Kurier“ bereits: „,Gefahr im Verzug‘: So soll der neue, harte Lockdown aus­sehen“. – Und was, glauben Sie, hat mir Herr Finanzminister Blümel am Freitag geantwortet, als ich ihn nach den budgetären Auswirkungen des harten Lockdowns gefragt habe? – Nun, Finanzminister Blümel erklärte mir, dass er es nicht sagen kann. Was aber war seine Begründung? – Weil er nicht weiß, was in dieser Verordnung über den harten Lockdown drinnen stehen wird, die er gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Bundesregierung am nächsten Tag bekannt gegeben hat. (Ruf bei der FPÖ: Unglaublich!) Das heißt, der „Kurier“ und andere Medien wussten, was in dieser Verordnung steht (Abg. Loacker: Der „Kurier“ ist ja eine Abteilung von der ÖVP!), der Finanzminister wusste es nicht, und die Konsequenzen des zweiten Lockdowns, des harten Lockdowns, sind auch nicht in diesem Budget enthalten. Daher ist dieses Budget bereits vor der Beschlussfassung Makulatur. (Beifall bei der FPÖ.)

Auch eine weitere Aussage des Finanzministers hat im Budgetausschuss für Kopf­schütteln gesorgt. Laut Finanzminister wird die Steuerreform, so wie im schwarz-grünen Regierungsprogramm beziehungsweise im Ministerratsvortrag vom 30.1.2020 vorge­sehen, auch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. Der Finanzminister ver­heimlichte aber auch nicht, dass diese Steuerreform im Bundesfinanzrahmengesetz 2021 bis 2024 nicht berücksichtigt ist. Jetzt kann man daraus zwei mögliche Schlüsse ziehen: Entweder wird es keine Steuerreform geben oder das Budget ist wieder einmal unvollständig.

Der Lockdown light wurde im Budget 2021 mit circa 1,6 Milliarden Euro berücksichtigt. Der harte Lockdown ist – wie bereits erwähnt – im Budget 2021 nicht abgebildet und wird auch nicht abgebildet werden, obwohl der Finanzminister hiezu noch einige Tage Zeit hätte. Es gibt ja einen Antrag der SPÖ, die Beschlussfassung über dieses Bud­get zu verschieben, bis der Finanzminister ein ordentliches Budget vorlegt. Der


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Finanzminister findet es aber – wir sind es bereits vom Budget 2020 gewohnt – nicht der Mühe wert, ein Budget unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen vorzulegen.

Lassen Sie mich abschließend noch auf den Lockdown-Umsatzersatz eingehen: Grund­sätzlich ist diese Hilfsmaßnahme zu begrüßen, weil sie zum ersten Mal relativ unbüro­kratisch über die Finanzonline-Plattform beantragt werden kann. Der Umsatzersatz be­trägt grundsätzlich einen bestimmten Prozentsatz des Umsatzes im Vergleichszeitraum November 2019, und nun frage ich Sie: Wer weiß am besten über die Umsätze der Unternehmer Bescheid? – Natürlich die Finanzämter, weil die Unternehmer ihre Umsätze in der Regel monatlich an die Finanzämter melden müssen. Warum wird dieser Antrag dann von der Cofag abgewickelt, der die Daten erst von den Finanzämtern übermittelt werden müssen? Das ist vollkommen unverständlich. Richtigerweise müssten für den Lockdown-Umsatzersatz die Finanzämter zuständig sein, und dann könnte man den Lockdown-Umsatzersatz auch antragslos – so wie bei der Familien­beihilfe – ausgestalten. Das aber wäre dem Finanzminister wohl zu unbürokratisch und zu transparent, und Transparenz scheut die Bundesregierung wie der Teufel das Weih­wasser. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)

10.39


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Abgeordneter Ottenschläger ist zu Wort gemel­det. – Bitte.


10.39.37

Abgeordneter Andreas Ottenschläger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Eigentlich wollte ich jetzt an dieser Stelle über die hohen Beträge, die dieses Budget beinhaltet, die in die Infrastruktur investiert werden, reden, wozu wir auch den Rahmenplan beschließen werden – mein Kollege Singer wird das noch näher ausführen. Ich muss aber die Zeit nutzen, um ein paar Dinge klarzustellen, die heute hier und auch in den letzten Tagen medial verbreitet wurden.

Von Rot und Blau bin ich eigentlich nichts anderes gewohnt, bei den NEOS aber hatte ich ja immer wieder doch noch die Hoffnung, dass wir gemeinsam an konstruktiven Lösungen arbeiten können. Wenn ich einer Aussendung vom Sonntag entnehme, „Betriebe brauchen endlich Verlässlichkeit und rasche Hilfe“, dann sind wir ja einer Meinung, wenn da aber interessanterweise steht, „Umsatzersatz ist das falsche Instru­ment“, wo doch ein von mir geschätzter Kollege das letzte Woche noch sehr begrüßt hat und geschrieben hat: In 5 Minuten ratzfatz erledigt; danke, Gernot Blümel!, und jetzt wird genau das kritisiert, dann verstehe ich die Welt nicht mehr, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Maurer und Rössler.)

Sie, Frau Kollegin Meinl-Reisinger, haben hier das Beispiel der Friseurin gebracht: Genau diese Betriebe, genau die Friseurin, der Friseur bekommen unbürokratisch und rasch diese 80 Prozent Umsatzersatz. Also schüren Sie hier nicht Unsicherheit gegen­über den Unternehmerinnen und Unternehmern, das haben diese sich nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP.)

Dann ist die Rede davon, dass es zu einer Überkompensation kommt. Von Frau Kollegin Doppelbauer – sie wird nach mir sprechen – wird kritisiert, dass die Kurzarbeit beim Umsatzersatz gegengerechnet wird. Reden Sie mit den Unternehmern, fragen Sie einmal, was jetzt wirklich los ist! Sie brauchen diesen Umsatzersatz, damit sie auch im Dezember die Löhne und Gehälter entsprechend bezahlen können! Das ist keine Überkompensation, sondern eine gute Möglichkeit, jetzt rasch und unbürokratisch für Liquidität in den Betrieben zu sorgen, und deswegen verstehe ich diese Kritik überhaupt nicht.


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Meine Damen und Herren, es wird von Rechtssicherheit gesprochen und gleichzeitig werden die 20 Prozent und 40 Prozent und 60 Prozent Umsatzersatz im Handel kritisiert. Es ist deswegen notwendig, da eine Differenzierung vorzunehmen, weil nicht jeder Betrieb gleich funktioniert – das sollten Sie ja wissen. Zum Beispiel gibt es unter­schiedliche Roherträge auf die Waren; es gibt Waren, die verderblich sind, und welche, die nicht so verderblich sind, und um da entsprechende Rechtssicherheit zu schaffen und ein faires Modell zu kreieren, müssen wir da auch Unterscheidungen treffen. Das schafft Rechtssicherheit und das schafft schnelle und rasche Hilfe für unsere Betriebe, die dringend notwendig ist. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Maurer und Jakob Schwarz.)

Ich bin ja wirklich sehr, sehr neugierig: Ich habe begonnen, das rot-pinke – es ist eigent­lich ein rotes – Regierungsprogramm von Wien zu studieren. (Zwischenruf bei den NEOS.) Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin sehr neugierig, wo man da einen wirt­schaftsliberalen Ansatz erkennen kann. Ich habe ihn noch nicht gefunden. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ernst-Dziedzic und Maurer. – Ruf: Macht nichts!)

10.43


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Abgeordnete Doppelbauer ist als Nächste zu Wort gemeldet. – Bitte.


10.43.52

Abgeordnete Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Lassen Sie mich auf meinen Vorredner eingehen und das ganz kurz kommentieren. Nur weil Sie es nicht schaffen, die Mittel und die Instrumente, die die Europäische Kommission so sicher – aus unserer Sicht auch treffsicher – zur Verfügung stellt, umzusetzen und hier ohne Strategie von einem Chaos in die nächste Chaospartie hüpfen, brauchen Sie nicht zu glauben, dass wir uns damit nicht beschäftigt haben. Wir wollen den Unternehmerinnen und Unternehmern helfen, aber wir wollen, dass das auf Rechtssicherheit beruht, und wir wollen, dass es für die Steuerzahler effizient ist. (Beifall bei den NEOS.)

Herr Finanzminister, Sie haben uns vor ungefähr einem Monat den Entwurf Ihres Bud­gets für 2021 vorgelegt – das war vor dem leichten Lockdown, es war vor allem aber vor dem harten Lockdown, der heute um 0 Uhr in Kraft getreten ist. Das haben Sie trotz aller entsprechenden Warnungen gemacht, und Sie waren halt nicht vorbereitet. Diesbezüg­lich sind wir nicht die Einzigen, die das sagen, es wurde schon von vielen Seiten attes­tiert, dass im Sommer vieles verschlafen worden ist – auf jeden Fall wurde verschlafen, eine entsprechende Abbildung dieses Lockdowns im Budget darzustellen.

Damit legen Sie uns jetzt schon ein zweites Mal in Folge ein Budget vor, bei dem in der Woche des Beschlusses eigentlich schon ganz klar ist, dass es nicht halten wird. Woran machen wir das fest? – Das ist eigentlich ganz simpel: Die Einnahmen werden nicht halten, sie werden geringer ausfallen, und die Ausgaben werden höher ausfallen. Wir gehen von einer Staatsverschuldung aus – und nicht nur wir, sondern auch ganz viele Experten und Wirtschaftsforscher –, die weit über 90 Prozent liegen wird, nicht bei den 85 Prozent, die Sie im Augenblick kolportieren. Darüber hinaus möchte ich auch ganz klar sagen: Falls es im Winter zu einem dritten Lockdown kommt, dann können Sie auch dieses Budget wieder in den Papierkübel schmeißen.

Was fällt mir auf? – Es ist jetzt das zweite Budget, das aus Ihrer Feder stammt, und da erkennt man ja dann die ersten Muster. Das erste Muster, das sich ganz klar abzeichnet, ist, dass auch dieses Budget wieder mit sehr, sehr zittriger Hand verfasst wurde. Es ist ein bisschen so, als ob ein Kaninchen vor der berühmten Schlange sitzt und sich dann überlegt: Tue ich etwas? Tue ich nix? Tue ich etwas? Tue ich nix? – In Ihrer


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 73

Ausgestaltung schaut die Strategie offenbar so aus: Ich tue lieber nichts, bevor ich irgendetwas falsch mache. (Beifall bei den NEOS.) Eine mutige und weitreichende Budgetpolitik finden wir hier jedenfalls nicht.

Das Zweite – und das wiegt aus meiner Sicht eigentlich schwerer – ist einfach das, dass Sie Ihre Wählerinnen und Wähler offensichtlich wieder einmal täuschen. Sie haben im Wahlkampf immer davon gesprochen, dass das Budget Visionen für Österreichs Zukunft enthalten würde, es würde die Menschen entlasten, es würde die Unternehmen entlasten. Was aber fehlt und was hier nicht drinnen ist, ist irgendetwas von dem, was Sie gesagt haben.

Es fehlen zukunftsweisende Investitionen in Bildung, in Digitalisierung und es fehlen vor allem die ganz, ganz wichtigen Reformen. Oder wo findet sich – das wurde schon angesprochen – in diesem Rahmen die ökologische Steuerreform? Wo ist die Entlastung des Faktors Arbeit geblieben? Die kalte Progression wird offenbar wieder nicht abge­schafft, von einer Pensionsreform träumen wir offenbar weiter; und betreffend den Finanzausgleich: Ja, das haben Sie gemacht – das haben Sie auf 2024 verschoben! (Abg. Zarits: ... Stadt Wien!)

Natürlich kommt jetzt von der Bundesregierung die Geschichte: Es ist ja alles so schwierig, weil wir jetzt gerade mitten in der Krise sind, da kann man nicht alles gleich­zeitig machen. – Ich widerspreche da auf das Schärfste! Wann, wenn nicht jetzt, müssen denn diese Reformen angegangen werden? Jetzt müssen die Weichen gestellt werden, um eben in die Zukunft gehen zu können!

So ist es jedenfalls ein No-Future-Budget; es ist vor allem wirklich ein Budget, das Jung gegen Alt ausspielt, und es ist ein Budget, das auf dem Rücken der jungen Menschen in unserem Land ausgetragen wird. Lassen Sie mich sagen, was ich damit meine, wenn ich das sage, und was wir NEOS da anders, was wir vor allem besser machen würden!

Erstens – das wäre irgendwie Part Ihrer Jobdescription – wäre es natürlich schon schön, wenn Sie einen Bundeshaushalt erstellen würden, der die Chance hat, auch zu halten. Das wird nicht passieren: Die Einnahmen werden um circa 3 Milliarden Euro geringer ausfallen, so die Schätzungen der Wirtschaftsexperten, und die Ausgaben werden definitiv höher liegen.

Ich gebe Ihnen nur ein Beispiel dafür: Für 2021 haben Sie im Budget eingerechnet, dass es leider circa 400 000 Arbeitslose geben wird. Das ist auch so budgetiert. Jetzt haben wir den harten Lockdown – da gibt es vorsichtige Berechnungen und Schätzungen, bei denen es heißt, es werden wahrscheinlich eher 450 000 Arbeitslose sein. Summa sum­marum kostet das 30 000 Euro pro Arbeitslosem, das weiß man aus Berechnungen, das heißt, das sind schon 1,5 Milliarden Euro mehr, die nicht abgebildet sind – und da gehe ich jetzt noch gar nicht so weit, wie es schon viele Interessenvereinigungen machen, die davon ausgehen, dass auch diese Zahl von 450 000 arbeitslosen Menschen nicht halten wird. – Es werden die Ausgaben auf jeden Fall sehr viel höher ausfallen.

Darüber hinaus fehlen die Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung. Ich weiß schon, man sagt immer, man hat da mehr Geld in die Hand genommen. – Ja, aber das ist nicht ausreichend! Wir hinken nach wie vor den Besten der Welt hinterher und wir hinken nach wie vor dem EU-Durchschnitt hinterher.

Ich könnte jetzt noch viel zur aufkommensneutralen Ökologisierung des Steuersystems, was uns besonders wichtig ist, sagen, und besonders wichtig ist dabei eben auch die gleichzeitige Entlastung des Faktors Arbeit. Worum geht es nämlich? – Es geht darum, den Standort wieder fit für die Zukunft zu machen. Wir alle hier wissen, dass ein Arbeit­nehmer in Österreich 8 Prozent mehr kostet als in Deutschland, daher muss man einfach


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 74

sagen: Da braucht es entschlossene Schritte der Bundesregierung. Das wäre auch ein Turbo aus der Krise heraus.

Ich weiß, Wirtschaftsforscher und -experten sagen natürlich – nicht öffentlich, aber durchaus hinter vorgehaltener Hand, und ich will es hier auf den Punkt bringen –: Dieser Haushaltsentwurf ist lustlos, budgetierter Dilettantismus. In keinem seriösen Unterneh­men würden Sie damit durchkommen, das wissen Sie aber, glaube ich, selbst. Das sind chaotische Wirtschaftshilfen, das ist fehlende Planbarkeit für die Unternehmerinnen und Unternehmer. Es sind viel zu wenige Impulse für die Konjunkturbelebung, vor allem fehlen eben die wichtigen Reformen. Diese Bundesregierung bringt es einfach nicht auf den Boden.

Wer zahlt die Rechnung? – Die Rechnung zahlt die nächste Generation, es ist schon angesprochen worden. Es wird dramatische Einschnitte geben. Dieser harte Lockdown wird uns ungefähr fünf Jahre kosten, sagen die Wirtschaftsforscher. Das ist natürlich dramatisch, es ist vor allem dramatisch für die persönlichen Auswirkungen auf die Betroffenen in diesem Land.

Deswegen bringen wir heute einen Abänderungsantrag der Abgeordneten Karin Doppelbauer und Gerald Loacker zum Budgetbegleitgesetz ein. Dieser wurde im Saal verteilt, wie mir bekannt ist.

Ich möchte ihn wie folgt begründen: Bei allem, was da über die Erwerbstätigen und die Schülerinnen und Schüler hereinbricht, ist es wirklich der falsche Zeitpunkt für Pensions­geschenke mit der Gießkanne. Kein Angestellter wird 3,5 Prozent Gehaltserhöhung bekommen, daher sollten auch die PensionistInnen, die weder von Kurzarbeit noch von Arbeitslosigkeit betroffen sind, genau die Erhöhung bekommen, die das Gesetz auch vorsieht, nämlich die Inflationsrate. (Beifall bei den NEOS.)

Alles andere ist gesellschaftspolitischer Zündstoff. Lassen Sie sich da in Ihrem politi­schem Handeln nicht nur von Ihren Umfragen leiten! Hören Sie vor allem auch auf Menschen, die sich in der Krise um ihre Zukunft sorgen, weil sie eben nicht finanziell abgesichert sind! Hören Sie auf Menschen, die etwas unternehmen, auf Menschen, deren Bildungschancen und deren Berufsweg auf dem Spiel steht! Und hören Sie vor allem auch auf Menschen, die langsam, aber sicher jeden Glauben an die Zukunft verlieren!

Wenn das Budget in Zahlen gegossene Politik ist, dann frage ich mich wirklich: Wo führen Sie dieses Land hin? Es geht nicht immer darum, Wahlen zu gewinnen – das wird jetzt schwierig nachzuvollziehen sein –, es geht vor allem darum, den Bürgerinnen und Bürgern aufzuzeigen, wo die Perspektive für die Zukunft ist, wie man dieses Land aus der Krise herausführt und Resilienz für die Zukunft aufbaut. Es geht letztendlich um den sozialen Frieden.

Sie schaffen durch Ihr politisches Handeln Gewinner und Sie schaffen Verlierer. Hören Sie bitte auf, dieses Land zu spalten! (Beifall bei den NEOS.)

10.52

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Abänderungsantrag

der Abgeordneten Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen

zum Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (408 dB): Bundes­gesetz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gewährung eines Bundes-zuschusses und


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sonstiger Förderungen aus Anlass der 100. Wiederkehr des Jahrestages der Volks­abstimmung in Kärnten (Abstimmungsspendegesetz 2020), ein Bundesgesetz über einen Zweckzuschuss aufgrund der Abschaffung des Zugriffs auf Vermögen bei Unter­bringung von Personen in stationären Pflegeeinrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024, ein Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes an Covid-19-Impfungen und -Schnelltests Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden, ein Bundesgesetz über die Finanzierung des Vereins für Konsumenteninformation im Jahr 2021 und ein Bundesgesetz zur Bekämpfung pandemiebedingter Armutsfolgen (COVID-19-Gesetz-Armut) erlassen sowie das Gebührenanspruchsgesetz, das Gerichtsorgani­sationsgesetz, das Sachverständigen- und Dolmetschergesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds, das COVID-19-Förderungsprüfungsgesetz, das Buchhaltungsagenturgesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds, das Finanzausgleichgesetz 2017, das Familienlastenausgleichsgesetz 1967, das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungs­gesetz, das Arbeitsmarktservicegesetz, das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädi­gungs­gesetz 1957, das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz, das Betriebliche Mit­arbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz, das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialversicherungsgesetz, das Kriegsopferversorgungsgesetz 1957, das Opferfürsorgegesetz, das Impfschaden­gesetz, das Verbrechensopfergesetz, das Heimopferrentengesetz, das Pensionsgesetz 1965, das Bundestheaterpensionsgesetz, das Bundesbahn-Pensionsgesetz, das Nacht­schwerarbeitsgesetz, das Behinderteneinstellungsgesetz, das Covid-19-Zweckzu­schuss­gesetz, das Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz, das Universitätsgesetz 2002, das Forschungsförderungsgesellschaftsgesetz, das Bundesmuseen-Gesetz 2002 und das Luftfahrtgesetz geändert werden (Budgetbegleitgesetz 2021) (440 d.B.) - TOP1

Der Nationalrat wolle in zweiter Lesung beschließen:

Der dem eingangs bezeichneten Ausschussbericht angeschlossene Gesetzesentwurf wird wie folgt geändert:

1. Artikel 16 (Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) lautet wie folgt:

"Artikel 16

Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes

Das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz – ASVG, BGBl. Nr. 189/1955, zuletzt geän­dert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 105/2020, wird wie folgt geändert:

Nach § 743 wird folgender § 744 samt Überschrift angefügt:

„Pensionsanpassung 2021

§ 744. (1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a ist die Pensionserhöhung für das Kalenderjahr 2021 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen

1. wenn es nicht mehr als 2 333 € monatlich beträgt, um 1,5%;

2. wenn es über 2 333 € monatlich beträgt, um 35 €.

(2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2020 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2020 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2020 durch die


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 76

Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionen­begrenzungsgesetz, BGBl. 1 Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2020 darauf Anspruch hat. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen:

1. eine Hinterbliebenenpension in der Höhe, in der sie im Dezember 2020 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer Erhöhung nach § 264 Abs. 6 oder einer Verminderung nach § 264 Abs. 6a gebührt hat;

2. eine Invaliditäts(Berufsunfähigkeits)pension in der Höhe, in der sie im Dezember 2020 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer sich nach § 254 Abs. 6 und 7 ergebenden Teilpension gebührt hat.

(3) Bezieht eine Person zwei oder mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pen­sionsversicherung, die zum Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 zählen, so ist der Erhöhungsbetrag nach Abs. 1 auf die einzelne Pension im Verhältnis der Pensionen zueinander aufzuteilen.

(4) Bei Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2020 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt, ist abweichend von den Abs. 1 und 2 die mit dem Hundertsatz von 60 bemessene Pension mit dem Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2021 zu vervielfachen.

(5) Abweichend von § 293 Abs. 2 sind die Ausgleichszulagenrichtsätze einschließlich der Richtsatzerhöhung für Kinder für das Kalenderjahr 2021 nicht mit dem Anpas­sungsfaktor, sondern mit dem Faktor 1,035 zu vervielfachen.

(6) Rechtsträger, die Leistungen nach Abs. 2 dritter Satz auszahlen, haben die Höhe dieser Leistungen dem zuständigen Pensionsversicherungsträger mitzuteilen. Der Pen­sionsversicherungsträger hat sodann diesen Rechtsträgern das Gesamtpensions­einkommen nach Abs. 2 mitzuteilen.

(7) (Verfassungsbestimmung) Die Anpassung für das Kalenderjahr 2021 von Leis­tungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. 1 Nr. 46/2014, erfasst sind, darf die Erhöhung nach Abs. 1 unter Heranziehung des Gesamtpensions­einkom­mens (Abs. 2) nicht überschreiten.“"

2. Artikel 17 (Änderung des Gewerblichen Sozialversicherungsgesetzes) lautet wie folgt:

"Artikel 17

Änderung des Gewerblichen Sozialversicherungsgesetzes

Das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz – GSVG, BGBL Nr. 560/1978, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 105/2020, wird wie folgt geändert:

Nach § 381 wird folgender § 382 samt Überschrift angefügt:

„Pensionsanpassung 2021

§ 382. (1) Abweichend von § 50 Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a ist die Pen­sionserhöhung für das Kalenderjahr 2021 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen

1. wenn es nicht mehr als 2 333 € monatlich beträgt, um 1,5%;

2. wenn es über 2 333 € monatlich beträgt, um 35 €.

(2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2020 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von


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Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 55 Abs. 2 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2020 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2020 durch die Anwen­dung des § 145 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Zum Gesamtpensions­einkommen sind heranzuziehen:

1. eine Hinterbliebenenpension in der Höhe, in der sie im Dezember 2020 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer Erhöhung nach § 145 Abs. 6 oder einer Verminderung nach § 145 Abs. 6a gebührt hat;

2. eine Invaliditäts(Berufsunfähigkeits)pension in der Höhe, in der sie im Dezember 2020 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer sich nach § 132 Abs. 5 und 6 ergebenden Teilpension gebührt hat.

(3) Bezieht eine Person zwei oder mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pen­sionsversicherung, die zum Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 zählen, so ist der Erhöhungsbetrag nach Abs. 1 auf die einzelne Pension im Verhältnis der Pensionen zueinander aufzuteilen.

(4) Bei Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2020 durch die Anwendung des § 145 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt, ist abweichend von den Abs. 1 und 2 die mit dem Hundertsatz von 60 bemessene Pension mit dem Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2021 zu vervielfachen.

(5) Abweichend von § 150 Abs. 2 sind die Ausgleichszulagenrichtsätze einschließlich der Richtsatzerhöhung für Kinder für das Kalenderjahr 2021 nicht mit dem Anpas­sungsfaktor, sondern mit dem Faktor 1,035 zu vervielfachen.""

3. Artikel 18 (Änderung des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes) lautet wie folgt:

"Artikel 18

Änderung des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes

Das Bauern-Sozialversicherungsgesetz – BSVG, BGBL Nr. 559/1978, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBL I Nr. 105/2020, wird wie folgt geändert:

Nach § 375 wird folgender § 376 samt Überschrift angefügt:

„Pensionsanpassung 2021

§ 376. (1) Abweichend von § 46 Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a ist die Pen­sionserhöhung für das Kalenderjahr 2021 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen

1. wenn es nicht mehr als 2 333 € monatlich beträgt, um 1,5%;

2. wenn es über 2 333 € monatlich beträgt, um 35 €.

 (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2020 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 51 Abs. 2 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2020 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2020 durch die Anwen­dung des § 136 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Zum Gesamtpensions­einkommen sind heranzuziehen:


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 78

1. eine Hinterbliebenenpension in der Höhe, in der sie im Dezember 2020 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer Erhöhung nach § 136 Abs. 6 oder einer Verminderung nach § 136 Abs. 6a gebührt hat;

2. eine Invaliditäts(Berufsunfähigkeits)pension in der Höhe, in der sie im Dezember 2020 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer sich nach § 123 Abs. 5 und 6 ergebenden Teilpension gebührt hat.

(3) Bezieht eine Person zwei oder mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pen­sionsversicherung, die zum Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 zählen, so ist der Erhöhungsbetrag nach Abs. 1 auf die einzelne Pension im Verhältnis der Pensionen zueinander aufzuteilen.

(4) Bei Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2020 durch die Anwendung des § 136 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt, ist abweichend von den Abs. 1 und 2 die mit dem Hundertsatz von 60 bemessene Pension mit dem Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2021 zu vervielfachen.

(5) Abweichend von § 141 Abs. 2 sind die Ausgleichszulagenrichtsätze einschließlich der Richtsatzerhöhung für Kinder für das Kalenderjahr 2021 nicht mit dem Anpas­sungsfaktor, sondern mit dem Faktor 1,035 zu vervielfachen."

3. Artikel 19 entfällt

4. Artikel 20 entfällt

5. Artikel 21 entfällt

6. Artikel 22 entfällt

7. Artikel 23 entfällt

8. Artikel 24 (Änderung des Pensionsgesetzes 1965) lautet wie folgt: "Artikel 24

Änderung des Pensionsgesetzes 1965

Das Pensionsgesetz 1965 – PG 1965, BGBl. Nr. 340/1965, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 85/2020, wird wie folgt geändert:

1.    Dem § 41 wird folgender Abs. 7 angefügt:

„(7) Die in § 744 Abs. 1 und 2 ASVG für das Kalenderjahr 2021 festgelegte Vor­gangsweise bei der Pensionsanpassung ist sinngemäß mit der Maßgabe anzuwenden, dass das Gesamtpensionseinkommen einer Person die Summe aller im Dezember 2020

– nach diesem Bundesgesetz aufgrund eines öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses zum Bund,

– nach dem Bundestheaterpensionsgesetz, BGBl. Nr. 159/1958,

– nach dem Bezügegesetz, BGBl. Nr. 273/1972, und

– nach dem Verfassungsgerichtshofgesetz 1953, BGBl. Nr. 85/1953,

gebührenden und der Pensionsanpassung zum 1. Jänner 2021 unterliegenden Ruhe- und Versorgungsbezüge umfasst. Bei einer Erhöhung nach § 744 Abs. 1 Z 4 ASVG ist der gesamte Erhöhungsbetrag dem Ruhe- oder Versorgungsgenuss zuzurechnen. Bezieht eine Person zwei oder mehrere Ruhe- oder Versorgungsbezüge, so ist § 744 Abs. 3 ASVG entsprechend anzuwenden.“

2. Im § 41a Abs. 1 Z4 wird das Zitat„§ 41 Abs. 2 bis 6“ durch das Zitat„§ 41 Abs. 2 bis 7" ersetzt ""

9. Artikel 25 (Änderung des Bundestheaterpensionsgesetzes) lautet wie folgt:


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 79

"Artikel 25

Änderung des Bundestheaterpensionsgesetzes

Das Bundestheaterpensionsgesetz – BThPG, BGB!. Nr. 159/1958, zuletzt geändert durch die 3. Dienstrechts-Novelle 2019, BGBl. I Nr. 112/2019, wird wie folgt geändert:

Dem § 11 wird folgender Abs. 8 angefügt:

„(8) Die in § 744 Abs. 1 und 2 ASVG für das Kalenderjahr 2021 festgelegte Vorgangs­weise bei der Pensionsanpassung ist sinngemäß mit der Maßgabe anzuwenden, dass das Gesamtpensionseinkommen einer Person die Summe aller im Dezember 2020

– nach diesem Bundesgesetz,

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– nach dem PG 1965 aufgrund eines öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses zum Bund,

– nach dem Bezügegesetz, BGBl. Nr. 273/1972, und

– nach dem Verfassungsgerichtshofgesetz 1953, BGBl. Nr. 85/1953,

gebührenden und der Pensionsanpassung zum 1. Jänner 2021 unterliegenden Ruhe- und Versorgungsbezüge umfasst. Bei einer Erhöhung nach § 744 Abs. 1 Z 4 ASVG ist der gesamte Erhöhungsbetrag dem Ruhe- oder Versorgungsgenuss zuzurechnen. Bezieht eine Person zwei oder mehrere Ruhe- oder Versorgungsbezüge, so ist § 744 Abs. 3 ASVG entsprechend anzuwenden." "

10. Artikel 26 (Änderung des Bundesbahn-Pensionsgesetzes) lautet wie folgt:

"Artikel 26

Änderung des Bundesbahn-Pensionsgesetzes

Das Bundesbahn-Pensionsgesetz – BBl PG, BGBl. I Nr. 86/2001, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBL I Nr. 85/2020, wird wie folgt geändert:

1.    Dem § 37 wird folgender Abs. 7 angefügt:

„(7) Die in § 744 Abs. 1 und 2 ASVG für das Kalenderjahr 2021 festgelegte Vorgangs­weise bei der Pensionsanpassung ist sinngemäß mit der Maßgabe anzuwenden, dass ein Gesamtpensionseinkommen zu bilden ist. Bei einer Erhöhung nach § 744 Abs. 1 Z 4 ASVG ist der gesamte Erhöhungsbetrag dem Ruhe- oder Versorgungsgenuss zuzurechnen."

2. Im § 60 Abs. 6 Z 3 wird das Zitat „§ 37 Abs. 2 bis 6" durch das Zitat „§ 37 Abs. 2 bis 7" ersetzt.""

Begründung

Die Pensionsanpassung 2021 soll in erster Linie auf die tatsächlich Bedürftigen abzielen und der Altersarmut, speziell Frauenaltersarmut, entgegenwirken. Zudem stellt diese Form der gezielten Pensionsanpassung sicher, dass die Folgegenerationen nicht zu sehr über Gebühr belastet werden, wie dies bereits durch die Pensions­anpassungs­gesetze 2018 bis 2020 im Gießkannenprinzip und bei den Pensionsbeschlüssen vom 19. September 2019 geschehen ist.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 80

Mit dem Abänderungsantrag wird die außerordentliche Pensionsanpassung 2021 (+3,5 Prozent) auf die Ausgleichszulagenrichtsätze beschränkt. Zudem wird die Pensions­erhöhung auf höchstens 35 Euro je Monat beschränkt, was der Pensionsanpassung von 1,5 Prozent bei 2333 Euro Pension entspricht.

*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der Abänderungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht somit mit in Verhandlung.

Zu Wort gemeldet ist Bundesminister Blümel. – Bitte.


10.52.47

Bundesminister für Finanzen Mag. Gernot Blümel, MBA: Sehr geehrter Herr Prä­sident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor etwa einem Monat ist dieser Budgetentwurf, den wir heute diskutieren, dem Parlament vorgelegt worden. Seitdem ist viel passiert. Bereits zu Beginn dieser Debatten habe ich gesagt, dass wir nicht am Ende, sondern mitten in einer globalen Wirtschafts- und Gesundheitskrise sind. Diese Aussage gilt natürlich nach wie vor. Das zeigen die dramatischen Infektions­zahlen, nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa und in vielen Teilen der Welt.

Ab heute gilt in Österreich ein verschärfter Lockdown, die Auswirkungen auf das gesell­schaftliche und wirtschaftliche Leben sind beträchtlich. Diese Einschränkungen sind für alle mühsam, aber notwendig. Das oberste Ziel in der aktuellen Situation ist es, einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern und die Infektionszahlen so schnell wie möglich nach unten zu bekommen. Dazu können wir alle einen Beitrag leisten, indem wir uns möglichst einschränken, um danach schneller wieder öffnen zu können.

Egal wann es einen solchen Lockdown gibt, für die Wirtschaft gibt es keinen guten Zeitpunkt für eine solche Maßnahme, und gerade vor dem anlaufenden Weihnachts­geschäft ist dieser Schritt natürlich besonders schmerzhaft. Genau deswegen werden wir alle geschlossenen Betriebe in dieser schwierigen Zeit, so gut es geht und so unbürokratisch wie es möglich ist, unterstützen. Dazu haben wir das Instrument des Umsatzersatzes binnen kürzester Zeit aufgesetzt. Bereits zwei Wochen nach der ersten Ankündigung wurden 30 000 Anträge mit einem Gesamtvolumen von über 900 Millionen Euro eingereicht. Die ersten 180 Millionen Euro sind bereits ausbezahlt.

Ich darf hier auch einen Vergleich zu Deutschland wagen: In Deutschland sind der Lockdown und die damit verbundenen Wirtschaftshilfen eine Woche früher als in Österreich angekündigt worden; die Wirtschaftshilfen sind noch immer nicht zu bean­tragen und es ist noch immer nicht klar, in welcher Form genau das erfolgen wird.

Daher darf ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken, die so intensiv daran mitgewirkt haben, dass es so rasch möglich war, diesen Umsatzersatz aufzu­setzen. – Vielen Dank für die ausgezeichnete Tätigkeit! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Auch für jene Unternehmen, die durch die Verschärfung des Lockdowns jetzt neu betrof­fen sind, wird es natürlich rasche Hilfen geben. Die körpernahen Dienstleistungen, also Friseure, Masseure, Kosmetiker et cetera, werden für die Zeit der Schließung ebenfalls mit 80 Prozent des Umsatzes, analog zu den anderen Dienstleistungen, kompensiert. Für den Handel wird es aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen eine abge­stufte Kompensation geben: 20, 40, oder 60 Prozent, je nachdem, wie die verschiedenen Kriterien, nämlich Wertverlust der Ware, Rohertrag und mögliche Aufholeffekte, bewertet werden können. Es ist völlig klar, der Blumenhändler ums Eck muss natürlich anders kompensiert werden als der Juwelier in der Innenstadt. Das sieht auch der Verfas­sungsdienst so, der uns dazu rät, eine gestaffelte Vorgangsweise anzusetzen.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 81

Das kostet natürlich viel Geld, aber es ist richtig, was die budgetären Auswirkungen betrifft, so ist es schon angesprochen worden, dass die Auszahlung dieser Hilfen noch in diesem Jahr erfolgen soll. Daher betrifft diese Maßnahme auch das Budget 2020 und insofern nicht den vorliegenden, zu diskutierenden Entwurf 2021. Wir können diese Hilfen deshalb aus dem Budget 2020 finanzieren, weil wir ausreichend vorgesorgt haben. Das bestätigt auch IHS-Chef Martin Kocher in der Tageszeitung „Die Presse“ am 16.11., er sagt dort zum Lockdown: „Die Alternativen sind schlechter als das, was jetzt passiert“.

Aber natürlich: Der Lockdown hat auch Auswirkungen auf das Wachstum 2021 – das ist völlig richtig – und auf die Einnahmen des Staates. Daher haben wir bereits Anfang November mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut eine neue Prognose erarbeitet und basierend auf dieser Prognose die Zahlen für das Budget 2021 entsprechend adaptiert. Das Wachstum 2021 wird sich korrigieren, laut Wifo-Zahlen von 4,4 auf 2,8 Prozent. Die Schuldenquote nach Maastricht wird sich von 84,8 auf 87,9 Prozent erhöhen und die Einnahmen werden um 1,5 Milliarden Euro zurückgehen.

Diese Zahlen bilden wir mittels eines Abänderungsantrages natürlich auch im Budget ab. Damit ist das der aktuellst mögliche Budgetentwurf, den wir vorlegen können. Ent­scheidend bleibt weiterhin, dass wir in dieser Krise möglichst viele Menschenleben retten, möglichst viele Arbeitsplätze sichern und möglichst viele Unternehmen durch diese Krise begleiten. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

10.57


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Abgeordneter Weratschnig ist zu Wort gemeldet. – Bitte.


10.58.04

Abgeordneter Hermann Weratschnig, MBA MSc (Grüne): Sehr geehrter Herr Prä­sident! Werte Abgeordnete! Liebe ZuseherInnen! Wir beschließen heute im Vorbelas­tungsgesetz auch wichtige Bahnmilliarden im Rahmen des ÖBB-Rahmenplans, liebe NutzerInnen des öffentlichen Verkehrs, 17,5 Milliarden Euro – jene Summe, die zwi­schen 2021 und 2026 für die ÖBB, für den Bahnverkehr, für das Bahnland Österreich, für 78 Millionen Fahrgäste im Jahr geplant ist. Das sind 3,6 Milliarden Euro mehr als im Rahmenplan davor – über 25 Prozent. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Haubner.)

Das ist ein Betrag, der für uns alle begreifbar wird, wenn wir mit der Bahn unterwegs sind. Wenn ich von meinem Wahlbezirk in der Stadt Schwaz hinausblicke, im Bezirk einsteige, mit dem Railjet unterwegs bin, in Wien mit der S-Bahn unterwegs bin, mit der U-Bahn fahre, zukünftig zweigleisig in Österreich unterwegs bin, nämlich mit jenen Regionalbahnen, die Zweigleisigkeit brauchen, ob das die Pyhrnbahn ist, ob das die Mattigtalbahn ist, die zukünftig elektrisch fahren sollte, kann ich sagen, das sind Beispiel für Erfolgsgeschichten im öffentlichen Verkehr, die wir jährlich schaffen und die mithilfe von 17,5 Milliarden Euro auch erreicht werden.

Alle von uns, die mit der Bahn unterwegs sind, kennen Bahngeschichten darüber, was gut läuft, was wir uns alle wünschen, worüber wir uns immer noch ärgern, warum es bei uns nicht in dem Ausmaß wie vielleicht schon in der Nachbarregion weitergeht. Es wäre doch alles so einfach. Warum macht ihr das nicht? Warum wird es nicht umgesetzt? Warum überhaupt gibt es nicht die ideale Direktverbindung zu der besten Zeit, zu der man unterwegs ist? (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)

Das sind so die Bedürfnisse, in diesem Spannungsfeld ist der Bahnverkehr unterwegs. Für all diese Fragen gibt es Antworten, braucht es einen Gesamtblick, braucht es Res­sourcen, die am besten bereits morgen zum Einsatz kommen. Die Frau Bundes­minis­terin hat einen sehr umfangreichen Wunschzettel, die Fensterbalken biegen sich auf jeden Fall. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 82

Als ich gestern mit dem Zug von Tirol nach Wien unterwegs war, habe ich mir überlegt, was bis jetzt alles gut gelaufen ist und was wir auch auf der letzten Strecke noch brauchen.

Was ist alles gut gelaufen? – Viele Projekte und auch viele Projekte, die schon vor Jahren ihren Ausgang genommen haben, Projekte, die auch Jahre Vorlaufzeit brauchen. Ich denke da in meinem Wahlbezirk an das Park-and-ride-Projekt in Jenbach. Wir wissen das, in vielen Regionen Österreichs braucht es diese Mobilitätsdrehscheibe Park and Ride. Es geht darum, Bahnhöfe zu attraktivieren. – Der Bahnhof Schwaz wurde attrak­tiviert, wird gerade barrierefrei gemacht, modernisiert und umgebaut. Das ist ein Kraft­akt – in allen Regionen – zwischen den Gemeinden, den Städten, dem Land und den ÖBB.

An dieser Stelle möchte ich sagen, mein Respekt gilt vor allem auch allen Bahn­mit­arbeiterInnen, die zu jeder Uhrzeit im Einsatz sind – ob das bei den ÖBB ist, ob das bei der Westbahn ist –, allen Verkehrsdienstleistern, allen, die im Busbetrieb tätig sind, die der Bahnbetrieb auch braucht, um diese Mobilitätsdrehscheibe zu haben – ein herz­liches Danke an alle MitarbeiterInnen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

Was kann dieser Rahmenplan? – Der Rahmenplan kann einiges: Er kann die Regional­bahnen modernisieren, er schafft es, Barrierefreiheit umzusetzen. Barrierefreiheit, werte Abgeordnete, ist kein Luxus, kein Sozialprojekt, sondern dass alle gleich und selbst­bestimmt unterwegs sein können, muss Selbstverständlichkeit im Verkehr, in der Mobi­lität sein.

An dieser Stelle darf ich sagen, es freut mich, dass mit Hochdruck auch an dem ÖBB-Etappenplan gearbeitet wird und da auch etwas weitergeht: intelligente Mobilitäts­konzepte, Ausbau der Bahnkonzepte im Tourismus – ich glaube, ganz wichtig –, Elek­trifizierung von 500 Bahnkilometern – zusammengefasst – für günstige und bessere Öffis, für den Ausbau der Infrastruktur, für mehr Güterverkehr auf der Schiene und für mehr Elektrifizierung auf allen Schienen.

Werte Abgeordnete! Aus der Krise hinausinvestieren – mit dem ÖBB-Rahmenplan –, das ist unsere Aufgabe. Steigen wir um! Steigen wir ein in das Ziel Klimaneutralität, fangen wir an, leistbare Mobilität umzusetzen, fangen wir an, mit diesen 17,5 Milliarden Euro etwas Gscheites umzusetzen! In diesem Sinne lade ich alle Abgeordneten in allen Regionen dazu ein, mit den ÖBB, mit den TrägerInnen öffentlichen Verkehr auf die Schiene zu bringen. Das ist die Zukunft, und das brauchen wir für die Klimaneutralität. – Danke für eure Mithilfe in allen Regionen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

11.03


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Josef Muchitsch. – Bitte.


11.04.03

Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir führen jetzt die Generaldebatte zum Budget 2021, und es ist wirklich sehr schade, dass der Bundeskanzler nicht anwesend ist, wenn es um die Zukunft Öster­reichs geht. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Amesbauer.) Ich bedaure das wirklich sehr, gerade deshalb, weil ich zum Thema Pensionsanpassung 2021 Stellung beziehen möchte.

Die Bundesregierung hat sich im Ministerrat am 1. Oktober darauf verständigt, 2021 eine Pensionsanpassung durchzuführen, die nicht im Gesamten fair und gerecht ist. Wir als SPÖ begrüßen es, dass Sie unserer Forderung nachgekommen sind, bei den kleinen Pensionen eine höhere Anpassung durchzuführen und die Ausgleichszulage auf 1 000 Euro


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 83

zu erhöhen – das ist positiv. Was wir aber nicht verstehen, ist, dass es bei kleinen und mittleren Pensionen ab 2 333 Euro nicht einmal eine Inflationsabgeltung von 1,5 Prozent gibt. Das sind über 500 000 Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, das sind KrankenpflegerInnen, das sind Angestellte, das sind Arbeiter, die immer pünktlich ihre Beiträge einbezahlt haben, für die Sie nicht einmal die Inflationsabgeltung vorsehen, sondern die Sie mit 35 Euro Pauschalbetrag im Monat brutto einfach abspeisen. Noch weniger verständlich ist es aber, dass Sie bei den Luxuspensionen – 10 000 Personen gibt es in Österreich, die über 10 000 Euro im Monat Pension beziehen – eine volle Inflationsabgeltung vorsehen und nicht einen Pauschalbetrag einziehen.

Sie haben heute die Möglichkeit, dem Abänderungsantrag der Abgeordneten Muchitsch, Genossinnen und Genossen zum Budgetbegleitgesetz, mit dem wir im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, im Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz und auch im Bauern-Sozialversicherungsgesetz eine Anhebung um mindestens 1,5 Prozent für alle diese Pensionistinnen und Pensionisten fordern und den ich jetzt einbringen werde, zuzustimmen. – Kein Klassenkampf, sondern eine faire Pensionsanpassung 2021. (Bei­fall bei der SPÖ.)

Wir fordern auf, wir schlagen vor, dass es bei Pensionen über 3 600 Euro bis hinauf zu den Luxuspensionen einen Pauschalbetrag von 54 Euro monatlich geben soll.

Es versteht niemand in diesem Land, dass Bezieher kleiner und mittlerer Pensionen gerade in einer Krise nicht einmal eine Inflationsabgeltung bekommen und mit 35 Euro im Monat brutto abgespeist werden und Sie bei den Luxuspensionen ab 10 000 Euro 150 Euro im Monat zugestehen. 35 Euro – 150 Euro?!

So wie diese Pensionsanpassung unfair ist, ist es auch unfair, was Sie vorhaben, näm­lich die Abschaffung der Hacklerregelung. Diesen Menschen, die bis zu 47 Jahre lang gearbeitet und einbezahlt haben, jetzt die Pensionen wieder zu kürzen, ist einfach ungerecht, und im Abtausch dazu einen Frühstarterbonus einzuführen, ist einfach unfair. Nichts gegen einen Frühstarterbonus – aber nicht dafür, im Gegenzug jene Menschen zu bestrafen, die jahrzehntelang bezahlt haben! Wo sind Ihre Leistungsbezieher? – Das sind die Leistungserbringer gewesen, diese Menschen, denen Sie das wegnehmen! (Beifall bei der SPÖ.)

Hören Sie bitte auch auf, die Gesellschaft zu spalten, einen Keil zwischen Männer und Frauen, zwischen Jung und Alt und zwischen die Berufsgruppen bei den Pensionen zu treiben! Frauen, die jetzt das 60. Lebensjahr erreicht haben, haben Anspruch auf eine abschlagsfreie Pension. Stellen Sie sich nicht immer hier heraus und versuchen Sie nicht immer, Männer gegen Frauen auszuspielen!

Im Ausschuss unterstützen Sie unsere Anträge nicht, geschätzte KollegInnen von den Grünen. Dort, wo unsere Anträge – wie wir die kleinen Pensionen für die Frauen erhöhen können, wie wir mehr Kindererziehungszeiten anrechnen können – eingebracht werden, seid ihr dagegen, aber hier, sobald die Kamera läuft, stellt ihr euch heraus und versucht, alles anders darzustellen. Das ist nicht fair und das ist nicht gerecht! (Beifall bei der SPÖ.)

11.08

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Abänderungsantrag

der Abgeordneten Muchitsch,

Genossinnen und Genossen


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 84

Zum Bericht des Budgetausschuss zur Regierungsvorlage betreffend das Bundes-ge­setz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gewährung eines Bundeszuschusses und sonstiger Förderungen aus Anlass der 100. Wiederkehr des Jahrestages der Volk­sabstimmung in Kärnten (Abstimmungsspendegesetz 2020), ein Bundesgesetz über einen Zweckzuschuss aufgrund der Abschaffung des Zugriffs auf Vermögen bei Unterbringung von Personen in stationären Pflegeeinrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024, ein Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes an Covid-19-Impfungen und -Schnelltests Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden, ein Bundesgesetz über die Finanzierung des Vereins für Konsumenteninformation im Jahr 2021 und ein Bundesgesetz zur Bekämpfung pandemiebedingter Armutsfolgen (COVID 19-Gesetz-Armut) erlassen sowie das Gebührenanspruchsgesetz, das Ge­richts­organisationsgesetz, das Sachverständigen- und Dolmetschergesetz, das Bundes­gesetz über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds, das COVID-19-Förderungsprüfungsgesetz, das Buchhaltungsagenturgesetz, das Bundes­gesetz über die Errichtung des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds, das Finanzaus­gleichgesetz 2017, das Familienlastenausgleichsgesetz 1967, das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz, das Arbeitsmarktservicegesetz, das Bauarbeiter-Schlechtwetter­ent­schädigungsgesetz 1957, das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz, das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz, das Allgemeine Sozialver­sicherungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialver­sicherungsgesetz, das Kriegsopferversorgungsgesetz 1957, das Opferfürsorgegesetz, das Impfschadengesetz, das Verbrechensopfergesetz, das Heimopferrentengesetz, das Pensionsgesetz 1965, das Bundestheaterpensionsgesetz, das Bundesbahn-Pensions­gesetz, das Nachtschwerarbeitsgesetz, das Behinderteneinstellungsgesetz, das Covid 19-Zweckzuschussgesetz, das Gesundheits- und Ernährungssicherheits-gesetz, das Universitätsgesetz 2002, das Forschungsförderungsgesellschaftsgesetz, das Bundes­museen-Gesetz 2002 und das Luftfahrtgesetz geändert werden (Budgetbegleitgesetz 2021) (408 d.B./440 d.B.)

Der Nationalrat wolle in zweiter Lesung beschließen:

Der eingangs bezeichnete Gesetzesantrag wird wie folgt geändert:

1.          Artikel 16 (Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) wird wie folgt geändert:

1.          In § 744 Abs. 1 werden Z 2 und 3 wie folgt geändert:

„2. wenn es über 1 000 € bis zu 3 600 € monatlich beträgt, um jenen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 3,5% auf 1,5% linear absinkt;

              3. wenn es über 3 600 € monatlich beträgt, um 54 €.

2.          § 744 Abs. 1 Z 4 entfällt.

3.          (Verfassungsbestimmung) In § 744 wird folgender Abs. 7 angefügt:

„(7) (Verfassungsbestimmung) Die Anpassung für das Kalenderjahr 2021 von Leis­tungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, darf die Erhöhung nach Abs. 1 unter Heranziehung des Gesamtpensionseinkommens (Abs. 2) nicht überschreiten.“

2.          Artikel 17 (Änderung des Gewerblichen Sozialversicherungsgesetzes) wird wie folgt geändert:

1.          In § 382 Abs. 1 werden Z 2 und 3 wie folgt geändert:

„2. wenn es über 1 000 € bis zu 3 600 € monatlich beträgt, um jenen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 3,5% auf 1,5% linear absinkt;


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 85

3. wenn es über 3 600 € monatlich beträgt, um 54 €.

2.          § 382 Abs. 1 Z 4 entfällt.

3.          Artikel 18 (Änderung des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes) wird wie folgt geändert:

1.          In § 376 Abs. 1 werden Z 2 und 3 wie folgt geändert:

„2. wenn es über 1 000 € bis zu 3 600 € monatlich beträgt, um jenen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 3,5% auf 1,5% linear absinkt;

3. wenn es über 3 600 € monatlich beträgt, um 54 €.

2.          § 376 Abs. 1 Z 4 entfällt.

Begründung

Die von der Regierung vorgelegte Pensionsanpassung für 2021 ist nicht fair.

Die höhere Anpassung von kleinen Pensionen und die Anhebung der Ausgleichszulage auf 1.000 Euro sind zu begrüßen. Während aber Pensionen ab 2.333 Euro brutto nicht einmal die Inflation bekommen, werden Luxuspensionen über 10.000 Euro monatlich nicht angegriffen.

Diese Krise zeigt uns sehr deutlich, wie wichtig ein funktionierender Sozialstaat ist. Die Regierung hat zwar unsere Forderung nach einer Erhöhung der Mindestpension um­gesetzt, aber man vergisst auf Menschen mit kleinen und mittleren Pensionen ab 2.350 Euro brutto bis 3.600 Euro brutto. Das sind rund 500.000 Menschen in Österreich, die ihr Leben lang gearbeitet haben und mit ihren Beiträgen Österreich zu einem Land mit hoher Lebensqualität gemacht haben. Das sind KrankenpflegerInnen, LehrerInnen, Angestellte, Facharbeiter. Sie bekommen mit einem monatlichen Fixbetrag von 35 Euro nicht einmal die Teuerung abgegolten. Im Durchschnitt verlieren diese PensionistInnen rund 150 Euro brutto im Jahr.

Anderseits werden Luxuspensionen (Sonderpensionen) von dieser Regierung völlig ignoriert. Diese ca. 10.000 Personen, die über 10.000 Euro Pension pro Monat (!) be­kom­men, erhalten im Gegensatz zu kleinen und mittleren Pensionen die volle Inflations­abgeltung, weil deren Pension nicht gesetzlich, sondern aufgrund individueller Regelun­gen erhöht wird. Bei einer 10.000 Euro Pension beträgt eine Inflationsanpassung von 1,5 % 150 Euro und zwar pro Monat! Die Regierung will Luxuspensionen wieder nicht angreifen und lässt zu, dass diese Personen höhere Anpassungen als die ASVG-Höchstpension bekommen.

Nach Beschlussfassung des Sonderpensionsbegrenzungsgesetzes 2014, das unter Sozialminister Hundstorfer erarbeitet wurde, wurde die Erhöhung der Luxuspensionen unter Bundeskanzler Kern 2017 für 2018 gedeckelt. Danach wurde hier nie wieder eingegriffen!

Es sollen daher Pensionen nach dem Sonderpensionenbegrenzungsgesetz nicht höher angepasst werden, als die Pensionen der Pflichtversicherten.

*****


Präsidentin Doris Bures: Der Abänderungsantrag wurde in den Grundzügen erläutert und ist damit ordnungsgemäß eingebracht.

Nächster Redner: Herr Abgeordneter Karlheinz Kopf. – Bitte.



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11.09.00

Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Leider mussten wir aufgrund der Entwicklung der Infektionszahlen in einem zweiten Lockdown Betriebe der Hotellerie, der Gastronomie – im ersten Schritt – und jetzt, ab heute, leider auch viele andere Betriebe und Einrichtungen schließen.

Der Herr Finanzminister hat vorhin schon ausgeführt, dass es sehr schnell, nämlich innerhalb von wenigen Tagen, von ein, zwei Wochen, gelungen ist, zunächst für die Hotellerie und Gastronomie für diese Phase des Lockdowns mit dem 80-prozentigen Umsatzersatz rasche Hilfe bereitzustellen, wozu Kollege Schellhorn, der ja sonst nicht um Kritik an den Regierungsparteien und auch am Herrn Finanzminister verlegen ist, immerhin getwittert hat: „Ratz/Fatz – 5 min mit Finanzonline“, binnen 5 Minuten ist der Antrag über Finanzonline erledigt. – So ist das auch, das höre ich von vielen Betrieben.

Herrn Kollegen Fuchs ist dann keine inhaltliche Kritik an dieser Maßnahme mehr eingefallen, also hat er sich auf das Formale verlegt und kritisieren wollen, warum das über die Cofag abgewickelt wird – laufen tut es aber trotzdem über Finanzonline und die Daten des Finanzministeriums und der Finanzämter, aber es wird an einer Stelle zusam­mengeführt. Das ist sehr, sehr sinnvoll.

Herr Kollege Fuchs, Ihre Sorgen möchten die Betriebe in Österreich haben, die haben nämlich ganz andere. Die Betriebe in Österreich machen sich Sorgen, wie sie die Kosten in ihrem Unternehmen bedecken, die machen sich Sorgen, wie sie die Gehälter für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen – jetzt erst recht, da das 14. Gehalt ansteht –, wie sie die Jobs ihrer MitarbeiterInnen sichern, wie sie überhaupt das Überleben ihrer Unternehmen sichern. Wir kümmern uns um diese Sorgen, um die wahren Sorgen dieser Unternehmerinnen und Unternehmer (Zwischenruf des Abg. Kassegger), und nicht um Formalfragen oder Strukturfragen, die die betroffenen Unternehmen überhaupt nicht interessieren. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Rössler.)

Meine Damen und Herren! Viele der Hilfsmaßnahmen, die jetzt im Wirtschaftlichen notwendig sind, funktionieren ja auch, die Zuschüsse, ob das der Härtefallfonds ist, der Familienhärtefonds oder vieles andere mehr, die Kreditgewährungen, die Stundungen von Steuern und Sozialversicherungsabgaben, die Kurzarbeitsregelungen, die getroffen worden sind – das wohl wirksamste Instrument generell, auch eines, um das uns andere Länder ganz besonders beneiden –, und auch die Investitionsprämie; also viele Dinge, die mithelfen, den Betrieben über die Runden zu helfen.

Aber ja, es ist auch noch viel zu tun und in den Betrieben sind viele am Rande der Verzweiflung, viele Unternehmerinnen und Unternehmer, Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter, in den Reisebüros, in den Busunternehmen, in der Veranstaltungsbranche und den Veranstaltungstechnikbetrieben, in der Stadthotellerie, in Teilen des Handels – überhaupt keine Frage. Daher müssen auch die jetzt schon einige Zeit in der Konzeption befindlichen Hilfsmaßnahmen, Fixkostenzuschuss Phase zwei, und jetzt auch der Umsatzersatz für die weiteren vom Lockdown betroffenen Branchen und Unternehmen rasch in die Gänge kommen und bei den Betrieben ankommen. Wir werden alles daran setzen, dass das in den nächsten Tagen auch geschieht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Neßler.)

Wir müssen uns aber schon auch um die Fragen der Zukunft kümmern. Was geschieht denn mit jenen Krediten oder mit gestundeten Steuern und Abgaben, die zu den derzeit vorgesehenen Terminen vielleicht nicht bedient werden können? Na selbstverständ­lich darf man nicht nur darüber reden, sondern muss diesbezüglich hier auch han­deln, Fristen erstrecken, Lösungen finden, bis hin zur Nachrangigkeitsgestaltung von For­derungen seitens des Staates und vielem anderen mehr. Es geht um


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 87

Eigenkapitalstärkungsmaßnahmen für die Betriebe, die Stärkung der Investitionskraft der Betriebe – das beste und sicherste Wachstum ist immer noch das investitions­getriebene – und auch die Unterstützung der Exporte und der Exporttätigkeit unserer Unternehmen.

Das, meine Damen und Herren und lieber Kollege Fuchs, sind die wahren Sorgen der Unternehmerinnen und Unternehmer, das sind die wirtschaftspolitischen Herausfor­derungen, vor denen wir stehen. Und glauben Sie mir, meine Damen und Herren – dies ist auch ein Wort an die vielen betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmer –: Wir kümmern uns um diese Sorgen! Wir kümmern uns um Ihre wirklichen Sorgen und um die Herausforderungen, die Sie haben und vor denen Sie stehen, und nicht um Nebensächlichkeiten wie Kollege Fuchs! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

11.14


Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete Dagmar Belakowitsch ist die nächste Rednerin. – Bitte.


11.14.38

Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Frau Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Bürger Österreichs! Heute verhandeln wir ein Budget, das auf einer Datenbasis berechnet worden ist – und das hat der Finanz­minister ja auch gar nicht abgestritten –, in der dieser neuerliche harte Lockdown gar nicht berücksichtigt ist. Meine Damen und Herren, daher kann dieses Budget, so wie es hier vorliegt, nicht halten.

Aber ja, eines hat der Herr Finanzminister klargestellt: Alle Hilfen, die jetzt ausbezahlt werden, zahlt er aus seinem 20-Milliarden-Körberlgeld, das hat er sich ja per Ermäch­tigungsgesetz im Frühjahr dieses Jahres zuweisen lassen und das muss er jetzt ver­braten, das wird jetzt hinausgeschmissen. Das ist aber in Wahrheit der völlig falsche Weg, meine Damen und Herren, denn das, was ich von meinem Vorredner gehört habe, war ein Offenbarungseid der ÖVP.

Es wird einfach planlos zugesperrt, die Unternehmer werden mit ihren Sorgen und Ängsten alleingelassen, die werden im Stich gelassen. Man gibt ihnen gar nicht die Chance und die Möglichkeit, arbeiten zu gehen, stattdessen macht man sie zu Bitt­stellern, zu Hilfeempfängern, zu Almosenempfängern, und man macht sie damit ab­hängig. Das ist genau das System, das man da erkennen kann: Die Bürgerinnen, die Bürger, die Unternehmer, alle sollen abhängig gemacht werden. Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren, und so wird unsere Wirtschaft auch nicht wieder nach oben kommen. (Beifall bei der FPÖ.)

Herr Minister! Es ist ja schon recht spannend gewesen, was man beobachten konnte, wenn man sich die Entwicklung in den letzten Wochen angesehen hat. Sie haben, und das hat Kollege Fuchs genau ausgeführt, während dieser ganzen Budgetverhandlungen offensichtlich so getan, als wüssten Sie nichts von diesem harten Lockdown, als wäre Ihnen überhaupt nicht bewusst, dass das käme. Bei den ersten Beratungen am 6. November hat Wirtschaftsexperte Badelt bereits davon gesprochen, dass der Lock­down soft bis kurz vor Weihnachten dauern wird. Ihnen war das offensichtlich nicht bekannt, und die Bevölkerung durfte das auch nicht wissen.

Es ist aber schon spannend, dass ein befreundeter Unternehmer vom Herrn Bundes­kanzler und von Ihnen in Wien schon Wochen, bevor dieser sanfte Lockdown gekommen ist, geschrieben hat, dass seine Lokale wieder sperren werden. Also offensichtlich gibt es Gleichere als Gleiche in dieser Republik, und die erfahren schon im Vorfeld, was wann geplant ist. Kommt ein sanfter Lockdown, kommt ein scharfer Lockdown? – All das


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darf die Bevölkerung nicht wissen, die muss man immer schön ruhig halten, immer schön dumm halten.

Da arbeiten wir mit Panikmache, mit Angstmache, denen bereiten wir irgendwie die Sorge, dass sie jetzt alle sterben werden, und dann werden sie schon ruhig sein. – Meine Damen und Herren, das ist die perfide Politik der ÖVP, die Sie jetzt seit Monaten betreiben und die uns jetzt schon wieder in einen Lockdown geführt hat, der für viele Leute draußen eine echte existenzielle Bedrohung ist.

Schon nach dem ersten Lockdown war es so, dass viele Unternehmer nicht gewusst haben, wie sie denn diese Verluste aufholen und ausgleichen sollen, aber jetzt tun sie sich noch viel, viel, viel schwerer. Viele haben jetzt schon angekündigt, sie werden wahrscheinlich gar nicht mehr aufsperren, weil es sich für sie nicht mehr rentiert, meine Damen und Herren. Österreich ist ein Land, in dem über 60 Prozent aller Arbeitsplätze in klein- und mittelständischen Unternehmen zu finden sind, aber die Einzigen, die bei Ihnen gefördert werden, sind die Großkonzerne, die aber nur für einen geringen Anteil an Arbeitsplätzen tatsächlich verantwortlich sind, Herr Bundesminister.

Auf der anderen Seite schaffen Sie es nicht, die Kaufkraft der Bevölkerung zu erhöhen. Da haben Sie ein völlig blindes Auge, das ist Ihnen völlig egal. (Abg. Ottenschläger: Das stimmt ja gar nicht! Kinderbonus ...!) – Da können Sie jetzt reinbrüllen, was Sie wollen, Herr Kollege von der ÖVP: Sie von der ÖVP sind es doch, die diese Krise den Arbeitnehmern und den Pensionisten umbinden werden. Sie wollen am Freitag die Langzeitversicherung abschaffen. Das ist der erste Anschlag. Was ist denn als Nächstes zu erwarten? Haben wir dann die generelle Pensionssenkung? Was planen Sie denn noch? Sagen Sie doch den Leuten heute schon ehrlich, was Sie alles an Sozialabbau in diesem Land planen, damit sich die Österreicher darauf einstellen können! Sie sind es nämlich, die die Krise werden bezahlen müssen. (Beifall bei der FPÖ.)

Genau das ist das Spiel (Zwischenruf der Abg. Baumgartner), das Sie hier betreiben: Sie spielen mit der Bevölkerung. Ihnen ist es völlig egal, ob die Leute verzweifelt sind. Erst am Mittwoch letzter Woche – es ist noch nicht einmal eine Woche her – sind wir hier herinnen gesessen und haben den Lockdown light verlängert. Am nächsten Tag gab es bereits die Schlagzeilen: Es kommt eine Verschärfung. Diese konnte am Mittwoch nicht beschlossen werden, denn da war die Dramaturgie noch nicht gegeben. Da hat es zuerst noch eine Pressekonferenz des Herrn Bundeskanzlers gebraucht – natürlich am Sams­tagnachmittag, damit die Österreicher alle daheim und vor dem Fernsehgerät sind –, und dann musste man noch sagen: Die Abgeordneten müssen am Sonntag reinkommen, weil die Situation so dramatisch ist.

Das Einzige, worum es Ihnen geht, ist die Dramaturgie, ist, dass die Regie das gut aufbaut, damit die Leute auch tatsächlich in die Angst- und Paniksituation verfallen und damit sie Ihre Maßnahmen auch schlucken, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)

Ich sage Ihnen aber auch: Immer weniger Österreicher sind dazu bereit. Was Sie diesmal gemacht haben, ist wirklich nicht mehr nachvollziehbar. Sie haben nämlich diesmal den Kindern schon wieder die Schulen und die Kindergärten gesperrt. Wissen Sie, beim ersten Mal waren die Kinder vielleicht noch relativ neutral, aber jetzt haben sie Angst und Panik, jetzt war es eine traurige Stimmung in den Schulen, weil die Kinder wissen, was sie erwartet, weil sie wieder auf Distancelearning umgestellt werden, weil das einfach nicht funktioniert und weil Kinder natürlich auch den persönlichen Kontakt brauchen.

Das ist das zweite Schulsemester, das Sie unserer Jugend nehmen. Sie nehmen den Kindern damit ein gesamtes Lebensjahr – aber vielleicht ist Ihnen das egal. Wahrschein­lich interessiert Sie die Zukunft Österreichs überhaupt nicht, meine Damen und Herren


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von dieser Bundesregierung, aber machen Sie sich doch einmal Gedanken darüber! Das ist die Zukunft, und wenn Sie jemals Österreich wirtschaftlich wieder hochfahren wollen, dann werden Sie auch gut ausgebildete junge Menschen brauchen, dann brauchen Sie auch Kinder, die in den Schulen etwas gelernt haben, Jugendliche, junge Erwachsene, die auf den Universitäten ausgebildet worden sind – das alles fahren Sie aber runter, sehenden Auges hinein in das Chaos!

Ich bringe jetzt einen Antrag ein, der mir sehr wichtig ist, weil das auch zeigt, wie Sie über die Dinge hinweggehen. Sie sind verantwortlich für die höchste Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik. Sie sind verantwortlich dafür, dass viele Menschen nicht mehr wissen, wie sie sich das Leben leisten sollen. Ich stelle daher folgenden Antrag:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Erhö­hung der Nettoersatzrate beim Bezug des Arbeitslosengeldes (COVID-19-Maßnahme)“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend wird aufgefordert, dem Nationalrat umgehend eine Regierungsvorlage zuzu­leiten, die zum Inhalt hat, dass allen beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos registrierten Personen, der Bezug der aktuellen Leistung um die Dauer der Krise, mindestens jedoch bis zum 31.Mai 2021 verlängert wird und zusätzlich ein ‚COVID-19-Ausgleich‘ für Arbeitslose in Form eines 30-%igen Zuschlages zu allen Arbeitslosenversiche­rungsleis­tungen rückwirkend mit 15. März 2020 gewährt wird. Dieser Zuschlag soll über die Finanzämter, bei denen alle Daten aller Erwerbstätigen vorhanden sind, automatisch, also ohne formale AntragsteIlung ausgezahlt werden.“

*****

Damit würden Sie die Kaufkraft ganz vieler Menschen in diesem Land erhöhen. (Beifall bei der FPÖ.)

11.21

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Peter Wurm

und weiterer Abgeordneter

betreffend Erhöhung der Nettoersatzrate beim Bezug des Arbeitslosengeldes (COVID-19-Maßnahme)

eingebracht im Zuge der Debatte über den Tagesordnungspunkt 1, Bericht des Bud­getausschusses über die Regierungsvorlage (408 d.B.): Budgetbegleitgesetz 2021 (440 d.B.) in der 62. Sitzung des Nationalrats (XXVII.GP) am Dienstag, 17. November 2020

Die von der schwarz-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler gesetzten COVID-19-Maßnahmen seit März 2020 haben massive negative Auswirkungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt, die Österreich die höchste Zahl an Arbeitslosen und die meisten Arbeitnehmer in Kurzarbeit seit 1945 beschert haben.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 90

Das bedeutet, dass zeitweise weit mehr als eine halbe Millionen Menschen seit März 2020 mit lediglich 55 Prozent ihres letzten Nettogehalts ihre Lebenshaltung (Nahrungs­mittel, Wohn- und Betriebskosten usw.) bestreiten müssen. Die weit überwiegende Anzahl dieser betroffenen Arbeitslosen hat durch die COVID-19-Maßnahmen der Bun­desregierung den Arbeitsplatz verloren bzw. wurde der Chance beraubt, nach einer Phase der Arbeitslosigkeit oder einer AMS-Aus-, Fort- und Weiterbildung wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.

Um dieser Gruppe von rund 500.000 Personen einen finanziellen Ausgleich für die Arbeitsplatzvernichtung durch die COVID-19-Maßnahmen der Bundesregierung zu gewährleisten und damit ihr ökonomisches Überleben abzusichern, ist aber eine Er­höhung der Nettoersatzrate des Arbeitslosengeldes (inklusive Notstandshilfe) von 55 Prozent auf 70 Prozent dringend notwendig und auch volkswirtschaftspolitisch vernünf­tig. Dies ist durch eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes und der Notstandshilfe inklu­sive der Familienzuschläge um 30 Prozent (entspricht einer Nettoersatzrate von 70 Prozent) umzusetzen.

Durch diese 15 prozentige Nettorersatzratenerhöhung wird die Kaufkraft und damit auch die innerösterreichische Konjunktur durch vermehrte Konsumausgaben gestärkt. Dies führt wiederum zu vermehrten Einnahmen der Unternehmer, aber auch Steuer­ein­nah­men und schafft dadurch neue Arbeitsplätze bzw. sichert bestehende Arbeitsplätze ab.

Über die Sommermonate und nach Ende des Ersten Lockdown sind die Arbeits­losen­zahlen zwar kurzfristig wieder zurückgegangen, durch den Zweiten Lockdown werden die Arbeitslosenzahlen wohl bis Ende 2020 die arbeitsmarkpolitische „Schallmauer“ von 500.000 Arbeitslosen wieder deutlich durchschlagen.

Demgegenüber sind die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der schwarz-grünen Bundesregierung, die von Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) und Sozial­minister Rudolf Anschober (Die Grünen) vorgestellt worden sind, absolut untauglich. Ein „Arbeitsmarktbonus“ von lediglich 450 Euro für die Monate Juli bis September, wobei man zwei von diesen drei Monaten durchgehend arbeitslos sein muss, war und ist weder treffsicher noch sozial. Ganz im Gegenteil, die seit Mitte März durch Regierungs­maß­nahmen bewusst produzierte Arbeitslosigkeit wird ignoriert, und man enthält den betrof­fenen Arbeitnehmern einen gerechten Ausgleich vor.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere die Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend wird aufgefordert, dem Nationalrat umgehend eine Regierungsvorlage zuzuleiten, die zum Inhalt hat, dass allen beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos registrierten Personen, der Bezug der aktuellen Leistung um die Dauer der Krise, mindestens jedoch bis zum 31.Mai 2021 verlängert wird und zusätzlich ein "COVID-19-Ausgleich" für Arbeitslose in Form eines 30-%igen Zuschlages zu allen Arbeitslosenversicherungsleistungen rück­wirkend mit 15. März 2020 gewährt wird. Dieser Zuschlag soll über die Finanzämter, bei denen alle Daten aller Erwerbstätigen vorhanden sind, automatisch, also ohne formale AntragsteIlung ausgezahlt werden.“

*****


Präsidentin Doris Bures: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht, steht daher auch mit in Verhandlung.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 91

Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Eva Blimlinger. – Bitte.


11.22.09

Abgeordnete Mag. Eva Blimlinger (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Menschen vor den Fernsehgeräten, Laptops – von wo auch immer Sie uns zuschauen! Von wo auch immer Sie uns zuschauen ist ein gutes Stichwort: Ich kann Ihnen sagen, es gibt vieles, was Sie besuchen können, zum Beispiel die Art Week – das ist immer ein Highlight im November, bei dem ganz Österreich, kann man sagen, alle, die an der bildenden Kunst interessiert sind, und nicht nur aus Öster­reich, sondern auch international, nach Wien kommen, um internationale Künstler, Künstlerinnen zu sehen.

Sie können das diesmal auch, weil es die Art Week online gibt. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kunst- und Kulturinstitutionen, aber auch -initiativen, Künstler, Künstlerinnen, wer auch immer, versuchen, Formate zu finden, wie sie in diesem Lockdown arbeiten können. Ihnen ist wirklich sehr herzlich zu danken.

Lassen Sie mich zu dem Rahmen, in dem sie das machen, etwas sagen: Es wird ja immer wieder behauptet, die Kunst, die Künstler waren die Letzten, die etwas in dieser Pandemie bekommen haben. Das ist leider – oder Gott sei Dank, wie auch immer Sie das sehen wollen – falsch. Sie gehörten zu den Ersten, die überhaupt etwas bekommen haben, und zwar über den Künstlerinnen-/Künstler-Sozialversicherungsfonds, und es war eine der ersten von sehr vielen Maßnahmen.

Lassen Sie mich ein paar Maßnahmen aufzeigen, die wirklich, auch im internationalen Vergleich, so sind, dass man sagen kann, Österreich ist, was diesen Sektor betrifft, wirklich bemüht und hat es auch durchsetzen können, da großzügig zu fördern und auch zu unterstützen: Es gibt ganz oben den NPO-Unterstützungsfonds, also jenen Fonds, von dem die gemeinnützigen Organisationen umfasst sind: Sport, Kunst, Kultur, die freiwilligen Feuerwehren – ich habe das an dieser Stelle schon einmal ausgeführt, das ist ein Sektor, der ganz breit aufgestellt ist.

Es gibt den erst kürzlich im Sommer eingerichteten Überbrückungsfonds: Es gibt jetzt einen Lockdownbonus, 1 300 Euro dazu, also sind es im November 2 300 Euro, und ich kriege Gott sei Dank immer mehr Zuschriften, dass Leute darum ansuchen und das auch sehr rasch bekommen – da möchte ich mich bei all jenen bedanken, die das in der Sozialversicherung verwalten.

Da lässt sich vieles aufzählen. Wir werden heute noch Gelegenheit haben, über das Kunst- und Kulturbudget im Detail zu sprechen, aber mir ist wichtig, zu sehen, dass es die Künstler und Künstlerinnen sind, die Formen finden, in diesem Lockdown zu arbeiten, und ich freue mich daher, dass wir sie auf die unterschiedlichste Art und Weise unter­stützen können. Ich weiß, es ist immer zu wenig, aber es ist zumindest so, dass wir die Kreativität, das Engagement, all das sichern können.

Lassen Sie mich zum Schluss sagen, dass ich im Übrigen der Meinung bin, dass die Windisch-Kaserne in Richard-Wadani-Kaserne umbenannt werden soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

11.25


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Michael Bernhard. – Bitte.


11.25.40

Abgeordneter Michael Bernhard (NEOS): Frau Präsidentin! Geschätzte Bundes­regie­rung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Wir


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haben gerade – und heute schon öfters – von der grünen Fraktion gehört, dass die Regierung sich selbst lobt und dass erstmals ein Budget verabschiedet werden soll, das berücksichtigt, dass es keinen Planeten B gibt. (Zwischenruf des Abg. Ottenschläger.)  Als ich das gehört habe, hab ich wirklich geglaubt, ich spinn’! Klubobfrau Maurer kommt tatsächlich hier heraus und will uns dieses Budget als ein zukunftsgewandtes Budget verkaufen.

Wir wissen alle – und das ist jetzt kein Geheimnis, nicht einmal für die ÖVP-Abge­ordneten selbst –, durch die Adern der ÖVP fließt Beton. (Beifall bei den NEOS. –Zwischenruf des Abg. Singer.) Solange nicht der letzte Parkplatz gebaut ist, nicht die letzte Autobahn gebaut ist, wird kein ÖVP-Abgeordneter ruhen – und was die Grünen machen, ist bei einem solchen Budget nichts anderes, als dass sie sich tatsächlich der Beihilfe schuldig machen.

1 Milliarde für Klimaschutz und Umweltschutz wird jetzt groß gefeiert, während weiterhin, auch im Jahr 2021, 4,6 Milliarden Euro für Umweltzerstörung und Umweltschädigung ausgegeben werden. (Zwischenruf des Abg. Ottenschläger.)

Wenn man sich das Budget genauer anschaut, dann sieht man, wenn man auf ganz Österreich schaut, dass das nicht nur ein Thema ist - - (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ottenschläger.) – Ihr könnt gerne herauskommen und euch hier am Rednerpult artikulieren, liebe ÖVP. Es wird nicht besser, wenn ihr rausschreit – das Budget ist und bleibt rückwärtsgewandt! (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Ottenschläger.)

Es ist auch so, dass in dem Budget ganz praktisch zu sehen ist, wie sehr sich die Grünen nur noch zum großen Teppichvorleger des Klimaschutzes eignen. Das heißt, man feiert sich für ein Rekordfahrradbudget, und gleichzeitig gibt man Millionen für Pendlerinnen und Pendler aus, die bereits jetzt einen sehr guten öffentlichen Verkehrsanschluss haben. Man feiert sich für Rekordmittel beim Bahnausbau, und gleichzeitig gibt man Mil­lionen für Steuererleichterungen bei Diesel-Pkws, bei Dienstfahrzeugen aus. Man feiert sich für den Schutz der Biodiversität, und gleichzeitig investiert man Millionen in die Zersiedelung in unserem Land.

Das ist tatsächlich nichts anderes als Schmerzensgeld, das die Grüne Partei da von der ÖVP bekommt. Es ist so, dass man Millionen für den Umweltschutz bekommt und Milliarden für dessen Zerstörung ausgegeben werden. Das ist keine Nachhaltigkeit.

Ich möchte, und damit möchte ich meine Rede dann auch schon wieder beenden, ein einfaches Beispiel geben: Umwelt und Klimaschutz müssen nicht Milliarden kosten. Umwelt und Klimaschutz bedeuten eine Veränderung unseres Verhaltens und eine Veränderung des Regierens.

Wir haben uns jetzt in Wien ein Klimaschutzgesetz und ein Treibhausgasbudget vor­genommen – als zweite Stadt in Europa! Es ist unsere Aufgabe für eine progressive Politik, dass wir neue Wege finden, ohne Staatsverschuldung neue Politik zu machen, die Verantwortung für unsere Umwelt und unseren Planeten übernimmt. Genau das erwarten wir auch von den Grünen und manchmal auch von der ÖVP. (Beifall bei den NEOS.)

11.29


Präsidentin Doris Bures: Nun hat sich Frau Bundesministerin Elisabeth Köstinger zu Wort gemeldet. – Bitte, Frau Ministerin.


11.29.11

Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus Elisabeth Köstinger: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Die Coronapandemie hält Österreich nach wie vor besonders fest im Griff, vor allem


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betroffen sind Branchen wie der Tourismus, die Gastronomie, die Freizeitwirtschaft, aber eben auch die gesamte Veranstaltungsbranche. Vor allem auch dieser zweite Lock­down, in den wir mit dem heutigen Tag gehen mussten, trifft diese Bereiche ganz besonders hart – an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an das Finanz­ministerium, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vor allem auch an Finanz­minister Gernot Blümel, dass es innerhalb weniger Tage gelungen ist, diesen 80-pro­zentigen Umsatzersatz aufzustellen, ihn sehr rasch und unbürokratisch abzuwickeln und damit für diese Branche wirklich auch eine bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Der Dezember steht vor der Tür. Die Betriebe müssen die 14. Monatsgehälter zahlen. All das ist natürlich auch eine massive Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter in diesen Branchen. Wir arbeiten aktuell mit Hochdruck daran, dass die Zulie­ferbetriebe, also alle Bereiche, die von den derzeitigen Schließungen indirekt betroffen sind, auch einen Umsatzersatz bekommen. Vor allem auch die Reisebüros, die in einer besonders schwierigen Situation sind, darf ich in diesem Zusammenhang erwähnen.

Wie besonders aber der Tourismus, die Gastronomie, die Freizeitwirtschaft und die Ver­anstaltungsbranche in Österreich sind, zeigt die Bereitschaft, trotz der langanhaltenden Krise Investitionen vorzunehmen. Im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres sind im Jahr 2020 die Investitionsförderungen durch die ÖHT um rund 10 Pro­zent gestiegen. Das ist auch der Grund dafür, dass wir heute eine Änderung des KMU-Förderungsgesetzes vornehmen müssen und den bisher bestehenden Haftungsrahmen von 375 Millionen Euro, der schon zu 90 Prozent ausgeschöpft ist, noch einmal um 625 Millionen erhöhen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Rössler.)

Wie wichtig und vor allem auch systemrelevant diese Branchen und Bereiche für unser gesamtes Wirtschaftssystem, für die vielen KMUs sind, zeigt sich daran, dass die Hoteliers, die Gastronomen, die gesamte Veranstaltungs- und Freizeitwirtschaft massiv investieren. Davon profitieren dann auch wieder Installateure, Möbeltischler bis hin zu Fliesenleger- oder Malereibetrieben. Wir sind davon abhängig, dass die Tourismus­branche trotz dieser Krise positiv in die Zukunft blickt und jetzt Geld in die Hand nimmt, und das wollen wir unterstützen. Die Covid-Investitionsprämie kann zusätzlich zu den bestehenden Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten der ÖHT in Anspruch ge­nommen werden; auch das ist ein wichtiger Zusatz. Wir schaffen da also einen doppelten Anreiz.

Ich darf an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an die österreichische Hotel- und Tourismusbank mit all ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aussprechen, die seit sehr vielen Monaten mit Hochdruck arbeiten und diese Branche mit Haftungsübernahmen, Kreditgarantien, Investitionsförderungen maximal unterstützen. Ein ganz großes Danke­schön gilt auch den vielen Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich von dieser Krise nicht entmutigen lassen, sondern sich ganz im Gegenteil jetzt schon überlegen, was sie in Zukunft tun können, um Österreich auch weiterhin als das beste und sicherste Urlaubsland der Welt positionieren zu können. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

11.32


Präsidentin Doris Bures: Nun hat sich Frau Bundesministerin Leonore Gewessler zu Wort gemeldet. – Bitte, Frau Ministerin.


11.32.50

Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie Leonore Gewessler, BA: Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! In einer Generaldebatte zum Budget kommen viele Fragen, zum Beispiel: Ist das Budget ein Zukunftsbudget? – Ja, ist es, weil es ein Klimabudget


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ist. Bietet das Budget Perspektive? – Ja, mit mehr Geld im Klimaschutz als je zuvor, weil es ein Klimabudget ist. Geht mehr? – Ja, auch das zeigt dieses Budget, nicht nur mit mehr Geld in den Untergliederungen im BMK für den Klimaschutz als je zuvor in Öster­reich, sondern mit 40 Prozent der Anträge auf Investitionsprämie, die sich auf Klima­schutz beziehen, mit einem Gemeindepaket mit einem Klimaschutzschwerpunkt, mit mehr und durchgängigerem Klimaschutz in einem Budget als je zuvor. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Ich darf gleichzeitig Kollegen Michi Bernhard beruhigen, der offenbar meint, wir hören mit diesem Budget auf, für den Klimaschutz zu arbeiten. – Nein, das ist ein Sprungbrett. Dieses Budget ist ein Sprungbrett für mehr Investition, aber auch der Rückenwind für all die steuerrechtlichen Maßnahmen, die da folgen, selbstverständlich! Diese Regierung hat sich vorgenommen, Klimaneutralität im Jahr 2040 zu erreichen. Dafür braucht es ein Klimaschutzbudget, dafür braucht es viele weitere Schritte, und selbstverständlich ar­beiten wir an diesen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Einer davon, und das ist auch der Anlass meiner Rede, steht heute hier zur Debatte, ein Vorbelastungsgesetz zum ÖBB-Rahmenplan. Mit dem ÖBB-Rahmenplan investieren wir in den nächsten sechs Jahren 17,5 Milliarden Euro in den Ausbau einer modernen Infrastruktur, in eine moderne Bahninfrastruktur. Da stellt sich nicht die Frage: Warum jetzt? – Gerade jetzt zeigt der Bahnausbau, dass Klimaschutz der Konjunkturimpuls, der Konjunkturmotor ist, den wir brauchen – von den Investitionen in die Bahninfrastruktur, in einen modernen Bahnhof, gehen im Schnitt 80 Prozent der Aufträge an österreichi­sche Klein- und Mittelunternehmen –, gerade jetzt braucht es 17,5 Milliarden Euro für die Bahninfrastruktur!

Mit diesem Rahmenplan – es ist der umfangreichste Rahmenplan, den Österreich je gesehen hat – investieren wir in alle drei Säulen im öffentlichen Verkehr. Wir investieren nicht nur in ein günstiges Ticket, wir investieren auch in ein gutes Angebot, und wir investieren in eine moderne Infrastruktur. Wir haben uns im Regierungsprogramm vorge­nommen, die Investitionen in die Bahninfrastruktur um 5 Prozent zu steigern. Mit diesem Rahmenplan lösen wir diese 5-prozentige Steigerung pro Jahr auch ein. Dazu ein Vergleich: Österreich investiert pro Kopf fast doppelt so viel in die Bahninfrastruktur wie Deutschland, und auch das macht international durchaus Wind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

In diesem Rahmenplan gibt es viele große Projekte, die vorgeschrieben werden, aber der Rahmenplan ist ein Konjunkturimpuls, und deswegen haben wir uns genau angeschaut, was wir zusätzlich machen können. Welche Projekte können wir vorziehen? In diesem Rahmenplan sind bis 2026 3 Milliarden Euro für neue Projekte vorgesehen. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Investitionen, in Summe ein Investitionsvolumen von 8 Milliarden Euro, und zwar in allen Bundesländern. Von der Ostregion bis Vorarlberg werden wir investieren und modernisieren, mit einem Fokus auf jene Bereiche, wo die Wirkung am größten und der Ausbau am dringendsten notwendig ist. Wir werden mit einer besseren Infrastruktur und einem besseren Angebot in den nächsten Jahren insbesondere im Nah- und Regionalverkehr einen Qualitätssprung hinlegen. Viele Regionalbahnen werden davon profitieren, und man wird das auch sehen.

Damit möchte ich auch schon zum Schluss kommen, weil ich auf breite Unterstützung für dieses Bahnpaket in diesem Haus hoffe und baue: Mit diesem größten Bahnpaket, das Österreich je gesehen hat, bauen wir Österreich um – nicht im übertragenen Sinn, sondern im wörtlichen Sinn. Wir modernisieren Bahnhöfe. Wir modernisieren gute Bahnstrecken. Wir investieren in den Ausbau einer Infrastruktur, die Österreich zukunfts­fit macht. Von diesem ÖBB-Rahmenplan profitieren wir alle, nicht nur von besserer Infrastruktur, sondern auch von besserer Lebensqualität, von guten und zukunfts­sicheren Jobs, die wir mit den Investitionen in die Bahninfrastruktur schaffen. Mit diesem


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Rahmenplan machen wir ein Upgrade für Österreich. Ich bedanke mich schon im Vorhinein für breite Unterstützung dafür. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

11.37


Präsidentin Doris Bures: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Peter Haubner. – Bitte.


11.37.52

Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Minis­terinnen und Minister! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zu­seher zu Hause! Sie haben jetzt von den beiden Ministerinnen gehört, was zukunfts­gerichtet ist. Ich glaube, das ist ganz wesentlich.

Herr Kollege Bernhard, ich möchte Ihnen zwei Sachen sagen. Das Erste ist: In jedem ÖVPler fließt viel Herzblut für unser Österreich und sonst gar nichts, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)

Zweitens habe ich zum Thema rückwärtsgewandt einen kleinen Beitrag. „Die neue Koalition in Wien: Wer nicht die Zeit haben sollte, den über 200 Seiten dicken Koalitions­pakt zu lesen, hier eine sehr kurze Zusammenfassung [...]: Staat, Staat, Staat, Staat, Staat. Liberale Inhalte? Fehlanzeige.“ Das ist nicht von mir, sondern von einem gewissen Herrn Schellhorn, allerdings Franz, meine Damen und Herren – also nur, dass wir wissen, wovon wir sprechen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Rössler.)

Deshalb möchte ich mich jetzt wieder dem Budget widmen und dazu ganz klar sagen, dass wir ein zweigeteiltes Budget haben. Die Schwerpunkte sind nämlich einerseits darauf gerichtet, wie wir unsere Unternehmer und die Arbeitnehmerinnen und Arbeit­nehmer aus der Krise herausbegleiten und sie dabei unterstützen, und andererseits darauf, wie wir in die Zukunft investieren können, um unseren Standort und damit natürlich auch unsere Unternehmen zukunftsfit und wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen.

Da unterscheiden wir uns grundsätzlich, nämlich allein schon beim Zugang zur Arbeits­marktpolitik. Wir investieren da die meisten Mittel, die je in der Zweiten Republik in den Arbeitsmarkt investiert worden sind, nur verstehen wir halt Arbeitsmarktpolitik ein wenig anders als die SPÖ. Wir wollen die Arbeitslosigkeit nicht verwalten, sondern wir wollen den Arbeitsmarkt gestalten, meine Damen und Herren, und das ist der große Unter­schied. (Beifall bei der ÖVP.)

Deshalb setzen wir auf einen Lehrlingsbonus, der ganz wichtig ist, weil die Zukunft der Fachkräfte in der dualen Ausbildung liegt. Darum kämpfen wir mit allen Mitteln darum, dass wir Jugendliche in die Lehrberufe bekommen, dass die Unternehmer dazu ange­reizt und dabei unterstützt werden, Lehrlinge und damit eben wirklich Fachkräfte, die wir für die Zukunft auch dringend benötigen, auszubilden.

Zum Zweiten gibt es natürlich eine Investitionsprämie. Das ist nicht nur die beste Maß­nahme für Investitionen in die Betriebe und in den Standort, sondern auch für die Sicherung und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Das ist Arbeitsmarktpolitik Marke dieser Regierung, und die kann sich sehen lassen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Zum Schluss habe ich noch eine große Bitte an Sie und an alle Österreicherinnen und Österreicher: Unterstützen Sie die heimische Wirtschaft! Kaufen Sie Ihre Waren im Internet bei den österreichischen Betrieben, bei den österreichischen Händlern, und holen Sie sich Ihr Mittags- oder Abendessen beim österreichischen Wirt! Er freut sich darauf, wenn er für Sie kochen darf. – Danke vielmals. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

11.41



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 96

Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete Sonja Hammerschmid ist die nächste Rednerin. – Bitte.


11.41.20

Abgeordnete Mag. Dr. Sonja Hammerschmid (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen, vor allem auch liebe Zuschauerinnen und Zuschauer zu Hause! In der „Pressestunde“ am Sonntag wurde Kanzler Kurz gefragt, warum es nicht schon früher strengere Maßnahmen gegeben hat, und er bemühte die Demokratie als Rechtfertigung. Er sagte, „wir leben in einer Demokratie“, und da kann der Bundeskanzler ja „nicht alleine entscheiden“.

Das ist eine spannende Aussage im Kontext mit Schulschließungen, denn dabei war die Mitbestimmung keineswegs gefragt. Da wurde nicht auf die Meinung von zahlreichen Expertinnen und Experten aus der Medizin, aus dem Public-Health-Bereich, aus der Psychologie, aus der Kinder- und Jugendheilkunde gehört; auch nicht auf die Ärzte­kammer und schon gar nicht auf die Eltern und auf die Schülerinnen und Schüler.

Nicht nur das: Auch auf die Meinung der Ages als dem Gesundheitsministerium unter­stelltes Institut und die eigene Coronaampelkommission, die einstimmig – außer der Enthaltung des Vertreters des Bundeskanzleramts – für Schulöffnung gestimmt hat, wurde nicht gehört. Nicht zuletzt hat sich auch der Bundesminister für Bildung – er ist leider gerade nicht hier – dafür eingesetzt, dass die Schulen offen bleiben. Man könnte meinen, Bundeskanzler Kurz hat seine eigenen Regierungsmitglieder entmündigt, und so schaut es in der Tat auch aus. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, obwohl sich auch Westeuropa im Teillockdown oder in Zuständen eines Lockdowns befindet, hat Westeuropa Schulen offen gehalten. Deutschland hat die Schulen offen, Irland hat die Schulen offen. Irland ist ein gutes Beispiel, um zu sehen, wie schnell die Infektionszahlen mit konsequenten Maßnahmen wieder hinuntergehen können, ohne die Schulen zuzumachen; dort hat sich die Lage binnen einiger weniger Wochen wieder entspannt.

Es drängt sich die konkrete Frage auf: Wer trägt denn in der Folge – heute, morgen und in der Zukunft – die Verantwortung für diese Fehlentscheidung, die Schulen zu schließen? – Diese Regierung und der Bundeskanzler wahrscheinlich nicht, denn das vorgelegte Budget adressiert in keinster Weise die Defizite aus dem ersten Lockdown und schon gar nicht jene aus der jetzigen Situation. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

Es bräuchte mehr Förderungen, es bräuchte mehr PädagogInnen, es bräuchte mehr Unterstützungspersonal, es bräuchte einen Ausbau der ganztägigen Schulen. All das sehen wir in diesem Budget nicht. Was wir hier haben, ist ein Pop-up-Chancenindex – mehr fällt mir dazu leider echt nicht ein. Es sind einmal 15 Millionen Euro in einem Jahr, um Schulen mit Herausforderungen zu unterstützen. Es sind Budgets für Computer, die im nächsten Schuljahr, nämlich 2021/2022, in die Schule kommen, und dann auch nur für die 5. und 6. Klassen. Das ist zukunftsvergessen, liebe Kolleginnen und Kollegen, und stiehlt unseren Kindern wirklich die Zukunft!

Das Dilemma, das wir heute sehen, ist Folgendes: Die Eltern müssen sich fragen: Was tue ich denn jetzt mit den Kindern? Gestern adressiert Generalsekretär Netzer in der „Zeit im Bild 2“ noch einmal die Eltern und sagt: Bitte lasst die Kinder zu Hause! – Auf der anderen Seite müssen die Eltern arbeiten gehen, denn den Anspruch auf Sonder­betreuungszeit gibt es auch nicht. Dann sollen sie irgendwie zwischen Homeoffice und Homeschooling jonglieren, und Sie wissen aus der ersten Phase genau, dass das nicht funktioniert.

Am meisten tun mir aber die Lehrerinnen und Lehrer leid, denn sie werden aufgefor­dert, flexibel zu sein. Sie müssen Onlineunterricht machen, auf der anderen Seite die


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 97

Betreuung der Schülerinnen und Schüler, die in der Schule sind, irgendwie sicherstellen, sie auch noch in Lern- und Kleingruppen unterstützen und Onlinetools in der Schule zur Verfügung stellen. Das geht sich mit ein und derselben Lehrkraft beim besten Willen nicht aus. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)

Das in nur zwei Tagen umzusetzen ist Harakiri. Wenn es klappt, ist es faktisch wieder einmal dem Engagement der Lehrerinnen und Lehrer zu verdanken, die Schule irgend­wie funktionieren zu lassen, aber sicher nicht dem Bundesminister für Bildung und schon gar nicht dem fragwürdigen Demokratieverständnis unseres Kanzlers. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

11.46


Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Heike Grebien. – Bitte.


11.46.21

Abgeordnete Heike Grebien (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte KollegInnen! Sehr geehrte ZuseherInnen! Heute hätte eigentlich das Sensibilisierungsangebot für Sie als Abgeordnete stattfinden sollen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen haben wir gemeinsam mit der Parlamentsdirektion entschieden, dieses zu verschieben. Wir werden im ersten Halbjahr 2021 einen neuen Anlauf nehmen. Danke an alle KollegInnen aller Fraktionen, der Parlamentsdirektion sowie dem Nationalratspräsidenten für die Unterstützung, vor allem aber danke ich den Organisationen und Vereinen, die sich bereit erklärt hätten, unter diesen schwierigen Umständen Angebote für Sie zu schaffen. – Vielen Dank, und wir sehen uns im nächsten Halbjahr.

Nun zum Budget: Als Sprecherin für Menschen mit Behinderungen des Grünen Klubs möchte ich mich trotz dieser herausfordernden Zeiten freuen, denn wir haben es geschafft, für das Jahr 2021 und 2022 aus den allgemeinen Budgetmitteln jährlich 40 Millionen Euro zusätzlich für Maßnahmen zur beruflichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen zur Verfügung zu stellen. Nach unseren Berechnungen können so knapp 7 000 Menschen mehr an einer Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme teilneh­men. Das ist ein enorm wichtiger Schritt, meine Damen und Herren, denn durch diese Maßnahmen werden Menschen mit Behinderungen gut auf die kommende Arbeits­marktsituation vorbereitet. In Kombination mit BetriebskontakterInnen beziehungsweise KeyaccountmanagerInnen, die auf die Betriebe aktiv zugehen werden, bin ich überzeugt, dass Menschen mit Behinderungen danach leichter einen Job finden werden, und das ist und war ja unser Ziel. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Die Covid-19-Krise rückt auch ein anderes Thema wieder in den Vordergrund, nämlich das Thema der Deinstitutionalisierung. Um dem Artikel 19 der UN-Behinderten­rechts­kon­vention gerecht zu werden – selbstbestimmtes Leben und Inklusion in der Ge­mein­schaft –, werden im Bereich der Wohneinrichtungen von einigen Trägern bereits Über­legungen angestellt, die ein inklusives Wohnen und Leben ermöglichen sollen. Gleichzeitig gibt es bereits erfolgreiche Pilotprojekte, zum Beispiel den Garconnieren­verbund vom Verein Habit oder auch die inklusive Wohngemeinschaft, in der ich leben durfte.

Im Pflegebereich haben wir das Projekt der Communitynurses in Planung und budgetiert. Eine weitere Maßnahme ist die Einführung eines großen Pilotprojekts einer umfas­senden persönlichen Assistenz, wobei es gelungen ist, dafür 20 Millionen Euro zu sichern.

All diese Maßnahmen haben ein Ziel, nämlich die Inklusion von Menschen mit Behin­derungen am Arbeitsmarkt sowie in der Gemeinschaft voranzutreiben und selbstbe­stimmtes Leben im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu ermöglichen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)

11.49



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 98

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Erwin Angerer. – Bitte.


11.49.28

Abgeordneter Erwin Angerer (FPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren der Regierung! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Herr Klubobmann Wöginger hat heute in seinem Redebeitrag gemeint, dieses Budget steht auf einem soliden Fundament. Ich möchte sagen, dass dieses Budget maximal ein Drehbuch für die Serie „Pfusch am Bau“ ist; Herr Nussbaum hätte wohl kaum ein Problem, die Tragfähigkeit dieses Fundamentes infrage zu stellen.

Wenn wir uns die letzten Wochen und Monate anschauen, sehen wir, dass IHS und Wifo kaum nachkommen, die Prognosen zu ändern. Wir haben noch im Oktober von einem Minus von 6,8 Prozent gesprochen, mittlerweile sind es 7,7 Prozent, und nach dem Lockdown geht es Richtung 9 Prozent. Die Wirtschaft wird sich in den nächsten Jahren wesentlich schwächer erholen als angenommen. Von einem Wirtschaftswachstum von 4 Prozent im nächsten Jahr sind wir mittlerweile schon weit entfernt.

Was ist von der Budgetrede unseres Herrn Finanzministers eigentlich übrig geblieben? – Der Herr Finanzminister hat uns in seiner Budgetrede vor einem Monat erklärt: vorüber­gehend Schulden machen; wir dürfen den Wohlstand nicht auf Kosten unserer Kinder finanzieren; Schuldenleugner sind Klimaleugner; langfristig hohe Staatsschulden scha­den unserer Gesellschaft; auch günstiges Geld muss zurückgezahlt werden – und, und, und. Er hat aber gemeint, wir könnten uns das leisten, weil es in den letzten Jahren eine solide Budgetpolitik gegeben habe, und es werde alles getan, um einen zweiten Lockdown zu verhindern.

Mittlerweile fragen sich aber viele Österreicher: Was wurde getan, um diesen zweiten Lockdown zu verhindern? (Zwischenruf des Abg. Obernosterer.) Wurden die Kapazi­täten in unseren Spitälern erhöht? Wurde mehr Personal eingestellt? Hat es Konzepte gegeben oder gibt es Konzepte, damit unsere Schulen nicht geschlossen werden, wie es jetzt passiert? Gibt es für die Wirtschaft planbare Regeln, damit sie sich auf diese Situation einstellen kann? Warum werden Beatmungsgeräte ins Ausland verliehen, wenn der einzige Grund eines Lockdowns der ist, dass unser Gesundheitssystem über­lastet werden könnte? Es sind viele Fragen, die sich stellen, es gibt darauf aber keine Antworten.

Was ist in den letzten Wochen jedoch wirklich passiert? – Wir haben den zweiten Lock­down. Es wird ein Schaden von mindestens 3 Milliarden Euro, der für die Wirtschaft eintreten wird, prognostiziert. Die Staatsschuldenquote wird von bisher angenommenen 85 Prozent auf 90 Prozent steigen, und die Wirtschaft wird wieder massiv geschädigt. Herr Finanzminister Blümel hat Figl zitiert und gemeint: „Ich bitte euch: Glaubt an dieses Österreich!“ – Ich kann Ihnen sagen: Die Österreicher glauben an dieses Land, sie glauben aber schon lange nicht mehr an diese Regierung. (Beifall bei der FPÖ.)

Die traurige Realität, die uns und vor allem unsere Zukunft einholen wird, ist, dass die Schulden von heute die Steuern von morgen sein werden – wir reden von Staats­schulden in der Höhe von 60 Milliarden Euro, die in diesen zwei Jahren die Folge der Maßnahmen dieser Regierung sein werden. Wenn man das umrechnet, sind es rund 14 000 Euro mehr pro Erwerbstätigem. Das heißt, jeder erwerbstätige Österreicher hat jetzt 14 000 Euro mehr Schulden. Man könnte damit zwölfmal die Koralmbahn finanzieren, man könnte 150 000 Einfamilienhäuser bauen: Das sind 60 Milliarden Euro, die die Regierung mit diesen Maßnahmen zu verantworten hat.

Wir könnten uns das leisten, hat unser Finanzminister gemeint, doch offensichtlich kön­nen wir es uns nicht leisten, denn die ÖVP beginnt mit einem rigorosen Sozialabbau: Noch diese Woche soll die Hacklerregelung wieder abgeschafft werden. 45 Jahre Arbeit


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sind für ÖVP und Grüne offensichtlich nicht genug. Die 40 bis 70 Millionen Euro, die die Hacklerregelung pro Jahr kosten würde, können wir uns offensichtlich nicht leisten.

Im Gegenzug dazu leisten wir uns aber, dass wir ab 2021 400 Millionen Euro mehr an Brüssel zahlen. Im Gegenzug dazu leisten wir uns aber, dass bis heute Großkonzerne wie Amazon und Google verschont bleiben und immer noch die großen Gewinner dieser Krise sind. Da hilft Ihr Appell, Herr Kollege Haubner von der ÖVP, sehr wenig. Amazon und Google werden die großen Gewinner dieser Krise sein und bleiben bis dato von allen Zahlungen, die sie zu leisten hätten, verschont. Das ist aus unserer Sicht der falsche Weg: heute die Kaufkraft zu reduzieren und den Leuten, die in diesem Land schwer gearbeitet und es aufgebaut haben, ihre verdiente Pension zu streichen und wegzunehmen.

Was es braucht, ist Unterstützung für die Wirtschaft und die Bevölkerung in dieser schwierigen Phase, und deshalb braucht es entsprechende konjunkturelle Maßnahmen. Ich bringe daher wieder unseren Entschließungsantrag ein:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Österreich-Gutschein“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, jedem österreichischen Staatsbürger Gut­scheine im Wert von insgesamt 1.000.- Euro auszustellen, die bis 31. Dezember 2020 nur bei heimischen und in Österreich steuerpflichtigen Betrieben eingelöst werden kön­nen.“

*****

Das wäre eine sinnvolle Maßnahme: für die rund 7,4 Millionen Österreicher jeweils einen Gutschein in der Höhe von 1 000 Euro. Davon würden rund 2,4 Milliarden Euro wieder direkt in das Sozialsystem und als Steuereinnahmen zurückfließen. Das würde die Wirtschaft entsprechend beleben und die Kaufkraft entsprechend stärken. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)

11.55

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Michael Schnedlitz, Erwin Angerer, Peter Wurm

und weiterer Abgeordneter

betreffend "Österreich-Gutschein"

eingebracht im Zuge der Debatte über den Tagesordnungspunkt 1, Bericht des Budget­ausschusses über die Regierungsvorlage (408 d.B.): Budgetbegleitgesetz 2021 (440 d.B.) in der 62. Sitzung des Nationalrats (XXVII.GP) am Dienstag, 17. November 2020

Die Maßnahmen der Bundesregierung im Zuge der Coronakrise führen zu einer his­torischen Wirtschaftskrise. Mehr als 1,8 Millionen Menschen haben in den letzten neun Monaten ihre Arbeit verloren oder haben durch die Kurzarbeit deutliche weniger


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Einkommen. Zigtausende Wirtschaftstreibende haben ebenfalls ihre Einkommens­grun­dlage verloren. Und mit all diesen Menschen auch ihre Familien!

Die österreichische Wirtschaft ist am Boden, zigtausende Betriebe wurden zwangs­geschlossen. Ob viele Betriebe, Gastronomiebetriebe, Touristiker, Handwerker, aber auch Dienstleister die Corona-Maßnahmen der Regierung wirtschaftlich überleben, darf angezweifelt werden. Dass die Auftragslage plötzlich wieder in die Höhe schießt, ist unwahrscheinlich. Sämtliche Wirtschaftsforscher prognostizieren eine schwere Rezes­sion. Hand in Hand mit einer drohenden gigantischen Pleitewelle geht der Konsum­schock. Die österreichischen Familien und die heimischen Wirtschaftstreibenden haben nichts von Versprechungen. Von Hoffnung allein können sie nicht leben, sie brauchen jetzt

konkrete Hilfe und Sicherheit.

Wenn wir die massiven Pleitewellen abfedern wollen und die Kaufkraft stärken, braucht es schnelle Maßnahmen, die möglichst viele Menschen erreichen und besonders schnell die Kaufkraft österreichischer Familien stärken. Jeder Österreicher und jede Öster­reicherin - etwa 7,4 Millionen Menschen - soll völlig unabhängig vom Alter einen sogenannten Österreich-Gutschein in der Höhe von 1.000.- Euro erhalten. Für eine vierköpfige Familie sind das 4.000.- Euro.

Von dieser unbürokratischen Soforthilfe für österreichische Familien und heimische Betriebe in Höhe von rund 7,4 Mrd. Euro, die Arbeitsplätze sichert, die Wirtschaft ankurbelt und somit natürlich indirekt auch dem Sozialsystem zugutekommt, fließen rund 2,5 Mrd. Euro direkt in Form von Steuereinnahmen zurück in den Bundeshaushalt.

In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten daher nach­ste­hen­den

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

"Die Bundesregierung wird aufgefordert, jedem österreichischen Staatsbürger Gut­scheine im Wert von insgesamt 1.000.- Euro auszustellen, die bis 31. Dezember 2020 nur bei heimischen und in Österreich steuerpflichtigen Betrieben eingelöst werden kön­nen."

*****


Präsidentin Doris Bures: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht mit in Verhandlung.

Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Angela Baumgartner. – Bitte.


11.55.51

Abgeordnete Angela Baumgartner (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wie im Frühjahr treffen der Lockdown und das Budget aufeinander. Unser Finanzminister hat ein Budget vorgelegt, das nicht nur abfedern soll, sondern auch die Weichen für die Zukunft stellt. In diesem Budget besteht noch Spielraum, da für Covid-Hilfsmaßnahmen mehr budgetiert als bisher ausbezahlt wurde.

Gesundheit ist derzeit der Schlüssel für die Entwicklung der Wirtschaft. Ich habe in meiner letzten Rede schon einen Appell an die Opposition gerichtet: Für parteipolitisches Hickhack ist jetzt wirklich kein Platz. Wir müssen das Virus gemeinsam bekämpfen, um


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eine Erholung unserer Wirtschaft zu ermöglichen. Es geht uns weiterhin darum, den Standort Österreich und unsere Unternehmen zu schützen.

Natürlich kommen mit dem zweiten Lockdown erhebliche Schäden auf die heimische Volkswirtschaft zu. Diese sind laut IHS aber geringer als im Frühjahr, und ohne diesen Lockdown wären die Schäden vermutlich noch größer. Die Staatshilfen werden auf alle ausgeweitet, die aufgrund des erweiterten Lockdowns ihren Betrieb schließen mussten. Wir haben einen Mix aus Rettungs- und Hilfsmaßnahmen und diese sind absolut notwendig.

Es gibt kein Land in Europa, das so viel Geld wie Österreich in die Hand nimmt. Wie die Experten beim Budgethearing mitgeteilt haben, wirken die Maßnahmen – sonst würde es mehr Insolvenzen geben und die Arbeitslosigkeit wäre viel höher. Mit Investitionen in Digitalisierung, Bildung, Sicherheit und den Arbeitsmarkt wollen wir Österreich wieder auf guten Kurs bringen. Die Experten gehen davon aus, dass das zweite Quartal 2021 besser als das heurige dritte Quartal werden wird. Eine Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es ab Jänner wieder Tourismus gibt. Wir sind ein Tourismusland, und deshalb kann Österreich nicht mit Deutschland, das ja angeblich wirtschaftlich besser als wir durch die Krise kommt, verglichen werden. Deutschland hat viel weniger Tourismus als wir. Die Experten sagen auch, dass vielleicht erst in zwei oder drei Jahren absehbar sein wird, welche Länder besser aus der Krise kommen werden.

Mittelfristig müssen wir aber wieder auf einen nachhaltigen Budgetpfad zurückkommen. Das heißt, wir müssen unseren Haushalt ordentlich führen und die Schuldenquote wieder beträchtlich senken. Dass das funktioniert, haben wir mit dem Budget 2018 und 2019 bewiesen. Es geht darum, wichtige Reformen, die wir schon vor der Krise angehen wollten und die auch im Regierungsprogramm stehen, umsetzen zu können. Das geht nur mit einem ordentlichen Haushalt.

Im Jahr 2015 hatten wir eine Staatsverschuldung von 85 Prozent des BIPs. Anfang 2020 lag die Verschuldung bei 70 Prozent. Bis Ende des Jahres wird sie wahrscheinlich wieder auf 85 Prozent ansteigen. Man sieht: Den in den Vorjahren erwirtschafteten Budgetüberschuss können wir jetzt in der Krise sehr gut gebrauchen. Man kann es auch mit den Worten von Joschi Kirschner sagen: Man muss „rechtzeitig drauf schauen, dass man’s hat, wenn man’s braucht“. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ernst-Dziedzic.)

11.59


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Josef Schellhorn. – Bitte.


11.59.18

Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Frau Präsident! Geschätzter Herr Vize­kanzler! Liebe Regierungsmitglieder! Herr Finanzminister! Da es mehrere Abgeordnete der ÖVP gegeben hat, die mich zitiert haben, aber offensichtlich Angst haben, meinen Namen auszusprechen – erst Kollege Kopf hat es gesagt –, stehe ich nicht an (Zwischenruf bei der FPÖ), zu sagen: Es hat schnell geklappt und es hat gut geklappt. Ich stehe auch nicht an, zu sagen, dass ich jetzt schon das Geld auf dem Konto habe.

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust: zum einen jenes des Unternehmers, der sagen muss: Endlich ist einmal etwas schnell gegangen, endlich ist einmal etwas kom­pakt und flüssig gegangen, ohne großen Bürokratieaufwand. – Das stimmt, da muss man auch Anerkennung zollen. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)

Jetzt aber will ich zum nächsten Punkt kommen – wie Sie, Herr Finanzminister, es auch immer wieder gesagt haben –, nämlich dass das Budget in Zahlen gegossene Politik ist. Diesem Budget, das Sie vorgelegt haben, fehlt die Komponente Zukunft. Und zur Kom­ponente Zukunft: Auch betreffend Einnahmen und Ausgaben brauchen wir Zukunft.


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(Abg. Wöginger: Jetzt hat die Rede gut begonnen!)  Ja, Gust Wöginger, ich komme gleich zu dir. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)

Um in die Zukunft zu schauen, muss man weiterdenken – und da komme ich wieder auf den 80-prozentigen Umsatzersatz –: Diese Coronazahlen sind de facto nicht vom Himmel gefallen und sie verschwinden am 8. Dezember nicht in der Hölle. Der springende Punkt ist: Was machen wir eigentlich, wenn der Lockdown, vor allem für den Tourismus, noch länger gilt? Gibt es dann auch den 80-prozentigen Umsatzersatz?

Kollege Ottenschläger hat mich zwar nicht namentlich zitiert, aber er hat gemeint, dass das widersprüchlich ist. – Nein, es ist nicht widersprüchlich, denn wenn man den 80-prozentigen Umsatzersatz im Dezember für den Handel und für den Tourismus fortsetzt, dann sind wir sofort in einem zweistelligen Milliardenbereich, und dann fliegt dem Finanz­minister das Budget so um die Ohren, dass er sich vorne und hinten nicht mehr auskennt. Das ist der springende Punkt! (Beifall bei den NEOS.)

Daher haben wir gesagt, dass die 800 000-Euro-Obergrenze beihilfenrechtlich der völlig falsche Zugang ist und dass wir beihilfenrechtlich doch einmal prüfen sollten, wie es mit Art. 107 Abs. 2 lit. b, dem Katastrophenparagraf, vereinbar ist, dass wir – das wäre viel zielgerichteter; das ist das zweite Herz, das in meiner Brust schlägt – eine Verlust­kompensation fortschreiben. (Beifall bei den NEOS.)

Wir müssen ja weiter denken als nur bis zum 8. Dezember. Meine Vorrednerin hat so beiläufig gesagt – es scheint nur niemandem aufgefallen zu sein –: Der Tourismus wird Mitte Jänner wieder aufsperren. Ich als Unternehmer weiß nichts von dieser Planbarkeit. Aus Ihnen ist offensichtlich der Satz herausgesprudelt. In der Regierung wird man schon danach trachten, langsam wieder hinaufzufahren. Das heißt, dass der Tourismus nicht vor dem 15. Jänner hinauffahren wird, um die Wintersaison zu retten. – Ja, aber dann braucht es den Mut des Finanzministers, zu sagen, was im Jänner und was vor allem im Dezember passiert. Das wünsche ich mir vom Vizekanzler, der Volkswirt ist, und insbe­sondere vom Finanzminister. (Beifall bei den NEOS.)

Wenn Sie sich mit den Unternehmern unterhalten, dann geht es jetzt vor allem um eines: Liquidität, Liquidität, Liquidität! Darum war das jetzt auch so wichtig, um das Weih­nachtsgeld auszahlen zu können. Es wird aber viel wichtiger sein, dass wir bilanzieren können, dass viele Betriebe am 31. Dezember überhaupt bilanzieren können. Dazu braucht es Planungssicherheit und Mechanismen. Diese wünsche ich mir von der Re­gierung, weil wir – und viele Betriebe – genauso unschuldig in diese Katastrophe ge­schlittert sind. Obwohl wir heute noch genauso unschuldig sind, gibt es in manchen Bereichen, vor allem im Westen, überhaupt noch keine Entschädigung nach dem Epide­mie­gesetz. Diese Liquidität fehlt den Betrieben, das bräuchten wir jetzt.

Da Kollege Haubner auch Franz Schellhorn zitiert hat: Ja, er geht auch mit euch kritisch um, er ist euch gegenüber nicht nur positiv eingestellt, sondern kritisiert diesen schwer­fälligen Staatsapparat. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer.) – Kollege Obernosterer, ja, es ist wichtig, Investitionszuschüsse zu haben. Was aber hilft mir ein Investitions­zuschuss, wenn ich einen schwerfälligen Staatsapparat habe und meine Bewilligung, damit ich überhaupt investieren kann, über sechs Monate dauert? Das ist der Punkt! (Beifall bei den NEOS.)

Das sind Anreize, die völlig richtig, aber nicht maßgebend sind. Was brauchen wir da­her? – Es sind vier Punkte: Wir müssen jetzt danach trachten, noch einmal über den EU-Rahmen nachzudenken, um diesen effizient auszuschöpfen, Herr Finanzminister. Wir müssen jetzt danach trachten, die Liquidität zu garantieren und vor allem die Betriebe bilanzieren zu lassen, weil die Banken spätestens dann einen Betrieb fällig stellen müssen. Die Banken selbst sprechen jetzt davon: Wenn wir nicht rasch reagieren, haben wir spätestens Mitte des Jahres 2021 30 Milliarden Euro an faulen Krediten hängen!


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Dann aber fliegt uns das Budget noch einmal um die Ohren, denn dann müssen wir wahrscheinlich irgendwelche Banken retten, und das ist das nächste Problem.

Wir brauchen vor allem für die Wintersaison eine Rettung, aber auch diesen soge­nannten Schutzschirm. Geben Sie den Unternehmen die Möglichkeit, zusperren zu können! Was machen Unternehmer vor allem in Hinblick auf den Winter? – Sie stellen Liquidität vor Rentabilität. Sie zahlen eh schon drauf und kriegen aber de facto ganz lange keine Abgeltung. Wie funktioniert Wintertourismus mit Anzahlungskonten? – Kollege Obernosterer weiß es, nur: Diese Anzahlungskonten sind leer, das heißt, es fehlt ihnen an Liquidität. Sie müssen die Möglichkeit haben, auch dann erst aufsperren zu können, wenn sie Rentabilität erwarten können.

Zu guter Letzt, Herr Finanzminister, brauchen wir vor allem eines: sanieren statt schließen. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir Betriebe sanieren können, welche Möglichkeiten wir auf die Wege bringen können, sodass nicht nur geschlossen wird, denn damit wäre nicht nur ein unternehmerisches Schicksal besiegelt, sondern das wäre auch mit einem privaten Schicksal verbunden.

Daher bringe ich folgenden Antrag ein:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Vorschlag für ein Gesamtkonzept für Wirtschaftshilfen“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorzu­legen, in dem konkrete Wirtschaftshilfen für besonders betroffene Unternehmen enthal­ten sind, insbesondere (im Sinne der Begründung) kapitalerhaltende und ‑stärkende Maßnahmen sowie überfällige Reformpakete zur Anregung des Wachstums, und in dem der dynamischen und zyklischen Entwicklung des COVID-19 bedingten Infektions­ge­schehens hinreichend Rechnung getragen wird, inklusive eines völligen Ausfalls des Wintertourismus.“

*****

Ich bitte um eure Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)

12.06

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Josef Schellhorn, Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen

betreffend Vorschlag für ein Gesamtkonzept für Wirtschaftshilfen

eingebracht im Zuge der Debatte in der 62. Sitzung des Nationalrats über das Budgetbegleitgesetz 2021 (440 d.B.)– TOP 1

Die aktuelle Wirtschaftskrise als Folge der schweren COVID-19-Epidemie stellt Unter­nehmen vor zahlreichen Herausforderungen. Unternehmer_innen brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe sowie Verlässlichkeit die über die Dauer des aktuellen Lock­downs weit hinausgeht. Die Maßnahmen der Bundesregierung erfolgen mitunter stark


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verspätet, ein Gesamtkonzept zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen inklusive allfälliger zukünftiger Entwicklungen fehlt komplett.

Folgende Punkte sollen jedenfalls Teil eines Gesamtpaket sein:

1. EU-Rahmen voll ausschöpfen: aktuelles EU-Beihilfenrecht ermöglicht eine Hilfe basierend auf drei Säulen, um Unternehmen zu stützen. Zwei Säulen können jederzeit zur Verfügung stehen, eine Säule könnte zur Verstärkung aufgestellt werden, falls es wie aktuell zu einem Lockdown kommt.

a. Es gilt daher, so rasch wie möglich das gesamte Beihilfenrecht auszunutzen und einen Fixkostenzuschuss (FKZ) auch nach 107(2)(b) für den Fall des Lockdowns umzusetzen - Unternehmen, die behördlich geschlossen werden, wissen, dass sie für diese Zeit mit einem Verlustausgleich rechnen können. Weitere Lockdowns sollen unbedingt verhin­dert werden - trotzdem sollen in rechtzeitigen Gesprächen mit der Europäischen Kom­mission Hilfen vorbereitet werden, um bei Schließung schnell wirken zu können.

b. Durch den FKZ II wissen Unternehmen, wie stark ihre Verluste kompensiert werden. Das ist ein essenzielles Vertrauenssignal. Die Zeit drängt, weil es mit einem 31.12. einen neuen Bilanzstichtag gibt und man keinen unsicheren Anspruch auf den FKZ in der Bilanz einstellen kann.

2. Rasche Hilfe: Es ist entscheidend, den Fixkostenzuschuss Phase 2 nachhaltig und rasch aufzusetzen. Bis zum Jahresende sollte klar sein, wie mit Verlusten und Schließun­gen umgegangen wird. Unternehmen brauchen aber auch Klarheit, wie die Verluste seit dem ersten Lockdown cash-wirksam kompensiert werden, wenn ihnen Aufträge wegge­brochen sind. Der Fixkostenzuschuss soll sowohl für den Lockdown-Fall als auch für den Nicht-Lockdown-Fall wirken. Es werden sich zwar je nach Lockdown die beihilfen­recht­lichen Möglichkeiten ändern, aber es darf sich für Unternehmen der Behördenweg und das Instrument nicht ändern.

3. Vorsorgen für den Ausfall der Wintersaison: Zusagen für die Zeit bis 31.12. sollten rasch erfolgen, mit einer klaren Perspektive bis Juni 2021 verlängert zu werden. Da sich ein (nahezu) kompletter Ausfall des heurigen Wintertourismus’ abzeichnet, bräuchte es ein effektives Moratorium, um eine große Pleitewelle zu vermeiden. Als Indikatoren sollten die Entwicklung der Infektionszahlen (samt Prognosen), aufrechte Reisebe­schränkungen bzw. Quarantäneauflagen innerhalb der EU-MS sowie die Entwicklung der Buchungslage herangezogen werden.

4. Kapitalstrategie auf den Tisch: Das Jahr 2020 wird sicher "kein Geschäft" für öster­reichische Unternehmen sein. Wir brauchen sehr rasch wirksame Kapitalinstrumente für kleinere und mittlere Unternehmen zur Erhaltung der nötigen Liquidität sowie frische Impulse für die Entstehung neuer Jobs. Dies könnte u.a. durch eine zeitlich befristete Senkung der Lohnnebenkosten für Unternehmen, die neue Mitarbeiter anstellen (lang­fristige Senkung der Abgabenlast - siehe unten), die Einführung eines KMU Equity Fund (vgl. NEOS Anträge) oder eines branchenspezifischen KMU-Beteiligungsfonds über die ÖHT erreicht werden

5. Konkrete Maßnahmen für eine rechtliche Neugestaltung von Home Office: Maß­nahmen zur Reduktion sozialer Kontakte im Arbeitsumfeld. Die COVID-Krise hat gezeigt, dass Home Office in Österreich zu weiten Teilen noch nicht geregelt ist und daher in der Praxis zahlreiche Fragen offen sind. Hier braucht jetzt Maßnahmen und nicht erst im März 2021. Folgende Punkte müssen überarbeitet werden:

a. Reform des Arbeitsrechts, um eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit zu ermög­lichen


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b. Das Steuerrecht ist ebenfalls nicht auf der Höhe der Zeit. Auch sind die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer im Wohnungsverband nur unter besonderen Bedingungen steuerlich relevant. Auch Einrichtungsgegenstände des Arbeitszimmers, wie etwa Regale, können nicht steuerlich geltend gemacht werden.

c. Arbeitsinspektion virtuell ermöglichen, um eine Evaluierung der Arbeitsstätte via Videokonferenz möglich zu machen.

d. Betriebsvereinbarungen stärken: Das Abschließen von Betriebsvereinbarungen ist leider nicht die österreichische Norm und verhindert daher häufig maßgeschneiderte Lösungen.

e. Sozialversicherungsrechtliche Fragen für Grenzgänger klären.

6. Sanieren statt Schließen – zweite Chance für Unternehmen durch neues Insol­venzrecht: Aufgrund der Förderstruktur des österreichischen Insolvenzrechts sowie der mangelnden Mentalität der Unternehmer_innenkultur steht uns eine Kündigungswelle bevor, die auch vieles vernichten wird, das nach der Krise wieder gebraucht wird. Sanierungsverfahren werden oft zu spät begonnen. Jeder Tod eines Unternehmens vernichtet Vermögen, Know-How und schafft Arbeitslose. Es braucht daher eine Attrak­tivierung des Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung (keine Mindestquote, Debt Equity Swaps, etc.) und rasche Umsetzung der RL 2019/1023 (RL über Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz von Restrukturierungs-, Insolvenz- und Entschuldungs­ver­fahren).

7. Reformpaket - mit Turbo aus der Krise: langfristige Senkung der Abgabenlast, Einführung einer GmbH Zero, umfassender Dialog über eine dringende Reform der Gewerbeordnung mit allen Stakeholdern (Unternehmen, Verbände und Parteien), Ein­richtung eines One-Stop-Shop, Reform der Lehre sowie deutlich höhere Investitionen in digitale Präsenz v.a. von KMU.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorzu­legen, in dem konkrete Wirtschaftshilfen für besonders betroffene Unternehmen enthal­ten sind, insbesondere (im Sinne der Begründung) kapitalerhaltende und stärkende Maßnahmen sowie überfällige Reformpakete zur Anregung des Wachstums, und in dem der dynamischen und zyklischen Entwicklung des COVID-19 bedingten Infektions­ge­schehens hinreichend Rechnung getragen wird, inklusive eines völligen Ausfalls des Wintertourismus.“

*****


Präsidentin Doris Bures: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht mit in Verhandlung.

Nun hat sich Frau Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker zu Wort gemeldet. – Bitte, Frau Präsidentin.


12.07.01

Präsidentin des Rechnungshofes Dr. Margit Kraker: Werte Frau Präsidentin! Ge­schätzte Damen und Herren Abgeordnete! Das Bundesbudget 2021 und auch die jetzige Debatte sind davon gekennzeichnet, dass staatliche finanzielle Mittel in Milliardenhöhe


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zur Verfügung gestellt werden, um die vielfältigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Gesellschaft abzufedern.

Viele Dinge sind nach wie vor unklar, denn wir sind noch mitten in der Krise, und ich sage hier: In der Krise muss der Staat für Stabilität sorgen, er muss liefern, sei es in Bezug auf die Gesundheit, auf den Arbeitsmarkt, auf die Wirtschaft, auf den Sozial- und Bildungsbereich oder den Tourismus. Das ist, glaube ich, unbestritten, das hat jetzt – ich sage dies am ersten Tag des zweiten Lockdowns in Österreich – absolute Priorität, und das sieht auch der Rechnungshof so.

Die aktuelle Situation führt uns zugleich aber auch mehr denn je vor Augen, wie wichtig es ist, dass öffentliche Systeme stabil und krisenfest sind. In den sogenannten guten Zeiten dürfen wir dann auch nicht vergessen, dass wir vorsorgen müssen, und dazu gehört auch der wirksame und transparente Mitteleinsatz, für dessen Prüfung der Rechnungshof zuständig ist.

Die zahlenmäßige Abrechnung eines Finanzjahres erfolgt im jeweiligen Bundesrech­nungsabschluss im Jahr darauf. Es ist zwar jetzt die Generaldebatte zum Budget 2021, aber mit zur Debatte steht der Bundesrechnungsabschluss 2019, der eben auch erst im Budgetausschuss am 6. November beschlossen wurde.

Das Jahr 2019 war ein gutes Finanzjahr. Es war ein konjunkturell gutes Jahr, und diese damals noch gute Konjunktur brachte hohe Steuereinnahmen. Sie waren ein wesent­licher Grund dafür, dass es im Ergebnis und im Finanzierungshaushalt Überschüsse gab. Die Finanzschulden des Bundes sanken 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 sowohl in Prozenten des BIP als auch nominell. Der Ergebnishaushalt brachte im Jahr 2019 mit 819 Millionen Euro ein positives Nettoergebnis, im Finanzierungshaushalt wurde ein ebenso positiver Nettofinanzierungssaldo von 1,48 Milliarden Euro erzielt. Die Abgaben­erträge stiegen um 2,5 Milliarden Euro und die Aufwendungen dagegen nur um etwa eine gute Milliarde Euro. Die höchsten Abgabenerträge ergaben sich aus der Umsatz­steuer und aus der Lohnsteuer.

Das Vermögen des Bundes stieg um 3,3 Milliarden Euro, die Finanzschulden sanken um 2,8 Milliarden Euro auf in Summe 208,76 Milliarden Euro. Das Nettovermögen blieb weiterhin negativ bei minus 150,7 Milliarden Euro, hat sich aber um 3,6 Milliarden Euro verbessert. Gesamtstaatlich gesehen hat der Staat im Jahr 2019 einen öffentlichen Überschuss von 0,7 Prozent des BIP ausgewiesen. Der öffentliche Schuldenstand ging von 74 Prozent des BIP im Jahr 2018 auf 70,4 Prozent des BIP im Jahr 2019 zurück.

Es wurde heute schon angesprochen: Die Abgabenquote des Gesamtstaates belief sich auf 42,5 Prozent des BIP. Das hatte den Grund, dass das nominelle BIP im selben Zeitraum um 3,3 Prozent stieg, die Steuereinnahmen und Sozialbeiträge konjunktur­bedingt aber um 3,8 Prozent stiegen.

Es gibt einen Bericht, wie wir den Rechnungsabschluss neu gestalten könnten – danach wurde gefragt; das werde ich dem Hohen Haus und dem Finanzministerium vorlegen. Es gibt Vorschläge zur Reform des Rücklagensystems. Und ich möchte Sie an dieser Stelle in aller Kürze darauf aufmerksam machen, dass es auch Evaluierungsergebnisse zur Haushaltsrechtsreform gibt. Da kann man eine Debatte über haushaltsrechtliche Verbesserungen anstoßen, damit eben auch in aktuellen Krisensituationen eine transparente und nachvollziehbare Budgetierung besser möglich ist, denn auf eine transparente Budgetierung bauen dann auch transparente Abschlussrechnungen auf, die Aufschluss darüber geben können, wie der Vollzug war.

Ich darf ankündigen, dass wir im Rechnungsabschluss für das Jahr 2020 und der in diesem Zusammenhang vorgesehenen Darstellung der Finanzierungsströme im Bun­des­haushalt, insbesondere über den Krisenbewältigungsfonds zu den einzelnen


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Untergliederungen des Bundesbudgets, einen Beitrag zur Transparenz leisten möchten, damit die Mittelflüsse von Ihnen auch nachvollzogen werden können. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)

12.12


Präsidentin Doris Bures: Danke.

Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Meri Disoski. – Bitte.


12.12.33

Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der MinisterInnenbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zu­seherinnen und Zuseher! Ich als Frauensprecherin der Grünen kann nicht hier am Pult stehen, ohne eingangs mein Entsetzen mit Ihnen zu teilen. In einem Interview hat gestern der ehemalige ÖVP-Nationalratspräsident und Bundespräsidentschaftskandidat Andreas Khol gemeint, SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner habe danach gerufen, ihr eine aufzulegen.

Frauen, die kritisieren und eine andere Meinung vertreten, sollen also eine Watsche kriegen? – Geht’s noch?! (Beifall bei Grünen und SPÖ.)

Die Entschuldigung, die dann erfolgt ist, war mehr als nur angebracht, verringert aber nicht mein Entsetzen über diese völlig inakzeptable Verharmlosung von Gewalt an Frauen und auch den ihr zugrundeliegenden strukturellen Sexismus. Ich bin wirklich wütend darüber, dass Männer in Machtpositionen – oder Männer, die solche einmal innehatten – immer, immer, immer wieder glauben, dass sie mit Frauen so umgehen können. Das ist völlig letztklassig, umso mehr, als es vom ehemaligen Präsidenten des Hohen Hauses, dem Nationalratspräsidenten, kommt. (Beifall bei Grünen, SPÖ und NEOS.)

Nun zu meinem eigentlichen Redebeitrag im Rahmen der Generaldebatte, der auf die Pensionsanpassungen fokussiert. Mit der Anhebung der Mindestpension auf 1 000 Euro hat die Bundesregierung mitten in der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit nicht nur einen wichtigen Schritt zur Bekämpfung von Altersarmut gesetzt, sondern auch ein starkes Zeichen für soziale Gerechtigkeit. Wie schaut das konkret aus? – Sehen wir uns die Zahlen an: Niedrige Pensionen bis 1 000 Euro steigen um 3,5 Prozent, bis 1 400 Euro fällt die Steigerung linear auf 1,5 Prozent ab und ab 2 333 Euro wird die Erhöhung mit einem Fixbetrag von 35 Euro gedeckelt. Diese Erhöhung der Ausgleichs­zulage bringt MindestpensionsbezieherInnen zusätzlich 440 Euro pro Jahr.

Die Pensionserhöhungen im unteren Bereich kommen insbesondere Frauen zugute. Wieso ist das so? – Von der Anhebung der Ausgleichszulage auf 1 000 Euro profitieren insgesamt rund 200 000 Mindestpensionsbezieherinnen und -pensionsbezieher, über zwei Drittel davon sind Frauen. Mit 42 Prozent ist die geschlechtsspezifische Pensions­lücke zwischen Frauen und Männern in Österreich beschämend hoch, auch im euro­päischen Vergleich. Nur in Malta, in Luxemburg und in den Niederlanden ist der soge­nannte Genderpensiongap höher als in Österreich. Deswegen ist es gut, dass wir mit dieser überdurchschnittlichen Anhebung niedriger Pensionen den Pensiongap abmil­dern. Das freut mich als Frauensprecherin, das freut uns als Grüne natürlich sowieso, weil uns der Kampf gegen Altersarmut bei Frauen ein zentrales Anliegen ist. Mit diesen Pensionsanpassungen gehen wir einen dringenden, wichtigen Schritt, und das ist gut so. (Beifall bei den Grünen.)

Klar ist auch, dass weitere Schritte notwendig sind, dass weitere Schritte folgen müssen. Das sieht man auch, wenn man sich die Trapezstudie anschaut, die das Bundes­kanz­leramt – Sektion Frauen und Gleichstellung – mit Wifo und Forba gemacht hat, die


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beiden Expertinnen Mayrhuber und Mairhuber haben diese Studie durchgeführt. Sie kommen in dieser Studie zu dem Ergebnis, dass wir vor allem auf den strukturellen Ebenen aktiv werden müssen, hinsichtlich Arbeitsmarktpolitik aktiv werden müssen, Lohntransparenz ist ein großes Thema, die strukturellen Rahmenbedingungen im Sinne eines Ausbaus der Kinderbetreuung sind ein großes Thema. Natürlich ist auch die ungleiche Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit von Frauen und Männern ein großes Thema. Das sind die Hauptgründe für diesen Pensiongap im Pensionssystem.

Mit der Ausgleichszulage, die wir heute hoffentlich beschließen werden, gehen wir einen ersten Schritt. Wir werden später im Rahmen des Dringlichen Antrages auch über einen nächsten Schritt sprechen, debattieren, den wir gemeinsam gehen, das ist der Früh­star­terInnenbonus.

Den Grünen und mir als Frauensprecherin ist es natürlich wichtig, dass wir auch im Bereich Arbeitsmarkt bei der ungleichen Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit nächste Schritte gehen. Dafür werden wir uns einsetzen, denn Frauen verdienen Fairness. Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

12.16


Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek. – Bitte.


12.16.55

Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bun­desregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zu­seher! Es wurde heute schon sehr viel von Entgleisungen gesprochen. Auch ich kann nicht hier stehen ohne festzustellen, dass der Respekt hier im Hohen Haus manches Mal zu wünschen übrig lässt. Ich muss und will darauf hinweisen, dass ein fast achtzigjähriger ehemaliger Nationalratspräsident absolut nicht angebrachte Äußerungen getätigt hat (Beifall bei der SPÖ) und sich diese verbale Gewalt und diesen Sexismus sparen kann, und übrigens auch manche Kollegen hier – auch hier ist das schon vor­gekommen. Man hat einer Parteivorsitzenden, einer Klubchefin so etwas nicht aus­zurichten! Punkt! Schluss! (Beifall bei SPÖ und NEOS. Abg. Belakowitsch: ... nicht nur ... Parteichefin!)

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ein Budget muss Arbeitsplätze sichern, Unter­nehmen retten. Betreffend das Sichern von Arbeitsplätzen ist dieses Budget, obwohl es ein Krisenbudget ist, sehr lasch unterwegs. Die 700 Millionen Euro für das AMS sind bestenfalls ein Zurückgeben von Geld, das schon einmal teilweise weggenommen wurde. Ein Aufstocken des Personals beim AMS – das wurde in vergangener Zeit auch schon einmal zurückgefahren, da wird jetzt wieder ein bisschen dazugegeben. Die soge­nannte Coronaarbeitsstiftung, Zukunftsstiftung – wie immer Sie das nennen wollen – ist ein Qualifizierungsprogramm für die Zukunft und hilft jetzt Arbeitsuchenden viel weniger, als es sein müsste. Das heißt, Arbeitsplätze retten kann dieses Budget nur mangelhaft bis gar nicht.

Unternehmen retten, dazu haben wir heute schon vieles gehört, funktioniert einmal mehr, einmal weniger, im Moment etwas besser. Das sei allen Unternehmerinnen und Unter­nehmern, die jetzt in dieser Krise sehr, sehr leiden, so etwas von gegönnt. Worauf ich heute aber hinaus will, ist: Ein Budget muss auch kleine Einkommen sichern, muss armutsfest und sozialfest gestaltet sein. Auch das findet sich in diesem Budget gar nicht. Wir haben vorige Woche die Budgetbegleitgesetze im Budgetausschuss diskutiert: Die­ser Hunderter für Kinder von Mindestsicherungsbezieherinnen und -beziehern oder Bezieherinnen und Beziehern der Sozialhilfe Neu ist mit 20 Millionen Euro dotiert. Nur


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wenn da Geld übrig bleibt, gibt es auch einen Energiehunderter für ganz arme Familien. Ich sage dazu: Sozialfest ist etwas anderes, das ist damit nicht erfüllt. (Beifall bei der SPÖ.)

Zum Beispiel ist durch die Erhöhung des Frauenbudgets gerade einmal die wichtige Zeitverwendungsstudie abgedeckt, mit der wir nach zehn Jahren wieder einmal fest­stellen können sollten, wer welche Arbeit verrichtet, bezahlt/unbezahlt, um auch als Poli­tikerin und Politiker unsere Schlüsse daraus ziehen zu können. Auch in diesem Bereich ist nicht genug Geld für wirkliche Gewaltschutzmaßnahmen und anderes da.

Weil eine Regierung auch vorausschauend sein müsste, ist diesbezüglich sehr vieles vor den Mikrofonen und bei Pressekonferenzen angekündigt worden, aber sehr wenig davon wurde umgesetzt. Ich möchte nun im Namen meiner Parteivorsitzenden Dr.in Pa­mela Rendi-Wagner einen Entschließungsantrag einbringen, es braucht nämlich, um als Regierung vorausschauend zu sein, Datentransparenz und Kontrolle der Wirksamkeit der Covid-Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Es wurde nicht einmal, sondern schon oftmals gefordert, dass es wichtig ist, zu schauen, dass Datengrundlagen trans­parent gemacht werden, dass auch eine wissenschaftliche Begleitung, ein Monitoring erfolgt – von Expertinnen und Experten, die wöchentlich dem Nationalrat, uns, zu berich­ten haben, wie sich die Maßnahmen entwickelt haben. Der Oberste Sanitätsrat ist nicht nachbesetzt worden, der könnte das zum Beispiel leisten.

Ich möchte daher folgenden Entschließungsantrag einbringen:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc, Kolleginnen und Kollegen betreffend „notwendige Daten-Transparenz und Kontrolle der Wirksamkeit der Covid-Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung“

Der Nationalrat wolle beschließen:

Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wird aufgefordert, sofort eine unabhängige und damit wei­sungsfreie ExpertInnengruppe, einzusetzen. Diese ExpertInnengruppe soll die gelten­den Maßnahmen begleitend evaluieren und deren Treffsicherheit und Wirksamkeit laufend überprüfen, sowie evidenzbasiert Vorschläge für deren Lockerung erarbeiten.

Die ExpertInnengruppe hat dem Nationalrat wöchentlich über ihre Arbeit, inklusive der ihrer Arbeit zugrundeliegenden Daten, einen kurzen Bericht zu übermitteln und diesen auch zu veröffentlichen.“

*****

Das wäre zukunftsfest. (Beifall bei der SPÖ.)

12.22

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr.in Pamela Rendi-Wagner, MSc, Genossinnen und Genossen

betreffend notwendige Daten-Transparenz und Kontrolle der Wirksamkeit der Covid-Maß­nahmen zum Schutz der Bevölkerung


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eingebracht im Zuge der Debatte zum Budgetbegleitgesetz 2021 inklusive Gene­ral­debatte

Die Corona-Pandemie hat Österreich weiter fest im Griff und diese Bundesregierung ist nicht im Stande vorausschauend zu handeln. Die wesentlichste Kritik an der türkis/grü­nen Bundesregierung liegt in der Verabsäumung der Vorbereitung und an dem „Nichts­tun“ über die Sommermonate. Längst hätten die Maßnahmen gut durchdacht, überlegt und mit Begutachtung vorbereitet werden können, denn viele Expertinnen und Experten haben vor der Verbreitung des Virus im Herbst und Winter gewarnt. Doch die Regierung hat die Zeit verschlafen.

Jetzt musste wieder überhastet gehandelt werden, weil die Infektionszahlen in die Höhe katapultiert sind und das Gesundheitssystem zu überlasten drohte.

Obwohl die Entwicklungen vorhersehbar waren, hat die türkis/grüne Regierung die Kon­trolle über das Infektionsgeschehen verloren. Die schwierige Situation, vor der wir jetzt stehen, hat die Bundesregierung zu verantworten.

Eine Überbelastung der Intensivstationen, deren Auswirkung jede und jeden von uns treffen kann, vor allem aber unsere ältere Generation besonders gefährdet, muss mit allen Mitteln verhindert werden. Aufgrund des Versagens der Regierung musste jetzt mit drastischen Maßnahmen gehandelt werden.

Gerade deshalb muss die Zeit des 2. Lockdowns dafür genützt werden, um auf eine langfristig wirksame Corona-Strategie umzustellen. Es ist dringend erforderlich, dass Datengrundlagen transparent aufbereitet werden, die dann für jeden ganz klar den Zusammenhang zwischen den gesetzten Maßnahmen und den zugrundeliegenden Daten und Fakten erkennen lassen.

Dazu braucht es aber eine wissenschaftliche Begleitung und Aufbereitung der nunmehr gesetzten Maßnahmen. Eine unabhängige und weisungsfreie ExpertInnengruppe muss sofort eingesetzt werden, die dieses Monitoring übernimmt. Es muss laufend untersucht werden, ob die Maßnahmen treffsicher und wirksam sind und auch, ob sie das gelindeste Mittel zur Zielerreichung darstellen. Es handelt sich dabei ja um starke Eingriffe in unser aller Grund- und Freiheitsrechte, wie zB bei den Ausgangsbeschränkungen, und diese dürfen nicht länger als unbedingt erforderlich in Geltung sein.

Dieses Monitoring ist unbedingt erforderlich um, evidenzbasiert Lockerungen und An­passungen vorzunehmen, sowie für die Zeit nach den Beschränkungen lernen zu kön­nen. Das muss rechtzeitig evidenzbasiert vorbereitet und nicht wieder alleine der Bundesregierung überlassen werden.

Es braucht die notwendige Transparenz dieses Monitorings durch regelmäßige Berichte der ExpertInnengruppe an das Parlament, damit auch die erforderliche Kontrolle gewährleistet

Der Oberste Sanitätsrat könnte als dieser Corona-Expertenrat fungieren. Dieser wurde zur Pockenepidemie im 19. Jahrhundert installiert, aber im Dezember 2019 nicht mehr nachbesetzt.

Nur durch Transparenz und Kontrolle kann erreicht werden, dass freiheitsbe­schrän­kende Maßnahmen durch die Bevölkerung mitgetragen werden. Und nur diese Akzep­tanz der Bevölkerung wird das Virus zurückdrängen können.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher nachfolgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:


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„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wird aufgefordert, sofort eine unabhängige und damit weisungsfreie ExpertInnengruppe, einzusetzen. Diese ExpertInnengruppe soll die gel­tenden Maßnahmen begleitend evaluieren und deren Treffsicherheit und Wirksamkeit laufend überprüfen, sowie evidenzbasiert Vorschläge für deren Lockerung erarbeiten.

Die ExpertInnengruppe hat dem Nationalrat wöchentlich über ihre Arbeit, inklusive der ihrer Arbeit zugrundeliegenden Daten, einen kurzen Bericht zu übermitteln und diesen auch zu veröffentlichen.“

*****


Präsidentin Doris Bures: Auch dieser Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß ein­gebracht und steht mit in Verhandlung.

Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Carmen Jeitler-Cincelli. – Bitte.


12.22.33

Abgeordnete Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Werte Abgeordnete! Geschätzte Zuseherinnen und Zuse­her! Ich muss jetzt leider doch kurz darauf eingehen, Frau Heinisch Hosek, auch wenn es für meine Rede nicht geplant war, aber offen gesagt bin ich ein bisschen baff. Man kann doch nicht immer nur Antidiskriminierung vertreten, wenn es einem gerade ins Kon­zept passt.

Ich meine, wenn man nach Tirol sieht, das sieht, was Ihr Kollege dort von sich gegeben hat, mit „Horizontalen“ und solche Sätze, erlebe ich das genauso. Sie stellen sich allerdings her und sagen: Reden wir über den Ton! – Ich habe noch nie einen Ausschuss wie den letzten mit Bundesministerin Raab erlebt, in dem von Ihrer Fraktion dermaßen aggressiv mit der Ministerin geredet worden ist. (Abg. Heinisch-Hosek: Waren Sie bei ...? Ich meine, ich weiß es ja nicht! Unglaublich!) Sie ist hier gesessen und hat mir unglaublich leidgetan. Ich habe mir gedacht, es kann eigentlich nicht wahr sein, dass man sie in einem normalen Ausschuss so angreift – zumal sie es geschafft hat, 43 Prozent mehr Budget für Frauenangelegenheiten zu generieren. Irgendwie habe ich das Gefühl, bei Ihnen geht es da um etwas anderes. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Es hat damals, glaube ich, einen Schulterschluss zwischen Maria Rauch-Kallat und Ihnen gegeben – das ist etwas, was in diesem Haus passiert ist; man kann es gut finden oder nicht –, dass sogar die Bundeshymne umgedichtet wurde, damit das passt. Ich glaube, Sie sind dem Geist, den Sie damals hatten, nicht mehr in diesem Sinne verbunden (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Kollross), weil damals ein anderer Schulterschluss unter Frauen vorhanden war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das zum Khol auch?)

Zu meinem eigentlichen Punkt: Österreich als Land von Familienbetrieben. Wir haben da draußen Unternehmerinnen und Unternehmer, die auch Väter, Mütter, Coaches, Lehrausbildende und Sponsoren ihrer örtlichen Vereine, angefangen von Fußball- bis zu Sozialvereinen, sind. Diese Menschen sind verzweifelt, und wir haben mit diesem Bud­get in erster Linie dafür zu sorgen, dass wir ihnen in dieser schwierigen Situation helfen.

Jetzt muss ich auch noch auf die NEOS eingehen, weil Sepp Schellhorn – er ist jetzt, glaube ich, nicht mehr im Saal – vorhin gesprochen hat. Ich empfinde das als zutiefst populistisch. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Beate Meinl-Reisinger ist hier, ich kann auf sie replizieren: Ich finde, das, was Sie hier sagen, ist die Populismuskeule pur, das ist nichts anderes als das, was teilweise aus einer anderen Ecke kommt, als Strache für


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Akademiker würde ich das bezeichnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abge­ordneten Eypeltauer und Meinl-Reisinger.)

Frau Meinl-Reisinger, Mut ist nicht immer laut, Mut ist auch manchmal verantwortlich leise, zurückgezogen und nicht eskalierend. (Abg. Loacker: Womit kennen Sie sich aus? Mit Mut? Das Wort können Sie nicht einmal schreiben! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) Ich erlebe diese permanente Eskalation in einer Seuchensituation, in der wir sind, in der die Unternehmerinnen und Unternehmer wirklich nicht mehr wissen, wie sie weiterkommen – auch die Eltern, keine Frage –, aber manchmal wäre es gut, sich ein bisschen leiser zurückzuziehen und auch an diesem Budget etwas zu lassen.

Ich bin jetzt leider am Ende meiner Redezeit, eigentlich wollte ich auf etwas ganz ande­res eingehen (Ruf: Das ist der Segen der Geschäftsordnung!), auf den ÖHT-Haftungs­rahmen, der für die Hotellerie, aber auch für alle anderen Unternehmen in den Regionen sehr, sehr gut ist. (Abg. Meinl-Reisinger: Nicht so schön formuliert – heißt das, die Opposition möge bitte schweigen?) Wir haben da draußen Bäckereien, die davon abhängig sind. Wir haben da draußen Tischler, wir haben MalerInnen, wir haben Installateure und all die Handelsbetriebe, die dranhängen, die davon profitieren. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum die SPÖ gegen dieses Fördergesetz stimmt. Vielleicht ist es dem Umstand geschuldet, dass in ihren Reihen, wie ich glaube – ich habe eben durchgezählt –, nur drei Menschen mit unternehmerischem Background sind. Ich ver­stehe nicht, warum man bei so etwas nicht mitstimmt, obwohl das eine wirkliche Rettungsaktion für unsere Wirtschaft ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ernst-Dziedzic.)

12.26


Präsidentin Doris Bures: Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Gerhard Kaniak. – Bitte.


12.26.08

Abgeordneter Mag. Gerhard Kaniak (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geschätzte Zuhörer! Man sagt, das Budget ist in Zahlen gegossene Politik. Wenn man das so will, dann muss man sagen, dass das aktuelle Budget das in Zahlen gegossene Versagen der Bundes­regierung bei der Bewältigung der Coronakrise und eine Fortsetzung der Desinfor­mationsideologie gegenüber dem österreichischen Parlament und der österreichischen Bevölkerung ist.

Unser sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister Blümel rechnet für das kommende Jahr bei Einnahmen von 75 Milliarden Euro mit Ausgaben von knapp 98 Milliarden Euro und damit mit einem satten Defizit von 22,6 Milliarden Euro beziehungsweise einem Maastrichtdefizit von 9,8 Prozent. Diese Zahlen, sehr geehrte Damen und Herren, sind sogar noch schöngerechnet, ja veraltet, denn sie basieren auf einer Prognose, die den aktuellen harten Lockdown gar nicht berücksichtigt.

Lassen Sie es mich plastisch und bildlich formulieren: Der Herr Bundesminister für Finanzen Blümel steuert das Schiff der österreichischen Finanzen durch den Nebel von falschen Zahlen auf eine düstere Zukunft für unsere Bevölkerung zu. Die Regierung hat offensichtlich aus den Erkenntnissen und den Erfahrungen des ersten Lockdowns und der ersten Welle überhaupt nichts gelernt, denn eines ist klar, ein Lockdown, wie er jetzt durchgeführt wird, richtet mehr Schaden an, als dass er hilft. (Beifall bei der FPÖ.)

Nicht Sars-Cov-2 ist schuld an der finanziellen Misere, dem riesigen Budgetdefizit und der Wirtschaftskrise, in der wir uns befinden und die nun durch die Maßnahmen der Regierung prolongiert wird, nein, die Regierung selbst trägt mit ihren Maßnahmen maß­geblich Schuld daran.


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Lassen Sie mich das kurz erläutern: Hotellerie und Gastronomie sind zugesperrt, ohne Planung, ohne Perspektive, ab wann wieder ein geregeltes Geschäft möglich sein wird. Die Geschäfte sind geschlossen, und man nimmt schulterzuckend in Kauf, dass die Umsätze zu internationalen Onlinehändlern abwandern, die keinen Cent Steuern in Österreich zahlen. Die Menschen in Österreich werden eingesperrt, vollkommen egal, ob sie negativ getestet sind und damit keine Gefahr für andere Menschen darstellen oder nicht, die Schulen werden geschlossen und die Kinder ihres Rechts auf Bildung beraubt. Dafür werden aber willkürliche und gleichheitswidrige Umsatzentschädigungen gezahlt, ganz nach Gutdünken des Herrn Finanzministers und der Bundesregierung, um jene Schäden zu kompensieren, die ohne die Maßnahmen der Bundesregierung gar nicht aufgetreten wären. (Abg. Amesbauer: Genau so ist es! – Zwischenruf bei der ÖVP.)

Lassen Sie mich aber einen alternativen Vorschlag machen: Was wäre denn, wenn wir zumindest einen Teil dieser Milliarden hernehmen und sie direkt in das österreichische Gesundheitssystem investieren würden? Was wäre, wenn wir mit diesem Geld die Ärzte und Pfleger besser bezahlen würden, wenn wir versuchen würden, die Zahl der Pflegekräfte aufzustocken oder Pflegekräfte sogar aus der Pension zurückzuholen und wieder zu aktivieren? Was wäre, wenn wir dafür Sorge tragen würden, dass mit diesem Geld zusätzliche Epidemieärzte und Personen für die Kontaktnachverfolgung angestellt werden würden? Was wäre, wenn wir dieses Geld nutzen würden, um die Kapazitäten im stationären Bereich und im intensivmedizinischen Bereich zu erhöhen und um Kooperationen mit den Privatkliniken einzugehen? Was wäre, wenn wir dieses Geld nutzen würden, um das Heeressanitätswesen wieder zu jener strategischen Reserve auszubauen, die es im österreichischen Gesundheitswesen auch sein könnte, indem wir die drei Feldambulanzen und die Heeressanitätszentren endlich wieder einsatzbereit machen?

Ja, und was wäre, wenn wir das Geld auch in die Erhebung von soliden und verlässlichen Zahlen investieren würden, damit wir die aktuelle Lage auch tatsächlich besser ein­schätzen könnten? Anstatt herumzutesten, bräuchten wir wirklich regelmäßige Quer­schnittstestungen der österreichischen Bevölkerung, und zwar nicht nach dem totalen Lockdown, wie das Herr Bundeskanzler Kurz vorschlägt, sondern vorher, als evidenz­basierte Grundlage für weitere Maßnahmen. (Zwischenruf des Abg. Gödl.)

Was wäre, wenn wir die Dunkelziffer in der ersten Welle erhoben hätten und vielleicht auch jetzt am Beginn der zweiten Welle kennen würden? – Dann bräuchten wir uns nicht zu Tode zu fürchten, sondern dann könnten wir tatsächlich auf wissenschaftlicher Datenbasis agieren.

Zu guter Letzt: Was wäre, wenn wir auch ein bisschen von dem Geld in die Hand genommen hätten, um auch in Österreich die Erkrankung Covid-19 besser zu erforschen und um abzuklären, woran die vielen Toten denn tatsächlich gestorben sind, indem einmal vernünftige Obduktionen der Covid-Toten durchgeführt werden? (Zwischenruf des Abg. Obernosterer.)

Nichts von all dem ist über den Sommer und in den Herbst hinein passiert, meine sehr geehrten Damen und Herren. Stattdessen befinden wir uns nun im zweiten harten Lockdown, und das durch Zahlen, die das in keiner Weise hergeben. Bei den letzten drei Zahlen – wenn man diesen Zahlen glauben darf, die offiziell veröffentlicht werden – gibt es eine Halbierung der Fallzahlen und bereits einen beginnenden Rückgang bei der Zahl der Intensivpatienten. Wie das als Begründung für einen harten Lockdown herhalten soll, das erschließt sich mir in keiner Weise.

Deshalb sage ich Ihnen eines, sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung: Hören Sie auf, gegen die Menschen in diesem Land zu arbeiten! (Beifall bei der FPÖ.) Machen Sie Ihre Hausaufgaben! Sorgen Sie für einen effektiven Schutz der Risikogruppen! Bauen


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Sie entsprechende Behandlungskapazitäten auf, damit wir sicher durch den Winter kommen, und beenden Sie die Freiheitseinschränkungen der österreichischen Bevölke­rung, denn nur so bekommen Sie unsere Unterstützung und auch die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger! (Beifall bei der FPÖ.)

12.31


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ralph Schallmeiner. – Bitte.


12.31.49

Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Eine erste Replik auf Kollegen Kaniak: Das sind schöne Wünsche, fromme Wünsche. Ich würde dich bitten, dass du sie unter anderem auch an den Bürgermeister von Wels richtest, wo wir beim Contacttracing momentan neun Tage hinterher sind. Dort hätte man das nämlich beispielsweise gleich selbst in der Hand und könnte entsprechend Personal einstellen. Also nicht nur immer Wünsche an die Regierung richten, sondern dort, wo man selbst Verantwortung hat, diese auch wahrnehmen! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Deimek.)

Kommen wir zurück: Kollege Kaniak hat gerade bei den Zahlen, die dem Lockdown zugrunde liegen, so getan, als ob diese nicht stimmen würden. Ich liefere sie nach: In den letzten 24 Stunden gab es 6 000 Neuinfizierte, gab es 4 525 Menschen, die mit Covid-19 in Spitälern liegen, gab es 658 Menschen, die auf ICU-Stationen, sprich im Intensivbereich, behandelt werden müssen, und gab es 58 zusätzlich an Covid-19 Verstorbene – das sind die Zahlen.

Das ist der Grund, warum es eben seit Mitternacht einen harten Lockdown gibt. Das ist der Grund, warum auch dieser Lockdown alternativlos ist, weil die Medizinerinnen, die Mediziner, die Sanitäterinnen und Sanitäter, die Menschen, die in den Spitälern arbeiten, die dort jeden Tag dafür sorgen sollen, dass Menschen gepflegt werden, dass Menschen gesund gemacht werden, momentan mit dem Rücken zur Wand stehen. Es ist unsere Aufgabe als Politiker, diesen Menschen zu helfen, und das geht halt am besten, indem wir den Zustrom von erkrankten Menschen minimieren, und deshalb gibt es den Lock­down. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Das hat auch etwas mit dem Übernehmen von Verantwortung zu tun. Das hat auch damit zu tun, was wir letzten Sonntag hier herinnen im Hauptausschuss gemacht haben, nämlich die Verantwortung zu übernehmen und zu sagen: Okay, angesichts dieser Zahlen, angesichts dieser Situation müssen wir handeln. Es hat nichts mit Verantwortung zu tun, wenn man die Pandemie und die Belastungen im Gesundheitswesen negiert oder einfach kleinredet, so wie es die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ gerne machen. (Ruf bei der FPÖ: Blödsinn!) Es hat auch nichts mit Verantwortung zu tun, wenn man hergeht und nach Ausreden sucht, um hier nicht mitzustimmen, so wie das am Sonntag seitens der Sozialdemokratie passiert ist.

Es zeugt auch nicht unbedingt von Verantwortung, wenn man Fünfpunktepläne in der Früh auf den Weg bringt, wobei alle fünf Punkte sich entweder gerade in Umsetzung befinden oder einfach so nicht möglich sind. Es zeugt auch nicht von Verantwortung, bereits gemachte Zu- und Aussagen zur Finanzierung des Gesundheitswesens einfach ständig zu negieren und sich hier herauszustellen und immer herumzurechnen, obwohl es bereits entsprechende Zu- und Aussagen der Bundesminister zu diesem Thema gibt.

Bis 6.12. werden die Zahlen hoffentlich so weit herunten sein, dass wir aus diesem Lockdown wieder aussteigen können. Die Zahlen werden dann hoffentlich auch so weit herunten sein, dass wir keinen dritten Lockdown mehr brauchen. Bis dorthin ist natürlich


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das Contacttracing – da bin ich schon dabei – entsprechend aufzustocken. Die Länder, die Bezirke sind da gefordert. Kollege Kaniak, wie schon gesagt, sag es bitte deinem eigenen Bürgermeister! Er könnte da schon einen Anteil leisten.

Ich hoffe auch, dass die Opposition bis dahin wieder Verantwortungsbewusstsein ent­deckt, weil wir es dann brauchen. Die Pandemie wird dann nämlich noch immer nicht beendet sein. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

12.35


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Johannes Margreiter. – Bitte.


12.35.26

Abgeordneter Dr. Johannes Margreiter (NEOS): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Das Gesetz, namentlich das Bundesbahngesetz, schreibt vor, dass alljährlich für einen Zeitraum von sechs Jahren der ÖBB-Rahmenplan von der ÖBB-Infrastruktur AG zu erstellen ist.

Was wird aktuell von einem solchen Rahmenplan zu erwarten sein? – Ganz klar: Es geht um die Dekarbonisierung des Verkehrs ganz allgemein. Da spielt natürlich die Inves­titionstätigkeit im Bereich der Bahninfrastruktur eine ganz maßgebliche Rolle. Dieser Rahmenplan, der aktuell im Oktober von der Frau Bundesminister vorgelegt worden ist, kann sich ja durchaus sehen lassen. Er entspricht tatsächlich den Anforderungen, dass Güterverkehr auf die Schiene verlegt wird, dass die Bahn als Träger des öffentlichen Personennahverkehrs attraktiver gemacht wird. Es sind Stationsbauten vorgesehen, es sind Bahnhofsumbauten vorgesehen, es soll die Barrierefreiheit gefördert werden. – Das ist alles gut und recht.

Dieser Plan findet also durchaus unsere Zustimmung und kann auch durchaus gelobt werden, das Problem ist: Es ist nur ein Plan. Dieser Rahmenplan wird von der Frau Bundesministerin – sie macht das ja recht gerne, so wie sie auch das Klimabudget mit dem Etikett Klimabudget versieht, so verteilt sie ja recht gerne Etiketten – also auch wieder als der bisher größte Rahmenplan vorgestellt. Rein ziffernmäßig ist er es, ob er es tatsächlich sein wird, wird sich erst weisen, wenn er auch umgesetzt wird.

Da will ich halt doch an die Frau Bundesminister einmal ein Angebot richten, aber auch eine gewisse Warnung: Wie man im Zusammenhang mit der sehr aufwendigen Entwicklung des 1-2-3-Jahrestickets sieht, kommen jetzt schon ganz massive Wider­stände aus von Türkis oder Schwarz regierten Bundesländern. Ich habe so den Ver­dacht, das Etikettenverteilen verbindet die grüne Partei mit der türkisen Partei. Ich würde der Ministerin auch zugestehen, dass sie das mit dem Etikett sehr ernst meint, nur glaube ich, dass es bei der ÖVP eher so ist, dass es tatsächlich nur um das Etikett geht. Wenn die ÖVP sich als Klimapartei positionieren will, werde ich sehr misstrauisch und sehr skeptisch. Wie gesagt: Alles, was wir jetzt schon im Zusammenhang mit dem 1-2-3-Ticket erleben, deutet ganz deutlich in diese Richtung.

Ich möchte also der Frau Bundesminister wirklich sagen: Seien Sie mit Ansagen sehr vorsichtig, denn Sie werden auch an den Taten und an der Umsetzung gemessen werden und nicht nur an einem Plan, der zugegebenermaßen ein guter Plan ist.

In diesem Sinne biete ich die Unterstützung bei der Verwirklichung dieses Plans an, es wird aber mit der ÖVP sehr schwierig werden. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)

12.38


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Andreas Hanger. – Bitte.



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 116

12.39.05

Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Budget­debatten haben ein bestimmtes Ritual, offensichtlich gehört es zu den Aufgaben der Oppositionsparteien, das Budget zu kritisieren. Das ist heute so, das war in den ver­gangenen Jahren so. Eigentlich geht es dann um die Frage: Welche Substanz hat denn eigentlich diese Kritik, die da geübt wird?

Ich möchte exemplarisch einen Bereich herausgreifen, den ich wirklich bemerkenswert finde, weil da ganz einfach wenig Substanz gegeben ist: Die SPÖ sagt in jedem zweiten Redebeitrag, auch schon vorher, die Regierung tue momentan nichts für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, für den Arbeitsmarkt. Ich behaupte, wer so etwas sagt, der kann entweder nicht sinnerfassend lesen oder versteht wirtschaftliche Zusammen­hänge nicht. (Beifall bei der ÖVP.)

Zu den Fakten: Es wurden für Kurzarbeit – das teuerste Instrument der Krisen­bekämp­fung – mittlerweile 5 Milliarden Euro ausbezahlt. Die Kurzarbeit wurde verlängert und geht nun auch in einer nächsten Phase in das neue Jahr, weil die Pandemiekrise natür­lich noch lange nicht zu Ende ist.

Es gibt natürlich die Arbeitsstiftung, aktive Arbeitsmarktpolitik: 700 Millionen Euro, die für die Qualifizierung von Menschen ohne Beschäftigung zur Verfügung gestellt werden. Es gibt die einmalige Erhöhung des Arbeitslosengeldes, auch wirklich viel im Bereich klas­sische Arbeitsmarktpolitik, aber – das ist mir total wichtig – wenn man wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen will, muss man schon wissen, dass es natürlich nicht nur darum geht, dem AMS möglichst viel Geld zu geben, um dann die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sondern man muss die Wirtschaft ankurbeln, und das ist das viel Ent­scheidendere. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist die Investitionsprämie. Es wurden innerhalb kürzester Zeit 2 Milliarden Euro beantragt, das löst insgesamt 20 Mil­liar­den Euro an Investitionen aus – vielfach auch unter dem Aspekt der Klimaneutralität. Das ist Wirtschaftsankurbelung, das schafft auch Arbeitsplätze.

Ein anderes Beispiel ist das Kommunalinvestitionsgesetz: 1 Milliarde Euro für die Gemeinden, damit die Gemeinden ihre Investitionen aufrechterhalten können. Ich habe vor Kurzem selbst mit 20 Bürgermeistern aus meinem Wahlkreis gesprochen, weil es immer wieder Diskussionen darüber gibt, ob diese Gelder abgeholt werden oder nicht: Natürlich werden sie abgeholt! Ich habe keinen einzigen Bürgermeister in meinem Wahlkreis gehört, der gesagt hat: Ich hole mir das Geld nicht ab! – Manche warten noch zu, weil die Projekte erst in der Zukunft passieren werden. Auch dieses Instrument funktioniert, und auch das schafft wieder Arbeitsplätze, weil damit natürlich die Wirtschaft angekurbelt wird, und das ist, denke ich, in Zeiten wie diesen enorm notwendig. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)

Zum Non-Profit-Sektor – weil es mir persönlich auch ein Anliegen ist –: Es gibt immerhin 250 000 Beschäftigte in diesem Sektor und auch dort haben wir die Programme geschnürt. Die Organisationen holen sich die Gelder ab und natürlich sichert und schafft das auch Arbeitsplätze.

Die Liste ließe sich wirklich lange fortsetzen: Fixkostenzuschuss, es gibt nun einen Umsatzersatz für die Gastronomie und die Hotellerie und vieles, vieles mehr.

Ich möchte wirklich auch einmal dem Finanzministerium dafür danken – weil ich immer wieder in Kontakt bin –, was da innerhalb kürzester Zeit an Programmen auf den Weg gebracht worden ist. Das ist schon wirklich beachtlich. Da wurden auch viele Nacht­schichten eingelegt. Dafür braucht es, denke ich, auch wirklich einmal ein großes Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weratschnig.)


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Abschließend möchte ich noch eine Frage thematisieren, die momentan auch sehr oft herangetragen wird: Können wir uns das, was wir da tun, leisten? – Faktum ist, wir werden heuer im Budgetvollzug 28 Milliarden Euro neu finanzieren müssen, und in der Budgetplanung für 2021 sind es noch einmal 22,6 Milliarden Euro. Ich möchte diese Frage mit einem eindeutigen Ja beantworten. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.)

Ja, Gott sei Dank, wir können uns das leisten. Wieso? – Dafür gibt es drei Gründe: Der erste Grund ist, dass wir in den letzten Jahren einfach gut gewirtschaftet haben. Wir hatten 2019 erstmals gesamtstaatlich seit vielen, vielen Jahren wieder einen Budget­überschuss. Der zweite wesentliche Grund ist, dass wir Gott sei Dank ein niedriges Zinsniveau haben, das muss man auch ganz ehrlich sagen. Interessanterweise ist es ja so, dass auch in der mittelfristigen Finanzplanung die Zinsaufwände trotz neuer Schul­den zurückgehen werden; das ist natürlich ein ganz wichtiger Aspekt. Der dritte wesentliche Grund ist, wir müssen nach der Pandemie natürlich wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehren. Wenn wir dann wieder ein gesundes Wachstum haben, dann haben wir auch eine starke wirtschaftliche Substanz.

Die Programme sind wichtig, und was es jetzt noch braucht, ist Optimismus für die Zukunft, für die Zeit, wenn wir die Gesundheitskrise überstanden haben. Die Grundlagen dafür sind da. Ich darf alle herzlich dazu einladen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ernst-Dziedzic und Weratschnig.)

12.43


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Andreas Kollross. – Bitte.


12.43.37

Abgeordneter Andreas Kollross (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Regierungsmit­glieder – der Herr Finanzminister nimmt gerade eher nicht an seiner Budgetdebatte teil! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernseh­schirmen! Wer erhält und finanziert das Feuerwehr- und Rettungswesen, Spitäler, Berufsschulen, Einrichtungen der Jugendwohlfahrt? Wer baut Straßen, Gehwege, Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, Pflegeeinrichtungen, Spiel­plätze und Parkanlagen? (Zwischenruf des Abg. Haubner.) Wer erhält Schulen, Kinder­gärten, Horte, Kleinkinderbetreuungseinrichtungen, schulische Nachmittagsbetreuung? Wer baut und erhält die Abwasserentsorgung und die Wasserversorgung? Wer gestaltet das sportliche, soziale und kulturelle Leben in unserem Land? Wer investiert vor Ort und schafft somit für die regionale Wirtschaft Arbeitsplätze und unterstützt das Klein­gewerbe? – Es sind die Gemeinden und Städte in unserer Republik.

Die Frage, die wir uns leider stellen müssen, ist: Wie lange noch?, denn so wie Menschen in Arbeitslosigkeit, UnternehmerInnen, EPUs, Kulturschaffende und so weiter unter Coronamaßnahmen leiden, so leiden auch die Gemeinden und Städte darunter. Heuer fehlen den Gemeinden und Städten aufgrund verschiedenster Regierungs­maß­nahmen 2 Milliarden Euro.

Aufgrund des neuen Lockdowns kann man davon ausgehen, dass im Jahr 2021 ebenfalls 2 Milliarden Euro für alle 2 095 Gemeinden in Österreich fehlen werden. Die Regierung ist in Wirklichkeit – auch wenn der Kollege das Kommunalinvestitionsgesetz gerade schöngeredet hat – nicht bereit, zu helfen und Abhilfe zu schaffen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das, was wir erleben, ist, dass die Regierung zu diesen 4 Milliarden Euro sagt: Okay, wir wissen, 2020 und 2021 fehlen euch 4 Milliarden Euro, aber 1 Milliarde Euro bekommt ihr von uns! Die bekommt ihr aber nur dann, wenn ihr selbst zuerst einmal 1 Milliarde Euro aufbringt. Das heißt, ihr braucht 5 Milliarden Euro, damit ihr am Ende des Tages wieder 4 Milliarden Euro Fehlbetrag habt.


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Um zu sehen, dass sich das nicht ausgehen kann, dafür braucht man, glaube ich, kein großes mathematisches Genie zu sein. Die Gemeinden – wir erleben es ja gerade; Kollege Schellhorn hat es vorhin über die Betriebe gesagt, aber es trifft ja auch auf die Gemeinden zu – machen auch gerade Budgets, und die Gemeinden erleben, dass sie genauso wenig in die Lage versetzt werden, ihr Budget zu gestalten, ihr Budget ausgeglichen zu bilanzieren, weil eben ganz einfach die Liquidität fehlt.

Nur eine kurze Erklärung vor allem in Richtung ÖVP, dort sitzen einige Bürger­meisterinnen und Bürgermeister – ihr wisst ja, wovon ich rede (Zwischenruf des Abg. Hafenecker–, wie eine Gemeinde ein Budget gestaltet: Zuerst gibt es einmal den ordentlichen Haushalt. Da ist alles drinnen, was Standardleistungen sind (Zwischenruf bei der ÖVP), also all das, was Kindergarten, Schule, Gemeindebedienstete, Schnee­räumung, öffentliche Beleuchtung und so weiter und so fort betrifft. Dann wird ein Strich gemacht, und wenn etwas übrig bleibt, dann kommt das in den außerordentlichen Haushalt, und da wird investiert. Das Problem ist, und das erleben gerade sehr viele Gemeinden: Wenn sie jetzt beim ordentlichen Haushalt einen Strich machen, bleibt nichts mehr übrig, da gibt es nichts mehr zu investieren. Das ist doch das Problem, und ihr wisst doch auch selbst, dass es so ist.

Nicht nur, dass es diese Finanzmittel nicht gibt – man kann es ja nicht einmal budge­tieren! Ich möchte das anhand eines Beispiel zeigen – und auch das wisst ihr in Wirklichkeit, eure Bürgermeisterinnen und Bürgermeister erzählen es mir ja, sie sagen nur: Unseren darf man es nicht erzählen, aber bitte tu weiter, weil wir wissen, dass es dieses Problem gibt! –: Nehmen wir einmal an, eine Gemeinde mit der Einwohnerzahl 2 500 – das ist in Wirklichkeit der Schnitt der Gemeinden in Österreich, die Mehrheit der Gemeinden hat nicht mehr EinwohnerInnen – bekommt vom Bund theoretisch 250 000 Euro, aber nur dann, wenn sie selber 250 000 Euro aufbringt. Das heißt, sie muss im außerordentlichen Haushalt 500 000 Euro budgetieren, hat aber keine Deckung, weil sie nur 250 000 Euro kriegt. Das heißt, sie bringt das Budget in Wirk­lichkeit gar nicht zusammen. (Zwischenruf des Abg. Hanger.)

Zum Schluss kommend deshalb unser Vorschlag und die wirklich eindringliche Bitte, denn es geht um das soziale Leben in unserer Republik: Zahlt diese 1 Milliarde Euro sofort aus, damit die Liquidität in den Gemeinden gesichert ist (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rauch), damit die Budgets gesichert sind, und arbeiten wir gemeinsam für das Jahr 2021 ein neues Kommunalinvestitionsgesetz aus! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

12.48


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Klaus Lindinger. – Bitte.


12.49.04

Abgeordneter Ing. Klaus Lindinger, BSc (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Mit­glieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Verehrte Zuse­herinnen und Zuseher! Wenn wir – wir haben es im letzten Budgetausschuss auch diskutiert – den Bundesrechnungsabschluss 2019 hernehmen, dann sehen wir, dass dieser äußerst positiv und vor allem viel besser als veranschlagt ist. Das Nettoergebnis als Gradmesser für die Wirtschaftlichkeit und der Nettofinanzierungssaldo als Grad­messer für die Zahlungsfähigkeit des Bundes fallen durchaus positiv aus. Der Grund dafür sind die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Jahr, in dem es auch einen Beschäftigungszuwachs und ein Wirtschaftswachstum gegeben hat und der Schuldenstand zurückgegangen ist.

Dieser Blick in die Vergangenheit zeigt uns aber auch, dass wir mit diesem Budget eine gute Ausgangsbasis für das heute hier diskutierte Budget 2021 vorfinden. Die Ziele des


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Budgets für das Jahr 2021 sind vor allem, das Gesundheitssystem zu unterstützen, die Arbeitsplätze zu retten und den Wirtschaftsstandort und somit auch den Wohlstand zu erhalten. Dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren, stehen wir als Volkspartei! (Beifall bei der ÖVP.)

Was mir aber in dieser schwierigen Zeit der Coronapandemie vor allem unverständlich ist, ist, wie die Opposition hier agiert. Statt mit konstruktiven Beiträgen wird prinzipiell nur dagegengearbeitet, es gibt Falschaussagen und Neiddebatten werden geschürt, Maß­nahmen werden schlechtgeredet, frei nach dem Motto: Irgendetwas wird schon hängen bleiben. Das hat der „ehemalige“ amerikanische Präsident Donald Trump unter der Bezeichnung Trumpismus geprägt.

Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen der Opposition, ich sage euch eines: Im Nachhinein weiß immer jeder alles besser. Ihr aber solltet jetzt einmal anfangen, umzu­denken! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.) Anstatt immer zu kritisieren, könntet ihr euch entsprechend konstruktiv einbringen, damit wir gemeinsam für unser Österreich arbeiten. Jetzt ist Zusammenhalt gefragt, meine sehr geehrten Damen und Herren, und nicht, sich auseinanderdividieren zu lassen. (Zwi­schenruf des Abg. Zanger.) Jeder und jede da draußen kann einen Beitrag leisten. Mit den Maßnahmen der Bundesregierung und den schon bekannten Maßnahmen – regel­mäßiges Händewaschen, Abstand halten und Maske tragen – können wir unser Ge­sund­heitssystem vor einem Kollaps schützen. (Abg. Belakowitsch: ... Lockdown!) Hal­ten wir gerade in dieser schwierigen Zeit zusammen! Schützen wir uns gegenseitig! Österreich hat schon viel durchgestanden, und gemeinsam meistern wir auch diese Krise. (Beifall bei der ÖVP.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf noch einen Abänderungsantrag der Abgeordneten Gabriel Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, Kolleginnen und Kolle­gen zum Budgetbegleitgesetz in der Fassung des Ausschussberichtes, 440 der Beila­gen, einbringen, den ich in den Kernpunkten erläutern darf.

Zum einen geht es um die Umsetzung der EU-Kontrollverordnung, zum Zweiten um die Finanzierung der Ages, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, für die kommenden Jahre, und zum Dritten wird damit ein Bundesamt für Verbraucher­gesund­heit eingesetzt.

Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

12.52

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Abänderungsantrag

der Abgeordneten Gabriel Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kollegen

zur Regierungsvorlage (408 der Beilagen) betreffend ein Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über die Gewährung eines Bundeszuschusses und sonstiger Förderun­gen aus Anlass der 100. Wiederkehr des Jahrestages der Volksabstimmung in Kärnten (Abstimmungsspendegesetz 2020), ein Bundesgesetz über einen Zweckzuschuss aufgrund der Abschaffung des Zugriffs auf Vermögen bei Unterbringung von Personen in stationären Pflegeeinrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024, ein Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes an Covid-19-Impfungen und -Schnelltests Ermächti­gun­gen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden, ein Bundesgesetz über die Finanzierung des Vereins für Konsumenteninformation im Jahr 2021 und ein Bun­desgesetz zur Bekämpfung pandemiebedingter Armutsfolgen (COVID-19-Gesetz-Armut)


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erlassen sowie das Gebührenanspruchsgesetz, das Gerichtsorganisationsgesetz, das Sachverständigen- und Dolmetschergesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds, das COVID-19-Förderungsprü­fungsgesetz, das Buchhaltungsagenturgesetz, das Bundesgesetz über die Errichtung des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds, das Finanzausgleichgesetz 2017, das Fa­milien­lastenausgleichsgesetz 1967, das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz, das Arbeitsmarktservicegesetz, das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz 1957, das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz, das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz, das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Ge­werbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialversicherungsgesetz, das Kriegsopferversorgungsgesetz 1957, das Opferfürsorgegesetz, das Impfschaden­gesetz, das Verbrechensopfergesetz, das Heimopferrentengesetz, das Pensionsgesetz 1965, das Bundestheaterpensionsgesetz, das Bundesbahn-Pensionsgesetz, das Nacht­schwerarbeitsgesetz, das Behinderteneinstellungsgesetz, das Covid-19-Zweckzu­schuss­gesetz, das Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz, das Universitäts­gesetz 2002, das Forschungsförderungsgesellschaftsgesetz, das Bundesmuseen-Gesetz 2002 und das Luftfahrtgesetz geändert werden (Budgetbegleitgesetz 2021), in der Fassung des Ausschussberichtes (440 d.B.)

Der Nationalrat wolle in zweiter Lesung beschließen:

Der eingangs bezeichnete Gesetzesantrag wird wie folgt geändert

1. Im Titel wird die Wortgruppe „Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes an Covid-19-Impfungen und -Schnelltests Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden“ durch die Wortgruppe „Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden“ ersetzt.

2. Art 31 (Bundesgesetz, mit dem zur Abdeckung des Bedarfes zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie Ermächtigungen zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt werden) wird wie folgt geändert:

§1 lautet:

„§ 1. (1) Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wird ermächtigt, über folgende zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie angeschafften erforderlichen Waren durch Verteilung an inländische Rechtsträger zu verfügen:

1. COVID-19 Impfstoffe, die im Rahmen des „Joint EU Approach to COVID-19 vaccines procurement“ angeschafft wurden;

2. Bedarfsmaterial zur Verabreichung der Impfstoffe gemäß Z 1.;

3. COVID-19 – Schnelltests;

4. COVID-19 Medikament, das im Rahmen des „Joint Procurement Veklury (Rem­desivir)“ von der EU angeschafft wurde.

(2) Die Verfügung erfolgt durch unentgeltliche Übereignung, soweit dies im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Krise erforderlich ist.“

3. Art. 34 (Änderung des Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetzes) lautet:


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„Artikel 34

Änderung des Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetzes

Das Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz – GESG, BGBl. I Nr. 63/2002, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 37/2018, wird wie folgt geändert:

1. Der Titel dieses Bundesgesetzes lautet:

„Bundesgesetz, mit dem die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungs­sicherheit GmbH errichtet und das Bundesamt für Ernährungssicherheit, das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen sowie das Bundesamt für Verbrauchergesundheit eingerichtet werden (Gesundheits- und Ernährungssicherheits-gesetz – GESG)“

2. In den § 6a Abs. 5a und 6, § 6b Abs. 1, 2, 3 Z 1 sowie Abs. 4 bis 8, § 8a Abs. 1 und 2, § 12 Abs. 8, § 13 Abs. 14 sowie § 20 Abs. 7 werden das Wort „Gesundheit“, in den § 6 Abs. 4, § 6a Abs. 2 und 4, § 7 Abs. 2 2. und 3. Satz sowie Abs. 6, § 8 Abs. 3 Z 1 sowie Abs. 6 und 8, § 10 Abs. 2 und 3 Z 1 und 4 sowie Abs. 5, § 11 Abs. 2, 5a und 6 sowie 8, § 12 Abs. 4, § 16, § 20 Abs. 2 bis 4 die Wortfolge „Gesundheit und Frauen“ und in den §§ 6a Abs. 1 Z 8 die Wortfolge „Gesundheit, Familie und Jugend“ jeweils durch die Wortfolge „Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz“ ersetzt.

3. In den § 6 Abs. 2 und 4, § 6b Abs. 1, § 7 Abs. 2 2. und 3. Satz sowie Abs. 6, § 8 Abs. 2a, 3 und 6, § 8a Abs. 1, § 10 Abs. 2, 3 Z 2 und Abs. 5, § 11 Abs. 4, 7 und 8, § 12 Abs. 8, § 13 Abs. 14, § 16, § 19 Abs. 2 sowie § 20 Abs. 3 werden die Wortfolge „Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft“ jeweils durch die Wortfolge „Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus“ ersetzt.

4. In den § 12a Abs. 3 und § 20 Abs. 6 wird die Wortfolge „Wirtschaft, Familie und Jugend“ jeweils durch die Wortfolge „Digitalisierung und Wirtschaftsstandort“ ersetzt.

5. Soweit in den in Z 3 und 4 angeführten Rechtvorschriften die Behördenbezeichnung „Bundesminister“ verwendet wird, ist diese jeweils durch die Bezeichnung „Bundes­ministerin“ in der grammatikalisch richtigen Form zu ersetzen.

6. Dem § 1 Abs. 1 wird folgender Satz angefügt:

„Mit 1. Jänner 2021 wird zur Unterstützung des Bundesministeriums für Soziales, Ge­sundheit, Pflege und Konsumentenschutz das Bundesamt für Verbrauchergesundheit eingerichtet; dieses nimmt seine Tätigkeit mit 1. Jänner 2022 auf.“

7. Dem § 1 Abs. 3 werden folgende Abs. 4 und 5 angefügt:

„(4) Zur Wahrung der Sicherheit und Qualität entlang der Lebensmittelkette ist ein hohes Niveau des Gesundheitsschutzes und des Schutzes der Verbraucherinteressen, insbe­sondere betreffend den Schutz vor Täuschung, anzustreben. Zur Prävention und Be­kämpfung von Tierseuchen ist ein hohes Niveau des Gesundheitsschutzes unter Beach­tung des Standes der Wissenschaften anzustreben.

(5) Zur Wahrung der Erhaltung der Boden- und Pflanzengesundheit und des Naturhaus­haltes sowie eines hohen Selbstversorgungsgrades in der landwirtschaftlichen Pro­duktion zur Sicherstellung einer nachhaltigen Ernährungsgrundlage ist ein hohes Niveau unter Berücksichtigung der Kreislaufwirtschaft, der Ressourceneffizienz und des Vorsor­geprinzips zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt anzustreben.“

8. Beim Titel des Zweiten Hauptstückes ist nach der Wortfolge „Einrichtung des Büros für veterinärbehördliche Zertifizierung“ die Wortfolge „, des Bundesamtes für Ver­brauchergesundheit, des Büros für Tabakkoordination“ einzufügen.


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9. In § 6 Abs. 1 Z 7 wird der Beistrich durch das Wort „und“ ersetzt, in der Z 8 wird das Wort „und“ durch einen Punkt ersetzt und die Z 9 entfällt.

10. § 6 Abs. 3 lautet:

„(3) Der Agentur obliegt – unbeschadet der Untersuchungs- und Sachverstän­digen­tätigkeiten gemäß § 8 Abs. 2 Z 8 bis 12 – die fachliche Koordination zur Vollziehung der in Abs. 1 angeführten Bundesgesetze und darauf beruhender einschlägiger Rechts­vorschriften der Europäischen Union, wie insbesondere der Verordnung (EU) 2017/625 über amtliche Kontrollen und andere amtliche Tätigkeiten zur Gewährleistung der Anwendung des Lebens- und Futtermittelrechts und der Vorschriften über Tiergesund­heit und Tierschutz, Pflanzengesundheit und Pflanzenschutzmittel, ABl. Nr. L 95 vom 07.04.2017 S. 1. Dazu zählen insbesondere auch die Unterstützung im Sinne der in § 8 Abs. 2 Z 25 bis 29 sowie Abs. 2a sowie § 9a angeführten Tätigkeiten.“

11. In § 6 Abs. 7 Z 1 wird nach dem Wort „Bundesgesetze“ die Wortfolge „und auf Grund von EU-Rechtsakten erforderliche Aktualisierungen, insbesondere hinsichtlich der Anwendung von Richtlinien oder Beschlüssen der Europäischen Kommission ent­sprechend dem Stand der Wissenschaft und Technik“ eingefügt.

12. Nach § 6b werden folgender Dritter Abschnitt und Vierter Abschnitt eingefügt:

„Dritter Abschnitt

Einrichtung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit

Bundesamt für Verbrauchergesundheit

§ 6c. (1) Dem Bundesamt für Verbrauchergesundheit obliegt die Vollziehung folgender Aufgaben, die ihm in den jeweiligen Bundesgesetzen zugewiesen sind:

1. Organisation und Durchführung der amtlichen Kontrollen von Sendungen, die beim Eingang in die Europäische Union gemäß Titel II Kapitel V der Verordnung (EU) 2017/625 samt Änderungsrechtsakten, delegierten Rechtsakten und Durchführungs­rechtsakten kontrolliert werden sowie von Tieren und Waren, die aufgrund veterinär- oder lebensmittelrechtlicher Bestimmungen sowie den Bestimmungen nach dem EU-Qualitätsregelungen-Durchführungsgesetz (EU-QuaDG), BGBl. I Nr. 130/2015, beim Eingang in die Europäische Union zu kontrollieren sind, sofern hierfür die Zuständigkeit des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gegeben ist;

2. Erteilung von Ausfuhrberechtigungen, die aufgrund veterinär- oder lebensmittel­rechtlicher Bestimmungen sowie den Bestimmungen nach dem EU-QuaDG, erforderlich sind, sowie die damit zusammen¬hängenden Kontrollen;

3. Ausstellung amtlicher Bescheinigungen oder amtlicher Attestierungen für Tiere, Waren und Erzeugnisse nach den geltenden veterinärrechtlichen und lebensmittel­rechtlichen Bestimmungen über die freie Handelbarkeit sowie zum Zwecke der Ausfuhr von solchen Tier- und Warensendungen in Drittländer auf Antrag des Verfügungs­befugten, wenn für den jeweiligen Staat eine solche vorgesehen ist. Grundlage für die Ausstellung dieser Bescheinigungen oder Attestierungen sind Verkehrsfähigkeits­gut­achten, die von der Agentur gemäß § 65 LMSVG, einer Untersuchungsstelle der Länder gemäß § 72 LMSVG oder von einer gemäß § 73 LMSVG hierzu berechtigen Person, stammen;


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4. Amtliche Kontrolle von Waren, die dem LMSVG unterliegen und über das Internet oder andere Fernabsatzkanäle aus Vertragsstaaten der EU, EWR-Staaten oder Dritt­staaten in Österreich zum Verkauf angeboten werden, einschließlich „mystery shopping“ gemäß Art. 36 der Verordnung (EU) 2017/625 oder Schwerpunktaktionen der Euro­päischen Kommission und

5. Festlegung und Einhebung sämtlicher mit der Aufgabenerfüllung des Bundesamts für Verbrauchergesundheit in Zusammenhang stehenden Gebühren.

(2) Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit ist eine unmittelbar nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumen­tenschutz. Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumenten­schutz ist die weisungsberechtigte Oberbehörde.

(3) Ein Mitglied der Geschäftsführung ist durch Ernennungsbescheid, der vom Bundes­minister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus zu erlassen ist, mit der Leitung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit zu betrauen. In dieser Funktion führt dieses Mitglied der Geschäftsführung den Amtstitel „Direktor des Bun­desamtes für Verbrauchergesundheit“.

(4) Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit hat sich grundsätzlich, um die Vollziehung der in Abs. 1 angeführten hoheitlichen Aufgaben zu bewirken, aller der Agentur zu Gebote stehenden Mittel zu bedienen, fachlich befähigte Kontrollorgane einzusetzen und ihnen zu diesem Zweck eine entsprechende Ausweisurkunde sowie ein Dienstzeichen auszustellen. Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz kann durch Verordnung nähere Vorschriften über die Ausbildung der Kontrollorgane erlassen, wobei jedenfalls die Anforderungen der Verordnung (EU) 2017/625 zu berücksichtigen sind.

(5) Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit hat zur ordnungsgemäßen Wahr­nehmung seiner Aufgaben eine Geschäftsordnung und –einteilung zu erlassen.

(6) Die Kontrollorgane haben sich bei der Ausübung ihrer Tätigkeit durch eine Ausweis­urkunde oder ein sichtbar zu tragendes Dienstabzeichen auszuweisen, soweit es sich nicht um die Tätigkeiten gemäß § 6c Abs. 1 Z 4 handelt, die eine verdeckte Proben­nahme erfordern. Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit hat durch Verordnung nähere Regelungen über Form und Gestaltung des Dienstabzeichens oder der Ausweis­urkunden zu treffen.

(7) Verordnungen, Beschlüsse und der Gebührentarif des Bundesamtes für Ver­braucher­gesundheit sind auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherge­sundheit einschließlich des Datums der Veröffentlichung allgemein zugänglich kund­zumachen.

(8) Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit hat Parteistellung einschließlich Rechts­mittelbefugnis in Verfahren gemäß den in Abs. 1 angeführten Tätigkeiten, die vor den Bezirksverwaltungsbehörden oder dem Bundesverwaltungsgericht durchgeführt wer­den. Bescheide, Erkenntnisse und Beschlüsse sind dem Bundesamt für Verbraucher­gesundheit zuzustellen. Dem Bundesamt für Verbrauchergesundheit steht das Recht auf Erhebung der Revision an den Verwaltungsgerichtshof zu.

(9) Sachverständige der Europäischen Kommission und Bedienstete des Bundes­ministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz können die Kontrollorgane bei der Durchführung von Tätigkeiten im Rahmen der in Abs. 1 ange­führten Aufgaben begleiten.


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Gebührentarif des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit

§ 6d. (1) Für Tätigkeiten des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit anlässlich der Vollziehung der in § 6c Abs. 1 angeführten hoheitlichen Aufgaben sind mit Ausnahme von Gebühren nach § 17d kostendeckende Gebühren nach Maßgabe eines Tarifes (§ 57 AVG) zu entrichten, wobei insbesondere die Bestimmungen der Verordnung (EU) 2017/625 zu beachten sind. In diesem Tarif können Vorschriften über Mahngebühren, Zuschläge, Pauschalierungen sowie die Einhebung der Gebühr, insbesondere über den Zeitpunkt der Entrichtung, vorgesehen werden. Bis zur Erlassung dieses Tarifs bleiben die nach den in § 6c Abs. 1 angeführten Bundesgesetzen jeweils erlassenen Tarife in Geltung.

(2) Der Gebührentarif bedarf der Zustimmung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und des Bundesministers für Finanzen. Die Zustimmung gilt als erteilt, sofern innerhalb einer Frist von einem Monat ab Einlangen im jeweiligen Ressort kein schriftlicher Widerspruch durch zumindest einen der angeführten Bundesminister erfolgt.

(3) Die Tarife, die bei Beginn eines Abfertigungsverfahrens in Geltung sind, bleiben bis zu dessen Beendigung in Kraft.

(4) Die Ansätze des Gebührentarifs sind anhand des von der Statistik Austria Bundesanstalt Statistik Österreich verlautbarten Verbraucherpreisindex (VPI 2015) oder des an seine Stelle tretenden Index wertgesichert und sind jährlich, erstmals ab dem 1. Jänner 2022, jeweils mit Wirkung zum 1. Jänner eines jeden Kalenderjahres anzu­passen. Die Anpassung erfolgt unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Indexver­änderung vom November des vorvorigen Jahres bis Oktober des Vorjahres. Aus­gangsbasis für die Wertanpassung ist die für den Monat Jänner des Jahres 2020 verlautbarte Indexzahl.

(5) Sind in Abkommen zwischen der Europäischen Union und Drittstaaten die vorge­sehenen Gebühren besonders geregelt, so sind die Bestimmungen des Abkommens anzuwenden.

Vierter Abschnitt

Büro für Tabakkoordination

Einrichtung und Aufgaben des Büros für Tabakkoordination

§ 6e. (1) Als gemeinsame Einrichtung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie der Agentur wird ein Büro für Tabakkoordination (im Folgenden als „Tabak-Büro“ bezeichnet) eingerichtet.

(2) Vom Tabak-Büro sind im Auftrag des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz insbesondere folgende Aufgaben in Zusammenhang mit der Vollziehung des Tabak- und Nichtraucherinnen bzw. Nichtraucher­schutzge­setzes – TNRSG, BGBl. Nr. 431/1995, wahrzunehmen:

1. Planung der gesetzlich vorgesehenen Überwachung und Kontrolle von Tabak- und verwandten Erzeugnissen nach den Vorgaben des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, einschließlich weiterer Veranlassungen und Ergebnisdokumentation;


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2. Überwachung und Beprobung der in Verkehr stehenden Tabak- und verwandten Erzeugnisse, im Umfang des jeweiligen jährlichen Prüfplanes bzw. im Anlassfall, durch besonders geschulte Organe der Agentur;

3. Untersuchung, Analytik, Begutachtung und Risikobewertung von Tabak- und ver­wandten Erzeugnissen, einschließlich der Überwachung der Berichterstattung von Herstellern oder Herstellerinnen bzw. Importeuren oder Importeurinnen, sowie Kontrolle und Bewertung der Meldedaten;

4. Vorbereitung des Schriftverkehrs mit Behörden, Handelsbetrieben und Wirtschafts­unternehmen insbesondere im Falle von Mängelfeststellungen bei Tabak- und ver­wandten Erzeugnissen, einschließlich der Vorbereitung der Einleitung von Verwal­tungsstrafverfahren und deren Dokumentation;

5. Mitbetreuung der Schnellwarn-, Kommunikations- und Informationssysteme, insbe­sondere der Schnittstellen zu RAPEX, iRASFF, ICSMS, EWS/EBDD und der Ver­giftungszentrale der Gesundheit Österreich GmbH unter Berücksichtigung der Bestimmungen des § 8 Abs. 2 Z 23 soweit Tabak- und verwandte Erzeugnisse betroffen sind;

6. Fachliche und rechtliche Bearbeitung von Eingaben und Anfragen durch Behörden, Wirtschaftsvertreter oder Wirtschaftsvertreterinnen, Interessenvertretungen, internatio­nalen Organisationen und Personen der Allgemeinbevölkerung, in Vorbereitung der Erledigung der Eingaben und Anfragen durch den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz als zuständige Behörde. Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung oder Eingaben, deren Erledigung sich der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz vorbehält, verbleiben in der unmittelbaren Zuständigkeit des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz;

7. Fachliche und organisatorische Angelegenheiten der pauschalierten Jahresgebühren gemäß § 9 Abs. 9 TNRSG in Verbindung mit der Festlegung einer kostendeckenden Jahresgebühr für die Überwachung von Tabakerzeugnissen für die Zulassung neuartiger Tabakerzeugnisse – TabGebV, BGBl. II Nr. 43/2017 einschließlich der Durchführung der Evaluierung gemäß § 9 Abs. 10 TNRSG;

8. Fachliche Beurteilung im Rahmen der Zulassung von neuartigen Tabakerzeugnissen gemäß § 10a TNRSG in Verbindung mit der Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen hinsichtlich der Zulassung neuartiger Tabakerzeugnisse – NTZulV, BGBl. II Nr. 42/2017;

9. Fachliche Aufgabenstellungen der Erhebung der Inhaltsstoffe von Tabakerzeugnissen nach der Tabakerzeugnis-Inhaltsstoffe-Erhebungsverordnung – TIEV, BGBl. II Nr. 16/2010;

10. Veröffentlichung von fachlichen Informationen zu Tabak- und verwandten Erzeug­nissen;

11. Erstattung von fachlichen Berichten, Gutachten, Evaluierungen und Stellungnahmen zu Tabak- und verwandten Erzeugnissen;

12. Mitwirkung an nationalen und internationalen Projekten und Arbeitsgruppen im Fachbereich.

(3) Ein Mitglied der Geschäftsführung der Agentur ist durch Ernennungsbescheid, der vom Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz zu erlassen ist, mit der Leitung des Tabak-Büros zu betrauen. In dieser Funktion ist dieses Mitglied der Geschäftsführung als Leiter des Tabak-Büros in fachlichen Angelegen­hei­ten an die Weisungen des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und


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Konsumentenschutz gebunden. Dieses Mitglied der Geschäftsführung der Agentur als Leiter des Tabak-Büros kann, sofern zweckmäßig, im Einvernehmen mit dem Bun­desminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz einen fachkun­digen Bediensteten der Agentur mit der administrativen stellvertretenden Leitung des Büros betrauen.

(4) Gebühren gemäß § 10g TNRSG fließen unmittelbar der Agentur zu. Die Gebühren sind ausschließlich zur Abdeckung der Erfordernisse und Aufwendungen des Tabak-Büros gemäß Abs. 2 heranzuziehen.

(5) Das Tabak-Büro hat zur Erfüllung der in Abs. 2 angeführten Aufgaben eine aus­reichende Anzahl fachlich und rechtlich befähigter Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen und geeignete technische Ausrüstung einzusetzen sowie sich dazu der Agentur zu Gebote stehenden Mittel zu bedienen. Wenn es zweckmäßig und kostensparend ist, kann das Tabak-Büro zur Erfüllung seiner Aufgaben auch externe Sachverständige anderer Stellen mit einschlägiger Qualifikation oder technische Ausrüstung externer Stellen heranziehen.“

13. Der bisherige Dritte Abschnitt des Zweiten Hauptstückes erhält die Bezeichnung „Fünfter Abschnitt“.

14. § 8 Abs. 2 Z 2 lautet:

„2. Erfassung und Beobachtung der epidemiologischen Situation betreffend über­tragbare Krankheiten, Beratung und Unterstützung der zur Vollziehung von Rechts­vorschriften zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten zuständigen Behörden; über­tragene Aufgaben gemäß Epidemiegesetz 1950, BGBl.  Nr. 186/1950; Vorbereitung der Erstellung eines österreichischen Zoonosenberichtes,“

15. Nach § 8 Abs. 2 Z 6a wird folgende Z 6b angefügt:

„6b. Bewertung von Ernährungsrisiken und Schaffung von Datengrundlagen für Maß­nahmen im Bereich der ernährungsbezogenen Prävention; Durchführung von Erhebun­gen des Lebensmittelangebots (insbesondere Nährwerte) und Ernährungsverhaltens sowie die Bereitstellung von transparenten Ernährungsinformationen. Die Agentur ist berechtigt die Ergebnisse ihrer Erhebungen und Bewertungen der Öffentlichkeit in angemessener Weise, etwa in Form von bewertenden Berichten auf ihrer Internetseite, zur Verfügung zu stellen;“

16. Nach § 8 Abs. 2 Z 12 wird die Z 12a eingefügt:

„12a. Untersuchungen für die Chargenfreigabe von Arzneispezialitäten;“

17. § 8 Abs. 2 Z 17 lautet:

„17. Anbau von Pflanzen der Gattung Cannabis zwecks Gewinnung von Suchtgift für die Herstellung von Arzneimitteln sowie damit verbundene wissenschaftliche Zwecke (§ 6a des Suchtmittelgesetzes) sowie die Prüfung von Sorten, Saatgut, Kultivaren, Linien, Pflanzen und Pflanzenteilen von Pflanzen der Gattung Cannabis für die Herstellung von Arzneimitteln;“

18. § 8 Abs. 2 Z 19 lautet:

„19. Radioaktivitätsüberwachung von Lebensmitteln und sonstigen dem LMSVG unter­liegenden Waren gemäß § 125 Abs. 1 Z 2 und Abs. 3 Strahlenschutzgesetz 2020 – StrSchG 2020, BGBl. I Nr. 50/2020;“

19. § 8 Abs. 2 Z 20 lautet:

„20. Schaffung von Datengrundlagen und Bewertung von Risiken für den integrier­ten Pflan­zenschutz, einschließlich alternativer Methoden zur ressourcenschonenden


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Bekämp­fung von Schadorganismen in der pflanzlichen Produktion, sowie im Hinblick auf einen qualitativen und quantitativen Bodenschutz;“

20. § 8 Abs. 2 Z 23 lautet:

„23. Mitwirkung bei den Aufgaben des Büros für Tabakkoordination;“

21. Nach § 8 Abs. 2 Z 23 werden folgende Z 24 bis Z 30 angefügt:

„24. Fachkoordination sowie Untersuchungs- und Sachverständigentätigkeiten betref­fend Herkunft- und Spezialitätenschutz sowie Integrität in der Lebensmittelkette; Einrichtung und Betrieb eines Lebensmittelkompetenzzentrums zur Unterstützung des Landeshauptmannes sowie zielgruppen-spezifischen Beratung und Koordinierung im Bereich des gesamten Lebensmittelrechts;

25. Betreuung von europäischen Schnellwarn-, Kommunikations- und Informations­systemen, die der Agentur durch dieses Bundesgesetz sowie weitere Bundesgesetze zugewiesen sind; Betreuung der Informationsmanagementsysteme gemäß Art. 131ff der Verordnung (EU) 2017/625, insbesondere IMSOC, iRASFF, TRACES NT und EUROPHYT. Weiters sind RAPEX und ICSMS soweit es Waren des LMSVG betrifft, OFIS und INFOSAN von der Agentur zu betreuen. Die Aufgaben umfassen insbe­sondere die Funktion als Kontaktstelle, die Übermittlung der Daten sowie die Koor­dinierung der gemeldeten Informationen. Dabei sind spezifische Vorgaben der Euro­päischen Union zu berücksichtigen;

26. Unterstützung im Rahmen der Durchführung der amtlichen Kontrollen durch die Bun­desämter gemäß §§ 6, 6a und 6c von Waren, die über das Internet oder andere Fernabsatzkanäle in Verkehr gebracht werden; Unterstützung der Behörden bei der Aufklärung betrügerischer Praktiken im Sinne der Verordnung (EU) 2017/625. Die in den jeweiligen Bundesgesetzen festgelegten Zuständigkeiten für die Durchführung der amtlichen Kontrollen von diesen Waren bleiben unberührt;

27. Funktion als Kontaktstelle zur Organisation von Schulungen, die gemäß Art. 130 Abs. 1 zweiter Unterabsatz der Verordnung (EU) 2017/625 und allenfalls zusätzlich erlassener Durchführungsrechtsakte gemäß Art. 130 Abs. 6 der Verordnung (EU) 2017/625 von der Europäischen Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten zu organisieren sind; Erstattung von Empfehlungen für die inhaltliche und organisatorische Gestaltung von Aus- und Weiterbildungen von Personal der amtlichen Kontrolle im Anwendungsbereich der Verordnung (EU) 2017/625;

28. Unterstützung bei der Erstellung und Aktualisierung des mehrjährigen nationalen Kontrollplans (MNKP) im Sinne der Art. 109ff der Verordnung (EU) Nr. 2017/625; Unterstützung bei der jährlichen Erstellung von nationalen Kontrollplänen für die amt­lichen Kontrollen von Unternehmen, Tieren und Waren auf Basis von Risikobewertungen und statistischen Daten;

29. Unterstützungsleistungen im Rahmen der Umsetzung von internen Audits gemäß Art. 6 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2017/625, die der Agentur in den jeweiligen Bundes­gesetzen zugewiesen sind;

30. Mitwirkung bei der Erarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz von vernetzten Systemen für Medizinprodukte, Arzneimittel, Blut- und Gewebevigilanz sowie zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Bezug auf übertragbare Krankheiten.“

22. Nach § 8 Abs. 2a wird folgender Abs. 2b eingefügt:

„(2b) Die Agentur hat im Rahmen der Früherkennung und Bewältigung von außer­gewöhnlichen Situationen, beispielsweise einer Krise, eines Notfalles oder eines


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außergewöhnlichen Ereignisses, im Bereich der öffentlichen Gesundheit, Tiergesund­heit, Lebensmittelsicherheit, Ernährungssicherheit und Landwirtschaft sowie des Bereichs der Arzneimittel- und Medizinproduktesicherheit die Aufgaben gemäß § 9a wahrzunehmen.“

23. § 8 Abs. 3 Z 4 lautet:

„4. die Abgabe genereller Gutachten sowie die Erstellung von Prüfberichten und Gutachten im Einzelfall im Auftrag des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus;“

24. In § 8 Abs. 3 Z 5 wird der Strichpunkt durch einen Beistrich ersetzt und die Wortfolge „sowie die Erstellung von zusammenfassenden Berichten über Kontrollergebnisse auf der Grundlage des mehrjährigen nationalen Kontrollplanes;“ angefügt.

25. § 8 Abs. 3 Z 7 lautet:

7. Führung von einschlägigen Referenzzentralen und Referenzlaboratorien;“

26. Nach § 8 Abs. 3 wird folgender Abs. 3a eingefügt:

„(3a) Die Agentur kann über die ausdrücklich genannten Aufgaben hinaus nach Ressourcenverfügbarkeit auch von anderen Bundes- und Landesbehörden gegen zumindest marktübliches Entgelt zur einschlägigen Unterstützung bei deren Vollzugs­aufgaben betraut und ermächtigt werden; die Agentur hat den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und die Bundesministerin für Land­wirtschaft, Regionen und Tourismus vor einer Betrauung oder Ermächtigung in geeigneter Weise zu konsultieren.“

27. § 8 Abs. 4 lautet:

„(4) Die Agentur hat dem Bundesamt für Ernährungssicherheit, dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, dem Büro für veterinärbehördliche Zertifizierung und dem Bundesamt für Verbrauchergesundheit sowie dem Büro für Tabakkoordination sämtliche erforderlichen Mittel zur Wahrnehmung der Aufgaben gemäß §§ 6 bis 6e zur Verfügung zu stellen.“

28. In § 8 Abs. 7 wird die Wortfolge „gemäß §§ 6 und 6a und gemäß Abs. 1 bis 6“ durch die Wortfolge „gemäß §§ 6, 6a, 6c und gemäß Abs. 1 bis 6 sowie § 9a“ ersetzt.

29. Nach § 8 Abs. 8 wird folgender Abs. 9 angefügt:

„(9) Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz oder die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus können im jeweiligen Zuständigkeitsbereich mit Verordnung nähere Vorschriften über die Tätigkeit der Agentur im Rahmen der Informations- und Kommunikationssysteme gemäß Abs. 2 Z 25 erlassen und weitere Aufgaben in Bezug auf die von der Agentur zugewiesenen Informations- und Kommunikationssysteme mit Verordnung übertragen.“

30. Dem § 8a Abs. 1 wird folgender Satz angefügt:

„Betreffend die Aufgaben des § 12 Abs. 4a haben die Eigentümervertreter das Bun­desministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie in geeigneter Weise einzubinden.“

31. § 9 Abs. 3 lautet:

„(3) Eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht der Dienstnehmer der Agentur und der dieser zur dauernden Dienstleistung zugewiesenen Bundesbeamten erfolgt im


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Amts- und Wirkungsbereich des Bundesamtes für Ernährungssicherheit durch den Leiter des Bundesamtes für Ernährungssicherheit.“

32. Nach § 9 Abs. 3 werden folgende Abs. 3a bis 3c eingefügt:

„(3a) Eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht der Dienstnehmer der Agentur und der dieser zur dauernden Dienstleistung zugewiesenen Bundesbeamten erfolgt im Amts- und Wirkungsbereich des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen durch den Vorsitzenden des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen.

(3b) Eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht der Dienstnehmer der Agentur und der dieser zur dauernden Dienstleistung zugewiesenen Bundesbeamten erfolgt im Amts- und Wirkungsbereich des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit durch den Leiter des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit.

(3c) In den Bereichen, welche nicht in den Amts- und Wirkungsbereich eines der vorgenannten Bundesämter, sondern in den Aufgabenbereich der Agentur fallen, erfolgt eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht der Dienstnehmer der Agentur und der dieser zur dauernden Dienstleistung zugewiesenen Bundesbeamten, wenn nur ein Geschäftsführer der Agentur bestellt ist, durch diesen; sind mehrere bestellt durch die Geschäftsführer der Agentur gemeinsam. Die Agentur informiert im Falle der Entbindung gemäß diesem Absatz den jeweils zuständigen Bundesminister bzw. die jeweils zuständige Bundesministerin.“

33. § 9 Abs. 7 lautet:

„(7) Die Agentur hat in Erfüllung der Aufgaben gemäß § 8, eines Bundesamtes gemäß §§ 6, 6a und 6c sowie der Büros gemäß § 6b und § 6e personenbezogene Daten, insbesondere im Sinne einer rechtlichen Verpflichtung sowie im öffentlichen Interesse gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. c und lit. e der Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung), ABl. Nr. L 119 vom 4.5.2016 S.1, so zu verarbeiten, dass diese nicht für andere als die in diesem Bundesgesetz vorgesehenen Zwecke verwendet, gesichert und nicht länger als unbe­dingt erforderlich gespeichert sowie anschließend gelöscht werden. Die Agentur hat in Erfüllung der Aufgaben des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen gemäß § 6a personenbezogene Daten besonderer Kategorien, insbesondere im Sinne eines öffentlichen Interesses im Bereich der öffentlichen Gesundheit gemäß Art. 9 Abs. 2 lit. g und lit. i Datenschutz-Grundverordnung, rechtmäßig zu verarbeiten.“

34. Nach § 9 wird folgender § 9a samt Überschrift eingefügt:

„Krisenmanagement und Notfallpläne

§ 9a. (1) Die Agentur hat zur Bewältigung von außergewöhnlichen Situationen, wie Krisen oder Notfällen, auf der Grundlage von Notfallplänen, insbesondere gemäß Art. 115 der Verordnung (EU) 2017/625 über amtliche Kontrollen sowie Art. 43 der Verord­nung (EU) 2016/429, ABl. L 084 vom 31.3.2016 S. 1, für ausreichende Laborkapazitäten Sorge zu tragen. Zur Gewährleistung dieser Ressourcen hat die Agentur in außer­gewöhnlichen Situationen entsprechend dokumentierter Verfahrensanweisungen vorzu­gehen. Bei Erstellung der Notfallpläne im Vollzugsbereich des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat die Agentur im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitzuwirken. Im Vollzugsbereich des § 6 sind die Notfallpläne von der Agentur zu erstellen; bei der Erstellung der Notfallpläne sind die nach der Verordnung (EU) Nr. 2017/625 zuständigen Behörden entsprechend ihres Kompetenzbereichs ein­zu­beziehen.


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(2) Die Agentur hat, insbesondere bei der inhaltlichen Erstellung sowie der technischen Umsetzung, Folgewartung und Evaluierung der allgemeinen und speziellen Notfallpläne, die aufgrund der einschlägigen europäischen Rechtsakte erforderlich sind, mitzuwirken und dafür vor allem die fachliche Beratung, Abwicklung und administrative Unterstützung für das übergeordnete Krisenmanagement zu leisten. Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und die Bundesministerin für Landwirt­schaft, Regionen und Tourismus können sich im Rahmen der im Notfallplan festgelegten besonderen Aufgabenorganisation der Agentur bedienen.

(3) Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz kann im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus durch Verordnung für die Organisation, Durchführung und Abwicklung von außer­gewöhn­lichen Situationen gemäß Abs. 1 nähere Bestimmungen, insbesondere im Hinblick auf die Heranziehung der Agentur im Rahmen der besonderen Aufbauorgani­sationen gemäß Abs. 2, der Kommunikation und der Stabsarbeit sowie für ergänzende Unterstützungsleistungen der Agentur, festlegen.“

35. In § 10 Abs. 1 wird folgender Satz angefügt:

„Die Geschäftsführung hat regelmäßig mehrjährige Unternehmenskonzepte vorzulegen, die der Genehmigung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Kon­sumentenschutz und der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus bedürfen.“

36. § 10 Abs. 2a lautet:

„(2a) Der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz kann der Agentur oder einer Tochtergesellschaft gemäß § 6a Abs. 1 des Suchtmittel­gesetzes hinsichtlich ihrer Aufgaben gemäß § 8 Abs. 2 Z 17 zum Zweck der sicheren Gebarung mit den Cannabispflanzen und dem daraus gewonnenen Cannabis sowie zur Verhinderung deren Missbrauchs Auflagen erteilen oder den Anbau von Cannabis­pflanzen untersagen und die Vernichtung des Bestandes an Cannabispflanzen oder Cannabis anordnen, wenn dies zur Sicherheit oder Kontrolle des Verkehrs oder der Gebarung mit den Cannabispflanzen oder dem aus den Cannabispflanzen gewonnenen Cannabis oder wegen internationalen Suchtmittelübereinkommen oder Beschlüssen, Anordnungen oder Empfehlungen supranationaler oder zwischenstaatlicher Einrichtun­gen zur Kontrolle von Suchtgift geboten ist.“

37. § 10 Abs. 4 lautet:

„(4) Die gemäß Abs. 3 Z 1 bis 4 zu bestellenden Mitglieder des Aufsichtsrates werden für die Dauer von fünf Jahren bestellt. Mitglieder des Aufsichtsrates können von der bestellenden oder entsendenden Stelle jederzeit abberufen werden. Scheidet ein Mit­glied vorzeitig aus, ist der Aufsichtsrat durch Neubestellung oder Neuentsendung entsprechend Abs. 3 zu ergänzen.“

38. § 11 Abs. 1 lautet:

„(1) Für die Beratung der Agentur, des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz oder der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus können unter anderem wissenschaftliche Beiräte eingerichtet werden.“

39. § 11 Abs. 3 lautet:

„(3) Zur Beratung der Agentur und des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in Angelegenheiten der öffentlichen Gesundheit, insbesondere in Bezug auf die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren und nicht­übertragbaren Krankheiten sowie epidemiologischer Untersuchungen, einschließlich der Erkennung und Bewertung von Risiken sowie der Dokumentation und Information, kann


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ein Wissenschaftlicher Beirat für Öffentliche Gesundheit (Public Health) eingerichtet werden.“

40. § 11 Abs. 5 entfällt. Der bisherige § 11 Abs. 5a wird zu § 11 Abs. 5.

41. In § 12 Abs. 1 wird die Wortfolge „den §§ 6, 6b Abs. 2 und 8 Abs. 1, Abs. 2 Z 1 bis 12 einschließlich der diesbezüglich gemäß § 8 Abs. 3, 6 und 7“ durch die Wortfolge „den §§ 6, 6b Abs. 2, 6c Abs. 1 und 8 Abs. 1, Abs. 2 Z 1 bis Z 12, Z 12a, Z 18, Z 19, Z 20, Z 22, sowie Z 24 bis Z 29 einschließlich der diesbezüglich gemäß § 8 Abs. 3, 6 und 7“ ersetzt.

42. Nach § 12 Abs. 4 wird folgender Abs. 4a eingefügt:

„(4a) Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie hat der Agentur nach Maßgabe der im jährlichen Bundesfinanzgesetz für diese Zwecke vorgesehenen Mittel für Aufwendungen, die ihr bei der Erfüllung von Aufgaben nach dem StrSchG 2020– ausgenommen für Aufwendungen gemäß § 8 Abs. 2 Z 19 – entstehen, eine Leistungsabgeltung zu gewähren. Voraussetzung dafür ist, dass zwischen dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Inno­vation und Technologie und der Geschäftsführung der Agentur eine Leistungsver­einbarung abgeschlossen wird.“

43. Das Dritte Hauptstück erhält die Bezeichnung „Durchführungsbestimmungen zum Eingang von Waren und Tieren gemäß Verordnung (EU) 2017/625“ und nach § 17 werden folgende §§ 17a bis 17d samt Überschrift eingefügt:

„Zuständige Behörde

§ 17a. (1) Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit gemäß § 6c ist die zuständige Behörde für amtliche Kontrollen des Waren- und Viehverkehrs mit dem Ausland mit Staaten, die nicht im Anhang I der Verordnung (EU) 2017/625 genannt sind oder aufgrund von Verträgen oder Abkommen wie Staaten im Anhang I der Verordnung (EU) 2017/625 zu behandeln sind, sofern hierfür die Zuständigkeit des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gegeben ist. Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit ist für die Organisation und Durchführung der Grenzkontrolle verantwortlich.

(2) Dem Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz obliegt die Zulassung und Benennung der Grenzkontrollstellen gemäß den Art. 59, 61 und 62 der Verordnung (EU) 2017/625.

(3) Die Führung von Grenzkontrollstellen obliegt dem Bundesamt für Verbraucher­gesundheit. Die Zulassung weiterer Kontrollstellen obliegt dem Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf Vorschlag des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit.

(4) Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit hat ein Verzeichnis gemäß Art. 60 der Verordnung (EU) 2017/625 über die Grenzkontrollstellen zu führen und diese auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit zu veröffentlichen.

Ort der Grenzkontrolle

§ 17b. Der Eingang von Sendungen, die gemäß europäischer Bestimmungen an der Außengrenze der Europäischen Union zu kontrollieren sind, ist nur über eine Grenz­kontrollstelle oder eine Kontrollstelle zulässig, die gemäß der Verordnung (EU) 2017/625 und den auf Grund dieser Verordnung erlassenen unmittelbar anwendbaren Unions­vorschriften, zugelassen wurde.


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Kontrollorgane

§ 17c. Die Grenzkontrollen sind durch besonders geschulte und fachlich befähigte Organe gemäß § 6c Abs. 5, die vom Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz bestellt worden sind, durchzuführen.

Gebühren für die Grenzkontrolle

§ 17d. (1) Die Gebühren sind durch das Bundesamt für Verbrauchergesundheit mit Bescheid vorzuschreiben und müssen den Vorschriften der Europäischen Union, insbesondere Anhang IV der Verordnung (EU) 2017/625 entsprechen.

(2) Die Grenzkontrollgebühr ist dem zum Zeitpunkt der Kontrolle verantwortlichen Unternehmer, dem Anmelder oder der Anmelderin oder, wenn keine Zollanmeldung vorliegt, der Person, die die Verpflichtung nach Art. 135 Abs. 1 Unionszollkodex zu erfüllen hat, mit Bescheid vorzuschreiben. Für die Vorschreibung, Einhebung und zwangsweise Einbringung sind das AVG und das VVG anzuwenden. Der Unternehmer, der Anmelder oder die Anmelderin hat die Gebühren nachweislich an das Bundesamt für Verbrauchergesundheit zu bezahlen.

(3) Abs. 2 gilt auch für Kontrollgebühren gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1235/2008, mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates hinsichtlich der Regelung der Einfuhren von ökologischen/biologischen Erzeugnissen aus Drittländern, ABl. Nr. L 334/25 S. 187, handelt, die nicht an einer Grenzkontrollstelle durchgeführt werden.

(4) Abs. 2 gilt auch für Kontrollgebühren § 48 Abs. 3 des LMSVG, BGBl. I Nr. 13/2006, in Verbindung mit § 2 Abs. 1 der LMSVG-Abgabenverordnung (LMSVG-AbV), BGBl. II Nr. 381/2006.

(5) Sind Gebühren nicht in den europäischen Bestimmungen geregelt, gelten die Bestimmungen gemäß § 6d.

(6) Bis zur Erlassung dieses Gebührentarifs bleiben die nach den in § 6c Abs. 1 angeführten Bundesgesetzen jeweils erlassenen Gebühren in Geltung.

44. Das bisherige Dritte Hauptstück erhält die Bezeichnung „Viertes Hauptstück“.

45. § 19 Abs. 15 lautet:

„(15) Einnahmen aus Tätigkeiten gemäß den §§ 6 bis 6e, 8 und 17a sowie 17d, wie insbesondere Gebühreneinnahmen, sind Einnahmen der Agentur. Die Agentur hat die Bücher in Bezug auf die Aufgaben gemäß §§ 6a und 8 Abs. 2 Z 13 bis 16 in einem gesonderten Rechnungskreis und kostenrechnungsmäßig gesondert zu führen. Die Geschäftsführung der Agentur hat sicherzustellen, dass Einnahmen nach § 6a aus­schließlich zur Finanzierung der in den §§ 6a und 8 Abs. 2 Z 13 bis 16 genannten Aufgaben verwendet werden.“

46. § 19 Abs. 26 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 104/2013 erhält die Bezeichnung § 19 Abs. 27.

47. § 19 Abs. 27 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 144/2015 erhält die Bezeichnung § 19 Abs. 28.

48. § 19 Abs. 27 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 130/2015 erhält die Bezeichnung § 19 Abs. 29.

49. § 19 Abs. 28 erhält die Bezeichnung § 19 Abs. 30.

50. Nach dem § 19 Abs. 30 werden folgende Abs. 31 bis 34 angefügt:


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„(31) Grenzkontrollstellen und Kontrollstellen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 63/2002 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2020 als Grenzkontrollstellen gemäß anderer gesetzlicher Bestimmungen zugelas­sen sind, gelten als Grenzkontrollstelle und Kontrollstelle gemäß § 17b Abs. 1 dieses Bundesgesetzes.

(32) Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 63/2002 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2020 bestellte Kontrollorgane gemäß § 6c Abs. 5 gelten als bestellte Kontrollorgane gemäß § 17c Abs. 1 dieses Bundes­gesetzes.

(33) Für die Vorbereitung der Funktionsfähigkeit des Bundesamtes für Verbraucher­gesundheit gemäß § 6c dürfen insbesondere die

1. Schaffung räumlicher Voraussetzungen,

2. Einstellung oder Zuteilung von Personal und

3. Erlassung von Gebührentarifverordnungen

bereits ab Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes durchgeführt werden.

(34) Verordnungen aufgrund dieses Bundesgesetzes dürfen bereits ab Kundmachung dieses Bundesgesetzes vorbereitet und erlassen werden, treten jedoch erst mit dem Zeitpunkt an dem die Grundlage für ihre Erlassung in Kraft tritt, in Kraft.“

51. § 20 Abs. 2 lautet:

„(2) Mit der Vollziehung der §§ 6a, 6c, 6d, 6e, 8 Abs. 2 Z 1 bis 7, 12a, 13 bis 17 sowie 19, 23 und 30, § 8 Abs. 8, § 9 Abs. 3a und 3b, § 10 Abs. 2 zweiter Satz und Abs. 2a, § 10 Abs. 3 Z 1, § 11 Abs. 2, 3, 5 und 6, § 12a, § 13 Abs. 1 Z 2, Abs. 1a, Abs. 2a, Abs. 7a und Abs. 8a, § 13 Abs. 14 zweiter Satz, §§ 17a bis 17d, § 18 Abs. 1, 1a und § 19 Abs. 19, 20 und 31 bis 33 dieses Bundesgesetzes ist der Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betraut.“

52. In § 20 Abs. 3 wird die Wortfolge „8 Abs. 2 Z 8 bis 12, 68, 20 und 21 sowie Abs. 2a“ durch die Wortfolge „8 Abs. 2 Z 8 bis 12, 18, 20 und 21 sowie Abs. 2a, § 9 Abs. 3“ ersetzt.

53. In § 20 Abs. 4 wird nach der Wortfolge „Vollziehung der §§ 12“ die Wortfolge „– ausgenommen § 12 Abs. 4a –,“ eingefügt.

54. Nach § 20 Abs. 7 wird folgender Abs. 8 angefügt:

„(8) Mit der Vollziehung des § 12 Abs. 4a ist die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie im Einvernehmen mit dem Bun­desminister für Finanzen  betraut.“

55. Nach dem § 21 Abs. 4 wird folgender Abs. 5 angefügt:

„(5) Sofern im Folgenden nichts anderes bestimmt ist, treten folgende Bestimmungen in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX mit dem Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt BGBl. I Nr. XXX in Kraft. § 1 Abs. 1, 4 und 5, § 6 Abs. 1 Z 7 und 8, § 6 Abs. 3, § 6e samt der Überschrift der Bezeichnung des Vierten Abschnittes im Zweiten Hauptstück, die Überschrift des Fünften Abschnittes im Zweiten Hauptstück, § 8 Abs. 2 Z 2, 17, 19, 23 und 30, § 8 Abs. 3 Z 4, 5 und 7, § 8 Abs. 3a, 4, § 8a Abs. 1 letzter Satz, § 9 Abs. 3 bis 3c, § 9 Abs. 7, 10 Abs. 1 letzter Satz, 2a, 4, § 11 Abs. 1, 3, 5, § 12 Abs. 1 und 4a, die Überschrift des Vierten Hauptstückes, § 19 Abs. 15, 27 bis 30, 33 und 34 treten in der Fassung des Bundesgesetzes, BGBl. I Nr. XXX mit 1. Jänner 2021 in Kraft. Der Titel dieses Bundesgesetzes, die Überschrift des Titels des Zweiten Hauptstückes, § 6c samt Überschrift und Bezeichnung des Dritten Abschnittes, § 6d samt Überschrift, § 8 Abs. 2 Z 6b, 20, 24 bis 29, Abs. 2b, 7 und 9, § 9a samt


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Überschrift, §§ 17a bis 17d samt Überschriften, § 19 Abs. 31 und 32 in der Fassung des Bundesgesetzes, BGBl. I Nr. XXX treten mit 1. Jänner 2022 in Kraft.“

Begründung

Allgemeiner Teil

Die aktuelle drastische Situation der weltweiten Covid-19 Epidemie hat aufgezeigt, wie unersetzlich ein funktionierendes und effizientes Krisenmanagement für die öffentliche Gesundheit eines Staates ist. Um ein möglichst reibungsloses nationales Krisen­manage­ment gewährleisten zu können, besteht die dringende Notwendigkeit, den steigenden Bedarf an personeller und administrativer Unterstützung des übergeordneten Krisenmanagements vor, während und nach einer Krise sicherzustellen.

Als bewährte Einrichtung und zentrale Drehscheibe mit einschlägigem gesetzlichen Auftrag ist die Agentur für Gesundheit- und Ernährungssicherheit GmbH (Agentur) bereits vielschichtig unterstützend tätig. Sie ist seit ihrer Gründung ein wichtiger Bestandteil der zentralen kritischen Infrastruktur und dient zur fachlichen Beratung und für einschlägige administrative Unterstützungsleistungen ihrer beiden Eigentümer­vertreter sowie deren nachgeordnete Bundesämter bei der Früherkennung und Bewälti­gung von Notfällen und Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Landwirtschaft und Strahlenschutz sowie des Bereichs der Arzneimittel- und Medizinproduktesicherheit.

Durch die Expertise der Agentur steht für den Krisenfall essentielles Know-How bereit, insbesondere bezüglich der (Spezial-)Analytik, des Datenmanagements, systematischer epidemiologischer Analyse, evidenzbasierter Risikobewertung und der Erstellung von wissenschaftsbasierten Vorschlägen für Managementmaßnahmen und für die entsprechende Risikokommunikation durch die Regierung und Verwaltung.

Die Bewältigung dieser erforderlichen Unterstützungsleistungen bei einer länger an­haltenden Krisensituation unter Beibehaltung der momentanen finanziellen Grund­bedingungen kann jedoch aufgrund der aktuellen Personal- und Infrastruktur der Agentur nicht gewährleistet werden. Im Sinne einer langfristigen Planung und Sicherstellung benötigter Ressourcen, insbesondere auch für den Fall einer erneuten schwerwiegen­den öffentlichen Gesundheitskrise, bedarf es daher einer ausreichenden finanziellen Absicherung der Agentur.

Bundesamt für Verbrauchergesundheit

Die Agentur unterstützt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) neben den oben beschriebenen Bereichen auch seit ihrer Gründung intensiv im Veterinär- und Lebensmittelbereich. Durch diese jahrelange Tätigkeit wurde eine hervorragende Fachexpertise in unzähligen Bereichen erworben. Um einen maximalen Synergieeffekt zu erzielen, wird mit der Novelle ein Bundesamt für Verbrauchergesundheit errichtet, welches einerseits unmittelbaren Zugriff auf das Fach­wissen und die Ressourcen der Agentur hat und andererseits als weisungs­gebundene nachgeordnete Dienststelle des BMSGPK durch die flachere Hierarchie und kürzere Entscheidungsketten mehr Flexibilität bei der Wahrnehmung des operativen Geschäfts zukommt, sodass die Tätigkeiten effizienter und effektiver ausgeführt werden können.

Die Errichtung eines neuen Bundesamtes ist unerlässlich, da sich eine Übertragung der vorgesehenen Aufgaben an die bestehenden Bundesämter mangels fachlicher Anknüp­fungspunkte als nicht zielführend erweist.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 135

Im Rahmen der Restrukturierung der Veterinärverwaltung infolge umfassender Neu­gestaltung der europäischen Rechtslandschaft im Veterinär- und Lebensmittelbereich (Tiergesundheitsverordnung, EU-Kontrollverordnung, Tierarzneimittelpaket bestehend aus Tierarzneimittel-VO, Arzneifuttermittel-VO und Änderung der EMA-Gebühren-VO) werden hoheitliche Aufgaben des BMSGPK zur vollständigen und selbständigen Erledigung an das Bundesamt für Verbrauchergesundheit übertragen.

Grenzkontrolle

Mit der Kontrollverordnung (EU) 2017/625 wurde ein neuer Unionsrechtsrahmen für die geltenden Einfuhrbestimmungen festgelegt.

Um die Verordnung auf nationaler Ebene wirkungsvoll vollziehen zu können, wird nun durch die Übertragung der gegenständlichen Aufgaben an das Bundesamt für Ver­brauchergesundheit eine Bündelung der Aufgaben vorgenommen.

Synergien in der Agentur

Durch die Aufgabenübertragungen an die Agentur bzw. Mitwirkung dieser an den im gegenständlichen Entwurf genannten Tätigkeitsfeldern ergeben sich Synergieeffekte, die es im Sinne einer effizienten und sparsam tätigen staatlichen Verwaltung zu nutzen gilt. Die gelisteten Aufgaben können in der Agentur aufgrund der bereits genannten Synergieeffekte effizienter und effektiver wahrgenommen werden. 

Besonderer Teil

Zu Z 1 (Änderung des Titels):

Es handelt sich dabei um eine redaktionelle Änderung bedingt durch die Errichtung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit.

Zu Z 2 bis 5:

Redaktionelle Anpassungen aufgrund des Bundesministeriengesetz 1986 – (BMG), BGBl. Nr. 76/1986 in der Fassung BGBl. I Nr. 8/2020.

Zu Z 6 (§ 1 Abs. 1):

Legt fest, dass das Bundesamt für Verbrauchergesundheit mit 1. Jänner 2021 einzu­richten ist und die Tätigkeit mit 1. Jänner 2022 aufgenommen wird. Somit können Vor­bereitungstätigkeiten bereits vor Beginn der Aufnahme der Tätigkeit ausgeführt werden.

Zu Z 7 (§ 1 Abs. 4 und 5):

Im Hinblick auf die neuen Aufgaben werden als weitere Ziele die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln und der Sicherstellung einer nachhaltigen Ernährungsgrundlage definiert.

Zu Z 8 (Änderung des Titels des Zweiten Hauptstückes):

Es handelt sich dabei um eine redaktionelle Änderung bedingt durch die Errichtung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit und des Büros für Tabakkoordination.

Zu Z 9 (§ 6 Abs. 1 Z 7 bis 9)

Entfällt aufgrund der Neuverteilung gemäß dem BMG, BGBl. I Nr. 8/2020.

Zu Z 10 (§ 6 Abs. 3):

§ 6 Abs. 3 in der derzeitigen Fassung ist im Hinblick auf Art. I Abs. 2 Z 1 EGVG, Verwaltungsgerichts-barkeits-Ausführungsgesetz 2013, BGBl. I Nr. 33/2013, entbehr­lich.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 136

Im Rahmen einer Neufassung des Abs. 3 soll klargestellt werden, dass die fachliche Koordination durch die Agentur zu erfolgen hat. Dies betrifft im wesentlichen Koordi­nationstätigkeiten im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung oder zur Koordinierung des Vollzugs der Landesregierungen. Diese Klarstellung dient auch zur Aufgaben­abgrenzung im Hinblick auf die behördlichen Tätigkeiten des Bundesamtes für Ernäh­rungssicherheit (BAES) und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT).

Zu Z 11 (§ 6 Abs. 7):

Das Unionsrecht im Bereich Saatgut, Pflanzgut und Reben wird durch Richtlinien geregelt, die teilweise auf Basisrechtsakten aus den 1960-er Jahren stammen. Änderun­gen zur Anpassung an den Stand der Technik werden durch Änderungsrichtlinien der Kommission mit kurzen Umsetzungsfristen ohne jeglichem Umsetzungsspielraum vor­ge­nommen. Mit dem Änderungsvorschlag soll eine zeitgerechte Umsetzung durch eine Verlautbarung in den amtlichen Nachrichten des BAES sichergestellt werden.

Zu Z 12 (§ 6c samt Überschrift):

Der Nummerierung des Abschnittes muss aus redaktionellen Gründen geändert werden bedingt durch die Errichtung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit.

In Abs. 1 wird die Vollziehung bestimmter hoheitlicher Aufgaben dem Bundesamt für Verbrauchergesundheit zugewiesen.

Die Durchführung der veterinärbehördlichen Grenzkontrolle basiert auf dem Kom­petenztatbestand Waren- und Viehverkehr mit dem Ausland gemäß Art. 10 Abs. 1 Z 2 iVm Art. 102 Abs. 2 Bundesverfassungsgesetz (B-VG), BGBl. Nr. 1/1930 und darf daher in unmittelbarer Bundesverwaltung (derzeit) vom Bundesminister für Soziales, Ge­sundheit und Konsumentenschutz vollzogen werden.

Diese Bescheinigungen oder Attestierungen entsprechen den sogenannten Verkehrs­fähigkeitsbescheinigungen oder „free sales certificates“ und ersetzten nicht allenfalls notwendige Bescheinigungen für einzelnen Warensendungen (hinsichtlich des Tierge­sundheits- oder Hygienestatus, die von Bescheinigungsbefugten bei der Abfertigung der einzelnen Sendungen vor Ort ausgestellt werden. Die in Abs. 1 Z 3 genannten Beschei­nigungen und Atteste werden im Einzelfall auf Ersuchen eines Unternehmers ausge­stellt. Dies vor dem Hintergrund, dass Drittstaaten zum Teil solche „Zertifikate“ verlan­gen, damit beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel oder Zusatzstoffe in Verkehr ge­bracht werden können.

Weitere Aufgabe ist die Überwachung des Internethandels für Waren des Lebensmittel­sicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes (LMSVG), BGBl. I Nr. 13/2006, soweit es den europäischen Binnenmarkt und Drittstaaten betrifft. Damit soll die Durchführung des sogenannten „mystery shoppings“, aber auch die Teilnahme an koordinierten Aktionen der Europäischen Kommission erleichtert werden. Hinsichtlich der amtlichen Kontrolle des Internethandels in Österreich ist eine entsprechende Mitwirkung der Agentur mit der amtlichen Lebensmittelaufsicht vorgesehen, deren Normierung an derer Stelle erfolgt.

Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit soll künftig im Rahmen von Exporten in Drittstaaten die Erteilung von Ausfuhrberechtigungen auf Grundlage der veterinär- oder lebensmittelrechtlichen Bestimmungen ausstellen bzw. bestätigen, dass eine solche Ausfuhrberechtigung eines Drittstaates vorliegt.

Abs. 2 dient der Klarstellung, dass es sich beim Bundesamt für Verbrauchergesundheit um eine nachgeordnete Dienststelle des BMSGPK handelt.

Abs. 3 legt fest, dass das Bundesamt für Verbrauchergesundheit durch eine monokra­tische Führung in Form eines Leiters geführt wird. Ein Mitglied der Geschäftsführung ist


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durch Ernennungsbescheid durch den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus zum Leiter zu ernennen. 

Abs. 4 sieht vor, dass sich das Bundesamt für Verbrauchergesundheit, insbesondere auch der Personal- und Sachmittel der Agentur bedienen soll, soweit dies für die Erfüllung der Aufgaben erforderlich ist. Primär sind die Mittel und die Expertise der Agentur für die Erfüllung der Aufgaben heranzuziehen. Kann mit den der Agentur zu Gebote stehenden Mitteln nicht das Auslangen gefunden werden oder ist die Expertise nicht vorhanden, kann sich das Bundesamt für Verbrauchergesundheit anderer Mittel bedienen.

Weiters sieht Abs. 4 vor, dass sich das Bundesamt für Verbrauchergesundheit zur Vollziehung der gemäß Abs. 1 angeführten hoheitlichen Aufgaben, aller der Agentur zu Gebote stehenden Mittel zu bedienen, fachlich befähigte Kontrollorgane einzusetzen und ihnen zu diesem Zweck eine entsprechende Ausweisurkunde sowie ein Dienst­zeichen auszustellen hat. Gemäß § 9 Abs. 7 GESG darf die Agentur die Daten ver­arbeiten, denn zu den von der Agentur zu Gebote stehenden Mittel gehören auch die für die Aufgabenvollziehung erforderlichen Daten. Die entsprechenden Daten­schutz­bestimmungen sind in § 9 Abs. 7 GESG dargelegt.

Abs. 5 legt fest, dass eine Geschäftsordnung und –einteilung zu erlassen ist, um die Abläufe im Bundesamt für Verbrauchergesundheit effizient zu gestalten.

Abs. 6 stellt klar, dass damit Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem mystery shopping gemäß Art.  36 Verordnung (EU) 2017/625 von der Verpflichtung sich auszuweisen, ausgenommen sind.

Abs. 8 legt den Instanzenzug zum Bundesverwaltungsgericht fest. Aus rechtspolitischen Erwägungen ist es nicht sinnvoll in einem Gesetz unterschiedliche Verwaltungsgerichte festzulegen.

Abs. 9: Die Bestimmung befindet sich bereits im LMSVG.

Zu 12 (§ 6d Gebührentarif des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit)

Abs. 1 regelt die Festsetzung eines Gebührentarifes für die Tätigkeiten des Bundes­amtes, wobei ausdrücklich auf die Bestimmungen der Verordnung (EU) 2017/625 hin­gewiesen wird.

Die Gebühren für die Grenzkontrolle gemäß § 17d sind separat geregelt, da diese teilweise europarechtlichen Vorgaben unterliegen, wie beispielsweise in Anhang IV der Verordnung (EU) 2017/625. Dort sind die Gebühren oder Abgaben für amtliche Kontrollen der Sendungen von Tieren und Waren, die in die Union verbracht werden, festgeschrieben.

Z 12 (§ 6e Einrichtung und Aufgaben des Büros für Tabakkoordination)

Zu Abs. 1: Zur Unterstützung des BMSGPK sowie als unmittelbarer Ansprechpartner für alle im Bereich der Vollziehung des TNRSG, BGBl. Nr. 431/1995 beteiligten Verkehrskreise wird als nationale Anlaufstelle das Büro für Tabakkoordination (Tabak-Büro) eingerichtet. Dadurch soll die Erfüllung der gesetzlich erforderlichen Aufgaben des öffentlichen Sektors sichergestellt werden.

Zu Abs. 2: Bereits mit § 9 des TNRSG idF BGBl. I Nr. 101/2015, welcher ua. in Umsetzung der Richtlinie 2014/40/EU erlassen wurde, erfolgte seit Mai 2016 die Einbeziehung der Agentur in behördliche Vollzugsaufgaben des Bundesministeriums für Gesundheit (nunmehr BMSGPK). Demnach hat die Agentur die Einhaltung der §§ 4 bis 4c, 8 bis 8c und 10 bis 10f des TNRSG durch besonders geschulte Organe mit


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einschlägigen Kenntnissen der Warenkunde und der einschlägigen Rechtsvorschriften zu überwachen.

Darüber hinaus wurden der Agentur durch die TabGebV, BGBl. II Nr. 43/2017, und durch die NTZulV, BGBl. II Nr. 42/2017, weitere Aufgaben im Zusammenhang mit der Einhebung von pauschalierten Jahresgebühren und der Zulassung von neuartigen Tabakerzeugnissen übertragen; sie hat auch Aufgabenstellungen zur Erhebung der Inhaltsstoffe von Tabakerzeugnissen nach der Tabakerzeugnis-Inhaltsstoffe-Erhe­bungs­verordnung – TIEV, BGBl. II Nr. 16/2010, wahrzunehmen.

Durch Abs. 2 werden somit jene Aufgaben präzisiert und festgelegt, die durch das Tabak-Büro besorgt werden.

Abs. 3 regelt die Organisation und Leitungsverantwortung des Tabak-Büros im Zusam­menwirken mit dem BMSGPK. Der Leiter des Tabak-Büros ist in fachlichen Ange­legenheiten an die Weisungen des BMSGPK gebunden.

Zu Abs. 4: Gemäß § 10g TNRSG fließen Gebühren gemäß §§ 9 Abs. 9 und 10a Abs. 7 Z 1 TNRSG der Agentur zu.

Durch Abs. 4 wird klargestellt, dass die gemäß §§ 9 Abs. 9 und 10a Abs. 7 Z 1 TNRSG einzuhebenden Gebühren – entsprechend der mit der Richtlinie 2014/40/EU intendierten Zweckbindung dieser Mittel – ausschließlich zur Abdeckung der personellen und sachlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Erfüllung der Aufgaben des Büros herangezogen werden dürfen.

Abs. 5 regelt die Sicherstellung der personellen und sachlichen Ressourcen, die den Erfordernissen des Tabak-Büros zur Aufgabenerfüllung Rechnung tragen. Soweit vorhandene Ressourcen der Agentur zur Erfüllung der Aufgaben des Tabak-Büros nicht ausreichen oder von der Agentur selbst nicht bereitgestellt werden können, kann sich dieses externer Sachverständiger oder technischer Ausrüstung externer Stellen bedie­nen, wenn dies zweckmäßig und kostensparend ist.

Zu Z 13 (Änderung der Nummerierung des bisherigen Dritten Abschnittes im Zweiten Hauptstück):

Es handelt sich dabei um eine redaktionelle Änderung bedingt durch die Errichtung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit und Büros für Tabakkoordination.

Zu Z 14 (§ 8 Abs. 2 Z 2): 

Ein spezielles Augenmerk bei der Erfassung und Beobachtung der epidemiologischen Situation betreffend übertragbarer Krankheiten ebenso wie im Rahmen der über­tragenen Aufgaben gemäß Epidemiegesetz 1950, BGBl. Nr. 186/1950, in der Fassung BGBl. I Nr. 62/2020 ist auf die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Seuchen, beispielsweise dem „contact tracing“ im Zusammenhang mit Menschen, Tieren und Waren, zu legen.

Zu Z 15 (§ 8 Abs. 2 Z 6b):

Die bereits bestehende Kompetenz und die Tätigkeiten der Agentur im Bereich der Be­wertung von Ernährungsrisiken in Bezug auf Lebensmittelangebot, Lebensmittelauswahl und Verzehrverhalten wird zwecks Gewährleistung einer umfassenden gesundheitlichen Risikobewertung und Maßnahmensetzung weiter ausgebaut und eine rechtliche Grundlage geschaffen werden. Die Agentur wird Monitorings etablieren und die Ernäh­rungsberichterstattung als Datengrundlage für die Risikobewertung und Ableitung von gesundheitspolitischen Maßnahmen durchführen. Parallel dazu erfolgt eine Themen- und Zielgruppenerweiterung zur Förderung der Ernährungskompetenz und des Bürger-Empowerments.


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Zu Z 16 (§ 8 Abs. 2 Z 12a):

Mit der Z 12a werden Untersuchungstätigkeiten für die Chargenfreigabe von Arznei­spezialitäten als Tätigkeiten der Agentur festgelegt. Damit ist es möglich, die Agentur-internen Synergien sowohl organisatorisch als auch budgetär zu verstärken.

Zu Z 17 (§ 8 Abs. 2 Z 17):

Im Gegensatz zum streng regulierten Bereich landwirtschaftlicher Kulturpflanzen unter­liegt das Ausgangsmaterial für medizinisches Cannabis, also das Saatgut und die Cannabispflanze (im Sinne von Sorte), bisher noch keiner umfassenden gesetzlichen Prüfung von Qualitätskriterien, Zulassung oder Registrierung.

Europaweit ist eine anhaltend gesteigerte Nachfrage nach Cannabisblüten für medizi­nische Zwecke festzustellen. In Zukunft wird die Sicherstellung der Qualität des medizinischen Produkts Cannabis, vom Saatgut bis zur Blüte, sei es als Vorprodukt, Wirkstoff oder Arzneimittel, eine noch größere Rolle spielen. Innerhalb der Agentur besteht, in dieser Form, einzigartiges ExpertInnenwissen und die entsprechende Infra­struktur. Die Agentur hat durch ihre Aufgaben für das BAES gemäß § 6 Abs. 1 GESG im Rahmen des Saatgutgesetzes 1997 und des Sortenschutzgesetzes 2001 die Kom­petenz, die Expertise und die langjährige Erfahrung Sorten- und Saatgutprüfungen sowie Zertifizierungen und Registrierungen durchzuführen.

Als Beitrag zur Sicherstellung einer hohen Qualität des Ausgangsmaterials für Arzneimittel wird nun die gesetzliche Grundlage für Qualitätsprüfungen von Sorten, Saatgut, Kultivaren, Linien, Pflanzen und Pflanzenteilen von Pflanzen der Gattung Cannabis für die Herstellung von Arzneimitteln durch die Agentur geschaffen.

Zu Z 18 (§ 8 Abs. 2 Z 19):

Aufgrund des neuen Strahlenschutzgesetz 2020 – StrSchG 2020, BGBl. I Nr. 50/2020, erfolgt eine redaktionelle Anpassung der Bestimmung betreffend die Radioaktivitäts­untersuchung der Agentur jener Waren, welche dem LMSVG unterliegen.

Zu Z 19 (§ 8 Abs. 2 Z 20):

Diese Aufgabe soll den gesellschaftlichen Diskurs um den Einsatz von Pflanzen­schutzmitteln aufgreifen und einen neuen Akzent im Tätigkeitsfeld der Agentur abbilden. Obwohl der Pflanzenschutz seit 1.1.2020 in Gesetzgebung und Vollziehung Landes­sache ist, wird mit der Aufnahme der Z 31 klargestellt, dass der Bund sich auch weiterhin für das Bereitstellen der fachlichen Grundlagen im Rahmen der Pflanzenschutz­mittelpolitik verantwortlich zeichnet und die Agentur als Bundesinstitution die Verwaltung und Politik durch entsprechende Daten und Risikobewertungen auf wissenschaftlicher Basis unterstützt.

Obwohl das Konzept des integrierten Pflanzenschutzes den Einsatz der Chemie an letzte Stelle setzt, bleiben chemische Pflanzenschutzmittel manchmal die einzige Alter­native einer praktikablen Abwehr von Schadorganismen und sind deshalb auch in der Zukunft für die Landwirtschaft und den Gartenbau ein wichtiges Betriebsmittel.

Da der chemische Pflanzenschutz zur Gesunderhaltung der Nutzpflanzen in der Bevölkerung vorwiegend kritisch gesehen wird, bleibt es eine Herausforderung der Zukunft, die Diskussion um die Notwendigkeit und die Risiken chemischer Pflanzen­schutzmaßnahmen weiter zu versachlichen und das Wissen auch in die Gesellschaft zu tragen.

Die Agentur soll dazu in Hinkunft durch Datengrundlagen und Risikobewertungen für den integrierten Pflanzenschutz verstärkt beitragen, um die Transparenz des prak­tischen, chemischen und biologischen Pflanzenschutzes zu erhöhen, eine bessere


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Annäherung an das notwendige Maß zu erreichen und das Risiko für die Verbraucher und die Umwelt weiter zu vermindern.

Zu Z 20 (§ 8 Abs. 2 Z 23):

Dient der klaren Zuweisung der Aufgaben an sowie Erfüllung durch die Agentur im Zusammenhang mit der Errichtung des Tabak-Büros.

Zu Z 21 (§ 8 Abs. 2 Z 24):

Die Agentur wird zukünftig die Eigentümervertreter noch stärker bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen im Bereich der nachhaltigen Ernährung, wie auch der nationalen Umsetzung der Kommissionstrategie „Vom Hof auf den Tisch“ im Rahmen des Green Deals (vgl. COM (2020) 381 final) unterstützen.

Nicht zuletzt die Covid-19-Krise hat die Bedeutung eines belastbaren und resilienten Lebensmittelsystems gezeigt, das unter jeglichen Umständen weiter funktioniert und in der Lage ist, die Bevölkerung in ausreichendem Maße mit erschwinglichen Lebens­mitteln zu versorgen. Aktuell gewinnt insbesondere das Thema der Regionalität sowie der Herkunftskennzeichnung basierend auf der amtlichen Kontrolle der Durchfüh­rungsverordnung (EU) 2018/775 zur Herkunftskennzeichnung der primären Zutat eines Lebensmittels an Bedeutung. In den nächsten Jahren sind darüber hinaus zahlreiche weitere europäische Vorgaben in Zusammenhang mit der Lebensmittelkette und Nach­haltigkeit zu erwarten.

Aus diesem Grund ist es angezeigt – nicht zuletzt zur Koordinierung von bundes­länderübergreifenden Themen und Entlastung der Eigentümervertreterressorts – Fachexpertise und Ressourcen in Form eines Kompetenzzentrums in der Agentur aufzubauen. Fokus der Tätigkeit soll die fachliche Koordination des Schwerpunktthemas Integrität in der Lebensmittelkette (z.B. Herkunft, Echtheit, Verfälschung, Täuschungs­schutz bzw. die Mitwirkung im Bereich der Aufklärung betrügerischer Praktiken) sein sowie die Koordination und Abstimmung der Lebensmittelgutachtertätigkeiten darstellen. Weiters soll das Lebensmittelkompetenzzentrum als zielgruppenspezifische Beratungs- und Koordinierungsstelle für lebensmittelrechtliche Themen Wissen und maßge­schnei­derte Beratung für die Akteure des Lebensmittelsystems (Wissenschaft, relevante Interessenträger, Konsumenten und zuständige Behörden) zur Verfügung stellen.

Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung wird die Agentur auch verstärkt Kapazitäten und Expertise im Bereich der Qualitätsauslobungen (insbesondere Herkunft) und Authentizität in Kooperation mit nationalen und europäischen Partnern aufbauen, um so zum Erhalt einer multifunktionalen, nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und flächen­deckenden Lebensmittel- und Landwirtschaft, eines hohen Selbstversorgungsgrades und der Umsetzung einer Herkunftskennzeichnung beizutragen.

Zu Z 21 (§ 8 Abs. 2 Z 25):

Für die Aufgaben im Bereich der europäischen Schnellwarn-, Kommunikations- und Informationssystemen wird eine gesetzliche Grundlage im GESG geschaffen. Die Agentur übernimmt dabei die Betreuung der Systeme, teilweise auch als offizielle nationale Kontaktstelle, wie sie ihr in den jeweiligen Bundesgesetzen zugewiesen wer­den (insbesondere iRASFF, TRACES NT, EUROPHYT, RAPEX, ICSMS, OFIS, INFOSAN, EWRS).

Für diese Systeme ist die vorgesehene Vorgangsweise einzuhalten. Die Agentur hat auch einschlägige Arbeitsgruppentreffen auf internationaler und nationaler Ebene wahrzunehmen.


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Zu Z 21 (§ 8 Abs. 2 Z 26):

Im Auftrag der Bundesämter führt die Agentur Unterstützungsleistungen im Rahmen der Kontrollen im Internethandel (und sonstigen Fernabsatzkanälen) für Gesetzesmaterien im Wirkungsbereich von BMSGPK und BMLRT ressourcenschonend und wirksam durch. Sie unterstützt zudem die amtliche Lebensmittelaufsicht bei der Kontrolle des Internethandels in Österreich.

Zu Z 21 (§ 8 Abs. 2 Z 27):

Es wird eine gesetzliche Grundlage für die Übernahme der Funktion als offizielle Kontaktstelle für das europäische Schulungsprogramm der EU-Kommission „Better Training for Safer Food“ gemäß der Verordnung (EU) 2017/625 durch die Agentur geschaffen. Als Kontaktstelle ist sie für Verteilung, Organisation und Wahrnehmung der Aufgaben im Zusammenhang mit Art. 130 der Verordnung (EU) 2017/625 betreffend die Lebensmittelkette zuständig.

Darüber hinaus gehende Schulungsangebote betreffend den Anwendungsbereich der Verordnung (EU) 2017/625, insbesondere solche der Agentur oder sonstigen Rechts­trägern, freiwilliger Natur oder rechtlich verpflichtend, sind weiterhin zulässig.

Zu Z 21 (§ 8 Abs. 2 Z 28):

Die bisher nur im Materiengesetz (vgl. § 30 LMSVG) geregelte Aufgabe der Agentur für die Unterstützung im Rahmen der Erstellung und Aktualisierung des mehrjährigen nationalen Kontrollplans (MNKP) gemäß Art. 109 ff der Verordnung (EU) 2017/625 wird nun als Aufgabe im GESG klarstellend verankert.

Auch die Unterstützungsleistungen der Agentur im Rahmen der jährlichen Erstellung von nationalen Kontrollplänen in allen Kontrollbereichen der Verordnung (EU) 2017/625 wird als Aufgabe der Agentur gesetzlich verankert.

Zu Z 21 (§ 8 Abs. 2 Z 29):

Für die Umsetzung von internen Audits gemäß Art. 6 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2017/625 sowie zur Gewährleistung einer gleichmäßig hohen Qualität und der Koor­dinierung sowie dem Informationsaustausch ist es zweckmäßig und effizient, dass die Agentur einschlägige Unterstützungsleistungen im Bereich der internen Audits erbringt.

Zu Z 21 (§ 8 Abs. 2 Z 30):

Aufgrund des zunehmenden Vernetzungsgrades im Gesundheitswesen ist die Resilienz von vernetzten Systemen, insbesondere im Bereich der Medizinprodukte, Arzneimittel, Blut- und Gewebevigilanz von fundamentaler Bedeutung. Daher hat die Agentur den für Gesundheit zuständigen Bundesminister entsprechend zu unterstützen, ebenso wie bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit und den die Integrität sicherstellenden Informationsaustausch, insbesondere auch in Bezug auf übertragbare Krankheiten.

Zu Z 22 (§ 8 Abs. 2b):

Es soll klargestellt werden, dass die Agentur im Falle eines außergewöhnlichen Ereignisses die Aufgaben, die ihr gemäß § 9a zugewiesen sind, wahrnimmt.

Zu Z 23 (§ 8 Abs. 3 Z 4):

Es handelt sich um eine klarstellende Ergänzung, dass die Agentur im Auftrag der Eigentümervertreter Gutachten und Prüfberichte abgeben kann. Dies ist in Abgrenzung zu sehen mit der nun eingeführten ausdrücklichen Möglichkeit von Unterstützungs­leistungen der Agentur zugunsten anderer Bundes- und Landesbehörden gegen zumin­dest marktübliches Entgelt.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 142

Zu Z 24 (§ 8 Abs. 3 Z 5):

Dient der Ergänzung des Aufgabenbereiches der Agentur.

Zu Z 25 (§ 8 Abs. 3 Z 7):

Aktuell ist die Agentur bereits vielfach von den Eigentümervertretern als offizielles nationales (und europäisches) Referenzlabor und Referenzzentrale benannt. Umfasst sind ressortübergreifend insbesondere die Bereiche Landwirtschaft, Lebensmittel­sicher­heit, Ernährungssicherheit, Tiergesundheit und öffentliche Gesundheit. Aktuell sind diese Tätigkeiten nur vereinzelt im GESG normiert gewesen, wie beispielsweise im Rahmen des § 8 Abs. 2 Z 2. Eine Zusammenführung durch eine allgemeine Bestimmung zur prinzipiellen Möglichkeit der Agentur zur Führung von facheinschlägigen Referenz­zentralen und Referenzlaboren war zwecks gesetzlicher Abbildung des Status-Quo geboten und wird nun eingeführt.

Zu Z 26 (§ 8 Abs. 3a):

Als Beitrag zur Effizienzsteigerung im Rahmen der Verfahrensabwicklung und im Interesse der Einfachheit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit der Verwaltung wird die Möglichkeit eingeführt, dass andere Bundes- und Landesbehörden die Ressourcen und die Fachexpertise der Agentur, im Rahmen der Vollzugsaufgaben der jeweiligen Be­hörden gegen zumindest marktübliches Entgelt, nutzen können. Dies kann insbe­sondere erfolgen indem die Agentur als zur Verfügung stehender Amtssachverständiger gemäß § 52 Abs. 1 AVG oder als Organ im Rahmen von Kontrollen und Inspektionen im Namen von beauftragenden Behörden bestellt wird. Die hoheitliche Entscheidungs­befug­nis verbleibt dabei bei der jeweiligen zuständigen Behörde. Der konkrete Leis­tungsumfang und die Details hinsichtlich der zumindest marktüblichen Entlohnung sind schriftlich festzulegen. Im Falle der Übertragung von Aufgaben im Anwendungsbereich der Verordnung (EU) 2017/625 an die Agentur, sind die Anforderungen gemäß Art. 28ff der Verordnung (EU) 2017/625 einzuhalten.

Die Agentur hat vorab ein Arbeitsprogramm und ein Unternehmenskonzept zu erar­beiten. Die inhaltliche Abstimmung ist mit den Eigentümervertreter gemäß § 8a durch­zuführen. Daraus sind auch die künftigen Aufgaben erkennbar.

Zu Z 27 (§ 8 Abs. 4):

Aufgrund der Einrichtung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit und des Tabak-Büros war eine Ergänzung der Regelung zur Ressourcenbereitstellung durch die Agentur notwendig.

Zu Z 28 (§ 8 Abs. 7):

Dient der Ergänzung aufgrund der Errichtung des Bundesamtes für Verbraucher­gesundheit, dass die Agentur, soweit es die Erfüllung der Aufgaben des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit zulässt und es im Allgemeininteresse liegt, auch gegenüber Dritten Leistungen erbringen kann.

Zu Z 29 (§ 8 Abs. 9):

Der jeweils zuständige Bundesminister oder die jeweils zuständige Bundesministerin kann aufgrund der Verordnungsermächtigung nähere Regelungen über die Tätigkeit der Agentur in Bezug auf die Informations- und Kommunikationssysteme erlassen und für den Fall, dass weitere Informations- und Kommunikationssysteme in diesem Bereich hinzukommen auch die Betreuung dieser an die Agentur übertragen.


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Zu Z 30 (§ 8a Abs. 1):

Aufgrund der BMG-Novelle 2020 liegen die Aufgaben gemäß § 12 Abs. 4a nunmehr nicht mehr im Bereich der Eigentümervertreter, sondern beim Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Daher bedarf es in Strahlenschutzbelangen einer Abstimmung des Arbeitsprogramms mit dem BMK.

Zu Z 31 und 32 (§ 9 Abs. 3, 3a, 3b, 3c):

Es wird eine Neuregelung im Sinne einer Verwaltungserleichterung vorgenommen.

Vereinzelt sind Beamte eines Ressorts in der Agentur in Angelegenheiten des anderen Ressorts eingesetzt, sodass die Zuständigkeit für die Entbindung nach Zuständigkeit für die jeweilige Angelegenheit (inklusive zugehöriger „schlichter Hoheitsverwaltung“ wie Amtssachverständigen¬tätigkeit) und nicht nach Zugehörigkeit des Beamten zu einem Ressort erfolgen sollte.

Die Geschäftsführer der Agentur sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ange­legenheiten, die nicht einem der Bundesämter im weitesten Sinne (inklusiver schlicht hoheitlicher Tätigkeiten) zuzurechnen sind, selbst entbinden können. Kriterien für die Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht der Dienstnehmer sind in der Geschäfts­ordnung des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit festzulegen.

Zu Z 33 (§ 9 Abs. 7):

Die Änderung der Datenschutzbestimmung ist notwendig, da eine Klarstellung hin­sichtlich der rechtlichen Grundlage und der Rechtmäßigkeit einer Datenverarbeitung bei Aufgabenerfüllung zu erfolgen hat. Die Verarbeitung von personenbezogenen Daten der Agentur gemäß § 8, der Bundesämter gemäß § 6, 6a und 6c, sowie der Büros gemäß §§ 6b und 6e erfolgt in Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben und somit gemäß Art. 6 Abs. 1 lit c Datenschutz-Grundverordnung rechtmäßig.

Das Bundesamt gemäß § 6a ist ua. als für die Vollziehung des Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983, zuständige Behörde verantwortlich für die Zulassung, die Verbesserung der Sicherheit von Arzneimitteln, deren Risikoerfassung und -bewertung und die Überwachung des Verkehrs mit diesen. Oberstes Ziel aller Maßnahmen ist die Erhöhung der Arzneimittel- und damit der Patientensicherheit und die Abwehr von Gesundheitsgefahren. Die Verarbeitung von personenbezogenen Daten und personen­bezogenen Daten besonderer Kategorien des Bundesamtes gemäß § 6a erfolgt in Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben gemäß Art. 9 Abs. 2 lit g und lit i Datenschutz-Grundverordnung, ABl. Nr. L 110, aus Gründen des öffentlichen Interesses im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Zu Z 34 (§ 9a):

Da außergewöhnliche Situationen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, betreffend Menschen, Tiere und Lebensmittel (z.B. Pandemien, Epidemien, Tierseuchen, Erkran­kun­gen bei Menschen aufgrund lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche) in die Zuständigkeit des BMSGPK fallen, wird hier festgeschrieben, dass die Agentur zur Erfüllung der entsprechenden Notfallpläne als unerlässliches Hilfsmittel bei der Bekämp­fung solcher Situationen im Vorfeld dafür Sorge zu tragen hat, dass entsprechende Laborkapazitäten für die notwendigen Untersuchungen zur Verfügung stehen. Aufgrund der Streichung des § 8 Abs. 3 Z 7 wird zur Sicherstellung der Bereitstellung von ausreichenden Laborkapazitäten der Agentur an dieser Stelle verankert.

Bezüglich der anfallenden Tätigkeiten im Rahmen der Bekämpfung einer solchen Situ­ation kommt in weiterer Folge der Agentur eine wesentliche Rolle zu. Vor allem, weil sich die Agentur im Eigentum des Bundes befindet und sich somit für diese Tätigkeiten


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besonders eignet. In der Agentur werden die nötigen Kapazitäten zur Krisenbewältigung gewährleistet werden. Es hat sich gezeigt, dass es erforderlich ist, dass die Agentur auch interne Notfallpläne vorliegen hat um in Notsituationen vorgehen zu können und weiter­hin eine effektive und effiziente Aufgabenerfüllung sichergestellt ist. Zu diesem Zweck ist die Agentur bereits in die Erstellung der Notfallpläne einzubinden oder mit der Erstellung solcher Pläne zu beauftragen.

Ebenso wird für den Vollzugsbereich des BMLRT festgelegt, dass die Agentur aus­reichende Laborkapazitäten zur Bewältigung von Krisen u.ä. bereitzustellen hat. Bei der Erstellung der Notfallpläne ist – entsprechend der Kompetenzverteilung des B-VG – sicherzustellen, dass die zuständigen Behörden entsprechend eingebunden werden.

Zur Bewältigung solch außergewöhnlicher Situationen kann das BMSGPK im Ein­vernehmen mit dem BMLRT durch Verordnung festlegen wie die Hernaziehung der Agentur bezüglich Aufbauorganisation, Kommunikation und Stabsarbeit gestaltet sein muss. Hier muss einerseits Flexibilität gewährleistet sein, andererseits wird durch die Ermächtigung für die Erlassung einer Verordnung auch Rechtssicherheit normiert.

Zu Z 35 (§ 10 Abs. 1):

Es erfolgt eine Bereinigung und Klarstellung der bereits bestehenden Pflicht der Ge­schäfts­führung der Agentur zur Erstellung eines mehrjährigen Unternehmenskonzepts.

Zu Z 36 (§ 10 Abs. 2a):

Die Möglichkeit der Untersagung aus Bedarfsmangel wurde in Anbetracht der inter­national unterschiedlichen Ermittlungsweisen des Bedarfes als nicht zielführend ge­strichen. Die einschlägigen Bestimmungen der Einzigen Suchtgiftkonvention 1961 (ESK), BGBl. Nr. 531/1978, insbesondere zu Schätzungen des Bedarfs an medizini­schem Cannabis (vgl. Art. 19) decken ausreichend den Regelungsbedarf und sind einzuhalten.

Zu Z 37 (§ 10 Abs. 4):

Die Befristung galt auch bisher nur für die Kapitalvertreter, was sich aus der durch die Wortwahl erfolgten Unterscheidung zwischen bestellten und entsendeten Mitgliedern in Zusammenschau mit dem ArbVG ergab. Eine Befristung ist auch dem Arbeitsverfas­sungsgesetz (ArbVG), BGBl. Nr. 22/1974, nicht zu entnehmen. Eine ausdrückliche Klarstellung erscheint zur Rechtssicherheit jedoch zielführend.

Es handelt sich hier weiters um eine Anpassung an das GmbH-Recht, welches in § 30c GmbH-Gesetz, RGBl. Nr. 58/1906, eine Abberufung von Kapitalvertretern durch die berechtigte Stelle jederzeit auch ohne wichtigen Grund ausdrücklich zulässt. Gleichzeitig soll klargestellt werden, dass die Befristung eine vorzeitige Abberufung nicht aus­schließt.

Die Möglichkeit der jederzeitigen Abberufung gilt auch nach ArbVG für die Arbeitneh­mervertreterInnen.

Weiters erfolgt eine Anpassung an das GmbH-Recht auch dahingehend, dass bei der GmbH nach der herrschenden Meinung ein Rücktritt auf eigenen Wunsch des Mit­gliedes, auch wenn eine ausdrückliche gesetzliche Regelung dazu fehlt, möglich ist und bereits mit der Rücktrittserklärung, die der Gesellschaft zugehen muss, wirksam wird. Eine Abberufung ist hierfür nach der herrschenden Meinung nicht notwendig. Der Rücktritt darf dabei nach der hM nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, oder, wenn ein solcher fehlt, nicht zur Unzeit erfolgen.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 145

Zu Z 38 und Z 39 (§ 11 Abs. 1 und 3):

Es handelt sich um eine gesetzliche Klarstellung, dass eine Einrichtung, insbesondere von wissenschaftlichen Beiräten, durch die Bundesministerien erfolgen kann, aber nicht muss.

Die aktuelle Covid-19 Krise hat den zusätzlichen Bedarf gezeigt, Kapazitäten und Know-How in den Bereichen Public Health, Epidemiologie und Infektiologie aufzubauen und einschlägiges Expertenwissen und mögliche Synergien umfassend zu nutzen. Aus diesem Grund soll ein einschlägiger Wissenschaftlicher Beirat für Öffentliche Gesundheit (Public Health) zur Bündelung einschlägigen fachlichen Know-Hows zur Beratung eingerichtet werden.

Derzeit ist auch ein wissenschaftlicher Beirat gesetzlich eingerichtet, welcher nicht aktiv ist. Eine gesetzliche Bereinigung und Beschränkung auf die aktiven und gewünschten Beiräte war daher geboten.

Zu Z 40 (§ 11 Abs. 5):

Es besteht keine weitere Notwendigkeit zur Fortsetzung des gegenständlichen Beirats gemäß die bisherigen Abs. 5, sodass die Nummerierung nachzuziehen wäre.

Zu Z 41 (§ 12 Abs. 1):

Klarstellung, dass die Erweiterung des Aufgabenbereiches der Agentur auch von der Basiszuwendung vom Bund umfasst ist.

Zu Z 42 (§ 12 Abs. 4a):

Die Agentur hat zusätzlich zu den Aufgaben gemäß § 8 Abs. 2 Z 19 Leistungen zu erbringen, die ihr gemäß StrSchG 2020 zugewiesen sind, insbesondere die labor­gestützte Radioaktivitätsüberwachung gemäß § 125 Abs. 1 StrSchG 2020, soweit nicht von § 8 Abs. 2 Z 19 erfasst. Darüberhinaus betreffen die Aufgaben gem. § 12 Abs. 4, die einschlägige Unterstützung der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie bei den Vollzugsaufgaben gemäß StrSchG 2020, bei der Erfüllung von Aufgaben im Radonschutz gemäß § 96 StrSchG 2020 sowie im Rahmen der behördlichen Notfallvorsorge und bei bestehenden Expositionssituationen infolge von kontaminierten Waren und radioaktiven Altlasten gemäß StrSchG 2020.

Zu den Aufgaben der Agentur zählt daher auch die einschlägige fachliche Unterstützung der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie bei ihren Aufgaben gemäß StrSchG 2020 und darauf beruhender Maß­nahmenpläne, Rechts- und Verwaltungsakte, bei ihren Aufgaben gemäß EURATOM Vertrag und darauf beruhender Rechtsakte sowie gemäß internationalen Bestimmungen – soweit vereinbart.

Aufgrund der Ressortverschiebung der Strahlenschutzagenden vom vormaligen BMNT (jetzt BMLRT) zum BMK sowie der Novellierung des Strahlenschutzrechtes mit dem StrSchG 2020 erfolgt die gesetzliche Klarstellung der Notwendigkeit einer Leistungs­vereinbarung zwischen BMK mit der Agentur bezüglich der gemäß StrSchG 2020 gesetzlich festgelegten Aufgaben.

Zu Z 43 und 44 (Änderung der Überschriftenbezeichnung):

Aufgrund der Ergänzung neuer Bestimmungen wurde ein Hauptstück ergänzt und die Nummerierung der Überschrift angepasst.

Zu Z 43 (§ 17a):

Im Rahmen der Neuregelung der Kontrollen entlang der Lebensmittelkette hegte die Europäischen Union den Wunsch nach einer europäischen einheitlichen Durchführung


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der Grenzkontrolle, welche in der umfangreichen Regelung der Kontrollen in der EU-Kontrollverordnung (EU) 2017/625 mündete.

National wird das Bundesamt für Verbrauchergesundheit die amtlichen Kontrollen bei Tieren und Waren wahrnehmen, soweit die Zuständigkeit des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gegeben ist, die gemäß Art. 43ff der Verordnung (EU) 2017/625 in die Union verbracht werden. In diesem Zusam­menhang ist besonderes Augenmerk auf die unmittelbar geltenden delegierten und Durchführungsrechtsakte der Europäischen Union zu legen, die detaillierte Bestim­mungen zu den Tätigkeiten in diesem Zusammenhang vorgeben.

Zu Z 44 (§ 17a Abs. 4):

Unter der „Führung der Grenzkontrollstelle“ sind jene Aufgaben der Grenzkontrollstelle zu verstehen, die nicht die Durchführung der unmittelbaren Kontrolle betreffen, bei­spielsweise die Einrichtung und Organisation der Grenzkontrollstelle sowie Personal­angelegenheiten.

Zu Z 44 (§ 17c):

§ 17c legt die fachliche Voraussetzung für die Ausübung der Tätigkeit als Kontrollorgane fest. Jedenfalls sind Tierärzte mit abgeschlossenem Physikat als solche zu werten sowie Personen, die als Zusatzpersonal gemäß der delegierten Verordnung (EU) 2019/1081 geschult sind. Die diesbezüglichen weiterführenden Voraussetzungen der veterinär­behördlichen Grenzkontrolle sind in der Verordnung (EU) 2017/625 sowie den dazu­gehörigen delegierten und Durchführungsrechtsakten normiert. 

Zu Z 44 (§ 17d):

Die Gebühren für die veterinärbehördliche Grenzkontrolle sind, insbesondere im Anhang IV der Verordnung (EU) 2017/625 festgelegt.

Zu Z 45 (§ 19 Abs. 15):

Weiterhin soll eine gesetzliche Klarstellung erfolgen, dass sämtliche Einnahmen der Bundesämter, insbesondere Gebühreneinnahmen, Einnahmen der Agentur sind.

Gründungsziel der Agentur ist unter anderen die bereichsübergreifende Effizienz- und Effektivitätssteigerung (Kostenreduktion durch Synergien statt Kompetenzsplitterung in der Ernährungskette). Neben der Erleichterung des administrativen Aufwandes gebieten es die geltenden haushaltsrechtlichen Erfordernisse und die wirkungsorientierte Aus­richtung der Agentur anhand geschäftsfeldübergreifenden Wirkungsziele, die strikte Trennung der Finanzierung der Aufgaben der Agentur aufzuheben.

Im Rahmen dieser gesetzlichen Novellierung wird festgehalten, dass die bisher verankerte gesetzliche Zweckwidmung der Einnahmen nach § 6a (gemäß § 19 Abs. 15) nicht der zukünftigen Verwendung allfälliger Rücklagen der Agentur auch für andere Verwendungszwecke als die Aufgaben gemäß §§ 6a und 8 Abs. 2 Z 13 bis 16 ent­gegensteht. Dies trifft insbesondere auch auf jene Rücklagen zu, welche bis zum Zeitpunkt der vorliegenden Novellierung durch die Agentur gebildet wurden, auch wenn diese teilweise oder ganz aus Einnahmen nach § 6a GESG gebildet wurden.

Zu Z 46 bis 49 (§ 19 Abs. 27 bis 30):

Redaktionelle Anpassung doppelter Absatzbezeichnungen.

Zu Z 50 (§ 19 Abs. 31 bis 34):

Übergangsbestimmungen für bestehende Grenzkontrollstellen sowie Kontrollorgane werden festgelegt. Weiters können Vorbereitungstätigkeiten für das neue Bundesamt für Verbrauchergesundheit bereits vorab durchgeführt werden.


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Zu Z 51 bis 54 (§ 20 Abs. 2, 3, 4 und 8):

Die Vollzugsklauseln waren aufgrund der Einrichtung des Bundesamtes für Ver­braucher­gesundheit und des Büros für Tabakkooperation sowie aufgrund der BMG-Novelle 2020 anzupassen.

*****


Präsidentin Doris Bures: Der Abänderungsantrag wurde an alle Abgeordneten verteilt sowie in den Grundzügen erläutert und steht daher mit in Verhandlung.

Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Hermann Brückl. – Bitte.


12.52.47

Abgeordneter Hermann Brückl, MA (FPÖ): Frau Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Charles Dickens hat einmal gesagt: In der kleinen Welt, in der unsere Kinder leben, gibt es nichts, das so deutlich von ihnen erkannt und gefühlt wird, als Ungerechtigkeit. – Hohes Haus, es ist ungerecht und unsere Kinder verstehen es nicht, dass sie schon wieder entgegen aller Expertenmeinungen in eine soziale Isolation geschickt werden. Wenn sie ihre Freunde nicht zumindest in der Schule sehen können, verstehen sie es nicht. Wenn ihr Wissenshunger nicht gestillt wird, verstehen sie es auch nicht.

Hohes Haus! Wir erheben als Land Österreich, als Republik den Anspruch, eines der besten und zuverlässigsten Bildungssysteme auf dieser Welt zu haben. Das bedeutet aber auch, dass man Geld in die Hand nehmen muss und dass man sich die Notwen­digkeit und die Bedeutung eines Bildungssystems auch immer wieder in Erinnerung rufen muss. Der Herr Finanzminister hat vor vier Wochen in seiner Budgetrede gerade einmal drei Sätze zum Bildungsbudget, zu unseren Schulen verloren. Das ist ungerecht!

Es ist ungerecht, Herr Finanzminister, dass Sie kein Wort darüber verloren haben, dass die Ausgaben für die klassischen Integrationsagenden im Schulbereich wie Unterrichts­sprache, Werteerziehung und Konfliktlösung laufend steigen. Kein Wort gab es von Ihnen darüber, dass durch das ständige Schule-auf-Schule-Zu, durch den laufenden Wechsel von Präsenzunterricht zu Distancelearning und wieder zurück nicht nur Unsicherheit und Verwirrung entstehen, sondern dass wir aufgrund dieser Maßnahmen, mit diesen Schulschließungen vor allem eine ganze Generation von Kindern schaffen, die mit Bildungsnachteilen ins Leben starten müssen. Die Regierung, nein, nicht die Regierung, sondern Bundeskanzler Kurz im Alleingang sorgt dafür, dass eine ganze Coronageneration geschaffen wird. Das ist ungerecht, Hohes Haus!

In der Budgetrede des Finanzministers hörte man kein Wort darüber, wie man den Lockdownverlierern budgetär unter die Arme wird greifen können, kein Wort darüber, welche Mittel vorgesehen sind, um Maßnahmen zu treffen, die die Folgeschäden des Lockdowns der Schulen zumindest so gering wie möglich halten – auch das ist unge­recht. (Beifall bei der FPÖ.)

Es braucht den Einsatz monetärer Mittel, um Bildungsrückstände und Bildungsverluste so weit als möglich hintanzuhalten. Es braucht eine Vorsorge für die Sommerschulen, Hohes Haus, für alle Schüler, die diese in Anspruch nehmen wollen, auch um Rück­stände aufzuholen, die in den letzten Monaten, in den letzten zwei Semestern bereits entstanden sind. Es braucht ein Budget für spezielle Förderangebote, um die durch Lockdowns verlorene Bildungszeit wieder aufholen zu können.

Hohes Haus! Ein Budget braucht Investitionen in die Bildung, weil Investitionen in die Bildung Investitionen in die Zukunft unserer Jugend sind, weil Investitionen in die Bildung


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unseren Kindern eine Grundlage für ein erfülltes Leben schaffen und weil Investitionen in die Bildung auch für Wirtschaftswachstum sorgen.

Die Frau Präsidentin des Rechnungshofes hat vorhin in ihrer Rede gesagt: Die Regie­rung muss liefern. – Ja, die Regierung müsste liefern. Das, was diese Bundesregierung seit Monaten liefert, sind Angst, Furcht und Panik! Liefern müsste sie Zuversicht, Hoffnung, Zuspruch und Mut. Das tut sie aber nicht. (Beifall bei der FPÖ.)

12.56


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Johann Singer. – Bitte.


12.56.51

Abgeordneter Johann Singer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren hier im Haus und zu Hause! Wir behandeln heute auch – Frau Bundesminister Gewessler und einige Kollegen haben es schon angesprochen – den ÖBB-Rahmenplan für die Jahre 2021 bis 2026. In diesem Zeitrahmen sind Investitionen in Höhe von 17,5 Mil­liarden Euro vorgesehen. Natürlich ist das eine besondere Herausforderung, sowohl für das aktuelle Budget 2021 als auch für die kommenden. Ich möchte insbesondere die Auswirkungen auf den ländlichen Raum skizzieren.

Grundlage dieses Rahmenplanes ist übrigens das beschlossene Regierungsprogramm. Dieses Regierungsprogramm hat insofern Wirkung gezeigt, als zusätzliche Maßnahmen in diesem Rahmenplan vorgesehen sind, die insgesamt Kosten in der Höhe von 8 Mil­li­arden Euro ausmachen. Das bedeutet hohe Investitionen in ein modernes Schienen­netz.

Wir investieren damit durchschnittlich 329 Euro pro Kopf und Jahr in das Schienennetz. In Deutschland sind es im Vergleich dazu nur 188 Euro, wir investieren also 131 Euro mehr als Deutschland. Das bedeutet, dass wir die Schiene attraktivieren, und zwar in allen Bundesländern.

Was sind nun die Schwerpunkte für den ländlichen Raum? – Zum einen sind es der Streckenausbau und die Attraktivierung der Bahn insgesamt. In meinem Heimatbundes­land Oberösterreich sind dies die Pyhrnbahnstrecke, die Salzkammergutbahn, die Hausruckbahn, Mühlkreis- und Summerauerbahn.

Ein zweiter wichtiger Schwerpunkt ist die Elektrifizierung von Bahnstrecken. Da ist ein besonders interessanter Aspekt, dass bis zum Jahr 2030 die Elektrifizierung von rund 500 Bahnkilometern in Österreich vorgesehen ist. Ziel ist es, die vollständige Dekar­bonisierung des Bahnverkehrs sowohl strecken- als auch fahrzeugseitig zu bewerk­stelligen. In Oberösterreich sind davon die Mattigtalbahn, die Innkreisbahn, die Donau­uferbahn und die Almtalbahn betroffen.

Ein ganz wichtiger Punkt ist auch die Modernisierung der Bahnhöfe. Einige Aspekte dazu: barrierefreier Zugang, Ausbau der Servicevielfalt, digitale Kundeninformations­systeme und der Ausbau der Bahnhöfe zu Mobilitätsdrehscheiben. Das sind sehr, sehr wichtige Schwerpunkte.

Als Pendler möchte ich noch anführen: Ein Ausbau der Park-and-Ride-Plätze in Oberösterreich, mit zusätzlichen insgesamt 2 400 Parkplätzen, ist bis 2026 vorgesehen. Wie gesagt, das ist eine ganz wichtige Maßnahme für die Pendler. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)

Sehr geehrte Damen und Herren! Mit diesem Rahmenprogramm wird der Schienen­verkehr wesentlich attraktiver, wird ein wichtiger Beitrag zur Klimaneutralität geleistet, wird die Konjunktur gestärkt, und es ist Teil des Kampfes um jeden Arbeitsplatz, um jeden Betrieb. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller.)

13.00



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 149

Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gemeldet ist nun Frau Mag. Karin Greiner. – Bitte, Frau Abgeordnete.


13.01.06

Abgeordnete Mag. Karin Greiner (SPÖ): Ich halte fest, der Herr Finanzminister zieht es vor, dieser Debatte nicht beizuwohnen. Schade!

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir befinden uns in der größten Wirtschaftskrise der Zweiten Republik. Seit heute sind wir im zweiten Lockdown und – wir haben es schon gehört – die Folgen dieses Lockdowns sind nicht im Budget eingepreist.

Was brauchen wir in dieser Krise? Wir diskutieren hier zwar ein Budget, das bereits Makulatur ist, eine essenzielle Frage aber ist: Was braucht es in dieser Krise? – Es bedarf zuallererst einer aktiven Arbeitsmarktpolitik. Das war auch lange Zeit so, aber in den letzten Jahren hat es da drastische und sukzessive Kürzungen gegeben. Wenn wir wissen, dass für 2021 lediglich gleich viel aktive Mittel eingestellt sind wie für 2017, dann ist das angesichts der drastisch steigenden Arbeitslosenzahlen doch sehr erstaunlich.

Was braucht es noch? – Es braucht eine Absicherung der geringen Einkommen. Was macht die Bundesregierung? – Die Bundesregierung verzichtet auf eine Steuerreform und tut damit nichts zur Sicherung kleinerer Einkommen. (Zwischenruf des Abg. Lindinger.– Wir haben es im Budgethearing gehört, von Experten bestätigt bekom­men, Sie müssten es auch wissen (Zwischenruf des Abg. Lindinger): Gerade dann, wenn man Mittel in die unteren Einkommenssegmente fließen lässt, fließen sie direkt in den Konsum. Genau das würden wir jetzt bitter benötigen. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lindinger.)

Was aber macht die Regierung? – Bei Langzeitversicherten, die 45 Beitragsjahre haben, braucht man nicht so großzügig zu sein, da kann man ruhig etwas wegnehmen! – Sie verkaufen es auch noch als Erfolg, wenn Sie einer Familie 300 Euro wegnehmen und sagen: Wir geben ja eh 60 Euro zurück! Wie geht sich das in der Summe als Erfolgs­rechnung aus? (Zwischenruf des Abg. Lindinger.) Herr Kollege! Bitte, Herr Kollege!

Weiters ist es unabdingbar, öffentliche Investitionen zu forcieren. Mein Vorredner Kollross hat es angesprochen: Diese Investitionen erfolgen in den Gemeinden, und Sie alle, die Sie hier sitzen, wissen, wir alle wissen, die Gemeinden haben herbe Verluste einzustecken – weniger Ertragsanteile, bittere Verluste bei den Kommunalsteuern, mehr als 2 Milliarden Euro für heuer.

Jetzt sagt der Herr Finanzminister im Ausschuss, na ja, wir haben eh 1 Milliarde Euro vom Kommunalinvestitionsgesetz. Herr Minister in Abwesenheit! 2,5 Milliarden Euro minus, 1 Milliarde Euro bekommt man. Wie geht sich das aus? Wo (durch abwech­selndes Heben und Senken der Hände unterschiedliche Höhen darstellend) kommt man da auf gleich? Der Bund hat die Aufgabe, diese Einnahmenausfälle zu kompensieren, aber dieser Aufgabe kommt er nicht entsprechend nach. (Beifall bei der SPÖ.)

Wollen Sie, dass die qualitätsvollen - - (Abg. Lindinger schüttelt den Kopf) – Sie können den Kopf schütteln, wie Sie wollen, ich spreche von Fakten. (Zwischenruf des Abg. Lindinger.) Wollen Sie, dass die sozialen Dienstleistungen in den Gemeinden schlechter werden? Wollen Sie, dass die Betreuungseinrichtungen nicht mehr diese Qualität liefern können? Die Gemeinden brauchen jetzt unsere tatkräftige Unter­stützung, denn Gemeinden investieren arbeitsplatzwirksam, schnell und nachhaltig. (Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner und Lindinger.) Sie hätten im Budget die Möglichkeiten dazu, aber leider setzt die Bundesregierung falsche Schwerpunkte. Sie setzt sie nämlich nicht bei den Arbeitslosen, sie setzt sie nicht bei den geringen


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Einkommen und sie setzt sie leider nicht bei den Gemeinden – das ist sehr bedauerlich. (Beifall bei der SPÖ.)

13.04


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Lukas Brandweiner. – Bitte schön, Herr Abgeordneter.


13.05.12

Abgeordneter Lukas Brandweiner (ÖVP): Herr Präsident, lassen Sie mich auch anmerken: Es freut mich, dass Sie wieder gesund und fit unter uns sind! Werte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuse­he­rinnen und Zuseher zu Hause vor den Bildschirmen! Mein Kollege Hans Singer hat schon viel zum ÖBB-Rahmenplan gesagt, ich darf dazu auch noch einiges ausführen: Mit 17,5 Milliarden Euro ist es das mit Abstand größte Budget, das wir je für den Ausbau des Schienennetzes beschlossen haben; im Vergleich dazu waren es im letzten Fünfjah­resplan mit 13,9 Milliarden Euro doch deutlich weniger. Das bedeutet auch, dass konkret ab 2021, also ab nächstem Jahr, insgesamt 3 Milliarden Euro jährlich investiert werden.

Gerade jetzt sind diese Investitionen wichtig und richtig. Sie sichern und schaffen 15 000 Arbeitsplätze. Mein Kollege hat auch den Vergleich zu Deutschland gezogen, wo nur knapp die Hälfte investiert wird, wenn man es pro Kopf und pro Jahr rechnet. Ich denke, das kann sich durchaus sehen lassen.

Weiters positiv hervorstreichen möchte ich auch die Attraktivierung der Regionalbahnen. Dazu zählen zeitgemäße Kundeninformationssysteme, natürlich auch moderne Halte­stellen und Bahnhöfe, Streckenattraktivierungen, aber auch die Sicherheit an den Bahnübergängen und Kreuzungen – es hat schon zu viele Horrormeldungen von folgenschweren Unfällen gegeben.

Eines der Ziele im Kampf gegen die Klimakrise ist natürlich auch die Verlegung des Güterverkehrs auf die Schiene; diese ist weiter voranzutreiben. Es gilt aber auch, mit der Elektrifizierungsoffensive voranzuschreiten. Da freut es mich besonders, dass auch in meinem Heimatbundesland Niederösterreich einige Projekte umgesetzt werden. Ich erwähne hier die Elektrifizierung der Strecke Krems–Sankt Pölten. Ich als Waldviertler Abgeordneter möchte aber auch – und das freut mich wirklich besonders – auf die Planung des zweigleisigen Ausbaus zwischen Absdorf-Hippersdorf und Sigmundsherberg und natürlich auch auf die Direktanbindung an die Bezirkshauptstadt Horn hinweisen. Das ist ganz wichtig, und das sind positive Signale für die Franz-Josefs-Bahn, für das Waldviertel. Ich möchte mich auch bei allen politisch Verantwortlichen bedanken, die in den letzten Jahren mitgekämpft haben, angefangen bei den Bürgermeistern über die Abgeordnetenkollegen bis hin zu unserem Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko.

Meine Bitte: Arbeiten wir gemeinsam an Verbesserungen weiter! Und meine Bitte an Sie, liebe Frau Ministerin, ist, dass Sie uns da auch weiterhin tatkräftig unterstützen.

Meine Damen und Herren! Mit dem Rahmenplan 2021 bis 2026 setzen wir die not­wendigen Schritte für ein modernes und zukunftsfittes Bahnnetz, und deshalb bitte ich Sie auch um Ihre Unterstützung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

13.08


Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Christian Hafenecker. – Bitte, Herr Abgeordneter.


13.08.29

Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Frau Bundesministerin! Ich habe Ihnen vorher aufmerksam zugehört,


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als Sie gesagt haben, das Budget sei eine Errungenschaft, gerade im verkehrs­politi­schen Bereich, es wäre ein Klimabudget und es sind Investitionen, die schlussendlich dann auch die Coronakrise sozusagen wirtschaftlich auflösen sollen. Frau Bundes­minis­terin, das war schon der erste Schmäh, den Sie uns heute da herinnen verkündet haben, denn es ist ein Budget, gerade auch der Rahmenplan, das erst 2022 wirksam wird. Das heißt, es ist mitten drin noch ein volles Jahr Zeit, bevor das einmal greift.

Frau Bundesministerin, Sie haben damit gleich zwei Probleme: Das erste Problem ist, dass die Wirtschaft, die Sie dann stützen wollen, bis dahin bereits zusammengebrochen sein wird, und das zweite Problem ist, da schaue ich zur ÖVP rüber, dass Sie bis dahin nicht mehr Ministerin sein werden. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Gewessler.) Das heißt, dieses ganze Programm, das Sie da jetzt aufgemalt und erklärt haben, werden Sie am Ende des Tages nicht umsetzen.

Wenn man sich den Rahmenplan genauer anschaut, dann sieht man auch, welcher Etikettenschwindel dem eigentlich zugrunde liegt, denn im Prinzip ist es der Rah­menplan, den der hinter mir sitzende Präsident Hofer bereits erstellt hat. Sie haben ihn in Wahrheit nur mit ein paar Fahrradparkplätzen garniert, aber im Wesentlichen war es das dann auch schon wieder.

Im Übrigen stelle ich mir auch die Frage, Frau Bundesministerin, wie Sie denn diesen Rahmenplan umsetzen wollen. Wie soll das funktionieren? Wenn ich mir Ihre Heran­gehensweise beim 1-2-3-Ticket anschaue, dann komme ich zum Schluss, dass der Rahmenplan, der 2022 greifen soll, 2030 noch nicht fertig sein wird. Also wenn Sie weiterhin dieses Tempo an den Tag legen, dann sehe ich für Sie, Frau Bundes­ministerin – und das wird auch Ihr Schicksal sein –, leider Gottes schwarz. (Beifall bei der FPÖ.)

Auch sonst haben wir im Bereich der Bahn eigentlich nur Chaos. Frau Bundesministerin, schauen Sie sich einmal im Detail an, was bei der Bahn abläuft: Es werden Takte verändert und damit auf der anderen Seite Regionalbahnen unbrauchbar gemacht. Es werden Bahnhofsgebäude geschlossen und damit wird „sichergestellt“ – unter Anfüh­rungszeichen –, dass die Pendler nur mehr im Regen stehen können und dass sie nicht einmal mehr eine Toilette vorfinden.

Frau Bundesministerin, das ist Ihre Eisenbahnpolitik? Das ist die große Show, die Sie abziehen, um Leute zum Bahnfahren zu bewegen? Sie machen ganz genau das Gegenteil davon.

Frau Bundesministerin, Sie sind ja eines der Regierungsmitglieder gewesen, die im Vorfeld sehr massiv gelobt worden sind, aufgrund Ihrer angeblichen Fachkompetenz, aber ich frage mich schon: Was ist aus Ihren Ambitionen in der Zwischenzeit geworden? Sie haben es geschafft, Frau Bundesministerin, in Ihrer bisherigen Amtszeit ganze zwei Regierungsvorlagen zu liefern – zwei Stück! Frau Bundesministerin, das ist ja noch weniger konstruktiv als das, was Bundesminister Blümel vorlegt. Vonseiten des Ver­kehrsministeriums, dieses großen Ressorts so wenig zu bringen, und das mit den Ambitionen, von denen Sie vorher erzählt haben, dass Sie die haben, das ist für mich nicht nachvollziehbar und eigentlich eher eine Chuzpe. (Beifall bei der FPÖ.)

Sie haben vorhin gesagt: Klimaschutz jetzt! – Ja, Frau Bundesministerin, da gebe ich Ihnen recht, aber dann erklären Sie mir, warum Sie gute, bereits vorliegende Programme vom damaligen Minister Hofer zertrümmern. Es ist die Nahverkehrsmilliarde bereits vorgelegen, die hätten Sie nur mehr umzusetzen brauchen, dann hätten Sie sofort mit Klimaschutz beginnen können. Was haben Sie gemacht? – Sie haben sie filetiert, Sie haben die Milliarde irgendwo im Budget unauffindbar gemacht – sie ist nicht mehr vor­handen.


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Wissen Sie, ich unterstelle Ihnen da schon eines: Sie wollen das Klima gar nicht schützen, sondern das, was Sie wollen, ist Zeit gewinnen, damit wieder irgendwelche Fahrradlobbyisten sündteure Konzepte für Sie schreiben können. Das ist der Grund. Um die Umwelt geht es Ihnen nicht, es geht Ihnen um die Posten, die Sie im Ministerium besetzen wollen.

Im Verkehrsministerium gibt es viele Bereiche, Frau Bundesministerin, in denen Sie versagt haben. Ich kann mich noch erinnern, wie wir in der Bundesregierung geprügelt worden sind, weil wir den Rechtsabbiegeassistenten nicht zwei Tage nach einem tragi­schen Unfall umgesetzt haben. Ich kann mich erinnern, wie Frau Vassilakou im Ver­kehrsministerium gestanden ist und nahezu Terror gemacht hat, dass das sofort passieren müsse. Ich kann mich erinnern, dass wir dafür gesorgt haben, dass auf EU-Ebene sofort alles in Gang gesetzt werden muss, um eine Harmonisierung der tech­nischen Herausforderungen herbeizuführen. Alles das haben Sie bis jetzt nicht in die Zielgerade gebracht.

Frau Bundesministerin, wie schaut es denn mit dem Bundesstraßenausbauplan aus? – Der ist bis heute nicht fertig. Sie überlegen zwar neue Fahrradwege und installieren Fahrradparkplätze auf Bahnhöfen, aber wie es mit den Autobahnen und mit den Schnellstraßen weitergeht, darüber haben Sie noch nichts vorgelegt. Auch da haben Sie leider Gottes versagt. Zwei Beispiele dafür: S 34, B 334. Frau Bundesministerin, Sie lassen vor allem die Pendler im ländlichen Bereich, die aufs Auto angewiesen sind, absolut im Stich. (Beifall bei der FPÖ.)

Was machen Sie stattdessen? – Sie betreiben lupenreines Autofahrerbashing, Sie fabulieren über eine CO2-Steuer, Sie wollen den Diesel verteuern, was in erster Linie die Landwirtschaft und die Logistiker trifft, und am Ende des Tages wird der Konsument die Zeche dafür zahlen. Auch das Gelegenheitsverkehrs-Gesetz haben Sie komplett umgekrempelt. Was uns damals wichtig gewesen ist – dass eine Deutschpflicht für Taxifahrer kommt –, auch das haben Sie vereitelt. Da haben Sie offensichtlich ganz andere Interessen. Im Prinzip fördern Sie in erster Linie jene Leute, jene Mietwagen­unternehmer, die ihre eigenen Fahrer ausnützen und Sozialdumping betreiben. Auch da sind wir also ganz weit weg von linker Politik, die Sie immer vorgeben zu machen, Frau Bundesministerin. Auch da haben Sie leider versagt.

Jetzt habe ich sehr, sehr oft das Wort versagen gebraucht, und zum Schluss möchte ich noch ein Beispiel bringen, das dieses Gesamtversagen wirklich sehr deutlich macht. Frau Bundesministerin, 450 Millionen Euro, sagt Ihnen die Zahl etwas? – Das war der AUA-Deal. Wenn man sich heute anschaut, wie der AUA-Deal ausgegangen ist, und wenn wir davon ausgehen, dass es ein zweites Hilfspaket geben wird oder geben muss, um die AUA zu retten, dann kann man nur sagen, es wäre doch gescheit gewesen, wenn man zumindest irgendwie staatliche Eingriffsmöglichkeiten vorgesehen hätte. Das war sozusagen das Meisterstück von Ihnen und Finanzminister Blümel – Gratulation! (Beifall bei der FPÖ.)

13.14


Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Selma Yildirim. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.


13.14.29

Abgeordnete Mag. Selma Yildirim (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! In Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren, beträgt der Anteil öffentlich Bediensteter an der Erwerbsbevölkerung 15,9 Prozent. Im internationalen Vergleich unter den westlichen Industrieländern liegen wir damit im hinteren Mittelfeld. Zum Vergleich: In den skandinavischen Ländern liegt der Anteil bei


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30 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Ich erwähne dies, um zu unterstreichen, wie professionell unsere Verwaltung und unsere Gerichte gerade in so schwierigen Zeiten, gerade in der Krise trotz jahrzehntelangem Mangel an personellen und finan­ziellen Ressourcen arbeiten. – Danke dafür!

Allerdings rächt sich dieser Kahlschlag gerade in der Krise. Denken wir an die Bedin­gungen, unter denen das medizinische Personal, LehrerInnen, PolizistInnen derzeit arbeiten müssen! Überall fehlt es an finanziellen und personellen Ressourcen, um den gesetzlichen Auftrag gut erfüllen zu können. Einen Teil der öffentlichen Leistungen erbringen auch Gerichtsdolmetscherinnen und Gerichtsdolmetscher. Auch sie leisten vor Gericht oder vor Verwaltungsbehörden einen wichtigen Beitrag, damit Menschen zu ihrem Recht kommen. Korrekte und kompetente Übersetzungen können nicht nur über Schuld und Unschuld entscheiden, vielmehr ist eine kompetente und richtige Überset­zung in vielen Verfahren unabdingbar, um gerechte Entscheidungen treffen zu können.

Der Gerichtsdolmetscherverband fordert mit Nachdruck die Erhöhung der Tarife für Übersetzungsarbeiten. Warum dies? – Seit 13 Jahren, also seit 2007, wurden die Tarife nicht erhöht, gab es nicht einmal eine Inflationsanpassung, also im Grunde genommen ist das ein Minusgeschäft für diese Berufsgruppe. Wenig überraschend ist die Zahl der gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen und Dolmetscher in den letzten 14 Jahren um die Hälfte auf rund 730 gesunken. Das Durchschnittsalter steigt und liegt derzeit bei rund 60 Jahren.

Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat dramatische Auswirkungen auf den Rechtsstaat: Gerichte, Polizei, Asylbehörden müssen improvisieren und oft auf nicht zertifizierte DolmetscherInnen zurückgreifen, und darunter leidet mitunter die Qualität. Während im Budget 2021 zumindest ein erster Schritt für die Sachverständigen gesetzt wurde, die Gebühren für die psychiatrischen Sachverständigen erhöht wurden, werden die DolmetscherInnen einmal mehr auf die Zukunft vertröstet. Eine Tarifanpassung ist aber längst überfällig, daher bringe ich folgenden Entschließungsantrag ein:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kollegen betreffend „die längst überfällige höhere Entlohnung für Gerichts-DolmetscherInnen“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesministerin für Justiz wird ersucht,

- sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass im Sinne des Rechtsstaates, aber auch der Gerechtigkeit gegenüber den GerichtsdolmetscherInnen es zu einer deutlichen Erhöhung des Stundenlohnes für GerichtsdolmetscherInnen kommt, welche zumindest die Inflationsentwicklung seit 2007 abdeckt und

- dem Nationalrat in diesem Sinn eine Novellierung des Gebührenanspruchsgesetzes zuzuleiten.“

*****

In diesem Sinne danke ich. (Beifall bei der SPÖ.)

13.18

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 154

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Mag.a Selma Yildirim,

Genossinnen und Genossen

betreffend die längst überfällige höhere Entlohnung für Gerichts-DolmetscherInnen

eingebracht in der 62. Sitzung des Nationalrates am 17. November 2020 zu TOP 1

Das Recht auf Beiziehung einer/s Dolmetschers/in hat eine starke grundrechtliche Dimension: so wird etwa in „Art. 6 – Recht auf ein faires Verfahren“ der Europäischen Menschenrechtskonvention unter litera e festgelegt, dass jeder Angeklagte das Recht hat „die unentgeltliche Beiziehung eines Dolmetschers zu verlangen, wenn der Angeklagte die Verhandlungssprache des Gerichts nicht versteht oder sich nicht darin ausdrücken kann.“

Im Strafverfahren kann die korrekte Übersetzung eines Wortes über Schuld oder Un­schuld entscheiden, aber auch im zivilgerichtlichen Verfahren spielen kompetente fachliche Übersetzungsleistungen eine wichtige Rolle. Hinter falschen Übersetzungen muss keine böse Absicht stecken, sondern sie können auch einfach in der mangelhaften Ausbildung begründet sein. Dolmetschen ist eine schwierige Technik, die mühsam erlernt werden muss und eine hohe fachliche Qualifikation auf diesem Gebiet ist für den Rechtsstaat unbedingt erforderlich. Die DolmetscherInnen leisten einen ganz wichtigen Beitrag dafür, dass die BürgerInnen zu ihrem Recht kommen.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders dramatisch, dass die finanzielle Situation der DolmetscherInnen seit vielen Jahren prekär ist. Die Tarife nach dem Gebühren­anspruchsgesetz wurden für DolmetscherInnen seit 2007 nicht mehr erhöht, zugleich ist die Zahl der gerichtlich zertifizierten DolmetscherInnen seit 2006 um fast die Hälfte auf rund 730 gesunken. Das Durchschnittsalter der DolmetscherInnen liegt bei rund 60 Jahren.

Die DolmetscherInnen werden nach dem Gebührenanspruchsgesetz bezahlt, welches aus dem Jahr 1975 stammt und zuletzt 2007 angepasst wurde. Für die erste halbe Stunde gibt es 24,50€, für jede weitere 12,40€.

Es ist auf Dauer ein unerträglicher Zustand, dass die DolmetscherInnen zwar hoch­qualifizierte Arbeit leisten, die für den Rechtsstaat unerlässlich ist, aber gleichzeitig sehr schlecht bezahlt werden und dass seit 13 Jahren nicht einmal mehr die Inflation abge­golten wird.

Während mit dem Budget 2021 immerhin ein erster Schritt für die Sachverständigen gesetzt wurde und die Gebühren für die psychiatrischen Sachverständigen erhöht wurden, werden die DolmetscherInnen einmal mehr auf die Zukunft vertröstet.

Kein Wunder, dass damit die DolmetscherInnen auch vor einem Überalterungsproblem und einem Nachwuchsproblem stehen.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

Die Bundesministerin für Justiz wird ersucht,

-             sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass im Sinne des Rechtsstaates, aber auch der Gerechtigkeit gegenüber den GerichtsdolmetscherInnen es zu einer deutlichen


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 155

Erhöhung des Stundenlohnes für GerichtsdolmetscherInnen kommt, welche zumindest die Inflationsentwicklung seit 2007 abdeckt und

-             dem Nationalrat in diesem Sinn eine Novellierung des Gebührenanspruchs­gesetzes zuzuleiten.

*****


Präsident Ing. Norbert Hofer: Der Entschließungsantrag ist ausreichend unterstützt, er ist ordnungsgemäß eingebracht und steht somit in Verhandlung.

Als Nächster zu Wort gelangt Mag. Gerald Hauser. – Bitte, Herr Abgeordneter.


13.18.28

Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Minister! Hohes Haus! Eingangs nur eine Bemerkung zu Klubobfrau Maurer, die gerade wieder herein­gekommen ist: Uns kann in Wahrheit jeder maßregeln, nur Sie, Kollegin Maurer, nicht. Sie haben der kompletten Republik den Stinkefinger gezeigt. Ich glaube, Sie sind wirklich die Letzte, die in unsere Richtung irgendwelche moralischen Ansprüche stellen sollte und stellen kann. (Beifall bei der FPÖ.)

Zu den heute auch von Klubobmann Wöginger angesprochenen 50 Milliarden Euro: Es ist gut und richtig, dass man hilft, aber die Hilfen müssen zielgerecht sein, sie müssen sozial gerecht sein, sie dürfen niemanden ausschließen und sollen auch niemanden bevorzugen. Das ist das, was ich mir unter einer raschen Hilfe vorstelle.

Wie schaut der Faktencheck in der Realität aus? – Ich muss euch sagen, ich bräuchte hier eine halbe Stunde, um den Faktencheck tatsächlich durchgehen zu können, aber ich mache das im Schnellverfahren. Ich fange bei meinen privaten Vermietern an. Die privaten Vermieter werden seit Anbeginn der Epidemie benachteiligt. Natürlich gibt es dann wieder Verbesserungen aufgrund massiven politischen Drucks. Fakt ist aber, dass es eine Benchmark gibt. Da gibt es die bäuerlichen privaten Vermieter, denen ich jeden Cent gönne, keine Frage. Ich bin Vertreter des ländlichen Raums und neide niemandem einen Cent. Diese Benchmark müsste aber auch für die privaten Vermieter nicht bäuerlicher Bereiche gelten.

Wie ist das seit Anbeginn? – Ende März gibt es bereits die erste Verordnung, dass die bäuerlichen Privatvermieter über den Härtefallfonds entschädigt werden. Zu diesem Zeitpunkt wird kein nicht bäuerlicher Privatunternehmer erwähnt. Man darf nicht ver­gessen: Es gibt 40 000 Privatunternehmer, die 300 000 Gästebetten haben. Das ist die Mehrzahl der touristischen Betriebe in Österreich. (Ruf bei der FPÖ: Ganz recht hat er!) Es war ein langer Kampf unsererseits, bis die Privatzimmervermieter Ende April im Fonds berücksichtigt wurden. Es hat dann bis Mitte Juni gedauert – und dazu haben wir und speziell auch ich einen Beitrag geleistet –, dass die privaten Ferienwohnungs­vermieter im Härtefallfonds berücksichtigt wurden – ein langer Kampf. (Abg. Hörl: Ich war auch dabei! – Zwischenruf des Abg. Wurm.)

Es müsste sich eigentlich mittlerweile im Ministerium herumgesprochen haben, dass es Privatvermieter gibt. Noch einmal: 40 000 Privatvermieter mit 300 000 Gästebetten. Wie geht das weiter? – Jetzt wird vom Umsatzentgang gesprochen. Was passiert da wieder? – Wieder kommen die privaten Vermieter nicht vor und wieder braucht es auch die Hilfe der Medien (eine vergrößerte Kopie eines Zeitungsartikels mit der Überschrift „FPÖ: ‚Zwei Klassen im Tourismus‘“ auf das Rednerpult stellend), die feststellen: Es gibt eine Zweiklassengesellschaft. (Ruf: Das darf doch nicht wahr sein!) Da sind die Gewerbebetriebe, die privaten Vermieter nicht bäuerlicher Natur und auf der anderen Seite die große Anzahl der Privatvermieter, die auch beim Umsatzersatz vergessen


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 156

wurden. Das wurde jetzt Gott sei Dank korrigiert – aber ist das notwendig, die permanente Bettelei und dann auch der Vorwurf in unsere Richtung, wir würden nur nörgeln? Da mussten wir etwas erkämpfen und dazu hat es die Hilfe der Medien gebraucht. (Beifall bei der FPÖ.)

Weiter geht es mit den kleinen Gewerbebetrieben. Folgendes Beispiel, das noch nicht korrigiert wurde (der Redner stellt eine Tafel mit einem Text und der Überschrift „Fixkostenzuschuss – Antrag entspricht nicht den geförderten Kriterien“ auf das Rednerpult): Ein Vermieter von vier Ferienwohnungen mit 28 Betten gilt als Gewer­bebetrieb, ist angemeldet, zahlt die Steuern pünktlich, ist Pflichtmitglied bei der Wirt­schaftskammer und leistet auch die Abgaben im Tourismusverband. Fixkostenzuschuss bekommen diese Betriebe aber keinen – mit dem Argument, dass diese Betriebe steuerrechtlich gemäß Vermietung und Verpachtung abrechnen.

Es bekommen nur all jene Betriebe eine Entschädigung, die in der Verordnung angeführt sind. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Das sind der Reihe nach wieder nur jene, die unter § 21 Land- und Forstwirtschaft, § 22 Selbständige Arbeit und § 23 Gewerbebetriebe fallen. Vergessen hat man § 28 – ich sage bewusst, man hat darauf vergessen –, auf all jene Gewerbebetriebe, die gemäß Vermietung und Verpachtung abrechnen, aber Gewerbebetriebe sind. Diese Kleinen werden immer wieder vergessen. Ich verstehe das nicht, dass die Kleinen – angefangen bei den Privatvermietern bis hin zu den kleinen Gewerbebetrieben – von dieser Regierung immer wieder vergessen werden. Da gibt es eine Spreizung: Die Kleinen bleiben auf der Strecke, man muss das nachjudizieren, und die Großen werden natürlich bedient.

Jetzt noch ein Wort zum Epidemiegesetz. (Der Redner stellt eine Tafel mit einem Text und der Überschrift „So schauen die von der Regierung versprochenen ‚schnellen Entschädigungen‘ aus!“ auf das Rednerpult. – Abg. Loacker: Das ist ja kleiner als beim Anschober!) Sie wissen, es war von Anfang an eine unserer Forderungen, all jene Betriebe zu entschädigen, die gemäß einer Verordnung der Bezirkshauptmannschaften behördlich, gemäß einem bestehenden Gesetz, geschlossen wurden – zumindest für den Zeitraum, bis diese Verordnung außer Kraft gesetzt wurde. Das war zumeist Ende März der Fall, also hätte man zumindest für diese 16 Tage bereits eine Entschädigung auszahlen müssen.

Wie ist da der Stand der Dinge? – Bis man diesbezüglich in die Gänge gekommen ist, ist es Juli geworden. April, Mai, Juni, Juli – vier Monate sind vergangen, bis das Minis­terium überhaupt eine Verordnung erlassen hat, aus der hervorgeht, wie dieser Verlust, diese Entschädigung zu berechnen ist. Erst dann ist der Erlass gekommen, eine Excel-Verordnung, das ist ein Schreiben, und jetzt teilt man den Betrieben mit, es dauert halt so lange. Bezug nehmend auf Tirol: Dort gibt es 20 000 Betriebe, die einen Entschä­digungsanspruch gestellt haben. Übrig bleiben 4 000, weil man in Tirol letzte Woche beschlossen hat, dass die Gastronomie keine Entschädigung bekommt. So schaut diese Sache aus. Wir müssen permanent nachbessern.

Wundert euch deswegen bitte nicht, dass wir mit der Umsetzung dieser Hilfsmaßnahmen nicht zufrieden sind und vor allem eines nicht akzeptieren können: dass die Kleinen permanent auf der Strecke bleiben. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf: Antrag!)

13.25


Präsident Ing. Norbert Hofer: Herr Abgeordneter, Sie wollen keinen Antrag einbringen?

Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Meri Disoski zu Wort gemeldet. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 157

13.25.26

Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Ich melde mich zu einer tatsächlichen Berichtigung, Herr Präsident. Abgeordneter Hauser hat eben gesagt, die grüne Klub­obfrau Sigi Maurer habe der gesamten Republik den Stinkefinger gezeigt. (Abg. Belakowitsch: ... den Wählern!) – Das ist nicht richtig.

Ich berichtige tatsächlich: Klubobfrau Maurer hat Hasspostern, die ihr körperliche Gewalt angedroht und sie mit Vergewaltigungsandrohungen überschüttet haben, ihren Mittel­finger gezeigt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Eine blöde Ausrede! – Ruf bei den Grünen: Das ist keine Ausrede!)

13.25


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu einer Stellungnahme hat sich Frau Bundesministerin Leonore Gewessler zu Wort gemeldet. – Bitte schön, Frau Bundesminister.


13.26.00

Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie Leonore Gewessler, BA: Wir werden ja auch am Donnerstag noch genug Zeit haben, die vielen Initiativen im Verkehrsbereich, auch im Klimaschutzbereich und in vielen weiteren Bereichen, ausführlich zu diskutieren, aber ich möchte vielleicht ganz kurz einen Aspekt herausgreifen: Wie vielen von Ihnen aufgefallen sein wird, ist zwischen einem Rahmenplan 2018 bis 2023 und einem Rahmenplan 2021 bis 2026 viel Pause – die kommt nicht von ungefähr.

Wenn ich Ihnen auch noch etwas anderes sagen darf: Am 24.3.2020 habe ich den Zuschussvertrag unterzeichnet, der diesen Rahmenplan 2018 bis 2023 überhaupt erst operationalisierbar macht. Also vielleicht ist das der Unterschied: Ich baue nicht Luft­schlösser, sondern tatsächlich Schienen und Bahnhöfe – sehr konkret. (Anhaltender Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: Aber mit allem anderen werde ich recht gehabt haben, oder?! – Zwischenruf bei den Grünen. – Abg. Kickl: Na ja, der entscheidende Punkt!)

13.26


Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner: Herr Dr. Christoph Matznetter. – Bitte, Herr Abgeordneter.


13.27.20

Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wieder eine neue Folge der beliebten Serie „Pleiten-, Pech- und Pannendienst“, der Hauptdarsteller Gernot Blümel ist erst jetzt vor wenigen Sekunden zurückgekommen. Das wundert mich nicht: Der Herr Bundeskanzler hat es ja überhaupt vorgezogen, nicht teilzunehmen. Ich verstehe das, nach diesen Zuständen, die wir schon im Frühjahr hatten.

Abgeordneter Krainer hat zu Recht daran erinnert, dass hier ein Beschluss zum Budget mit 102 000 Euro statt 102 Milliarden Euro gefasst worden wäre, hätte er nicht nach der zweiten Lesung die Helping Hands angeboten und Ihnen den Ausweg gezeigt, das über Nacht auszubessern – und jetzt liefert unser Hauptdarsteller beim „Pleiten-, Pech- und Pannendienst“ erneut ein Budget, dessen Zahlen nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Die Hilfestellungen, die wir angeboten haben – Rückverweis, überarbeiten, den nächsten Lockdown berücksichtigen –, werden schnöde abgewiesen. Nein, am ersten Tag des harten Lockdowns versammeln sich 183 plus 20 – nein, der Bundeskanzler ist weggeblieben – plus Personal hier, um ein Budget zu diskutieren, das Makulatur ist. Was soll das, meine Damen und Herren? (Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Hafenecker: Keine Wahrnehmung ...!)


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 158

Gleichzeitig sind dieselben Regierungsfraktionen, die das durchziehen, nicht bereit, bei ihren Maßnahmen Sorgfalt an den Tag zu legen. Gleichzeitig gibt es für einen Teil der Branchen 80 Prozent Umsatzentschädigung ohne Anrechnung von Kurzarbeit – super für die Betroffenen und vielleicht für den einen Monat ein bisschen eine Entschädigung dafür, dass Sie bis heute vergessen haben, für den Lockdown eins im Frühjahr den Großteil auszubezahlen. Es sind ja beim Härtefallfonds erst 700 Millionen Euro von 2 Milliarden Euro, Herr Kollege Schwarz, und bei den Fixkosten 252 Millionen Euro statt Milliarden ausgezahlt worden. Sie haben sie nicht entschädigt, und jetzt versuchen Sie, einen Teil mit 80 Prozent zu ködern. Da passiert es ja wiederum: Die Glücksspielhöllen – so hat man früher gesagt, in meiner Jugend –, die wir in Wien schon lange verboten haben, kriegen 80 Prozent vom Umsatz ersetzt, Herr Finanzminister?! (Ruf: Nein!) Die Zulieferer für die Weihnachtsmärkte, die null Umsatz haben werden, schauen aber durch die Finger. Sie können es einfach nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.)

Es gibt zwei Möglichkeiten: Treten Sie zurück und schauen Sie, dass andere kommen, oder versuchen Sie, eine Lernkurve zu haben, die ein bisschen steiler ist als bisher – ein bisschen! Versuchen Sie, das nächste Mal etwas vorzulegen, das passt! (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Bitte, Herr Blümel, das werden Sie doch hoffentlich früher oder später hinkriegen, denn wenn Sie jetzt fünf Jahre so weitermachen, müssen wir keine Budgets mehr beschließen: Ist eh wurscht, was drinsteht; schreiben wir ein paar Nullen rein oder nicht! – Ich fürchte, die Serie „Pleiten‑, Pech- und Pannendienst“ wird noch eine Weile lang so weitergehen, meine Damen und Herren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haubner: Furchtbar!)

13.30

13.30.45


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.

Ist seitens der Berichterstattung ein Schlusswort gewünscht? – Das ist nicht der Fall.

Bevor wir in den Abstimmungsvorgang eingehen, frage ich die Klubs, ob eine Sitzungs­unterbrechung gewünscht wird. – Auch das ist nicht der Fall.

Zunächst ist über den vorliegenden Rückverweisungsantrag abzustimmen.

Zu Tagesordnungspunkt 1 liegt ein Rückverweisungsantrag des Abgeordneten Kai Jan Krainer vor.

Ich lasse daher sogleich darüber abstimmen, den Entwurf betreffend Budget­begleit­gesetz 2021 in 440 der Beilagen an den Budgetausschuss rückzuverweisen.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist abgelehnt. (Abg. Matznetter: Helping Hands nicht angenommen! – Abg. Krainer: ... Fehler!)

Wir kommen jetzt zu den Abstimmungen getrennt nach Ausschussantrag.

Wir gelangen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 1: Entwurf betreffend Bud­get­begleitgesetz 2021 in 440 der Beilagen.

Hierzu liegen ein Abänderungsantrag der Abgeordneten Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kollegen, ein Zusatz- beziehungsweise Abände­rungs­antrag der Abgeordneten Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen sowie ein Abänderungs­antrag der Abgeordneten Dipl.-Ing. Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen vor.

Weiters liegt ein Verlangen auf getrennte Abstimmung des Abgeordneten Kickl vor.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 159

Ich werde daher zunächst über die von den erwähnten Zusatz- beziehungsweise Abänderungsanträgen sowie vom Verlangen auf getrennte Abstimmung betroffenen Teile – der Systematik des Gesetzentwurfes folgend – und schließlich über die rest­lichen, noch nicht abgestimmten Teile des Gesetzentwurfes abstimmen lassen.

Da zwei der erwähnten Zusatz- beziehungsweise Abänderungsanträge Verfassungs­bestimmungen enthalten, stelle ich zunächst im Sinne des § 82 Abs. 2 Z 1 der Ge­schäftsordnung die für die Abstimmung erforderliche Anwesenheit der verfassungs­mäßig vorgesehenen Anzahl der Abgeordneten fest.

Die Abgeordneten Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kolle­gen haben einen Abänderungsantrag betreffend Änderung des Titels eingebracht.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür sind, um ein zustimmendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Antrag ist angenommen.

Wir kommen zur getrennten Abstimmung über die Artikel 10 bis 15 in der Fassung des Ausschussberichtes.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür sind, um ein bejahendes Zeichen. – Das ist ebenfalls mehrheitlich angenommen.

Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen haben einen Abän­derungsantrag betreffend Artikel 16 eingebracht.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dieser Änderung beitreten, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Abänderungsantrag ist somit abgelehnt.

Ferner haben die Abgeordneten Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen einen Zusatz- beziehungsweise Abänderungsantrag betreffend Artikel 16 eingebracht.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Abän­derungsantrag ist somit abgelehnt.

Wir kommen zur getrennten Abstimmung über Artikel 16 in der Fassung des Aus­schussberichtes.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein zustimmendes Zeichen. – Das ist mehrheitlich ange­nommen.

Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen haben einen Abän­derungsantrag betreffend Artikel 17 eingebracht.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dieser Änderung beitreten, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Ferner haben die Abgeordneten Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen einen Abände­rungsantrag betreffend Artikel 17 eingebracht.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist abge­lehnt.

Wir kommen zur getrennten Abstimmung über Artikel 17 in der Fassung des Ausschuss­berichtes.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein zustimmendes Zeichen. – Das ist mehrheitlich angenommen.

Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen haben einen Abänderungsantrag betreffend Artikel 18 eingebracht.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dieser Änderung beitreten, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 160

Ferner haben die Abgeordneten Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen einen Abände­rungsantrag betreffend Artikel 18 eingebracht.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir kommen nun zur getrennten Abstimmung über Artikel 18 in der Fassung des Aus­schussberichtes.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein zustimmendes Zeichen. – Das ist mehrheitlich ange­nommen.

Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen haben einen Abänderungsantrag betreffend Streichung der Artikel 19 bis 23 eingebracht.

Wer sich hiefür ausspricht, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist abgelehnt.

Wir kommen sogleich zur getrennten Abstimmung über diese Artikel in der Fassung des Ausschussberichtes.

Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür ihre Zustimmung erteilen, um ein bejahendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit, angenommen.

Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen haben einen Abänderungsantrag betreffend Artikel 24 bis 26 eingebracht.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir kommen sogleich zur getrennten Abstimmung über diese Teile des Gesetzentwurfes in der Fassung des Ausschussberichtes.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein bejahendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit, angenommen.

Wir kommen zur getrennten Abstimmung über Artikel 27 bis 30 in der Fassung des Ausschussberichtes.

Jene Mitglieder des Hohen Hauses, die dafür sind, bitte ich um ein zustimmendes Zeichen. – Auch das ist mehrheitlich angenommen.

Die Abgeordneten Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kolle­gen haben einen Abänderungsantrag betreffend Artikel 31 eingebracht.

Bei Zustimmung bitte ich um ein bejahendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Antrag ist angenommen.

Dann kommen wir zur getrennten Abstimmung über Artikel 32 in der Fassung des Ausschussberichtes.

Jene Damen und Herren, die hiefür eintreten, ersuche ich um ein Zeichen der Zu­stim­mung. – Das ist einstimmig angenommen.

Die Abgeordneten Obernosterer, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolleginnen und Kolle­gen haben einen Abänderungsantrag betreffend Artikel 34 eingebracht.

Wer dafür ist, den bitte ich um ein bejahendes Zeichen. – Das ist mehrheitlich ange­nommen.

Schließlich kommen wir zur Abstimmung über die restlichen, noch nicht abgestimmten Teile des Gesetzentwurfes samt Eingang in der Fassung des Ausschussberichtes.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 161

Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür ihre Zustimmung erteilen, um ein bejahendes Zeichen. – Auch das ist mehrheitlich angenommen.

Wir kommen zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abge­ordneten Dr. Pamela Rendi-Wagner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Ein Budget der gebrochenen Versprechen“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir gelangen zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Erhöhung der Netto­ersatzrate beim Bezug des Arbeitslosengeldes (COVID-19-Maßnahme)“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir kommen zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Österreich-Gutschein“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir gelangen zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Vorschlag für ein Gesamt­kon­zept für Wirtschaftshilfen“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Auch das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeord­neten Dr. Pamela Rendi-Wagner, Kolleginnen und Kollegen betreffend „notwendige Daten-Transparenz und Kontrolle der Wirksamkeit der Covid-Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustim­mung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir gelangen zu Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kollegen betreffend „die längst überfällige höhere Entlohnung der Gerichts-DolmetscherInnen“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.

Wir gelangen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 2: Entwurf betreffend COVID-19-Lagergesetz samt Titel und Eingang in 441 der Beilagen.

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit, angenommen.

Wir kommen zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 162

Nun gelangen wir zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 3: Entwurf betreffend Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2019 in 443 der Beilagen.

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist angenommen.

Wir kommen sogleich zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist die Mehr­heit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.

Wir gelangen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 4: Entwurf betreffend ein Bundesgesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bundes­minis­terin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort genehmigt wird, samt Titel und Eingang in 343 der Beilagen.

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen.

Wir kommen zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist einstim­mig. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.

Wir gelangen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 5: Entwurf betreffend ein Bundesgesetz, mit dem die Begründung von Vorbelastungen durch die Bundes­minis­terin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie genehmigt wird, samt Titel und Eingang in 447 der Beilagen.

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mehrheitlich angenommen.

Wir kommen zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.

Wir kommen jetzt zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 6: Antrag des Ver­kehrsausschusses, den Bericht betreffend ÖBB-Rahmenplan 2021-2026, III-189 der Beilagen, zur Kenntnis zu nehmen.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für dessen Kenntnisnahme eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mehrheitlich angenommen.

Wir gelangen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 7: Entwurf betreffend ein Bun­desgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Sanierung des Parlaments­ge­bäudes geändert wird, samt Titel und Eingang in 442 der Beilagen.

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen.

Wir kommen sogleich zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist einstim­mig. Damit ist der Gesetzentwurf auch in dritter Lesung angenommen.

Wir gelangen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 8: Entwurf betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über besondere Förderungen von kleinen und mittleren Unternehmen geändert wird, samt Titel und Eingang in 445 der Beilagen.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 163

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen.

Wir kommen zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung dem vorliegenden Ge­setzentwurf ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist ein­stimmig. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.

Wir gelangen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 9: Entwurf betreffend ein Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz über österreichische Beiträge an internatio­nale Finanzinstitutionen erlassen und das Bundesschatzscheingesetz geändert wird, samt Titel und Eingang in 410 der Beilagen.

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mehrheitlich angenommen.

Wir kommen zur dritten Lesung.

Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Auch das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.

13.43.47 10. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (381 und Zu 381 d.B.): Bundesgesetz, mit dem das Bundesfinanzrahmengesetz 2021 bis 2024 erlassen wird – BFRG 2021-2024 (448 d.B.)

11. Punkt

Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (380 d.B.): Bundes­gesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2021 (Bun­desfinanzgesetz 2021 – BFG 2021) samt Anlagen (449 d.B.)


Präsident Ing. Norbert Hofer: Wir gelangen nun zu den Punkten 10 und 11 der Tages­ordnung, über welche die Debatten unter einem durchgeführt werden.

Auf eine mündliche Berichterstattung wurde verzichtet.

UG 01: Präsidentschaftskanzlei

UG 02: Bundesgesetzgebung

UG 03: Verfassungsgerichtshof

UG 04: Verwaltungsgerichtshof

UG 05: Volksanwaltschaft

UG 06: Rechnungshof

UG 10: Bundeskanzleramt

UG 17: Öffentlicher Dienst und Sport


Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Erste gelangt Frau Abgeordnete Petra Bayr zu Wort. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 164

13.44.05

Abgeordnete Petra Bayr, MA MLS (SPÖ): Die ganze Welt steht momentan vor großen Herausforderungen, und ich wage zu behaupten, Österreich tut das im Besonderen, denn der Weg von: Wir sind ja relativ gut durch die Krise gekommen!, zu: Wir haben die höchsten Neuinfektionszahlen weltweit!, war ein ziemlich kurzer Weg.

Ich würde sagen, dieser Abschneider der österreichischen Bundesregierung war eher ein ziemlich verhängnisvoller, der dazu geführt hat, dass wir die größte Wirtschaftskrise der Zweiten Republik haben, die höchsten Arbeitslosenzahlen, einen prognostizierten BIP-Einbruch von 7,7 Prozent, Bildungsverlust von jungen Menschen und das Zemen­tieren von tradierten Geschlechterrollen. Darin sind lauter verpasste Chancen, die sich ergeben haben, denn man hätte die Krise auch dazu nutzen können, eine Trendwende in ganz vielen Politikbereichen einzuleiten. (Beifall bei der SPÖ.)

Ein klarer Fingerzeig, wohin denn eine solche Trendwende gehen könnte, sind die nach­haltigen Entwicklungsziele, die Sustainable Development Goals, von den UN im Jahr 2015 beschlossen, mit Zielen bis 2030 ausgestattet, bei denen es darum geht, niemanden zurückzulassen, Herausforderungen, vor denen wir stehen, in ihrer sozialen, ökolo­gischen und wirtschaftlichen Dimension zu erkennen und systematische Änderungen, das heißt Änderungen im System, auch im Wirtschaftssystem, herbeizuführen.

Die SDGs sind jedenfalls nicht dazu da, um als Behübschungslogo für irgendetwas zu dienen – wie etwa für Broschüren von Firmen oder von Regierungen, in denen dar­gestellt wird, wie gut man nicht ist –, sondern die SDGs sind dazu da, uns wirklich Wege aus einer Krise heraus zu zeigen – und nicht um zu sagen, wir sind eh schon so gut, wir machen eh schon alles ganz brillant. Wenn wir nämlich alle die Probleme, vor denen wir stehen, schon gelöst hätten, dann würde es uns hier nicht brauchen, dann könnten wir jetzt alle nach Hause gehen und müssten nicht die nächsten vier Tage diskutieren.

Der Budgetdienst hat dieses Jahr einen SDG-Atlas herausgegeben. Das finde ich sehr, sehr toll, weil es wirklich auch eine Datengrundlage bietet, von der ausgehend wir diskutieren können. Der Rechnungshof hat einen Bericht, hat Empfehlungen herausge­geben, wie ein anderes Arbeiten funktionieren könnte, denn wir werden den komplexen Herausforderungen der Zukunft nicht mit unserem Silodenken – Ministerium für Minis­terium für Ministerium, Ausschuss für Ausschuss für Ausschuss – gerecht werden. Wir werden auch im Parlament andere Wege gehen müssen, um angesichts dieser Inter­konnektivität von Herausforderungen diese wirklich zukunftsfähig bestehen zu können.

Wofür ich plädieren möchte, ist einfach, dass wir hier im Parlament die SDGs wirklich ernst nehmen, auch versuchen, uns neuer Arbeitsweisen zu bedienen, wenn wir Probleme lösen wollen, keine Nabelschau zu betreiben, sondern über den Tellerrand hinauszuschauen. Vielleicht gibt das dann auch die Möglichkeit, dass wir als Parlament einen wesentlich selbstbestimmteren Parlamentarismus leben können. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Disoski und Rössler.)

13.47


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Mag. Wolfgang Gerstl. – Bitte, Herr Abgeordneter.


13.47.55

Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Volksanwälte! Sehr geehrte Frau Rech­nungshofpräsidentin! Meine Damen und Herren! Ich darf heute auch zu den Kapiteln Oberste Organe und Bundeskanzleramt reden, und weil meine Vorrednerin gerade ein Weltwirtschaftssystem angesprochen hat, möchte ich dazu einen Satz sagen.


Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 165

Globale Marktwirtschaft hat viele Vorteile, doch gerade in einer Krise sieht man, wie es ist, wenn man knappe Güter nur von bestimmten Ländern bekommt. Daher möchte ich sagen, ich bin sehr, sehr dankbar, dass der Herr Bundeskanzler und die gesamte Bundesregierung in Europa dafür gesorgt haben, dass in Zukunft Mund-Nasen-Schutz­masken selbstverständlich in Europa produziert werden und wir diesbezüglich nicht mehr von China abhängig sind. Herzlichen Dank, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der ÖVP.)

Zu den Kapiteln Parlament und Oberste Organe: Betreffend das Parlament sei nur ganz kurz gesagt, dass es im Parlamentsbudget eine Steigerung von 38 Millionen Euro gibt. Warum? – Weil es notwendig ist, die Parlamentssanierung weiter voranzutreiben und es durch die Covid-Krise zu Bauverzögerungen kam. Wir schaffen auch einen weiteren abhörsicheren Raum, der im Zuge der vermehrten Inanspruchnahme des Instruments der Untersuchungsausschüsse leider auch notwendig ist.

Was mir beim Parlament noch wichtig ist, ist, dass das Parlament ein Ort der Begegnung, ein Ort des Zusammenkommens ist. Wir sind hier die Repräsentanten der Bevölkerung, und es ist mir wichtig, dass dieser Bogen zwischen den Vertretern und den Vertretenen immer zusammenpasst und dass er nie gebrochen wird. Daher unterstütze ich die Maßnahmen, die Nationalratspräsident Sobotka in Richtung mehr politische Bildung und auch Erweiterung des Informationsangebotes für die Bevölkerung gesetzt hat.

Was den Verfassungsgerichtshof und den Verwaltungsgerichtshof betrifft: Vielen Dank für das, was Sie da zustande gebracht haben, auch dass Sie mit begrenzten Ressourcen wei­terhin sehr, sehr gute Arbeit leisten. Ich möchte da insbesondere den Verfassungs­gerichts­hof hervorheben: Er hat es geschafft, nicht nur die vermehrten Anträge und Beschwerden, die er auch im Bereich Covid und den Maßnahmen, die diesbezüglich gesetzt wurden, bekommen hat, zu bearbeiten, er hat in diesem Jahr im Verhältnis zum vergangenen Jahr auch noch mehr Entscheidungen getroffen. Dafür ein ganz beson­deres Danke.

Meine Damen und Herren, es steht hier die Behandlung des Kapitels Bundeskanzleramt und Verfassung an, erlauben Sie mir aber noch einen kurzen Seitenhieb auf die Koalitionsregierung, die nun in Wien bevorsteht: Da gab es ja eine Partei, die hier sehr, sehr oft bestimmte Forderungen auch betreffend Wien eingebracht hat, wie zum Beispiel bezüglich nicht amtsführende Stadträte. Diese Koalition kann jetzt gleich beweisen, ob sie mit nicht amtsführenden Stadträten antreten wird oder nicht. Der Koalitionsvertrag zeigt mir leider Gegenteiliges. Sie schieben es auf die Bundesregierung; damit machen sich die NEOS nur zum Steigbügelhalter der SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Meine Damen und Herren, Sie von den NEOS haben da leider vollkommen verloren. (Beifall bei der ÖVP.)

Liebe Kolleginnen und Kollegen von den NEOS, wir hatten gemeinsam für den Antrag gestimmt, eine zwingende Veröffentlichung von durch Steuergelder finanzierten Studien zu veranlassen. Davon findet sich kein einziges Wort im Vertrag zwischen NEOS und SPÖ. Wir wollten, dass die Förderrichtlinien gemeinsam erstellt werden, aber was findet sich im neuen Vertrag? – Im neuen Vertrag findet sich, dass es sich SPÖ und NEOS nun alleine mit sich ausmachen und niemand anderer mehr mitreden darf.

Was machen SPÖ und NEOS in Wien, wenn es um die Informationsfreiheit geht? – Sie sagen: Wir warten einmal darauf, was der Bund macht!, anstatt selbst dafür zu sorgen, dass alle Wienerinnen und Wiener endlich Auskunft darüber bekommen, was in den Wiener Verkehrsbetrieben passiert, was bei den Wiener Friedhöfen passiert, was bei Wiener Wohnen betreffend die Vergabe von Gemeindewohnungen passiert et cetera.

Sie haben sich mehr Transparenz als Ziel gesetzt. Heute sind Sie dort angelangt, dass das einzig Neue an Ihnen ist, viel, viel alte Politik der SPÖ zu machen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

13.52



Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 166

Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächste Rednerin ist Frau Dr. Susanne Fürst. – Bitte, Frau Abgeordnete.


13.52.40

Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren hier nun das Kapitel Verfassung. Darin sind die Finanzierung des Weges der Bundesgesetzgebung und auch die verfassungsgerichtliche Kontrolle durch die Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts, Verfassungsgerichtshof und Verwaltungsgerichtshof, enthalten. Da ist Geld eigentlich sehr gut investiert. Wir reden vom Zentrum unseres Staates, vom Kern unserer Republik, die heuer auch ihr 75-jähriges Bestehen feierte – eine Erfolgsgeschichte, wie ich meine.

Die österreichischen Staatsbürger haben Österreich durch viel Arbeit und Leistungs­bereitschaft zu einem sicheren, freien und wohlhabenden Land mit sozialer Sicherheit geformt. Das war die Leistung der Staatsbürger, die in Eigenverantwortung mit großem Engagement agiert haben, die Unternehmen gegründet haben, Arbeitsplätze geschaffen haben und immer mehr als das Notwendige geleistet haben, die Familien gegründet haben, Kinder in die Welt gesetzt haben, sie zu leistungsbereiten Menschen erzogen haben, ihnen beigebracht haben, dass Bildung das Wichtigste ist, dass man damit alles, auch das Überwinden sozialer Schranken,