Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 669

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auch viel Stop-and-go, und deswegen ist es gut, wenn wir das jetzt auf solide Beine stellen.

Dann möchte ich noch ganz kurz zum dritten Punkt kommen, zum 1-2-3-Ticket. Wie Sie ja schon mehrfach erwähnt haben, wurde in diesem Budget der Grundstock für die Einführung der österreichweiten Stufe im Jahr 2021 gelegt, und zwar mit einem Budget von 95 Millionen Euro, das sämtliche Einnahmenunterschiede zu dem, wo die Verbünde jetzt stehen, unter Einführung des Dreiertickets abdecken wird. Da sind wir auch mit allen Verbünden in sehr, sehr gutem Austausch.

Ich möchte auf zwei Ebenen eingehen: Die eine Ebene, die es in dieser Debatte immer gibt, ist: Braucht es zuerst das eine, dann das andere, braucht es zuerst die Infrastruktur und das Angebot, dann das Ticket, oder umgekehrt? – Da gibt es kein Entweder-oder. In Zeiten der Klimakrise, und da wir wissen, der Verkehr ist unser größtes Sorgenkind beim Klimaschutz und Klimaneutralität 2040 ist das Ziel, kann das kein Entweder-oder mehr sein, sondern das muss ein Und sein. Deswegen investieren wir mit diesem Budget sowohl in die Infrastruktur als auch in das Angebot als auch in das Ticket und arbeiten an allen drei Säulen, die öffentliche Mobilität braucht, sehr, sehr intensiv und sehr, sehr umfassend. Das geht aber nicht mehr als Entweder-oder, wir müssen das als Und den­ken.

Da müssen wir hin, auch mit einer Verknüpfung der Verkehrsmittel – ganz viele Ansätze dazu sind heute in der Debatte gekommen –: mit dem Auto zum Bahnhof, mit der Bahn dann weiter, mit Bike-and-ride, Park-and-ride, all diese Schwerpunkte haben wir in die­sem Budget abgedeckt. Wir können da nicht mehr warten, wir müssen an allen drei Schrauben drehen.

Die zweite Ebene, auf die ich eingehen wollte: Auch in diesem Bereich  auch beim Verkehr  zeigt sich, es kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen. Wir haben auch im Bereich der Infrastruktur und des Verkehrsangebots eine geteilte Verantwortung zwischen Bund und Bundesländern, eine gemeinsame Verantwortung, und deswegen ist es so wichtig, wenn Länder wie Niederösterreich ankündigen, eine große Busof­fensive zu machen, weil das eine gemeinsame Verantwortung ist.

Wir übernehmen den Ausbau der Bahn im Bund, wir gehen mit vielen weiteren Projekten in Vorleistung, gerade in den Ballungsräumen, im Nahverkehrs- und Regionalver­kehrs­bereich. Wenn die Länder an einem Strang ziehen und wir dann zum Beispiel auch in Niederösterreich den Busverkehr ausbauen, ist genau das gewährleistet, dass man in Österreich in den Regionen diese Wahlfreiheit hat, die heute schon einmal ange­sprochen wurde, auch auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen, und eben nicht mehr mit dem Auto unterwegs sein muss, selbst wenn es in naher Zukunft ein E-Auto ist. Daran arbeiten wir jetzt sehr intensiv.

In Summe ist das alles eine Revolution im öffentlichen Verkehr zumindest fürs Ticket, aber auch für viele andere Bereiche, und so nehme ich auch die Komplimente von Frau Jeitler-Cincelli am Anfang wahr. Gerade das Ticket steht seit 14 Jahren in diversen Regierungsprogrammen diverser Parteien und Konstellationen zum Thema Österreich­ticket.

Wir sind jetzt so weit wie noch nie. Sie sichern mit der Abstimmung zu diesem Budget das Budget für die Umsetzung. Dafür sage ich schon im Voraus danke. Das ist ein wirklich großer Schritt.

Da gibt es viele Fragen. Da gibt es manche, denen es zu schnell geht, ich bin mir aber sicher, gemeinsam, wenn wir alle an einem Strang ziehen, schaffen wir nächstes Jahr einen wirklich großen Schritt im öffentlichen Verkehr, auf den ganz, ganz viele Menschen


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