Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll69. Sitzung, 10. und 11. Dezember 2020 / Seite 244

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ansatzweise verstehen könnten, wie diese Technologien funktionieren, wenn wir eine Kontrolle darüber hätten, wenn wir als Gesellschaft einen Diskurs darüber führen wür­den, was wir uns von künstlicher Intelligenz erwarten? Es ist nämlich nicht alles, was Technologie kann, gut, und das sage ich als Technologin aus Überzeugung.

Es gibt ein Land, das sich diesem Prozess, dem breiten gesellschaftlichen Diskurs, ge­stellt hat, und das ist wieder einmal – wenig überraschend – Finnland. Bereits seit 2016 lernen alle Schülerinnen und Schüler ab der 1. Klasse mit ganz spielerischen Program­mierübungen den Umgang mit künstlicher Intelligenz, um begreifbar zu machen, was diese Technologie kann, und um sie zu nutzen. Aber nicht nur die Kleinen lernen, auch die Erwachsenen werden geschult. Die Lehrerinnen und Lehrer genauso wie die Seni­orinnen und Senioren, denn es gibt dort einen sechswöchigen Onlinekurs mit 5 bis 10 Wochenstunden zur Ausbildung der Gesellschaft, um eben im Anschluss einen Diskurs darüber führen zu können, was Finnland sich von künstlicher Intelligenz wünscht.

550 000 Menschen haben diesen Kurs bereits absolviert. Darauf aufgesetzt wurde eine Challenge für Unternehmen, und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ministerien haben mitgemacht und diese Kurse absolviert. So ist ein breiter Dialog möglich.

Was Finnland noch gemacht hat, ist Folgendes: Es hat bereits intensiv in künstliche Intelligenz, in Forschung und Entwicklung in diesem Bereich investiert, und zwar Hun­derte Millionen Euro, und das seit Jahren! Somit sind sie wieder einmal Vorreiter in Europa. Sie sind Innovationleader und nicht Innovationfollower wie wir.

Es braucht also eine intelligente Strategie, einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, um zu definieren, wo uns die Reise mit Digitalisierung, mit künstlicher Intelligenz hinführen soll. Genau das, dass wir das auch in Österreich machen, würde ich mir so sehr wün­schen. Stellen wir uns dem Thema neue Technologien, stellen wir uns dem Thema künstliche Intelligenz! Schauen wir, dass wir unsere Menschen mit den Grundkom­peten­zen ausstatten können, dass wir ihnen das Know-how in die Hand geben, um mitzuge­stalten! (Beifall bei der SPÖ.) Schauen wir, dass wir in Forschung investieren, damit uns dieser Prozess gelingen kann, damit wir zu Innovationleadern werden und damit wir in Europa Lösungen zum Thema künstliche Intelligenz bekommen und es nicht immer den Amerikanern oder den Chinesen überlassen, I-Clouds und Sonstiges zu schaffen.

Gestalten wir unsere Zukunft! Das wünsche ich mir von uns allen, vom Parlament, von den Regierungsfraktionen  und den Dialog dazu. Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

19.34


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gemeldet ist nun Frau Mag.a Dr.in Maria Theresia Niss. – Bitte, Frau Abgeordnete.


19.34.23

Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Niss, MBA (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Ich verstehe es jetzt ehrlich gesagt nicht ganz, Kollegin Hammerschmid! Ihr schafft es einfach, jedes Thema irgendwie schlechtzureden. Man kann ja nicht das Weiterbringen der E-ID, des M-Governments damit schlechtreden, dass man sagt, es liegt die Strategie für künstliche Intelligenz noch nicht vor. Das ist ja absurd! Das eine hat mit dem anderen nicht wirklich etwas zu tun. Ich glaube, das ist wirklich kein Grund, dagegenzustimmen, wie ihr es ja heute machen werdet – im Gegenteil. (Beifall bei der ÖVP.)

Ich glaube, dass wir heute einen weiteren und einen wichtigen Schritt in Richtung E- beziehungsweise in Richtung M-Government gehen werden. Wir haben schon mit dem Digitalen Amt die Möglichkeit geschaffen, Amtswege einfach und elektronisch direkt über


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