Handel, gemeinsam mit den Produzenten und auch gemeinsam mit unseren Bauern. Ich glaube, es ist richtig, wenn wir uns bestimmte Bereiche anschauen. Zum Beispiel wissen wir nicht genau, wie viele Abfälle wir tatsächlich in der Produktion erzeugen. Wir wissen nicht genau, wie die Wertschöpfung bei den Landwirten funktioniert. Es ist wichtig, dass es da eine Datenanalyse gibt. Es ist wichtig, dass es einen Aktionsplan von karitativen Organisationen, von Herstellern, von Händlern gibt, damit wir gemeinsam etwas gegen die Lebensmittelverschwendung tun können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ich möchte eine kleine, aber wichtige Aktion hervorstreichen (zwei kleine Flaschen mit der Aufschrift „Bio“ in die Höhe haltend): Einige Abgeordnete haben, sagen wir es einmal so, mit dem Nationalratspräsidenten gesprochen, und gemeinsam wurde in unserer Kantine umgesetzt, dass lokale Produkte zu bekommen sind. Das hat einen großen Vorteil - - (Zwischenrufe der Abgeordneten Schellhorn und Rössler.) – Alles gut! – Wir können es nur gemeinsam schaffen. Das ist die Macht der kleinen Schritte, denn wir überzeugen nicht alle an einem Tag – so ist es halt. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP.)
Worum es geht: Wenn ich zum Beispiel in einem Dorfladen einkaufe und der lokale Landwirt, der Bauer, also der, der verkauft, hat das bei ihm im Ort erzeugt und ich kaufe das, dann gehe ich damit wertvoll um und es wird wenig weggeschmissen. Ich glaube, darum geht es. Wenn wir in einen Diskonter gehen und um 19 Uhr die schwarzen Säcke sehen, dann wissen wir, dass es sich so nicht ausgehen kann.
Wir müssen Lebensmittel wieder als Lebensmittel sehen und erkennen, dass Lebensmittel auf den Teller gehören, wertvoll aufgehoben gehören – im Kühlschrank, im Keller – und nicht in die Tonne gehören. Wir sind jetzt in der Weihnachtszeit: Bitte verschenken wir, teilen wir, verkochen wir, aber schmeißen wir nicht mehr so viel weg. Wir können es alle gemeinsam schaffen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
22.54
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Wurm. – Bitte.
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Vielleicht noch einmal kurz, worum es heute bei diesem Tagesordnungspunkt geht: Es geht um die Lebensmittelverschwendung. Um die Zahlen auch noch einmal greifbar zu machen: Wir sprechen in Österreich von geschätzt 1 Million Tonnen an verschwendeten Lebensmitteln jährlich. Das sind in etwa 30 000 Lkw-Ladungen an Lebensmitteln jährlich oder knapp über 80 Lkw-Ladungen täglich, Lebensmittel, die weggeschmissen werden, die aber grundsätzlich noch einen Wert haben und daher eigentlich sinnlos weggeschmissen werden.
Um auch noch einmal zu erklären, warum wir heute so hier stehen: Wir von der Opposition haben einen fix fertigen Antrag im Konsumentenschutzausschuss eingebracht, und die Regierungsparteien – das ist schon der Vorwurf an die beiden Kollegen von der ÖVP und von den Grünen – haben selbst einen Auftrag an die Regierung geschrieben, um etwas Ähnliches zu machen, allerdings mit viel heißer Luft und ohne konkrete Maßnahmen.
Um das auch noch einmal kurz zu erklären: Wir haben oder ich persönlich habe 2016 den ersten Antrag geschrieben, der im Prinzip sogar mit einigen NGOs gemeinsam gebastelt wurde. Damals hat es noch eine rot-schwarze Koalition gegeben. Minister Rupprechter hat die ersten Anstöße gemacht, und dann ist sehr, sehr viel eingeschlafen.
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