unachtsam weggeschmissen, weil der eine oder andere den Kühlschrank aufmacht, ein Joghurt herausnimmt und dann sieht: Aha, okay, das Joghurt ist eigentlich abgelaufen! Das ist sehr schade und ein Auftrag an uns alle, dass wir hier für die Konsumentinnen und Konsumenten wieder ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man selbst auf den eigenen Hausverstand vertraut. Man macht einfach das Joghurt auf, man riecht daran und merkt, das Joghurt macht viel Freude, macht viel Spaß, man kann es noch genießen, man schmeißt es nicht weg.
Wir haben hier einen strukturierten Plan mit der Errichtung einer nationalen Koordinierungsstelle, mit einer Verbesserung der Datenbasis vorgelegt, denn wir bekennen uns ganz klar zu einem wissenschaftlichen Arbeiten. Dazu ist es notwendig, dass wir auch evidenzbasiert Zahlen, Daten und Fakten ausarbeiten. Wir hoffen, dass wir Sie alle hier im Hohen Haus als Partner für diese wichtige Initiative gewinnen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
23.04
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Peter Schmiedlechner. – Bitte.
Abgeordneter Peter Schmiedlechner (FPÖ): Frau Präsident! Frau Minister! Sehr geehrte Zuseher! Ja, das ist das Problem mit der ÖVP: Das Problembewusstsein ist da, aber ihr tut nichts. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Wie so oft, wenn die Regierung bei der Untätigkeit erwischt wird, lehnen Sie einen Antrag der Opposition ab und bringen dann einen nichtssagenden Antrag ein, eine Blendgranate. Somit habt ihr wieder mehr Zeit, dass ihr mit der Untätigkeit weitermachen könnt.
In Österreich werden bis zu einer Million Tonnen Lebensmittel jährlich weggeschmissen. Die Zahlen erschrecken. Dies passiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Landwirt bis hin zum Konsumenten, vieles davon wäre vermeidbar. Dabei sticht allerdings ins Auge, dass bei Weitem am meisten von den Konsumentinnen und Konsumenten weggeschmissen wird. In Österreich werden Brot und Gebäck, gefolgt von Obst und Gemüse sowie Milchprodukte am häufigsten entsorgt.
Mit einem Anteil von mehr als der Hälfte des Gesamtgewichts der Lebensmittelabfälle sind die Haushalte an trauriger erster Stelle. Pro Person werden in Österreich jährlich 33 Kilo Lebensmittelabfälle erzeugt. Das entspricht, wenn man es umrechnet, pro Haushalt circa 250 bis 800 Euro, die jährlich im Müll landen.
Es sind dringend Schritte notwendig – ja, Herr Kollege (in Richtung Abg. Weidinger), es sind Schritte notwendig –, deswegen auch unser Antrag: Wir fordern eine nationale Strategie und einen „österreichweiten Umsetzungsplan mit dem Ziel einer Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030“.
Um in den Haushalten Lebensmittelabfälle zu vermeiden, wäre eine erweiterte Liste der Lebensmittel, die kein Mindesthaltbarkeitsdatum benötigen, sinnvoll. Da würden wir direkt beim größten Brocken ansetzen und Abfälle vermeiden.
Aber auch in der Landwirtschaft könnte man viel ändern und Abfall verhindern. So wäre eine genaue Analyse dessen, welche Marktschranken es gibt, die Obst und Gemüse aufgrund von Standards vom Markt fernhalten, durchzuführen.
Vielleicht muss man aber auch darüber nachdenken, ob es wirklich notwendig ist, gerade in der Haupterntezeit, wenn Rekordernten angesagt sind, billige Lebensmittel aus dem Ausland zu importieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Eine Aktualisierung des österreichischen Aktionsplans inklusive der Erstellung einer nationalen Strategie gegen die Lebensmittelverschwendung unter Berücksichtigung der
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