Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll69. Sitzung, 10. und 11. Dezember 2020 / Seite 316

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So ist es leider ein Lippenbekenntnis. Es gibt viele, viele sinnvolle Dinge, die gemacht worden sind – die Kollegin von der SPÖ hat es gesagt –, aber man muss auch die Relationen kennen: In den Sozialmärkten wird nicht einmal 1 Prozent der verwertbaren Lebensmittel weitergegeben. Nicht einmal 1 Prozent! Das heißt, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, der Rest wird sinnlos verschwendet.

Da sollten wir gemeinsam etwas tun. In diesem Fall eine freundliche Aufforderung an die Regierungsparteien: Bitte wirklich konkret mit uns arbeiten! Dann können wir auch kon­kret etwas verbessern. – Danke. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.)

23.00


Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Peter Weidinger. – Bitte.


23.00.59

Abgeordneter Mag. Peter Weidinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen, liebe Zuseher! Ich glaube – und da gab es in den Rede­beiträgen der Vorredner auch ganz klare Bekenntnisse dazu –, dass uns das Problem bewusst ist. Wir haben ein Problembewusstsein dafür, dass weltweit circa 1,3 Milliarden Tonnen jährlich an Lebensmitteln verschwendet werden, leider nicht dem Konsum zugeführt werden, sondern der Mensch schmeißt sie in erster Linie weg und gibt damit eigentlich einer Wertigkeit, die wir aus der Natur heraus geschaffen haben, nicht die Würde, nämlich sich selbst nicht die Würde und dem Lebensmittel nicht jene Achtsam­keit, die es sich verdient hätte.

Deswegen ist das wirklich ein zutiefst verständliches gesellschaftspolitisches Thema und Anliegen. Ich fasse einerseits die Ablehnung dieses Antrages der Frau Kollegin Wimmer als auch jene des Kollegen Wurm natürlich ein bisschen traurig auf, weil es eine wichtige gemeinsame Thematik ist, aber ich habe bei beiden Vorrednern herausgehört, dass wir uns ja alle dessen bewusst sind, dass wir das nur gemeinsam schaffen können.

Aus diesem Grund haben wir auch klar einen Antrag formuliert, der hier vorliegt, dass man diesen Aktionsplan gemeinschaftlich entwirft und erarbeitet, nämlich mit der Wirt­schaft, mit der Landwirtschaft, mit den Konsumentinnen, mit den Konsumenten gemein­sam, weil diese Thematik auch nur gemeinschaftlich zu lösen ist.

Wir haben heute auch schon darüber gesprochen, dass wir den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen eine besondere Bedeutung beimessen. Dazu bekennen wir uns auch vollumfänglich.

Ich möchte daran erinnern, dass in Österreich 2017 die Initiative Lebensmittel sind kost­bar initiiert und gestartet wurde, der sich freiwillig sehr, sehr viele Lebensmittel-, vor allem -handelsunternehmungen mit angeschlossen haben, sich Sozialbetriebe mit angeschlossen haben, um auch einen Beitrag zu leisten, dass Lebensmittel einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden sollen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Ein ganz wichtiger Punkt dabei, meine Damen und Herren, ist, dass man den Lebens­mitteln auch eine Wertschätzung und einen fairen Preis entlang der gesamten Wert­schöpfungskette angedeihen lässt. Auf den Einwand, den du, Herr Abgeordneter Wurm, Richtung Landwirtschaft vorgebracht hast, wird dann noch mein Kollege vonseiten der Landwirtschaft im Detail eingehen. Es ist notwendig, dass wir vom Bauern bis hin zur Verkäuferin eine durchgängige gemeinsame Linie und ein diesbezügliches Verständnis haben.

Ich möchte an eine Sache erinnern, die leider immer wieder im Alltag passiert, nämlich dass halt sehr oft vom Ablaufdatum gesprochen wird, das mit dem Mindesthaltbar­keits­datum verwechselt wird, das heißt, es werden leider sehr, sehr viele Lebensmittel einfach


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