Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll69. Sitzung, 10. und 11. Dezember 2020 / Seite 319

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ist, wenn wir das gemeinsam unterstützen, und dass es auch gut ist, dass man mit einem Aktionsplan und einem Prozess gemeinsam mit allen Stakeholdern beginnt, weil sich etwas tun muss. Es ist wirklich beschämend, meine sehr geehrten Damen und Herren, wie viele Menschen in Österreich tatsächlich an Lebensmittelknappheit und Hunger leiden, während wir weiterhin Lebensmittel wegschmeißen.

Ich wünsche der Bundesregierung und uns allen hier alles Gute und viel Erfolg bei diesem Projekt. – Danke. (Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Wurm.)

23.11


Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Astrid Rössler. – Bitte.


23.12.01

Abgeordnete Dr. Astrid Rössler (Grüne): Es ist heute noch kein Buch präsentiert worden – vielleicht zu später Stunde ein wenig zur Auflockerung: Das ist das neue Buch (das genannte Buch in die Höhe haltend) „Wirf mich nicht weg – Das Lebensmittel­sparbuch“. Es nennt sich „Das Lebensmittelsparbuch“ und enthält mehr als 333 nach­haltige Rezepte und Ideen gegen Lebensmittelverschwendung. Es hat am rückwärtigen Bucheinband einen Saisonkalender, also man weiß auch, worauf man sich einlässt. Es ist eine wunderbare Lektüre und auch zu Weihnachten zu verschenken, denn es zeigt, dass man bei dem Thema natürlich auch im Haushalt ansetzen muss. An alle, die sagen, dass man an allen Ecken der gesamten Wertschöpfungskette der Lebensmittel ansetzen muss: Das teile ich zu 100 Prozent.

Der Aktionsplan richtet sich auch nur auf den ersten Blick an den Handel. Wenn man das, was im Ausschuss für Konsumentenschutz einstimmig beschlossen wurde, genauer durchliest, erkennt man, dass er sich in Wahrheit natürlich an den Handel richtet, aber auch an die ProduzentInnen, an die Verarbeitung und an karitative Organisationen, die derzeit wertvolle Arbeit leisten.

Kollege Hanger – ich sehe ihn jetzt nicht –, wir haben uns schon einmal darüber unterhalten: Wir sind beide in Tafeln tätig und wissen aus der Praxis, was es bedeutet, die Lebensmittel einzusammeln und zu verteilen oder auch zu verarbeiten, wie Kollegin Wimmer erzählt hat. Da ist viel Gutes passiert. Ich teile auch den Gedanken des Kollegen Eypeltauer, dass man nicht von oben herab einfach ein fertiges neues System schaffen soll, sondern man muss schon auch die karitativen Organisationen, die derzeit tätig sind, miteinbeziehen. Vor wenigen Tagen fand ein erster runder Tisch mit den Tafeln und sozialen Einrichtungen in Österreich statt, um einmal die Bedürfnisse in diesem Bereich abzufragen.

Information und Bewusstseinsbildung sind ganz wichtige Bestandteile, gerade auch, wenn es darum geht, im Haushalt Abfälle zu vermeiden, denn dort findet tatsächlich die große Verschwendung statt.

Das Paket halte ich für sehr gut, und es ist insofern ambitioniert, als es sich an alle Beteiligten richtet. Die Halbierung der Menge der Lebensmittelabfälle ist das Ziel, und das ist auch eines der Nachhaltigkeitsziele, die wir heute schon genannt haben.

Der Aktionsplan hat eine soziale Dimension, wenn es darum geht, von Armut betroffene Menschen zu unterstützen, denn das Wegwerfen und Vernichten von genusstauglichen Lebensmitteln ist schlichtweg inakzeptabel. Wir dürfen uns als Gesellschaft nicht erlauben, dass wir, wenn noch Not da ist, Lebensmittel vernichten.

Der Aktionsplan und die Rettung und Verwendung der Lebensmittel haben auch eine volkswirtschaftliche Dimension, wenn es darum geht, den Anbau, die Erzeugung, die


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