Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 217

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der Spielkonsole Playstation bei Fifa 20. Das weiß wahrscheinlich nur ein geringer Teil der österreichischen Bevölkerung. Dieser Titel wurde von zwei E-Sportlern im Dienste von Red Bull beim Finalturnier im Jänner nach Österreich geholt.

Die reale Sportwelt kann zum Schaden der Vereine derzeit leider nicht mit körperlicher Anwesenheit verfolgt werden. Durch den Lockdown sind aber im Userbereich, im vir­tuellen Raum die Zahlen in die Höhe gegangen. Die Nutzungshäufigkeit und die Dauer sind gestiegen, und vor allem junge Menschen nutzen diese Angebote. Dadurch sind der Umsatz und die Aktienkurse der Gamingunternehmen natürlich in die Höhe gegan­gen.

5,3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher spielen gelegentlich Videospiele. 50 000 nehmen aber auch an Wettkämpfen teil, bei denen zum Teil hohe Preisgelder ausgezahlt werden. Es gibt nun also von vielen Seiten den Wunsch und die Forderung, E-Sport als offizielle Sportart in Österreich anzuerkennen, wie – das hat mein Vorredner schon gesagt – das in über 60 Ländern bereits der Fall ist. Ob das überhaupt möglich ist, ist eine der wichtigsten Fragen, denn es gibt Sportspiele, Strategiespiele, Shooter­spiele, Battle-Royale-Spiele und so weiter, und da fehlt noch die klare Grenze zwischen Gaming und Sport. Shooterspiele, in denen es um Gewalt geht, haben meiner Meinung nach nichts mehr mit Sport zu tun. Das Österreichische Olympische Comité sieht das genauso. (Beifall bei der SPÖ.)

Wichtige Bereiche, die es in dieser Arbeitsgruppe zu beleuchten gilt, sind auf jeden Fall Jugendschutz, Arbeitsrecht, steuerliche Themen – wie schon erwähnt wurde, denn die Besteuerung ist derzeit in Österreich sehr unklar –, Veranstaltungsrecht, Professionali­sierung, Wetten und Glücksspiel, Manipulation, aber auch die Anti-Doping-Regelung. Es braucht also in einem ersten Schritt auf jeden Fall eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Interessengruppen, um eine klare Grenze zwischen Gaming und Sport zu ziehen und die rechtlichen Rahmenbedingungen abzustecken. Das werden wir unterstützen, dafür stehen wir auch. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

14.08


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Petra Steger. – Bitte, Frau Abgeordnete.


14.08.56

Abgeordnete Petra Steger (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Für die Zuseher zu Hause vor den Bildschirmen: Worum geht es bei diesem Tagesordnungspunkt? – Es geht um einen Antrag der Regierungs­parteien betreffend E-Sport, und zwar beauftragen Sie wieder einmal sich selbst und Ihren eigenen Minister, eine Arbeitsgruppe einzurichten, um den rechtlichen Rahmen für den E-Sport zu klären.

Abgesehen davon, dass sich dieser Antrag wieder in eine lange Reihe von Anträgen einreiht, mit denen Sie sich selbst beauftragen, irgendeine Arbeitsgruppe einzurichten, in der vielleicht über Monate, Jahre oder sogar noch länger nichts herauskommt und passiert, anstatt dass Sie endlich einmal selber auch ein paar Vorschläge liefern, über die wir auch diskutieren könnten, und abgesehen davon, dass es vielleicht jetzt in der Covid-Krise nicht das wichtigste aller Themen ist, ist es natürlich ein Thema, ein großer, gesellschaftlicher Trend, der immer populärer wird und für den daher natürlich auch der rechtliche Rahmen geklärt gehört.

In Österreich gibt es mittlerweile ungefähr 40 000 registrierte Spieler, weltweit gibt es überhaupt viele Millionen. Es ist ohne Frage auch ein großes Geschäft, in dem viel Geld liegt und das immer mehr an Popularität dazugewinnt.

Als ehemalige Sportlerin muss ich sagen, dass es mir fast schon ein bisschen wehtut, es als Sport zu bezeichnen, insbesondere in einer Zeit, in der wir sehr bemüht sind, die


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