Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 219

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Frau Kollegin Steger, ja, wir starten mit einem offiziellen Entschließungsantrag, aber Ge­spräche – also der Austausch vonseiten des Ministeriums und vielerorts von unserer Seite beispielsweise mit dem österreichischen E-Sport-Verband, der über 50 000 E-Sport­lerinnen und E-Sportler vertritt – laufen schon.

Es gibt viel Regelungsbedarf, die Kollegen haben es schon ausgeführt: Der Bereich Ju­gendschutz ist ein Thema, zum einen, wenn es um die Einstufung von Videospielen geht, oder zum anderen auch, wenn es um die Ausgehzeiten von Minderjährigen, die vielleicht an Wettbewerben teilnehmen, geht. Es geht um arbeitsrechtliche Themen, denn selten finden solche Wettbewerbe von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 16.30 Uhr, son­dern am Wochenende oder zu später Abendstunde statt.

Es geht um die Selbstständigkeit, und es geht auch um die Versteuerung von Preisgel­dern. Da wäre es natürlich wünschenswert, wenn wir uns an den Regelungen, die für den – unter Anführungszeichen – „herkömmlichen Sport“ gelten, orientieren können. Es geht um Veranstaltungsrechte, es geht um Möglichkeiten von Sportstätten.

Was man auch da merkt: Es ist nicht nur eine Bundesmaterie, sondern natürlich auch eine Länderkompetenz. Deswegen meine Bitte, Herr Vizekanzler, Herr Sportminister: Bringen Sie alle Gruppen an einen Tisch, ganz besonders natürlich die Vertreterinnen und Vertreter des E-Sport-Bereichs, aber natürlich auch die Ministerien, die für Arbeit, Wirtschaft, Jugendschutz zuständig sind, und bauen Sie eine Brücke zu den Ländern, denn auch dort können wichtige Regelungen getroffen werden, die den österreichischen E-Sport beflügeln.

Damit können wir zeitgemäße Rahmenbedingungen schaffen. Danke für Ihre Zustim­mung! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

14.15


Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Lukas Brandwei­ner. – Bitte, Herr Abgeordneter.


14.16.05

Abgeordneter Lukas Brandweiner (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzter Herr Vizekanz­ler! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Ich darf meinen Redebeitrag heute mit einer Schlagzeile aus dem Vorjahr beginnen. Welt­meisterschaft: „17-jähriger Kärntner holt Titel und wird Millionär“. – Welcher Sportfan in Österreich wünscht sich nicht so eine Schlagzeile über einen österreichischen Erfolg?

Um welche Sportart hat es sich dabei aber eigentlich gehandelt? Vielleicht Tennis? – Im Tennis gibt es natürlich hohe Preisgelder, zum Beispiel bei den US Open bekommt der Sieger mehr als 2,5 Millionen Euro. Das ist es aber nicht. Vielleicht ist es Skifahren? – In Österreich haben wir viele gute Skifahrer, und glücklicherweise haben wir auch sehr viele Weltmeister und Weltmeisterinnen bejubeln dürfen, aber da passt das Preisgeld nicht ganz. Der Sieger in Kitzbühel auf der Streif bekommt ungefähr 100 000 Euro. Es handelt sich bei dieser Schlagzeile um E-Sport, konkret war es die Fortnite-Weltmeis­terschaft in den USA, bei der sich der junge Österreicher gemeinsam mit seinem nor­wegischen Teampartner den Titel und damit über 2,5 Millionen Euro erspielt hat. Bei diesem und ähnlichen Events werden große Hallen gefüllt, in denen Tausende Fans zujubeln und natürlich auch viele Zuschauer von zu Hause mitfiebern.

Im E-Sport gibt es aber natürlich nicht nur Profis, sondern auch Hobbyspieler. Insgesamt gibt es in Österreich über 5,3 Millionen Menschen, die am Handy, auf einer Spielkonsole oder am PC diverse Computerspiele nutzen. Ich selber spiele, sofern es die Zeit zulässt, gerne Fifa – ich muss zugeben, nicht ganz so gut, wie ich immer sage, und vielleicht gibt es da auch andere, vielleicht kann man das mit Kollegen einmal testen. Es macht irrsin­nig Freude, und so sollte es auch sein.

 


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