Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 229

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Was wollen wir aber eigentlich? – Wir wollen, dass Sie so bald wie möglich wieder auf­treten können, dass wir wieder kommen können, und deswegen zum Schluss mein Auf­ruf an Sie, sehr geehrte Künstlerinnen und Künstler, liebes Publikum, liebe Hobbymusi­ker, Chorsängerinnen und Chorsänger, liebe Freiwillige und Ehrenamtliche: Bitte gehen Sie jetzt auch zum Test, rufen Sie Ihre Freunde, Familie und Kollegen auch dazu auf, denn wir müssen jetzt unentdeckte Infektionen finden und Infektionsketten unterbrechen! An dieser Stelle schon jetzt ein großes Danke an den Österreichischen Blasmusikver­band und die Blasmusikjugend, die heute in einer Aussendung ihre Mitglieder aufrufen, zum Test zu gehen.

Wir wollen, dass Sie wieder auftreten, wir wollen wieder dabei sein, wir brauchen das Liveerlebnis so dringend zurück, denn wir brauchen den emotionalen Austausch, weil wir Menschen sind. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grü­nen.)

14.48


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Josef Schellhorn. – Bitte, Herr Abgeordneter.


14.48.51

Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Herr Präsident! Frau Staatssekretär! Ein­gangs: Der Grund dafür, dass wir wahrscheinlich mit dem Antrag des Kollegen Drozda nicht mitgehen werden, ist jener, dass wir auch grundsätzlich die Position der Verlust­kompensation vertreten, und die würde alle Beteiligten betreffen und nicht nur jene Ver­anstalter, die einen 80-prozentigen Ersatz bekommen.

Ich muss eingangs schon auch sagen, dass sich die Zusammenarbeit mit der Staats­sekretärin sehr gut anfühlt. Da hat man auch ein gutes Gefühl, dass es konstruktive Gespräche gibt, dass man auch konkrete Antworten bekommt. Das ist ja sonst nicht immer so gut. Was wir, die Opposition, im Großen und Ganzen in den Ausschüssen erleben – das haben wir heute schon mit Vizekanzler Kogler hinsichtlich des Sportaus­schusses diskutiert –, ist, dass sich die Vertagungskultur einfach zum Exzess etabliert hat und dass da alles andere als Konstruktivität an den Tag gelegt wird. Das ist eigentlich das Thema.

Wir haben das letzte Mal über eine Fabel gesprochen: Ein Rebhuhn kommt in einen Hühnerstall, um eine andere Sichtweise, eine andere Laufrichtung, vielleicht auch eine andere Idee aufzuzeigen, und wird von den Hühnern einfach niedergegackert. Es stellt sich dann in die Ecke und beobachtet das Ganze mit Gleichmut, es gibt fast auf. Das erinnert mich an die Oppositionsparteien im Kulturausschuss.

Eines muss man schon sagen: Das ist des Kulturausschusses nicht würdig. Ich will Ihnen ein paar Beispiele nennen, was wir mit Gleichmut auffassen. Zuvor ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach, die sagte: „Warten lernen wir gewöhnlich dann, wenn wir nichts mehr zu erwarten haben.“ – Ich glaube, das ist auch bei den Künstlern so: Die haben fast nichts mehr zu erwarten.

Ich frage Sie, warum diese absolut sinnvollen Anträge wie zum Beispiel jener des Kol­legen Reifenberger, der eine Kosten-Nutzen-Analyse als Grundlage für die Entschei­dung über eine gemeinsame interne Revision der Bundesmuseen fordert, vertagt wur­den. Warum wurde der Antrag – auch von Kollegen Reifenberger – betreffend Erhöhung der Basisabgeltung für die Bundesmuseen und Bundestheater vertagt? (Zwischenruf der Abg. Blimlinger.) Warum wird das alles vertagt? Warum können wir nicht in den Diskurs treten?

„Wen würde der Anstand wählen?“ – Sie haben damit geworben, sie haben für Anstand, für parlamentarischen Diskurs in der Demokratie geworben. Sie haben diese Verta­gungskultur der ÖVP genauso inhaliert. Warum machen Sie das? Warum können wir


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