Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 296

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universitäres Personal und auch den Wechsel im Personal zu gestalten – es braucht immer neue Ideen, neue Kreativität –, und auf der anderen Seite für junge Wissenschaf­terInnen ein Umfeld zu schaffen, das für sie auch adäquat und gut ist. Das hat sich aber nicht wirklich bewährt, wie wir heute auch schon festgestellt haben, darum bin ich jetzt schon sehr auf die Stellungnahmen gespannt, die zum Entwurf hereinkommen.

Was ich mir, Herr Bundesminister, wirklich wünschen würde, ist, dass wir mit den Betrof­fenen, mit den Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern auch aus den Universitäten, einen Diskurs über die Stellungnahmen führen, wie treffsicher diese neue Regelung ist – und das, bevor wir im Ausschuss darüber diskutieren, denn dann muss ja alles wieder ganz schnell gehen und dann gibt es wieder keine Zeit, hier auch ein ordentliches Hea­ring abzuhalten und Meinungen einzuholen.

Ich wünsche mir also zu diesem uns allen am Herzen liegenden Paragrafen einen ge­meinsamen Diskurs vor dem Ausschuss. Möge uns diese Übung gelingen! – Das wün­sche ich mir wirklich für alle Beteiligten. (Beifall bei der SPÖ.)

18.58


Präsidentin Doris Bures: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Eva Blimlinger zu Wort. – Bitte.


18.58.18

Abgeordnete Mag. Eva Blimlinger (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr ge­ehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich hoffe sehr, dass die Übung gelingt, weil wir wissen, dass wir uns in den letzten 20 Jahren auf allen Ebenen abgemüht haben, und das, was für die Medizin-Unis gut ist, ist vielleicht für die Sozialwissenschaft oder die WU schlecht. Es ist ein Gfrett, ich sage es ganz offen.

Natürlich ist das Gespräch mit den sogenannten Stakeholdern, insbesondere der Ge­werkschaft notwendig, nur sind sich die Lehrergewerkschaft, die Universitätslehrerge­werkschaft und andere Teilgewerkschaften leider nicht darüber einig, was sie wollen, und damit wird es ganz schwierig. Wir stehen also in dem Bereich wirklich vor großen Herausforderungen.

Meine Liste an Anmerkungen, was wir vielleicht noch diskutieren müssen, ist schon sehr lange, und ich hoffe, uns gelingt es wirklich, mit dieser Novelle zumindest ein Stück wei­terzukommen und auch ein Stück in Richtung einer Perspektive mit mehr Tenure-Track-Stellen zu kommen, wo wir von Anfang an auch eine Situation haben, dass es Stellen gibt, die ein klareres Definitionsprofil haben.

Jetzt, zum Schluss, muss ich schon noch etwas sagen: Herr Abgeordneter Graf, ich weiß, Sie können es bis heute nicht ertragen, dass ich Rektorin geworden bin.

Kaum war ich es nämlich, mussten Sie gleich eine parlamentarische Anfrage an den Minister stellen – in Unwissenheit, dass die Unis das selber entscheiden –, wie der Mi­nister es zulassen konnte, das so eine – Sie haben es in der Anfrage natürlich nicht so ausgedrückt – linke Zecke wie ich Rektorin einer österreichischen Universität werden kann. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)

Ja, es ist unvorstellbar, ich war es acht Jahre bei meiner ersten Wahl, ich bin sowohl vom Unirat wie vom Senat einstimmig wiedergewählt worden. Sie werden es nicht glau­ben! (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)

Ich bin froh darüber, dass es nicht mehr solche Wissenschaftsmanager wie Sie gibt, Herr Graf, denn unter den Nachwirkungen Ihres Wirkens in Seibersdorf und den Schulden, die dort gemacht worden sind, leiden wir heute noch. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Stögmüller: Hört, hört! Hört, hört!) Ich wäre also an Ihrer Stelle ganz ruhig, was das betrifft. Da sind Sie sozusagen an vielen gerichtlichen Dingen knapp vorbeigeschrammt. Also ganz ruhig sein!

 


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