Sie haben plakatiert: „Ein neuer Stil. Es ist Zeit.“, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Hafenecker: Es ist Zeit, zu gehen!) Jetzt könnten Sie natürlich sagen: Wir haben mit neuem Stil eh die Freunderlwirtschaft gemeint, den Korruptionssumpf, die Geschäftemacherei mitten in der Krise, mit Tests, mit Masken und Ähnlichem, alles, was im Untersuchungsausschuss auffliegt, zwischen Blümel, Schmid, Sonnenkanzler und Co. Nur: Die Wähler haben sich etwas anderes erwartet. All diejenigen, die Ihnen ihre Stimme gegeben haben, haben sich unter diesem neuen Stil etwas anderes erwartet, aber definitiv nicht, dass Sie dem Staat und ihnen so in die Taschen greifen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Dann habe ich ein zweites Plakat (ein weiteres Bild eines Wahlplakats auf das Rednerpult stellend) mitgebracht: „Tun, was richtig ist.“ Wenn Sie ganz genau schauen, da ist ganz klein dazugeschrieben: „Für Österreich.“ Sie werden schon gewusst haben, warum Sie das so klein schreiben, sehr geehrte Damen und Herren, denn das war dann relativ schnell ausgetauscht, nachdem Sie quasi an die Macht gekommen sind, und zwar: Tun, was richtig ist – fürs eigene Börserl, für die eigene Tasche anscheinend, für den eigenen Lebenslauf, für die eigenen Freunderl und die eigene Freunderlwirtschaft. Das erklärt auch, warum Sie das so klein geschrieben haben. Ich bin aber bei Ihnen, Sie könnten noch immer sagen: Na, so falsch haben wir es ja gar nicht gemeint, das ist nur eine kleine Abänderung.
Beim dritten Plakat (ein Bild eines verfremdeten ÖVP-Plakats mit dem Konterfei Silvio Berlusconis mit der Aufschrift „La Famiglia“ aufs Rednerpult stellend) ist meinen Mitarbeitern ein kleiner Fehler passiert, und zwar haben sie das einfach in einer Kleinigkeit mit Ihrem Plakat verwechselt. Das kann aber natürlich schon passieren, wenn sich der Finanzminister selbst gerne als eine andere Person darstellt, nämlich als Danilo oder was weiß ich was. Meine Damen und Herren, auch zu Hause, Sie müssen sich schon einmal die Frage stellen: Warum verwendet ein Finanzminister eine E-Mail-Adresse mit einem Fakenamen? Was steckt denn da dahinter, und was hat man vor? Was treibt einen an? Sehr geehrte Zuschauer und ÖVP-Funktionäre: Wie viele von Ihnen haben zwei E-Mail-Adressen mit Fakenamen? (Ruf bei der SPÖ: Wahrscheinlich alle!) – Alle von den Funktionären der ÖVP, sagt die SPÖ. Das könnte schon sein, aber normal, sehr geehrte Damen und Herren, ist das nicht.
Es kann natürlich bei meinen Mitarbeitern auch zu Verwechslungen zwischen diesem Herrn und Ihnen kommen, wenn es darum geht, dass wir von Machtmissbrauch sprechen, wenn wir von Medienmissbrauch sprechen, wenn wir von Schmuddelpartys sprechen, Korruptionsvorwürfen, Manipulation und Co. Das Einzige, das mir bei Herrn Berlusconi noch nicht aufgefallen ist, ist, dass die Bussis zwischen Kanzler, Finanzminister und Herrn Schmid hin und her fliegen. Wenn man diese Chats nachverfolgt, Herr Finanzminister, bekommt bei Ihnen das Wort Liebhaberei eine völlig neue Bedeutung, so wie Sie es anscheinend verwenden und wie Sie es in Ihrer Familie leben. Ich nehme das aber wieder weg (das entsprechende Bild vom Rednerpult entfernend), denn ich will Herrn Berlusconi auch nicht völlig unrecht tun.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Problem ist, dass dadurch ein irrsinnig großer Schaden entsteht, dass Sie mit Ihrer Familie an der Macht sind. Es ist ein Schaden für den Steuerzahler, ein Schaden für die Republik, ein Schaden für unser Österreich, ein Schaden für unser Land.
Um zumindest einen kleinen Fehler wiedergutzumachen, Kollege Stögmüller, könnt ihr jetzt alle mitstimmen, denn ihr habt ja auch alle geklatscht, als es darum gegangen ist, dass man Herrn Schmid schneller abberuft. Ansonsten erklärt einmal eurer Basis eure Sonntagsreden hier, wenn ihr das dann nicht einhält. Jetzt hätten wir die Möglichkeit, genau für das, von dem du gesprochen hast, eine Mehrheit zu finden.
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