13.17

Abgeordnete Eva Maria Holzleitner, BSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Wir behandeln beim angesprochenen Tagesordnungspunkt das Verlangen nach einem einheitlichen Dienstrecht. Grundsätzlich kann man sagen, dass ja vor einigen Jahren bereits von der damaligen Bildungsministerin Heinisch-Hosek wesentliche Schritte gesetzt worden sind; außerdem ist der vorliegende Antrag in manchen Bereichen zu unkonkret. Bewusst ist uns aber schon, dass es in einigen Bereichen noch viele Schritte bis zu einer Einheitlichkeit sind, und zwar bei der Elementarpädagogik.

Wir wissen: Der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung unserer Kinder in Österreich. Wir wissen, dass das der Grundstein für die gesamte weitere Bildungslaufbahn ist. Und eigentlich sollte es auch selbstverständlich sein, dass alle Kinder ein Recht auf Bildung haben. Alle Kinder heißt: unabhängig vom Geldbörserl, von der Muttersprache, von der Herkunft et cetera. Alle Kinder haben das Recht auf die beste Bildung ab dem Kindergartenalter und demnach auch ein Recht auf einen Platz in einem Kindergarten, wo sie optimal gebildet werden (Beifall bei der SPÖ); nicht nur optimal gebildet, sondern natürlich auch gut und bestens betreut. Vor allem müssen dem auch die Öffnungszeiten entsprechen – ein sehr wichtiger Punkt.

In Österreich ist es aber eben leider nicht der Fall, dass jedes Kind von dieser besten Bildung profitieren kann. Warum? – Im Bereich der elementaren Bildung haben wir einfach einen Fleckerlteppich. In jedem Bundesland gibt es ganz unterschiedliche Regelungen, Gruppengrößen, Pädagoginnen- und Pädagogenschlüssel zum Kind, Öffnungszeiten, Schließtage, Kosten und, und, und. Das führt dazu, dass nicht alle Kinder dieselben Möglichkeiten haben, dieselbe notwendige Unterstützung erfahren und der Zugang zu Bildung einfach sehr ungleich ausgestaltet ist.

Um dieses Ziel aber zu erreichen, um das zu ermöglichen, müssen wir noch an einigen Schrauben drehen. Es braucht einen besseren Betreuungsschlüssel für die Kinder, es braucht kleinere Gruppen, mehr Zeit für Elternarbeit, bessere Vorbereitungszeit und bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Pädagoginnen und Pädagogen. Multiprofessionelle, diverse Teams gehören zum 21. Jahrhundert, zu 2021 eigentlich einfach dazu – und das in allen Gruppen –, und es braucht auch diese individuellen Förderangebote für Kinder.

Außerdem braucht es auch noch eines: die echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir wissen, dass die oftmals einfach nicht gegeben ist. Es braucht weniger Schließtage und längere Öffnungszeiten, und wir müssen das Stigma aufbrechen, dass Eltern, die ihr Kind in eine Krabbelstube, in einen Kindergarten geben, und das für mehr als zwei Stunden am Tag, schlechte Eltern seien. – Das ist eine Bildungseinrichtung und Kinder werden dort nicht aufbewahrt, sondern gebildet und unterstützt. (Beifall bei der SPÖ.) Dieses sehr konservative Stigma der Rabeneltern gehört, glaube ich, wirklich ins 19. Jahrhundert, nicht einmal ins 20., und müsste schon längst überwunden sein.

Diese einheitlichen Standards und Regeln im ganzen Bundesgebiet wären gerade in der Elementarpädagogik wahnsinnig wesentlich. Es braucht für die Beschäftigten eine bessere, ordentliche Bezahlung, von der man auch leben kann, und bessere Arbeitsbedingungen. Dieser Meinung sind nicht nur wir, sondern auch die Sozialpartnerinnen und Sozialpartner: ÖGB, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung haben sich in diesem Jahr schon darauf geeinigt, dass es eine Vereinbarkeitsmilliarde bräuchte. Gekommen ist aber bisher nichts.

Ich möchte mit einem Satz schließen, dem Leitspruch der aktuellen Kinderfreunde-Kampagne: Her mit den Knödeln für unsere Kindergärten! – Das müsste eigentlich 2021, gerade nach einem Pandemiejahr, das Mindeste sein, was wir den Kindern an Bildung ermöglichen. (Beifall bei der SPÖ.)

13.21

Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag.a Eva Blimlinger. – Bitte, Frau Abgeordnete.