Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll117. Sitzung, 8. Juli 2021 / Seite 268

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

Daraus ergeben sich zwei Schlussfolgerungen: Erstens, die bisherigen Quotenregelun­gen für Unternehmen wirken in ihren Bereichen. Zweitens, es sind leider noch weitere Maßnahmen nötig, um Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen und Gender­diversität in den Führungsetagen österreichischer Unternehmen zu erreichen.

Darum ist es aus unserer Sicht nicht an der Zeit für Studien – man kann natürlich schon eine machen –, sondern es wäre besser, zu handeln. Deutschland wird immer für den Vergleich mit anderen Ländern bemüht: In Deutschland hat der Bundestag am 11. Juni 2021 eine verpflichtende Quote für Frauen in Vorständen beschlossen. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Dazu könnten Sie sich ja vielleicht auch durchringen.

Ich möchte in Richtung des Kollegen Ragger noch sagen, dass ich bei der Rede von Kollegin Mühlberghuber noch gedacht habe, wir können über das Mittelalter reden, aber dann bin ich im Altertum gelandet. Ich würde aber sagen, diese Diskussion können wir auch auslassen.

Zu den Männern möchte ich sagen: Ich stehe auch auf schöne Männer, wenn sie intelli­gent sind, aber vor allem stehe auf sie, wenn sie gegendert sind. (Heiterkeit bei Abge­ordneten der Grünen. – Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Zanger: Was ist ein gegenderter Mann? – Zwischenruf des Abg. Hanger. – Abg. Amesbauer: Ein Mann ist ein Mann ...!)

22.39


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Götze. – Bitte.


22.39.18

Abgeordnete Dr. Elisabeth Götze (Grüne): Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich finde diese Diskussion super. Wir sind heute ja schon sehr lange hier und es war schon ein bisschen ermüdend, aber jetzt ist wirklich wieder Schwung im Haus.

Das Thema Frauen, Frauenquoten oder Anteil von Frauen in Führungspositionen emoti­onalisiert uns offenbar sehr. Es wurden schon viele Zahlen genannt, aber sprechen wir doch einmal darüber, von wie vielen Frauen in der Bevölkerung wir reden. Wir wissen, über 50 Prozent der Bevölkerung sind Frauen, und diese Frauen sind top ausgebildet, ähnlich gut wie Männer, manchmal sogar besser, und trotzdem schaffen sie es noch nicht, ihren Platz in Führungspositionen einzunehmen.

Das ist ein Nachteil nicht nur für die Frauen, die eine gute Ausbildung machen und dann an eine gläserne Decke stoßen, sondern auch ein großer Nachteil für die Unternehmen. Wir wissen, dass Unternehmen, die Frauen in Führungspositionen haben oder diverse Führungskräfte, Vorstände haben, viel erfolgreicher sind. Sie sind resilienter und, wie eine Ernst&Young-Studie sagt, auch finanziell erfolgreicher. Dieses Potenzial wollen wir nützen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

Ja, wir haben eine Quote für Aufsichtsräte, die gewirkt hat. Ich verhehle auch nicht, dass ich davon überzeugt bin, dass Quote wirkt, aber ich möchte schon sagen, was wir hier heute beschließen – und insofern fände ich es schon angemessen oder sehr begrüßens­wert, wenn wir uns einigen könnten, dass wir das alle wissen wollen –: Wir beschließen, zu untersuchen, welche Maßnahmen wirken können beziehungsweise was Frauen derzeit daran hindert. Wir beschließen hier noch keine Quote. Also ich finde diese Diskussion doch sehr erstaunlich. Wir versuchen einmal, herauszufinden, was in Öster­reich eigentlich schiefläuft. (Ruf bei der SPÖ: Das wissen wir!)

Wir wollen uns dazu die Maßnahmen in anderen Ländern anschauen. Es wurde schon erwähnt, dass es in Deutschland seit Juni – gerade ganz aktuell – die Quote gibt. Wir wollen uns aber auch in anderen Ländern anschauen, welche Maßnahmen gesetzt


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite