Darüber hinaus frage ich mich, was diese Gesetzesvorlage betrifft, warum man in eine Vorlage, bei der es eigentlich um das Schulorganisationsgesetz geht, eine Änderung des 2. COVID-19-Hochschulgesetzes hineinpackt. – Das hat da grundsätzlich nichts verloren.
Um zum Schluss zu kommen: Für uns ist nicht nachvollziehbar, es wurde bereits angesprochen, warum man die Regelungen für den häuslichen Unterricht, für den Heimunterricht verschärft. Das ist völlig unnötig, noch dazu, wo wir vor wenigen Wochen einen Allparteienantrag beschlossen haben, in dem steht: Wir erheben die Gründe, warum Eltern ihre Kinder vom Unterricht abmelden. – Das wurde einstimmig beschlossen. Man wartet da nicht ab, es gibt auch keine Entscheidungsgrundlage für ein derartiges Vorgehen. Es ist nicht evidenzbasiert, dass man jetzt solche Regelungen und solche Einschränkungen in diesem Bereich trifft.
Wir werden diesem Antrag, obwohl wir die Sommerschule grundsätzlich positiv sehen, nicht zustimmen, weil man gerade für Eltern, die sich Sorgen um ihre eigenen Kinder machen, diese Regelungen verschärft. (Beifall bei der FPÖ.)
14.24
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Frau Mag. Sibylle Hamann. – Bitte, Frau Abgeordnete.
Abgeordnete Mag. Sibylle Hamann (Grüne): Werter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Kolleginnen und Kollegen! Wir haben hier eine Novellierung vor uns liegen, die mir wirklich viel Freude macht, weil sie gleich mehrere Neuerungen auf den Boden bringt, die durch die Krise beschleunigt wurden. – Ich werde nur zwei davon hier herausgreifen.
Die erste ist die Sommerschule. Sie ist ein Kind von Corona, und sie ist gekommen, um zu bleiben. Ich bin sicher, dass der Punkt kommen wird, an dem wir sie nicht mehr missen wollen. Die Sommerschule wird sich als Dauereinrichtung etablieren, sowohl für jüngere Kinder, die sich in den letzten beiden Ferienwochen in den Schulalltag eingewöhnen, als auch für ältere Schüler und Schülerinnen, die sich gezielt auf einen Schulwechsel, auf eine Nachprüfung, auf einen Wettbewerb vorbereiten wollen. Das ist ein niederschwelliges Gratisangebot für alle, die wollen.
Sie ist auch für die Lehrkräfte da – quasi als eine Art Soft Opening ins neue Schuljahr –, und sie ist für Studierende da, die dort die Möglichkeit haben, in konzentrierter Form Praxis zu erwerben und eigenverantwortlich und gestaltend zu arbeiten.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns bald nicht mehr vorstellen können, dass die Schule den ganzen Sommer, auch in den letzten beiden Ferienwochen, tatsächlich zu war, und ich glaube, es wird auch jenen so gehen, die diesen Antrag heute ablehnen.
Zweiter Punkt, Homeschooler, Kinder, die vom Schulunterricht abgemeldet wurden: Ganz im Sinne der Verantwortung und der gemeinsamen gesellschaftlichen Verantwortung werden wir hier genauer darauf schauen, was mit diesen Kindern passiert. Wer unterrichtet sie? Wie geht es ihnen? – Dafür haben wir ein Reflexionsgespräch an der Schule vorgesehen, in dem ein bisschen darauf geschaut wird, welche Fortschritte es gibt, wie es den Kindern geht, verbunden mit einer Einladung, doch an die Schule zurückzukommen, wenn es zu Hause nicht funktioniert.
In Verbindung damit wird es Leitfäden für die Externistenprüfungen geben, auch für andere Kinder, die zum Beispiel in freie Schulen gehen und ebenfalls Externistenprüfungen machen müssen; auch für diese gibt es künftig mehr Klarheit und Sicherheit in Form dieser Leitfäden. Das wird für alle gut sein.
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