Das ist nämlich die große Schwierigkeit des häuslichen Unterrichtes: die Eltern wirklich dazu zu bringen, dass sie sagen: Ja, ich werde es vielleicht nicht ganz schaffen! – Das muss man natürlich auch in Erwägung ziehen. Ein häuslicher Unterricht birgt Risiko in sich, und ich glaube, wir haben das in diesem Entwurf wirklich gut aufgezeigt, ohne dass wir dem häuslichen Unterricht selbst eine Absage erteilen, was ja gar nicht so gut wäre, indem wir sagen: Es gibt Schwierigkeiten, und wir helfen Ihnen, wenn Sie Schwierigkeiten haben, aus diesen heraus.
In Wirklichkeit gibt es natürlich die Schule als – wie soll ich sagen? – die Alternative der Wahl, denn in der Schule wird dann das durchgeführt, was Eltern so schwer können, nämlich sozusagen das Herausbringen aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit, so nannte das Kant. Das Herausbringen aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit gelingt in einem Bereich außerhalb des Elternhauses viel, viel leichter.
Das ist ein wesentlicher Punkt von Schule überhaupt: das Heraustreten aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit – und mündig zu sein, das hat Odo Marquard gesagt, bedeutet Einsamkeitsfähigkeit: dass man allein steht und sich selbst eigene Gedanken bilden kann. Das ist im häuslichen Unterricht viel schwerer durchzusetzen als in der Schule, weil man einfach im Familienverband drinnen bleibt. Schule ist in der Hinsicht wirklich das Mittel der Wahl.
Wir haben gute Schulen! Wenn Eltern sagen: Ich ziehe den häuslichen Unterricht vor, weil ich immer höre, dass die Schulen so schlecht sind!, dann hören sie das von falscher Seite. Manchmal wird ja von irgendwelchen Seiten verkündet, dass unsere Schulen grottenschlecht sind. – Das sind sie nicht (Beifall bei der ÖVP), auch wenn das Klubobfrauen von Oppositionsparteien sagen. Das sind sie nicht!
In unseren Schulen unterrichten gute Lehrerinnen und Lehrer. Das ist der wesentliche Punkt der Schulen, alles andere ist nur sozusagen Beiwerk. Wir haben wirklich engagierte und kompetente Lehrkräfte, und die sorgen dafür, dass wir eine gute Schule haben und dass wir den häuslichen Unterricht wirklich nur in einem ganz kleinen Rahmen, wenn überhaupt, benötigen. (Beifall bei der ÖVP.)
14.21
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Hermann Brückl. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abgeordneter Hermann Brückl, MA (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Herr Minister! Hohes Haus! Wie bereits gesagt, werden mit dieser Initiative, mit diesem Gesetz die Sommerschulen sozusagen in unser Schulrecht überführt. Das ist grundsätzlich positiv. Auch wir halten es für sehr gut, dass man das jetzt macht, vor allem bewerten wir sehr positiv, dass man da auch eine Forderung von uns übernommen hat: Wir haben uns dafür eingesetzt, dass jene Lehramtsstudenten und ‑studentinnen, die da zum Einsatz kommen, entsprechend für ihre Leistung bezahlt werden.
Was uns bei der Sommerschule allerdings fehlt, ist das Angebot an jene Schüler, die besser sind, die begabt sind oder die vielleicht sogar hochbegabt sind, denn im Mittelpunkt – was die Sommerschule betrifft – soll die Stärkung des Sprachbewusstseins in der Unterrichtssprache Deutsch in den Bereichen Lesen, Schreiben, Hörverstehen und Sprechen sowie der Erwerb mathematischer Grundkompetenzen stehen. Welches Angebot, Herr Minister, gibt es aber für jene Schüler, gibt es für jene Kinder und Jugendlichen, die in ihrem Leistungsvermögen durchschnittlich sind, die gut sind oder die vielleicht auch besser sind? Da wird man nachbessern müssen, und wir sagen auch, da muss man nachbessern.
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