es scheint eine kosmetische Maßnahme als Ergänzung zur Ausrollung der digitalen Endgeräte für diese Schulstufe zu sein.
Zum dritten Punkt, Schulversuch Aufbaulehrgang für Elementarpädagogik im Rahmen der Fachschule: Das ist zwar als Idee gut, jedoch gibt es das Berufsbild dafür noch gar nicht, und die Frage ist: Werden die Absolventinnen und Absolventen als Helferinnen und Helfer angestellt? Dafür sind drei Jahre Ausbildung dann doch ein wenig viel. Von ÖVP und Grünen kommen immer wieder nur einzelne Pilotprojekte, die weder die Qualität verbessern, noch nachhaltige Lösungen bieten. In dieser Form hilft das bei den massiven Problemen einfach nicht, weder in der Elementarpädagogik noch in den Schulen und auch nicht gegen den Mangel an Pädagoginnen und Pädagogen. Das Motto ist hier immer: Hauptsache, es kostet nichts. – Wir haben mehrfach Vorschläge gemacht, die nicht einmal gehört werden. Bei diesen halbherzigen Ausführungen werden wir daher nicht zustimmen.
Zum Schluss darf ich allen Pädagoginnen und Pädagogen für ihren Einsatz in dieser schwierigen Zeit danken und ihnen und allen Schülerinnen und Schülern und auch den Eltern erholsame, friedliche Feiertage wünschen und uns allen hier ein besseres Jahr, als es dieses war. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
14.16
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Mag. Dr. Rudolf Taschner. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Vorderwinkler, Ihre Argumente in Ehren: Ich glaube, dass die Sommerschule trotzdem ein Programm ist, das von den Eltern und von den Kindern mit gewisser Freude aufgenommen wird und das eine Ergänzung darstellt. Es gibt sicherlich Verbesserungsbedarf, wir werden das aufnehmen, und auch die Kritik von Lehrerinnen- und Lehrerseite wird aufgenommen werden. Das alles ist work in progress.
Ich darf auch auf einen anderen Bereich dieses Tagesordnungspunktes zu sprechen kommen, das ist der häusliche Unterricht. Ich muss gestehen, ich habe gewusst, dass wir in Österreich nicht Schulpflicht, sondern Unterrichtspflicht haben, aber dass es die Möglichkeit des häuslichen Unterrichtes in dieser Weise gibt, war für mich doch reichlich überraschend, und dass sie jetzt stärker in Anspruch genommen wurde als früher, mag auch Corona geschuldet sein.
Es ist der häusliche Unterricht interessanterweise etwas, das der Staat den Bürgerinnen und Bürgern als Freiheit zugesteht, wenn diese sagen, sie wollen die Kinder auch selbst unterrichten. Das ist ein, wenn man so sagen will, liberales Element, das wir gar nicht so gering schätzen sollten, wenn es gut durchgeführt wird. Die Schwierigkeit ist, dass man es wirklich gut durchführt. Sie wissen vielleicht, Pascal hatte häuslichen Unterricht. Sein Vater hatte ganz vergessen, dass er ihn auch in Mathematik unterrichten sollte, das hat aber bei dem jungen Buben keinen Schaden gebracht. Er hat es einfach selbst gelernt und eigenständig gelesen.
Mozart hatte häuslichen Unterricht. Das war damals auch vernünftig, denn es gab ja damals keine Schulen, wie wir sie jetzt kennen. Die Schulen waren meistens Schulen, die von der Kirche geführt worden sind, und da war es vielleicht für Vater Mozart gar kein so schlechter Gedanke, häuslichen Unterricht durchzuführen. Der Vater war dann schwer entsetzt, als der Bub – in Venedig, glaube ich, war es – von Martini einen anderen Unterricht erlebt hatte, und merkte, dass der eigene Unterricht, den er geführt hatte, vielleicht gar nicht der optimale wäre.
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