Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll135. Sitzung, 135. Sitzung des Nationalrats vom 15. Dezember 2021 / Seite 202

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sie während der zwei Wochen im Rahmen des ganzheitlichen Ansatzes gearbeitet haben.

Sie sehen also, wir haben viel vor. Mit der Verankerung der Sommerschule im Regel­schulwesen wird ein wichtiger Schritt zur bestmöglichen Förderung aller Schülerinnen und Schüler gesetzt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Ich möchte mich bei Ihnen für die Unterstützung dieses Vorhabens bedanken, aber ich möchte mich an dieser Stelle auch – ich möchte das wirklich ausdrücklich sagen – bei allen Lehrerinnen und Lehrern, bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schul­verwaltung auf allen Ebenen, die allzu oft vergessen werden, bei allen Schülerinnen und Schülern und auch bei allen Eltern herzlich bedanken. Es war kein einfaches Jahr, das ist auch mir als Familienvater sehr wohl bewusst. Ich danke Ihnen aber deshalb umso mehr für alles, was Sie in diesem Jahr für Ihre Kinder, aber auch für unser gesamtes Bildungswesen und unser Gemeinwohl geleistet haben. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

14.35


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Mag. Romana Deckenbacher. – Bitte, Frau Abgeordnete.


14.35.16

Abgeordnete Mag. Romana Deckenbacher (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Distancelear­ning, Homeschooling, Digitalisierung, Sommerschule: Das alles sind Begriffe, die im Zusammenhang mit Maßnahmen stehen, die Schule in der Pandemie funktionieren ließen und die es nun mit der vorliegenden Sammelnovelle auch weiterzuentwickeln gilt. Da wird zum Beispiel die Sommerschule in das österreichische Schulrecht überführt, und die digitale Grundbildung wird ein Pflichtgegenstand.

Ich möchte mich zu einem Thema genauer und präziser äußern, zu einem Thema, das uns seit Beginn des Schuljahres 2021/22 sehr beschäftigt hat, nämlich zum Anstieg der Anmeldungen zum häuslichen Unterricht. Ich möchte kurz daran erinnern, dass wir in Österreich keine Schul-, sondern eine Unterrichtspflicht haben und es somit auch möglich ist, dass Kinder zu Hause oder an Privatschulen ohne Öffentlichkeitsrecht unter­richtet werden. Ja, das ist für viele auch der richtige Weg, aber an dieser Stelle möchte ich an eines erinnern: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Kinder Kinder brauchen, dass Schule mehr als reine Wissensvermittlung ist, dass Schule ein Ort der Innovation, der Kreativität ist, ein Ort, an dem Herausforderungen und auch Konflikte bewältigt werden können – und ja, auch ein Ort, an dem Freundschaften geschlossen werden, Freundschaften oft für ein ganzes Leben. (Beifall bei der ÖVP.)

In der letzten Sitzung des Unterrichtsausschusses haben wir uns darauf geeinigt, dass weitere gesetzliche Rahmenbedingungen und Maßnahmen notwendig sind, damit Schülerinnen und Schüler im häuslichen Unterricht entsprechende Leistungsnachweise liefern können. Das sind wir auch diesen Kindern schuldig. Es braucht aber auch eine Bewusstseinsbildung bei den Eltern, denn sie müssen wissen, was es bedeutet, wenn sie ihre Kinder zum häuslichen Unterricht anmelden. Ein gleichwertiger Unterricht muss garantiert sein, deswegen ist es auch wichtig, zu wissen, wer das Kind zu Hause unterrichtet. Diese Kinder müssen eine Externistenprüfung ablegen. Das soll in ganz Österreich nach einem vergleichbaren Standard erfolgen. Und ja, auch der sogenannte Prüfungstourismus wird mit klareren Regeln unterbunden werden. Ein Reflexions­ge­spräch soll den Erziehungsberechtigten und ihren Kindern Rückmeldung über den Leis­tungsstand und dessen Entwicklung im häuslichen Unterricht geben.

 


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