Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll160. Sitzung, 14. Juni 2022 / Seite 79

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mit Rückgrat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Die haben politisch dann das umgesetzt, was die Freiheitskämpfer in Südtirol erkämpft haben: dieses Recht, zumin­dest eine Autonomie zu haben.

Was aber nicht gelungen ist – und ich darf noch einmal daran erinnern –: Ende der Sech­zigerjahre war es eine ganz knappe Entscheidung der SVP, der ÖVP in Südtirol, das Paket anzunehmen, weil das Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler nicht darin enthal­ten ist, und dieses ist bis heute nicht umgesetzt worden. Sonst sind wir hier alle offen­sichtlich für das Selbstbestimmungsrecht, nur wenn es um Tirol, um Gesamttirol, geht, ist es plötzlich für viele kein großes Thema mehr.

Jetzt gibt es weichgespülte Politiker, die von der Europäischen Union reden und sagen, es gibt keine Grenze mehr. Ich darf daran erinnern – das wird die Frau Minister aber nicht wissen –: Damals, in Coronazeiten, in den letzten zwei Jahren, war der Brenner sehr wohl eine Grenze. Von Nord- nach Südtirol zu Begräbnissen, auf Verwandtenbe­such zu fahren, war nicht möglich. Erzählen Sie also bitte keine Märchen!

Warum wir heute auch ganz intensiv darüber diskutieren sollten – und das sollten wir nie vergessen –: Natürlich liegt jetzt bei der Südtiroler Bevölkerung die letzte Entscheidung darüber, was sie will. Hermann Gahr hat es zumindest angedeutet: Die Südtiroler – und zwar auch die SVP, die Kollegen der ÖVP, die Freiheitlichen sowieso, aber sogar Teile der Grünen – haben uns gebeten, diese Autonomie bitte schön intensiv zu verteidigen. Hermann Gahr, du weißt es. Wir waren ja mit dem Ausschuss dort, und da sind wahr­scheinlich einigen die Augen aufgegangen. Das ist keine Idee der Freiheitlichen. Die Südtiroler selber sagen: Wir haben Autonomierechte verloren!

Sie wissen das: Durch die Verfassungsreform in Italien 2001 ist natürlich vieles an Auto­nomie weggeschwommen, und die Südtiroler wollen Hilfestellung von uns. Sie wollen, dass wir die Schutzmachtfunktion wahrnehmen. Warum tun wir das nicht? – Landes­hauptmann Kompatscher war im März auch bei Bundeskanzler Nehammer und hat um Hilfe gebeten. Also bitte schön nicht alles wegdrücken! Es gibt ein Thema: dass die Autonomie nicht mehr so stark ist, wie sie war.

Die Doppelstaatsbürgerschaft wurde hier im Parlament beschlossen, ist aber bis heute für die Südtiroler nicht umgesetzt. Da ist ganz, ganz viel zu tun. Bitte schön, vergessen wir nie die historischen Wahrheiten! Wir sind alle froh, dass wir Frieden haben und dass es Südtirol gut geht. Das haben wir vor allem den Südtirolern selber zu verdanken, weil sie tüchtige Tiroler sind. Für mich gibt es nur ein Tirol: Nord-, Süd- und Osttirol. Das wurde in drei Teile geschlagen, und das sollte man nie vergessen.

Ich sage das auch als Abschlusssatz noch einmal – ich kann mir ja etwas wünschen, entscheiden werden es die Südtiroler –: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir es erleben werden oder dass ich es noch erlebe, dass es wieder ein Tirol gibt. Das sollte die Zielsetzung sein. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

12.09


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Hermann Weratsch­nig. – Bitte.


12.09.35

Abgeordneter Hermann Weratschnig, MBA MSc (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsi­dentin! Werte Abgeordnete! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe BesucherInnen! Liebe ZuseherInnen! Liebe VertreterInnen der ladinischen Sprachgruppe! Liebe VertreterInnen der italienischen Sprachgruppe! Liebe SüdtirolerInnen! Liebe deutschsprachige Sprach­gruppe! Liebe BewohnerInnen von Südtirol! (Abg. Belakowitsch: Die Ladiner haben Sie vergessen ...!) Liebe SüdtirolerInnen auch außerhalb von Südtirol! Um sich die histori­schen Fakten anzuschauen, empfehle ich, Herr Abgeordneter Peter Wurm, das Institut


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