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Rede von Nationalratspräsidentin Doris Bures anlässlich der Buchpräsentation von Frau Freda Meissner-Blau im Parlament

Dienstag, 21. Oktober 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Meissner-Blau!

Ich freue mich über Ihr zahlreiches Kommen und begrüße Sie alle im Parlament zur Präsentation eines Buches über eine außergewöhnliche Persönlichkeit: Herzlich willkommen Frau Freda Meissner-Blau!

Mit Ihnen begrüße ich viele ihrer Begleiterinnen und Begleiter durch Ihre 88 Lern- und Wanderjahre.

Mein Gruß gilt auch Dr. Gert Dressel, dem Autor dieses Buches, sowie Prof.in Dr.in Brigitte Sinnhuber-Harenberg vom Amalthea Signum Verlag.

Ich begrüße weiters: Stv. Klubobmann Mag. Werner Kogler, Bundesministerin a.D. Dr.in Helga Konrad, Staatssekretärin a.D. Dr.in Beatrix Eypeltauer, Volksanwältin a.D. Dr.in Terezija Stoisits. 
Danke für Ihr Kommen!

Mein Gruß gilt selbstverständlich auch allen anwesenden aktiven und ehemaligen Abgeordneten zum Nationalrat und den Mitgliedern des Bundesrates.

Nicht zuletzt begrüße ich Wolfgang Sablatnig, den Vorsitzenden der Vereinigung der Parlamentsredakteurinnen und -redakteure, verbunden mit dem Danke für die gemeinsame Ausrichtung dieser Veranstaltung.

Es gibt in der Politik Menschen, die über Parteigrenzen hinweg Respekt genießen. Das hat viel mit Persönlichkeit zu tun, nicht zwangsläufig mit dem Alter, in der Regel aber mit Lebensweisheit. Es hat mit Echtheit und Glaubwürdigkeit zu tun. Mit politischer Leidenschaft und gleichermaßen mit der Bereitschaft zum Diskurs und Konsens. Mit der Fähigkeit, gesamthaft zu denken und zu handeln.

Frau Freda Meissner-Blau zählt zweifellos zu dieser Gruppe. Sie wird nicht nur respektiert, sondern auch gehört. Sie ist ein durch und durch politischer Mensch. Freda Meissner-Blau hat viel zu erzählen. Und sie hat viel zu sagen.

Beidem kommt sie in ihrem Buch „Die Frage bleibt – 88 Lern- und Wanderjahre“ nach. Im Gespräch mit Gert Dressel führt sie uns durch ihre Biografie und schildert die verschiedenen Stationen und Abschnitte ihres Lebens. Sie lässt uns teilhaben an ihrer reichen Lebenserfahrung. Sie zieht Schlüsse, verschweigt auch Brüche und Widersprüche nicht.

„Wer, was und wie ist Freda Meissner-Blau?“ Diese Frage stellt der Autor Gert Dressel zu Beginn. Die Antwort von Freda Meissner-Blau überrascht. Sie sagt: „Ich habe so lange gelebt, dass ich das gar nicht sagen kann.“ Ihr Leben sei geprägt gewesen von Veränderung, von einem ständigen Wandel der Interessen. Es ist die Summe an Erfahrungen, die diese Lebensbilanz interessant und außergewöhnlich macht. Es zeugt von Weisheit, aber auch von Mut, wenn jemand wie Freda Meissner-Blau zur Differenzierung bereit und fähig ist. Auch zur selbstkritischen Reflexion des eigenen Tuns in verschiedenen Lebensphasen.

Freda Meissner-Blau kann nicht nur auf eine spannende Biografie zurückblicken, sie hat auch ein überaus reichhaltiges Lebenswerk vorzuweisen. Sie hat sich in vielfältiger Weise politisch wie zivilgesellschaftlich engagiert: ob für Gleichstellung der Geschlechter, Menschenrechte, Umwelt, Demokratie, Frieden, gegen Atomenergie – um nur einige Bereiche zu nennen. Kurzum: Ihr Leben ist ein Beispiel für gelebte Demokratie und für zivilgesellschaftliches Engagement. Freda Meissner-Blau ist für viele Frauen Vorbild. Aber nicht nur.

Aufgrund ihrer parlamentarischen Arbeit wie ihrer außerparlamentarischen Aktivitäten ist sie vor allem aber auch für junge Menschen Vorbild. Sie hat vorgelebt, dass eine demokratisch organisierte Gesellschaft Menschen mit Zivilcourage, mit Lust auf Partizipation, auf Widerstand und Protest braucht. Sie fordert zu Solidarität auf, mahnt zugleich jedoch Eigenverantwortung ein: nicht mit der Masse zu laufen und gegebenenfalls zu irren.

Freda Meissner-Blau ist nach wie vor eine Suchende. Dennoch ist sie auf ihren Lern- und Wanderjahren zu der einen ultimativen Erkenntnis gelangt: Es geht um das Leben.

Sehr geehrte Frau Meissner-Blau, es freut mich, dass Sie dieses Haus als Ort für die Präsentation ihres Buches auserkoren haben. Nochmals herzlich willkommen im österreichischen Parlament!