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Rede von Nationalratspräsidentin Doris Bures zum Alfred Fried Photography Award 2016

Dienstag, 20. September 2016

Ich freue mich sehr, Sie am Vorabend des Internationalen Tages des Friedens im österreichischen Parlament begrüßen zu dürfen. Bereits zum dritten Mal verleihen wir hier im Hohen Haus gemeinsam den Alfred-Fried-Photography Award.

Dieser Preis hat in wenigen Jahren eine beeindruckende internationale Beachtung erlangt. Fast 17.000 Friedensbilder aus knapp 130 Ländern wurden heuer eingereicht. Das mag wohl auch daran liegen, dass in so bewegten Zeiten, wie wir sie erleben, das Bedürfnis besonders groß ist - dem Frieden ein Gesicht zu geben.

Die Friedenssehnsucht wächst mit dem Unfrieden auf der Welt.

Es ist mir daher eine große Ehre, heute einen ganz besonderen "Botschafter des Friedens" begrüßen zu dürfen: Den Präsidenten der tunesischen Menschenrechtsliga und Friedensnobelpreisträger. Herzlich Willkommen Herr Abdessattar Ben Moussa!

Herr Ben Moussa ist Vertreter des „Tunesischen Dialogquartetts“, das im Vorjahr als Kollektiv den Friedensnobelpreis erhalten hat. Ein Kollektiv aus hochrangigen Vertretern von Gewerkschaften, Arbeitgebern, Juristen und Menschenrechtsaktivisten.

Das Dialogquartett – so begründete das Nobelpreis-Komitee seine Entscheidung – hat in Tunesien einen „alternativen, friedlichen politischen Prozess etabliert“, als das Land am Rande des Bürgerkriegs gestanden ist. Das Quartett hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass Tunesien, wo der arabische Frühling seinen Ausgang genommen hat, sich heute – trotz vieler Rückschläge – doch am friedlichen Weg zu einer Demokratie befindet.

Von einer leider völlig konträren Entwicklung des arabischen Frühlings, der so hoffnungsvoll begonnen hat, weiß unser zweiter Gastredner aus Syrien zu berichten.

Als der Journalist und Menschenrechtsaktivist Mazen Darwish 2013 den Bruno Kreisky Preis für Menschenrechte erhalten hat, konnte er an der Verleihung hier in Wien nicht teilnehmen. Er befand sich in Haft.

Seine Frau, die an seiner Stelle den Preis übernommen hatte, sagte damals: "Eines Tages wird er frei sein." Herr Darwish, ich freue mich ganz besonders, dass wir Sie heute im österreichischen Parlament Willkommen heißen dürfen!

Es ist unendlich schmerzlich, dass es der Staatengemeinschaft auch im 6. Jahr des Bürgerkriegs noch nicht gelungen ist, das Blutvergießen und das unendliche Leid der syrischen Bevölkerung zu beenden.

Bis gestern durften wir uns noch an der Hoffnung aufrichten, dass der von den USA und Russland ausverhandelte Waffenstillstand hält und den Weg zu einer dauerhaften friedlichen Lösung eröffnet. Die Ereignisse der ergangenen 24 Stunden haben diese Hoffnung aber zerbrechen lassen. Dies ist ein weiterer schwerer Rückschlag in den Bemühungen zur Beilegung des Konflikts.

Dennoch gilt es, weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen, damit es endlich zu einem Schweigen der Waffen kommt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich danke allen Partnern, die diesen Bewerb gemeinsam mit dem österreichischen Parlament ausrichten: Allen voran dem Organisator des Fried Awards: Herrn Lois Lammerhuber.

Er hat den Preis nicht nur ins Leben gerufen, sondern ihn auch mit besonders viel Engagement und Begeisterungsfähigkeit zum Erfolg geführt.

Für ihre wichtige Unterstützung danke ich unseren weiteren Kooperationspartnern: der UNESCO, dem Internationalen Presse Institut, der Vereinigung der Parlamentsredakteurinnen und –Redakteure sowie der Photographischen Gesellschaft.

Mein Respekt gilt den renommierten Mitgliedern der Jury. Mit viel Zeit und Energie haben Sie die schwierige Aufgabe auf sich genommen, die Einreichungen zu sichten und zu bewerten. Herzlichen Dank dafür!

Nicht zuletzt gilt all den tausenden Fotografinnen und Fotografen unser Dank, die aus aller Welt ihre Beiträge geliefert haben. Sie alle haben mit dem Medium der Fotografie ein Stück Frieden festgehalten um es mit anderen zu teilen.

Den Gewinnerinnen und Gewinnern unter Ihnen gratuliere ich schon jetzt! Ich freue mich auf diesen schönen Abend!

Es gilt das gesprochene Wort.