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Rede der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures anlässlich 150 Jahre Wiener Polizei – Parade, Angelobung und Ausmusterung von Polizeigrundausbildungslehrgängen

Wiener Rathausplatz, am 21. September 2019

– es gilt das gesprochene Wort –

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich muss Ihnen sagen, es ist eine große Freude heute hier zu sein.

Zurecht haben meine Vorredner bereits auf die lange Geschichte hingewiesen und die großen Ver­dien­ste der Wiener Polizei für unsere Stadt und unsere Republik gewürdigt. Diesem Lob und Dank kann ich mich nur anschließen.

Es ist ein besonders schöner Rahmen, diese 150-Jahr-Feier zu nützen, um die neuen Polizistinnen und Polizisten in der Ausbildung zu begrüßen und ihre Angelobung zu feiern. Und um den Anderen zu ihrer gerade erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zu gratulieren.

Der Rathausplatz, wir alle gratulieren und feiern heute mit Ihnen!

Als Polizistin und Polizist werden Sie gerufen, wenn Menschen in Not geraten sind. Oft sind Sie die Er­sten, die an einem Unfallort eintreffen. Die Ersten, die an einen Tatort kommen. Die Ersten, die eine Wohnung betreten, bei häuslicher Gewalt, bei Gewalt gegen Frauen und Kinder. Ich kann nur erahnen, wie unfassbar schwierig und oftmals auch belastend solche Situationen sind, mit denen Sie tagtäglich in Ihrem Beruf konfrontiert werden.

Sie müssen entscheiden, ob Sie in Grundrechte anderer eingreifen oder nicht.

Eine Abwägung treffen zwischen der Freiheit des Einzelnen auf der einen Seite, und der Auf­recht­er­hal­tung der Öffentlichen Sicherheit auf der anderen Seite. Sie müssen also sehr weitreichende Ent­schei­dun­gen treffen – in Sekundenschnelle.

In der Gesetzgebung können wir uns die notwendige Zeit nehmen, um dieses Verhältnis zu regeln. Um diese Abwägungen in Ruhe zu treffen.

Für Sie bleibt diese Zeit oft nicht. Und dennoch haben Sie sich ganz bewusst für diesen ver­ant­wor­tungs­vol­len und für unseren Rechtsstaat so wichtigen Beruf entschieden. Sie sind bereit, Menschen in un­ser­em Land zu schützen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, politischer, religiöser oder sexueller O­ri­en­tie­rung. Sie sind bereit, Ihr eigenes Leben zu riskieren, um Mitmenschen zu helfen. Sie geben Si­cher­heit, wo Gefahr droht. Sie dienen der Republik Österreich und ihren demokratischen Grundwerten!

Dafür gebührt Ihnen mein – unser aller – Dank und Anerkennung!

In Ihrer Ausbildung erhalten Sie das Rüstzeug für diese vielfältigen Aufgaben.

Sie lernen, dass Sie in Ihren Kolleginnen und Kollegen vertrauensvolle Partner finden müssen, um sich aufeinander verlassen können. Weil Sie nur mit Zusammenhalt Ihre Pflicht erfolgreich erfüllen können.

Und Sie lernen, dass Sie diesen Zusammenhalt ebenso mit den Bürgerinnen und Bürgern leben müs­sen, um damit das Vertrauen in die Polizei und unseren Rechtsstaat noch weiter zu stärken.

Und jeder Polizist, jede Polizistin weiß nur zu gut: mit dem Abschluss der Ausbildung hört das Lernen nicht auf.

Oder wie Marie von Ebner-Eschenbach hat einmal gesagt: „Wer aufhört besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein!“ Nach diesem Motto kann die Wiener Polizei getrost in ihre nächsten 150 Jahre starten.

Liebe Polizistinnen und Polizisten!

So viele sind heute für Sie auf den Rathausplatz gekommen. In vielen Gesichtern sehe ich ins­be­son­dere Dankbarkeit, Respekt – und vor allem Stolz.

Und das zurecht! Denn unsere Bundeshauptstadt Wien, ja unsere ganze Republik ist stolz auf Sie!

Und ich wünsche Ihnen – von ganzem Herzen – alles Gute!

(Hoch lebe die Wiener Polizei! Es lebe die Republik Österreich!)