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Rede der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures anlässlich des 13th Summit of Women Speakers of Parliament

Montag, am 17. August 2020

– es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrte Frau Präsidentin Cuevas Barron, liebe Kolleginnen!

Alle Menschen träumen. Jede Nacht, wenn wir schlafen. Diese Träume verbinden uns. Denn un­ab­hän­gig von Herkunft, Kultur, Religion, Geschlecht oder Sprache gibt es Träume, die jeder Mensch träumt: Das Hinabfallen oder das Zuspätkommen, und das Fliegen können.

Seit einigen Monaten verbindet uns – metaphorisch gesprochen – auch ein anderer Traum, ein Alb­traum: die COVID-19 Pandemie. Ein Albtraum besonders für uns Frau­en. Die Pandemie zeigt, dass Frauen – wie in anderen Krisensituationen – auf vielen Ebenen disproportional stärker betroffen sind als Männer. Wir alle kennen die Zahlen und Fakten und haben daher Wissen über die ökonomischen und gesundheitlichen Auswirkungen, die Situation von Frauen in systemrelevanten Berufen, über die unbezahlte Care-Arbeit, die geschlechtsspezifische Gewalt.

Die IPU hat gerade in diesen Bereichen wichtige Arbeit geleistet. Und ich möchte mich bei der IPU auf po­litischer Ebene und auf Sekretariatsebene bedanken. Ohne den täglichen Einsatz der IPU könnte ich Sie auch nicht zum 13. Gipfel der Parlamentspräsidentinnen hier aus Wien – virtuell – begrüßen.

Liebe Kolleginnen, die Themen unserer Konferenz begleiten uns alle schon geraume Zeit. Vor fünf Jah­ren sprach ich beim 10. Gipfel in New York. Auch damals standen die wirtschaftliche Ungleichheit, die Ge­walt gegen Frauen und Mädchen wie auch die politische Partizipation auf der Tagesordnung. Und noch im Jänner diesen Jahres feierten wir 25 Jahre „Beijing Plattform“ und blickten auf die Erfolge.

Doch jetzt, ein halbes Jahr später, sehen wir: die zaghaften frauenpolitischen Fortschritte der letzten Jah­re und Jahrzehnte sind im Schatten der COVID-19-Pandemie gefährdet oder laufen Gefahr, sogar zunichte gemacht zu werden!

Diese alarmierenden Entwicklungen sehe ich auch auf dem europäischen Kontinent mit großer Sorge. Ge­ra­de dort, wo sich z.B. Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und des Europarates aus dem pan­europäischen Rechtsrahmen der Istanbul Konvention zurückziehen wollen. Zugunsten populistischer Po­li­tik, auf dem Rücken von Frauen und Mädchen.

Gerade deshalb sind wir als starke, engagierte und einflussreiche Politikerinnen gefordert, die bis­he­ri­gen Erfolge zu verteidigen! Wie heißt es so treffend: United we stand – divided we fall.

Wir Frauen zeigen bereits vielerorts Führungsstärke und beweisen uns als gute Krisenmanagerinnen. Welt­weit sind zwar nur sieben Prozent der Staats-und Regierungschefs weiblich. Doch viele der er­folg­reichs­ten Länder im Umgang mit COVID-19 werden von weiblichen Regierungschefinnen angeführt. Wir müssen uns als Parlamentarierinnen, als Frauen und engagierte Bürgerinnen weiterhin konsequent für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an politischen und wirtschaftlichen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen einsetzen. Qualifizierte Frauen müssen auf allen Ebenen einen Platz am Entscheidungstisch ha­ben.

Die Mit­spra­che allein schützt zwar Frauen nicht vor Ausbeutung, Diskriminierung und Gewalt. Aber Mit­spra­che und Entscheidungsmacht sind Voraussetzungen dafür, dass Frauen ein unabhängiges, selbst­be­stimmt­es und gewaltfreies Leben führen können.

Sehr geehrte Kolleginnen! 25 Jahre nach Beijing hat sich die Situation für Frauen weltweit zwar ver­bes­sert, aber zu langsam. Und COVID-19 darf nicht zu Rückschritten führen! Bleiben wir also stark. Lassen wir den Albtraum nicht zu einer neuen Realität werden. Schaffen wir eine Welt, in der alle Frauen ihren ganz persönlichen Traum – einer besseren, diskriminierungsfreien und gerechten Zukunft – Wirklichkeit werden lassen können.