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Rede von Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka anlässlich des neuen Dialogformats "Wissenschaft und Politik im Gespräch"

Freitag, 9. November 2018

Werte Professorinnen und Professoren!
Werte Abgeordnete! Sie sind heute die Hauptakteure!
Lieber Herr Präsident der Akademie der Wissenschaften!
Liebe Frau Präsidentin!

Es ist mir eine große Freude, dass wir diesen Schritt setzen konnten. Ich bin vor nicht ganz einem Jahr angetreten, um das Parlament zu öffnen. Für mich ist der Dialog mit der Wissenschaft auf der einen Seite und mit der Kunst auf der anderen Seite ein ganz wesentlicher. Die Politik muss sich auch Zeit nehmen, sich einmal aus dieser alltäglichen Belastungssituation herauszunehmen, Zeit, um zu reflektieren, Zeit, um sich mit Themen auseinanderzusetzen, die nicht schon am nächsten Tag eine Schlagzeile in den Medien bringen, die uns aber nachhaltig in unserer gesellschaftlichen Entwicklung beeinflussen, Themenstellungen, die für einen größeren Zeitraum und vielleicht nicht nur für Wien und Österreich, sondern auch im internationalen Konnex von Relevanz sind.

Ich darf mich bei dir, lieber Herr Präsident der Akademie der Wissenschaften, herzlich dafür bedanken, dass du das so offen aufgenommen hast. Als Präsident des Nationalrates ist man gleichzeitig auch der Vorsitzende des Senats der Akademie der Wissenschaften. Gleich bei unserer ersten Kontaktaufnahme hast du von Haus aus angeboten, diesen Dialog mit dem österreichischen Parlament noch zu intensivieren. Es gibt ja bereits durch meine VorgängerInnen einzelne Projekte wie die Technikfolgenabschätzung, die die Akademie und ihre Forscher uns bereits als Expertise zur Verfügung stellen.

Ich halte es aber für wirklich gut und auch notwendig, in dieser intensiven Diskussion an einem Tisch ein befruchtendes Klima vorzufinden. Es ist eine Auseinandersetzung, bei der man auch etwas hinterfragen kann, auch in der Tiefe nachschärfen kann, bei der man letzten Endes nicht nur Überlegungen, sondern auch Fragen sowohl von der Politik an die Wissenschaft als auch umgekehrt formulieren kann.

Wir sind damit gestartet und stellen uns vor, dass wir das im halbjährlichen Rhythmus machen, und zwar auch mit anderen Institutionen als der Akademie der Wissenschaften. Ich freue mich, dass die Vertreter unserer Parteien wirklich so zahlreich dabei sind. Ich weiß, dass es bei kleineren Fraktionen oft nicht möglich ist, für alle Gruppierungen Vertreter in dieser Fülle zu nominieren. Es ist für uns aber ein ganz wesentlicher Ansatz, und ich hoffe, dass diejenigen, die heute in die Diskussionen einsteigen, dann die anderen Kolleginnen und Kollegen ermuntern, sich diesen Diskussionen zu stellen.

Noch einmal herzlichen Dank für Ihr und euer Kommen! Ich freue mich schon ganz intensiv. Ich selbst werde mir in der Frage der Demografie und des Wandels anhören, was da auf uns zukommt. Es wäre eigentlich jedes Thema interessant, von der Quantenphysik bis zur Weltraumforschung, wozu Österreich – und das sollte man nicht unterschätzen – auch einen ungeheuer wichtigen Beitrag, sowohl industriell als auch wissenschaftlich, leistet. Wir jetzt treten jetzt auch einem Unterausschuss bei, damit wir auch in diesen internationalen Gremien vertreten sind und die Möglichkeit haben, das Wissen auch für Österreich zu generieren und hereinzubringen.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine intensive und eine spannende Diskussion!