News 23.10.2026, 09:02
Fragestunde auf Tiktok

Lisa Schuch-Gubik: "Vor der ersten Rede zittern die Knie ordentlich"

In einem Tiktok-Livestream stellte sich die FPÖ-Abgeordnete den Fragen der @OeParl.at-Community. Zuvor waren bereits NEOS-Klubobmann Shetty und Grünen-Justizsprecherin Zadić zu Gast.

Lisa Schuch-Gubik ist 15, als ein "Politikwettbewerb" in der Schule ihre Leidenschaft für Politik entfacht und zum ersten Mal das österreichische Parlament besucht. Das verriet sie in der "Tiktok-Fragestunde" der Parlamentsdirektion am Mittwoch. Keine Parteiprogramme, sondern alles, was junge Menschen schon immer von Abgeordneten wissen wollten, steht hier im Zentrum der Fragen der Userinnen und User. Nach NEOS-Klubobmann Yannick Shetty und Grünen-Justizsprecherin Alma Zadić gab nun die FPÖ-Abgeordnete Lisa Schuch-Gubik Einblick in ihren Arbeitsalltag und ihre Beweggründe, Abgeordnete zu sein. Die Community will es genau wissen: "Warum geht man als Jugendliche zur FPÖ?", fragt etwa User Tobias – und "welche Ausbildung brauche ich, um Abgeordnete zu werden?", will Melis wissen.

Geboren wurde die Abgeordnete am 1.4.1994 als Lisa Gubik im niederösterreichischen Baden.

Schlaflose Nacht erspart

Sie erfahren, dass sich die gebürtige Niederösterreicherin früh mit allen Parteiprogrammen beschäftigt und in der Schule eine Unterstützerin findet: "Ich hatte eine ganz liebe Lehrerin. Sie hat alle Parlamentsklubs angeschrieben mit der Info, dass sie ein politisch interessiertes Mädchen in der Klasse hat und ob es die Möglichkeit gäbe, dass man sich mit einem Politiker unterhält." Die FPÖ war laut Schuch-Gubik die einzige Partei, die geantwortet hat. Der Schülerin gefallen nach eigenen Worten der "Freiheitsgedanke" und die "Hinwendung zur direkten Demokratie" der Partei. Bald engagiert sie sich auf Orts- und Bezirksebene und wird später parlamentarische Mitarbeiterin – bevor sie 2024 schließlich in den Nationalrat gewählt wird. "Vor der ersten Rede zittern die Knie ordentlich", erinnert sie sich. Diese sei "recht spontan" zustande gekommen. Sie habe am Vormittag erfahren, dass sie am Nachmittag sprechen dürfe. Im Nachhinein scherzt sie: "Ich habe mir dadurch eine schlaflose Nacht erspart."

"Braucht dicke Haut"

Eine bestimmte Ausbildung für den Abgeordnetenberuf empfiehlt Schuch-Gubik nicht: "Manche haben eine Lehre gemacht, manche ein Studium. Das ist wichtig, weil das Parlament auch die Bevölkerung widerspiegeln soll." Sie selbst besuchte nach Volks-, Haupt- und Polytechnischer Schule die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe am privaten Theresianum Eisenstadt. 2013 begann sie laut ihrer Biografieseite auf der Parlamentswebsite ein Studium der Rechtswissenschaften, 2019 ein "Political Management"-Masterstudium. Vorteilhafte Soft Skills für den Beruf gebe es dagegen schon: "Nicht für jeden ist Politik etwas. Das gilt für Männer wie für Frauen. Bei Debatten geht es oft hitzig zu. Man braucht eine gewisse dicke Haut." Auf die Frage, welches Klischee über Abgeordnete leider stimme, scherzt Schuch-Gubik im Tiktok-Stream: "Dass man gern redet. Wenn du nicht gerne redest – im Ausschuss, im Nationalrat, mit Menschen – bist du in der Politik ein bisschen falsch."

Meinungsvielfalt in der Demokratie

Auch private Themen haben Platz: Wie schaltet man ab, wenn einen die Politik den ganzen Tag beschäftigt? "Kopfhörer rein und laufen gehen oder Zeit mit der Familie verbringen und Handy weglegen, ist wichtig und wertvoll", antwortet die Abgeordnete den Zuseherinnen und Zusehern. Die Frage eines weiteren Users: "Kebab mit oder ohne Zwiebel?" Die Abgeordnete überlegt nicht lange: "Ich bin grundsätzlich ein Freund von Knoblauch und Zwiebel – und bei Pizza immer Knoblauch dazu – zum Leidwesen des Umfelds." Auch in Freundschaften lasse sie Raum für alternative Zugänge und "absolut konträre Meinungen", sagt Schuch-Gubik auf eine entsprechende Frage. Meinungsvielfalt und Debatten gehörten zur Demokratie. "Ich frage meine Freunde nicht, was wählst du? Ich bin mit jemandem befreundet, weil ich ihn menschlich schätze."