Parlamentskorrespondenz Nr. 766 vom 22.07.2026

Verkehrsministerium berichtet über Fortschritte in der Digitalisierung der Mobilität

Verkehrstelematikbericht 2026 zum Stand intelligenter Verkehrssysteme in Österreich

Wien (PK) – Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) hat dem Nationalrat seinen jährlichen Bericht über Entwicklungen im Bereich der intelligenten Verkehrssysteme (IVS) in Österreich und der europäischen Union vorgelegt (III-365 d.B.). Im Jahr 2025 habe es wesentliche und zukunftsweisende Weiterentwicklungen gegeben, heißt es im Verkehrstelematikbericht 2026. So sei der gesetzliche Rahmen der Bereitstellung digitaler Daten und datengesteuerter Angebote sowie neuer Dienste neu ausgerichtet worden. Fortschritte habe es auch bei der Umsetzung von Forschungsprojekten und der Ausrollung von IVS gegeben. Die Stärkung der digitalen Souveränität sei ein wesentlicher Pfeiler der "Industriestrategie Österreich 2035", hält Ressortchef Peter Hanke im Vorwort zum Bericht fest. Die Industriestrategie fördere auch Innovationen und Schlüsseltechnologien für die Mobilität.

Novellierung des IVS-Gesetzes

Das IVS-Gesetz wurde 2025 im Sinne der revidierten IVS-Richtlinie der EU überarbeitet und die Novelle Anfang 2026 vom Nationalrat beschlossen. Damit sei eine Präzisierung der Datenerhebungs- und Datenbereitstellungsverpflichtungen erfolgt, stellt der Bericht fest. Die detaillierten Anforderungen an die Datenverfügbarkeit seien auch die Grundlage dafür, teilautomatisiert betriebene Fahrzeuge mit Streckenprofilen und Echtzeit-Verkehrsinformationen digital versorgen zu können. Auch multimodale Angebote und digitale Dienste könnten damit verbessert werden. Umfassendere Datengrundlagen würden es außerdem erlauben, das Monitoring von Mobilität und Verkehr zu verfeinern.

Verbesserungen bei multimodalen Mobilitätsdiensten

Dem Bericht ist weiters zu entnehmen, dass das BMIMI zur Verbesserung der Rahmenbedingung im Bereich digitaler, multimodaler Mobilitätsdienste zwei Arbeitsgruppen eingerichtet hat. Eine Arbeitsgruppe befasst sich insbesondere mit der Verbesserung und der Vervollständigung multimodaler Reiseinformationen, die zweite mit der digitalen Integration und der Buchbarkeit multimodaler Mobilitätsdienste.

Als wesentlicher Meilenstein im Maßnahmenbündel zu integrierten, multimodalen Reiseinformationsdiensten nennt der Bericht den OJP-Standard für grenzüberschreitendes Routing im Alpenraum, der November 2025 nach mehrjähriger Projektarbeit und einer Demonstrationsphase in Form eines vorläufigen Testbetriebs umgesetzt wurde. Damit werden Reiseinformationen des öffentlichen Verkehrs aus der Schweiz, Österreich, Slowenien, Südtirol und der Lombardei miteinander vernetzt und als Dienst zugänglich gemacht.

Tätigkeiten der nationalen IVS-Stelle

Jedes EU-Mitgliedsland benennt eine nationale IVS-Stelle als unparteiliche und unabhängige Einrichtung, die für die Einhaltung der Anforderungen der EU-Vorgaben zu IVS sorgt und den nationalen Zugangspunkt (NAP) für mobilitätsrelevante Daten beaufsichtigt. Für Österreich ist diese Stelle laut IVS-Gesetz die Bundesagentur AustriaTech. Die österreichische IVS-Stelle hat laut dem Bericht im Jahr 2025 einen Schwerpunkt auf Stakeholder-Informationen zu den Änderungen der EU-Verordnungen zu multimodalen Reiseinformationen und Echtzeit-Verkehrsinformationen gelegt. Sie habe dazu zahlreiche Beratungsgespräche mit Mobilitätsdienstleistern geführt. Das habe unter anderem zu einem neuerlichen Anstieg der registrierten und zugänglichen Datensätze auf dem NAP geführt.

Für den technischen Betrieb des seit 2018 operativen österreichischen NAP wurde im Jahr 2025 ein Vergabeverfahren gestartet. Ziel sei es, den NAP weiter als moderne, sichere Plattform zu etablieren, die aktuelle und künftige Anforderungen hinsichtlich der Bereitstellung von Mobilitätsdaten erfüllt und den Zugang zu den Daten sichert.

Entwicklungen auf EU-Ebene

Auf europäischer Ebene habe entsprechend dem Arbeitsprogramm 2024–2028 der EU-Kommission die Überarbeitung der  Verordnungen zu sicherheitsrelevanten Verkehrsmeldungen sowie zu Informationsdiensten für sichere Lkw-Parkplätze begonnen, informiert das BMIMI. In der Harmonisierungsinitiative NAPCORE, welche die operative Umsetzung der IVS-Richtlinie der EU wahrnimmt, spiele Österreich weiterhin eine führende Rolle und habe wichtige Verantwortlichkeiten inne. 2025 sei auch das von der EU-Kommission kofinanzierte Projekt TISGRADE unter starker Mitwirkung Österreichs gestartet worden, teilt das BMIMI mit. In diesem Projekt geht es um die Frage, wie öffentliche Akteure zusammenwirken können, um hochqualitative Echtzeit-Verkehrsinformationen in Nutzerdiensten bereitzustellen und über die jeweiligen NAPs zugänglich zu machen.

KI-Anwendungen und gemeinsamer Datenraum

Ein wichtiges Thema der Mobilität der Zukunft sind bereits bestehende und mögliche künftige KI-Anwendungen. Diese benötigen den Zugriff auf elektronisch verarbeitbare, qualitativ hochwertige Datenmengen. Auf europäischer Ebene sei daher die Forcierung gemeinsamer Datenräume, etwa des Europäischen Mobilitätsdatenraums (EMDS), ein wichtiges Thema, merkt das BMIMI an.

Auf nationaler Ebene sei dazu 2025 die Pilotphase des österreichischen Mobilitätsdatenraums (AMDS) ausgeschrieben worden. Der nationale Mobilitätsdatenraum solle die österreichischen Datenangebote besser sichtbar machen und mit anderen Sektoren vernetzen. Ein wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, vorhandene und künftig erfasste mobilitätsrelevante Daten von öffentlichen wie auch von privaten  Akteuren der Bevölkerung und der Wirtschaft einfacher zur Verfügung zu stellen. Der nationale Zugangspunkt für mobilitätsrelevante Daten werde dabei stets vollumfänglich mitgedacht und auf konzeptioneller Ebene integriert, hält das BMIMI fest.

Aktionsplan Digitale Transformation in der Mobilität

Der Aktionsplan Digitale Transformation in der Mobilität (AP-DTM) soll im Sinne der Ziele des Mobilitätsmasterplans 2030 den Einsatz digitaler Technologien fördern und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrsbereich liefern. Zur weiteren Umsetzung des AP-DTM sei im Jahr 2025 eine neue Ausschreibung über den Klima- und Energiefonds (KLI.EN) abgewickelt und eine neue Projektserie gestartet worden, teilt das BMIMI mit.

Ein wichtiger Fokus lag auf kooperativen Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu digital vernetzten intelligenten Verkehrssystemen (Cooperative Intelligent Transport Systems, C-ITS). Mit C-ITS sollen Fahrzeuge mittels digitaler Technologien einander über Verkehrs- bzw. Gefahrensituationen informieren. Geförderte Projekte hätten sich unter anderen mit C-ITS-basierten Lösungen für das Parken, für vulnerable Verkehrsteilnehmer sowie mit der Integration gemischter Fahrzeugflotten ins Verkehrsmanagement befasst.

Das BMIMI hat 2025 auch Projekte zur besseren Erfassung und Verarbeitung von Datengrundlagen zum ruhenden Verkehr und zur aktiven Mobilität begleitet. Beim integrierten Verkehrsmanagement habe man Fortschritte in der praktischen Umsetzung und der regulatorischen Verankerung von C-ITS-Systemen erzielt, teilt das BMIMI mit. So habe die ASFINAG im Vorjahr die Ausstattung des hochrangigen Straßennetzes mit 525 straßenseitigen C-ITS-Einheiten nach jahrelanger Arbeit erfolgreich abschließen können. (Schluss) sox


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