Parlamentskorrespondenz Nr. 792 vom 18.08.2026

Datenverbrauch steigt: Hoher Videokonsum im Internet

Kommunikationsbericht 2025 informiert über Entwicklungen im Bereich Medien, Telekommunikation und Postwesen

Wien (PK) – Die Nutzung datenintensiver Dienste im Internet nahm 2025 weiter zu. Das über feste und mobile Breitbandanschlüsse genutzte jährliche Datenvolumen erhöhte sich auf 13,3 Exabyte (2024: 12,2 Exabyte), was ein Plus von 8,9 % gegenüber 2024 bedeutet. In kälteren Monaten sei der Verbrauch höher als in der warmen Jahreszeit, was laut Bericht vermutlich auf einen höheren Videokonsum im Winter zurückzuführen sei. Darüber informiert unter anderem der von Medienminister Andreas Babler vorgelegte ausführliche Kommunikationsbericht 2025 (III-379 d.B.).

Auch eine starke Nutzung der Kommunikationsdienste im Internet habe sich 2025 gezeigt. Über das Internet wurden nahezu doppelt so viele Gesprächsminuten geführt wie über die klassische Telefonie. Damit setze sich laut Bericht der Trend fort, wonach internetbasierte Kommunikationsformen zunehmend an Bedeutung gewinnen, während die Nutzung klassischer Telefonie stagniert.

Der Kommunikationsbericht 2025 gibt Auskunft über die Tätigkeit der vier Regulierungs- und Aufsichtseinrichtungen für Medien, Telekommunikation und Postdienste – dies sind die Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria), die Telekom-Control-Kommission (TKK), die Post-Control-Kommission (PCK) sowie die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR).

Mobile Breitbandanschlüsse über Cubes sind gefragt

Im Zeitraum von Februar bis Mitte April 2025 befragte die RTR 2.000 Haushalte und 1.000 Unternehmen zur Nutzung von verschiedenen Internetzugangstechnologien. Dabei habe sich laut Bericht gezeigt, dass mobile Breitbandanschlüsse über Cubes sowohl bei Privat- als auch bei Geschäftskunden zusehends öfter nachgefragt und genutzt werden.

Während die Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen in ganz Österreich linear zunehme, hinke die Nachfrage dem Angebot hinterher, ist dem Bericht zu entnehmen. Als Gründe für ihren Verzicht auf einen Glasfaseranschluss gaben Privatpersonen bei der Befragung an, mit ihrem bestehenden Anschluss zufrieden zu sein, und meinten, dass der Preis für glasfaserbasierte Produkte derzeit zu hoch sei.

Ergebnisse der Bewegtbildstudie

Zum zehnten Mal wurde 2025 auch eine Bewegtbildstudie durchgeführt. Der kombinierte Bewegtbildkonsum von klassischem Fernsehen und alternativen Online-Angeboten sei laut dieser nach drei rückläufigen Jahren wieder leicht angestiegen. Die Nutzungsdauer in Österreich erhöhte sich 2025 laut Bericht um zwei Minuten auf 225 Minuten pro Kopf und Tag bei Menschen ab 14 Jahren. Den klassischen TV-Programmanbietern sei es gelungen, mit Mediatheken und Non-Live-TV-Angeboten leichte Rückgänge in der Nutzung der linearen Rundfunkübertragung weitgehend zu kompensieren, ist dem Bericht zu entnehmen. Ein leichter Trend zu zeitunabhängigem TV-Konsum sei dabei weiter erkennbar.

Das traditionelle, lineare Programmfernsehen hatte demnach 2025 mit 62,1 % weiterhin den mit Abstand größten Nutzungsanteil unter den Bewegtbildquellen, verlor aber gegenüber dem Vorjahr zwei Prozentpunkte. Stärker genutzt wurden jedoch TV-Programme als Online-Livestream (4,1 %) und On-Demand-Angebote (6,3 %). Die zeitversetzte Nutzung von TV-Inhalten blieb laut Bericht mit 5,2 % Anteil am Bewegtbildkonsum gegenüber dem Jahr 2024 praktisch gleich. Die Video-Nutzung aus reinen Online-Quellen wie Netflix, Amazon Prime Video oder Youtube, aber auch per Social Media auf Facebook, Tiktok, Instagram, Whatsapp und Co. betrug 2025 pro Tag 21,1 %, was 47 Minuten entspricht. Der Anteil des Bewegtbildkonsums mittels DVDs und ähnlichen Datenträgern wird mit 1,2 % angegeben.

Der tägliche Bewegtbildkonsum der jungen Generation im Alter zwischen 14 und 29 Jahren blieb mit 184 Minuten nach rückläufigen Tendenzen in den Vorjahren gegenüber 2024 unverändert. Der Bericht informiert über ein "Comeback der TV-Inhalte bei jungen Menschen", denn deren Anteil (51,4 %) sei erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen – unabhängig davon, ob die TV-Inhalte online oder "auf Rundfunkwegen" konsumiert wurden. Die Nutzung von alternativen Bewegtbildangeboten sank laut der Studie bei der jungen Zielgruppe im Jahr 2025 um sieben Prozentpunkte auf 46,7 %. Knapp 2 % des täglichen Bewegtbildkonsums der jungen Menschen entfiel noch auf DVDs.

Unterscheidet man den Bewegtbildkonsum der jungen Menschen rein technisch nach Rundfunk- oder Online-Nutzung, dann deckten die 14- bis 29-Jährigen ihren täglichen Bewegtbildkonsum im Jahr 2025 durchschnittlich zu knapp zwei Dritteln (64 %) online, ist dem Bericht zu entnehmen.

Anstieg der Beschwerden beim Werberat

Die KommAustria behandelt im Bericht die Themen Jugendschutz, Barrierefreiheit, die Entwicklung von Reichweiten- und Marktanteilen, die Rundfunk-Digitalisierung sowie die Selbstkontrolle im Bereich der kommerziellen Kommunikation.

Demnach verzeichnete der Österreichische Werberat im Vorjahr einen Anstieg der Beschwerden um 19,02 %. Die insgesamt 438 eingegangenen Beschwerden führten zu 292 Entscheidungen. Inhaltlich betrafen davon die meisten die Themen Ethik und Moral, Geschlechterdiskriminierung sowie Irreführung und Täuschung. In 16 Fällen wurde im Vorjahr eine Aufforderung zum sofortigen Stopp des Sujets bzw. der Kampagne ausgesprochen.

Eine im Jahr 2024 gestartete Influencer-Bewusstseinsinitiative wurde vom Werberat im Vorjahr weitergeführt und ausgebaut. Derzeit werde an einem Qualifizierungsprogramm für Influencerinnen und Influencer sowie für Marketingverantwortliche auf Auftraggeberseite gearbeitet, ist dem Bericht zu entnehmen. Der europäische Dachverband European Advertising Standards Alliance (EASA) bereite zudem eine Zertifizierung für Influencerinnen und Influencer vor, die gemeinsam mit einem Monitoring-System für mehr Orientierung am Markt sorgen soll.

Servicestelle für künstliche Intelligenz

Weiters informiert der Bericht umfassend über die Tätigkeit der RTR im Fachbereich Medien. Eingegangen wird auf die Jahresbilanz der Beschwerdestellen und die Fonds- und Förderverwaltung.

Seit 2024 besteht zudem die KI-Servicestelle der RTR. Sie dient laut Bericht als "Ansprechpartnerin und Informationshub" zum Thema KI und bietet Unterstützung zur Umsetzung des europäischen AI Acts. Im Jahr 2025 informierte die Stelle über den AI Act, Projekte und Initiativen zu KI. Zur Verfügung gestellt wurden diese Informationen auf der Website, auf Social Media, in einem KI-Newsletter, bei Veranstaltungen sowie mit einem eigenen Chatbot.

Abgehalten wurden von der KI-Servicestelle zudem Fachveranstaltungen zu den Themen Cybersicherheit, Personalmanagement, Medienwirtschaft und Kommunalverwaltung. Außerdem veröffentlichte die Servicestelle mehrere Studien zum Einsatz von KI. Über Beratungsangebote wurden laut Bericht mehr als 200 Anfragen per E-Mail beantwortet und Unternehmen, öffentliche Einrichtungen sowie internationale Partner bei KI-Fragen unterstützt. Darüber hinaus betreute die Servicestelle den KI-Beirat. Der KI-Beirat ist bei der RTR angesiedelt und wurde als Beratungsgremium für die Bundesregierung eingerichtet.

Mit der Umsetzung der NIS2-Richtlinie Ende 2025 erweitert sich der Aufgabenbereich der RTR im Bereich Cybersicherheit. Dies wird laut Bericht ab Oktober 2026 zum Tragen kommen. So ist künftig unter anderem eine Branchenrisikoanalyse der RTR in Abständen von zwei Jahren gesetzlich vorgeschrieben.

Anstieg bei Beschwerden über betrügerische Anrufe und SMS

Die Telekom-Control-Kommission (TKK) ist seit 1997 für die Regulierung des Telekommarktes zuständig. Als Schwerpunkte der Regulierungstätigkeit im Jahr 2025 nennt der vorliegende Bericht Maßnahmen zur Sicherstellung des Wettbewerbs, Arbeiten im Bereich der Netzneutralität, Frequenzangelegenheiten sowie Entwicklungen bei der elektronischen Signatur und Vertrauensdiensten.

Im Fachbereich Telekommunikation und Post berichtet die RTR über ihre Tätigkeiten unter anderem bei Schlichtungsverfahren und bei Rufnummernmissbrauch. Demnach nahmen die Meldungen zu betrügerischen Anrufen und SMS im Jahr 2025 im Vergleich zu den beiden Vorperioden stark zu. 2025 wurden 19.564 Betrugsanrufe gemeldet (2024: 15.555) sowie 10.205 SMS (2024: 6.365).

Auf der zuständigen Meldeplattform wurde nun auch die Möglichkeit geschaffen, betrügerische Whatsapp-Nachrichten zu melden. Im Jahr 2025 wurden dazu 141 Beschwerden registriert.

Mehr Post-Partner, weniger eigenbetriebene Post-Geschäftsstellen

Im Bereich des Postwesens hält der Bericht fest, dass die Anzahl von Post-Geschäftsstellen in Österreich im Berichtsjahr um drei Stellen auf insgesamt 1.682 angestiegen ist. Zum 31. Dezember 2025 waren zudem 18 Landzusteller als alternative Versorgungslösung eingesetzt.

Zu unterscheiden sind eigenbetriebene Geschäftsstellen und Post-Partner. 36 eigenbetriebene Post-Geschäftsstellen wurden 2025 bei der Regulierungsbehörde zur Schließung angemeldet, 11 wurden in diesem Zeitraum geschlossen. Damit verbleiben 347 eigenbetriebene Stellen. Die Zahl der Post-Partner erhöhte sich um 14 auf insgesamt 1.335 Stellen.

631 Schlichtungsverfahren im Jahr 2025 deuten zudem auf zunehmende Probleme im Postbereich hin, heißt es im Bericht. Hauptsächlich ging es in den Schlichtungsverfahren um Zustellprobleme. Die Möglichkeit, ein Schlichtungsverfahren zu beantragen, kommt nur den Vertragspartnern des Postdienstvertrages zu, also den Versenderinnen und Versendern. Für Beschwerden von Empfängerinnen und Empfängern steht auf der Website der RTR ein Meldeportal für Post-Empfangsbeschwerden zur Verfügung. Die erfassten Meldungen werden regelmäßig und anonymisiert an die betroffenen Postdienstanbieter übermittelt. Eine Bearbeitung jeder einzelnen Beschwerde wäre hinsichtlich des Ressourcenaufwands nicht bewältigbar, ist dem Bericht zu entnehmen. Das Portal werde laut Bericht "intensiv" in Anspruch genommen. Im Jahr 2025 gingen 8.541 Empfangsbeschwerden ein (2024: 8.229).

Zur Entwicklung des Postmarkts ist dem Bericht zu entnehmen, dass die insgesamt in Österreich beförderten Postsendungen von 938 Mio. Stück (2024) auf 916 Mio. Stück (2025) zurückgingen. Zurückzuführen sei dies auf eine sinkende Anzahl von Briefen ins In- und Ausland, die nicht durch die steigende Zahl von Paketsendungen kompensiert werden konnte. Dennoch konnte aufgrund der steigenden Zahl der Paketsendungen ein Umsatzplus von insgesamt 3 % verzeichnet werden. (Schluss) bea


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