Trotz Verbesserungen weiterhin hohes Schadensniveau durch Wildverbiss und Schälschäden in den heimischen Wäldern
Landwirtschaftsminister legt Wildschadensbericht 2025 vor
Wien (PK) – Der jährlich vom Landwirtschaftsminister vorgelegte Wildschadensbericht informiert über die Entwicklung der Verbiss- und Schälschäden in Österreichs Wäldern. Jagdbare Wildtiere wie Reh- oder Rotwild können durch Verbeißen junger Bäume und das Schälen der Rinde bei entsprechender Häufigkeit und Schwere den Wald schädigen.
Laut dem Bericht für das Jahr 2025 (III-390 d.B.) zeigen die Ergebnisse der Österreichischen Waldinventur 2020 bis 2025 hinsichtlich Wildverbiss im Vergleich mit denen der Inventurperiode 2007 bis 2009 noch immer eine Verschlechterung der Schadenssituation. So sei der Anteil verjüngungsnotwendiger Waldflächen mit Wildschäden von 37 % auf 39 % angestiegen, wobei der Anteil im Schutzwald deutlich stärker als im Wirtschaftswald zugenommen hat. Das Wildeinflussmonitoring deute jedoch auf eine Trendwende hin. Beim Vergleich der Erhebungen 2022 bis 2024 und 2019 bis 2021 zeige sich in 39 Bezirken ein Rückgang des Wildeinflusses auf die Waldverjüngung, während er in 34 Bezirken angestiegen sei. Auch der aufgrund des kurzen Vergleichszeitraums eingeschränkt aussagekräftige Vergleich der jüngsten Waldinventurergebnisse mit denen der Periode 2016-2021 weise auf eine Verbesserung bei den Verbissschäden in den letzten vier Jahren hin, heißt es im Bericht.
Was die Schälschäden betrifft, setzt sich der Rückgang im Wirtschaftswald laut den Ergebnissen der Waldinventur fort. Der Anteil geschälter Stämme liege nun bei 6,5 %. In der Periode 2016 bis 2022 waren es noch 8,5 % und 2007 bis 2009 9,5 %. Im Schutzwald im Ertrag sei die Entwicklung hingegen weniger eindeutig, so der Bericht. Zwar seien auch hier die Schälschäden zuletzt leicht auf 5,3 % zurückgegangen, diese würden aber noch immer über dem Niveau von 2007 bis 2009 liegen.
Weitere Anstrengungen zur Verbesserung des Wildschadensniveaus notwendig
Die teilweisen Verbesserungen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Schadensniveau in Österreichs Wäldern nach wie vor zu hoch sei, wird im Wildschadensbericht 2025 betont. Die rechtzeitige Verjüngung, die Wiederherstellung geschädigter Wälder, die Erhaltung der Funktionalität der Wälder und ihre notwendige Anpassung an den Klimawandel bedürften weiterer Anstrengungen. Zahlreiche Maßnahmen und Initiativen zur Verbesserung der Wildschadenssituation würden davon zeugen, dass die Bundesregierung und andere Beteiligte diese nicht scheuten.
Neben den forstrechtlich vorgesehenen Maßnahmen bei flächenhaften Gefährdungen berichtet das Landwirtschaftsministerium über zusätzliche Maßnahmen und Initiativen zur Verbesserung der Wildschadenssituation. Diese reichen etwa vom "Forst & Jagd Dialog" über Verbesserungen in den Landesjagdgesetzen und den Umgang der Österreichischen Bundesforste mit dem Wald-Wild-Thema bis hin zu den Flächenwirtschaftlichen Projekten der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie den Fördermaßnahmen des Österreichischen Waldfonds gegen Wildschäden.
Um eine nachhaltige Verbesserung der Verbiss- und Schälschadenssituation zu erreichen, seien weitere zielgerichtete Aktionen zu entwickeln und umzusetzen. Ein nachhaltiger Erfolg werde nicht zuletzt davon abhängen, inwieweit es auf lokaler Ebene gelinge, partnerschaftliche Lösungen für ausgeglichene Wald-Wild-Verhältnisse zu finden. Im Bereich der Jagd nennt der Bericht die konsequente Umsetzung und Einhaltung der Landesjagdgesetze, insbesondere was die Anpassung der Wilddichten an den jeweiligen Lebensraum betrifft, sowie stärkere Berücksichtigung der ökologischen Aspekte und Wechselwirkungen zwischen Flora, Fauna und dem Menschen. Bei der Waldbewirtschaftung müsse es zu einer verstärkten Berücksichtigung der Bedürfnisse des Wildes und der Jagd kommen. Zudem brauche es einen konsequenten Vollzug der einschlägigen Rechtsnormen, insbesondere des Jagd- und Forstrechts. Des Weiteren seien alle Freizeit- und Erholungssuchenden aufgerufen, durch Einhalten der forst- und jagdgesetzlichen Bestimmungen und verantwortungsvolles Verhalten im Wald, die Lage nicht weiter zu verschärfen. Dies lasse sich etwa durch entsprechende Information und Bewusstseinsbildung erreichen, empfiehlt der Bericht. (Schluss) med