Grüner Bericht: Einkünfte der Bäuerinnen und Bauern erhöhten sich 2025 um durchschnittlich 18 %
Höhere Erträge und Fördermittel wirkten positiv, Rückgang bei der Schweinehaltung und Kostenanstieg für Futter- und Düngemittel negativ
Nach den Buchführungsergebnissen 2025 betrugen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Vorjahr durchschnittlich 47.102 € je Betrieb, was eine Einkommenssteigerung von 18 % gegenüber 2024 bedeutet. Das geht aus dem von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig vorgelegten Grünen Bericht hervor, der jährlich über die strukturelle und wirtschaftliche Situation und Entwicklung der österreichischen Land- und Forstwirtschaft informiert (III-393 d.B.). Für das heurige Jahr zeichnet sich laut dem Landwirtschaftsminister im Vorwort des Berichts aufgrund der anhaltenden Dürre und Trockenheit sowie der hohen Betriebsmittelkosten jedoch eine rückläufige Einkommensentwicklung ab.
Ausschlaggebend für positive Entwicklung im Jahr 2025 waren die steigenden Einkünfte bei allen Betriebsformen, mit Ausnahme der Veredelungs- und Marktfruchtbetriebe. So kam es etwa zu einem deutlichen Ertragsanstieg in der Milchwirtschaft und Rinderhaltung durch höhere Erzeugerpreise und Produktionsausweitungen. Die Steigerung des Ertrags im Marktfruchtbau ist vor allem auf höhere Erntemengen bei Getreide und Ölfrüchten zurückzuführen, informiert der Grüne Bericht 2026. Den größten Ertragsanstieg (+44 %) gab es 2025 in der Forstwirtschaft aufgrund von vermehrtem Holzeinschlag und höheren Erzeugerpreisen. Mit einem Plus von 31 % wiesen die Futterbaubetriebe den zweithöchsten Einkommensanstieg auf. Zudem kam es zu gestiegenen öffentlichen Geldern, vor allem aufgrund von erhöhten Zahlungen im Bereich des Agrarumweltprogramms ÖPUL sowie durch neue geförderte Maßnahmen. Negativ auf die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft wirkten sich die niedrigeren Erträge aus der Schweinehaltung sowie der gestiegene Sachaufwand vor allem für Futter- und Düngemittel aus.
Einkommensabstände der Bergbauern- und Biobetriebe deutlich verringert
Was die Einkünfte der Bergbauernbetriebe betrifft, so hat sich der Einkommensabstand zu den Nichtbergbauern 2025 deutlich verringert. Im Durchschnitt betrugen diese 43.643 € pro Betrieb, was einen Anstieg von 31 % bedeutet. Hauptsächlich dafür verantwortlich waren die gestiegenen Einnahmen aus Tierhaltung (+17 %), informiert der Grüne Bericht.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Biobetrieben, deren Einkünfte 2025 um 27 % auf durchschnittlich 42.728 € anstiegen. Diese lagen somit um 9 % unter dem Durschnitt aller Betriebe. Der Einkommenszuwachs war von höheren Erträgen, insbesondere im Bereich der Bodennutzung, Tierhaltung und Forstwirtschaft geprägt.
Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft um 8,2 % angestiegen
In Bezug auf die Volkswirtschaft trug der primäre Sektor laut dem Bericht im Vorjahr mit rund 1,4 % zur Bruttowertschöpfung in Österreich bei. Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft stieg um 8,2 % auf rund 14 Mrd. € an, wobei 10,9 Mrd. € auf die Landwirtschaft und 3 Mrd. € (+2,4 %) auf die Forstwirtschaft entfielen.
Was die pflanzliche Erzeugung betrifft, so stieg diese im vergangenen Jahr um 9 % auf rund 4,5 Mrd. €. Hohe Zuwachsraten gab es insbesondere bei den Produktionswerten von Obst und Wein. Auch bei Ölsaaten und Getreide fielen die Produktionswerte volumenbedingt deutlich höher als im Vorjahr aus, während der Hackfruchtbau von Einbußen betroffen war.
Der Wert der tierischen Erzeugung stieg um 10,7 % auf rund 5,2 Mrd. Euro. Der kräftige Anstieg war durch höhere Preise (+9,6 %) bei gleichzeitig leichter Zunahme des Produktionsvolumens (+1 %) bedingt. Bei der Milch gab es einen Anstieg des Produktionswerts um 14,5 %, in der Rinderproduktion legte er um ein Viertel zu. Steigerungen des Produktionswertes gab es weiters bei Eiern (+8 %) und Geflügel (+5,6 %), während bei Schweinen ein Rückgang um 7,7 % festgestellt wurde.
Der Produktionswert der österreichischen Forstwirtschaft im Jahr 2025 nahm mit rund 3 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahr zu (+2,4%).
Weiterer Anstieg der Agrarexporte, höhere Importe vergrößern aber das Agrarhandelsdefizit
Obwohl es 2025 zu einem Anstieg der Agrarexporte auf 17,4 Mrd. € (+ 3 %) kam, entwickelte sich der österreichische Agraraußenhandel in Bezug auf die Handelsbilanz negativ. So haben sich die Importe um 6,2 % auf 20,1 Mrd. € erhöht, was ein Agraraußenhandelsdefizit von 2,67 Mrd. € ergibt, heißt es im Grünen Bericht. Somit sank die Deckungsquote auf 86,7 %.
Beim Handel mit Agrarprodukten blieben die EU-Staaten die wichtigsten Handelspartner Österreichs: 82,3 % der Importe kamen aus dem und 80,7 % der Exporte gingen in den EU-Raum.
Land- und Forstwirtschaft erhielt 2025 2,83 Mrd. €
Was die öffentlichen Aufwendungen betrifft, wurden im Jar 2025 insgesamt rund 2,83 Mrd. € an EU-, Bundes- und Landesmitteln für die heimische Land- und Forstwirtschaft aufgewendet (+6,1 %). Wesentlicher Grund dafür waren überlappende GAP-Förderperioden, die bei einigen Maßnahmen zu wesentlich höheren Zahlungen führten. Im Agrarumweltprogramm ÖPUL wurden im Vergleich zum Vorjahr rund 61 Mio. € zusätzlich ausbezahlt. Das Agrarbudget setzt sich zu 50 % aus EU-Mitteln, zu 26 % aus Bundesmitteln und zu 24 % aus Landesmitteln zusammen.
Zudem informiert der Grüne Bericht über die Entwicklung der heimischen Betriebsanzahl: Laut der letzten Agrarstrukturerhebung im Jahr 2023 gab es insgesamt 152.660 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, was einen Rückgang um 1,5 % gegenüber der vorangegangenen Erhebung im Jahr 2020 bedeutet. Davon entfielen 101.036 Betriebe an die Landwirtschaft und 51.624 an die Forstwirtschaft. Von den landwirtschaftlichen Betrieben wurden 53 % im Haupterwerb geführt. (Schluss) med