Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes: Leichter Anstieg der Zwischenfälle in der Zivilluftfahrt 2025
Bericht über Vorfälle bei Schiene, Schifffahrt, Seilbahnen und Luftfahrt
Wien (PK) – Der Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) für das Jahr 2025 liegt dem Nationalrat vor (III-408 d.B.). Vorfälle in den Bereichen Schiene, Schifffahrt, Seilbahnen und Zivilluftfahrt sind an diese Behörde zu melden. In der Zivilluftfahrt stiegen die Meldungen auf 11.505 an, was einen neuen Höchststand bedeutet. Im Schienenverkehr herrscht weiterhin ein hohes Sicherheitsniveau, wie der Bericht zeigt. Die Zahl schwerwiegender Vorfälle in der Schifffahrt und bei Seilbahnen blieb weiterhin niedrig.
Bei schweren Unfällen ist die SUB dazu verpflichtet, eine Sicherheitsuntersuchung einzuleiten. Die Bundesstelle kann Zwischenfälle auch von sich aus untersuchen, wenn daraus neue Erkenntnisse für die Vermeidung künftiger Vorfälle und die Erhöhung der Verkehrssicherheit zu erwarten sind. Diese Untersuchungen dienen ausdrücklich nicht der Klärung von Schuld- oder Haftungsfragen. Untersuchungsberichte dürfen dazu keine Feststellungen treffen, betont die SUB.
Keine schweren Bahnunfälle 2025
Im Bereich Schiene gingen 2025 laut dem Bericht bei der SUB 4.348 Meldungen (2024: 3.919) ein. Der Anstieg wird von der SUB sowohl auf eine verbesserte Meldekultur als auch auf Änderungen im internen Klassifikationssystem zurückgeführt. Von den Vorfällen wurden von der SUB 1.467 als Unfälle (2024: 1.277) bewertet und 2.446 als Störungen (2024: 2.230). 439 Meldungen wurden als "sonstige Ereignisse" (2024: 419) eingestuft, für die eigentlich keine Meldepflicht bestand.
Zwei Sicherheitsuntersuchungen wurden 2025 aufgrund von Unfällen eingeleitet. Im Unterschied zum Jahr davor, in dem ebenfalls zwei Untersuchungen stattfanden, waren die Vorfälle aber nicht untersuchungspflichtig. Die Untersuchungen der SUB erfolgten, weil Erkenntnisse zur Vermeidung zukünftig ähnlich gelagerter Vorfälle zu erwarten waren. Insgesamt zeige der Schienenverkehr weiterhin ein hohes Sicherheitsniveau, hält der Bericht der SUB fest.
2025 starben laut dem Sicherheitsbericht bei Unfällen im Schienenverkehr 21 Personen (2024: 11 Personen). Darunter befanden sich allerdings keine Reisenden. 13 der tödlich verunglückten wurden als "nicht autorisierte Personen" eingestuft. 42 Personen wurden 2025 als schwer verletzt gemeldet, davon waren drei Reisende, 13 nicht autorisierte Personen. 2024 lag die Zahl der schwer Verletzten bei 32. In die Zahl der Getöteten und Verletzten im Schienenbereich werden Suizide bzw. Suizidversuche nicht einbezogen.
Schifffahrt meldete leichten Anstieg der Vorfälle
Im Bereich Schifffahrt lag die Zahl der gemeldeten Vorfälle 2025 bei 42 (2024: 35 Vorfälle), womit der Trend des leichten Anstiegs anhielt. 21 Meldungen betrafen Unfälle (2024: 19). Wie schon in früheren Jahren ergab sich für die SUB 2025 keine Notwendigkeit zu einer näheren Untersuchung. Das Vorjahr 2024 stellte eine Ausnahme dar, da aufgrund eines gemeldeten schweren Unfalls eine Sicherheitsuntersuchung eingeleitet werden musste. Zwar seien 2025 in drei Fällen Erhebungen durchgeführt und Vorfallinformationen erstellt worden. Nach Abwägung der gewonnenen Erkenntnisse sei aber keine Sicherheitsuntersuchung eingeleitet worden, teilt die SUB mit.
2025 wurden bei Unfällen im Schiffsverkehr zwei Person schwer und fünf leicht verletzt. Im Jahr 2024 war eine Person als vermisst gemeldet worden, zudem gab es 19 Leichtverletzte.
2025 keine Untersuchungen der SUB bei Seilbahnen notwendig
Bei den Seilbahnen lag die Zahl der gemeldeten Vorfälle mit 26 leicht über der Zahl des Jahres 2024 (24 Vorfälle). Allerdings habe es keine signifikante Zunahme an sicherheitskritischen Vorfällen gegeben. Vier Ereignisse wurden von der SUB als Unfälle (2024: 14), eines als Störung eingestuft, die restlichen 21 Meldungen betrafen eigentlich nicht meldepflichtige Vorfälle (2024: 10). Bei Seilbahnunfällen wurden insgesamt zwölf Personen schwer und sieben leicht verletzt. 2024 waren sechs schwer und 13 leicht verletzte Personen zu verzeichnen.
Zivilluftfahrt: Zahl der Meldungen auf Höchststand, mehr Todesopfer
In der Zivilluftfahrt war laut SUB bereits 2023 die Zahl der Vorfälle wieder auf das Niveau vor der COVID-19-Pandemie angestiegen. 2024 wurde dann mit 10.710 in der nationalen Datenbank gespeicherten Vorfällen und Ereignissen nach einer Änderung der Meldungen an die SUB eine neue Höchstzahl seit Inkrafttreten der Meldepflicht erreicht. 2025 stieg die Zahl der Meldungen im Bereich der Zivilluftfahrt noch weiter an, auf 11.505.
Seit 2024 werden allerdings von der nationalen Datenbank nur mehr Unfälle und schwere Störungen an die SUB weitergeleitet. Die Zahl der weitergemeldeten Vorfälle sank von 280 im Berichtsjahr 2024 auf 144 im Jahr 2025. 2024 betrafen 118 Meldungen Unfälle, 2025 waren es 123. Wurden 2024 insgesamt 162 schwere Störungen gemeldet, so waren es 2025 nur 21.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt zehn Sicherheitsuntersuchungen im Bereich Zivilluftfahrt eingeleitet, davon entfiel eine Sicherheitsuntersuchung auf einen Vorfall, der sich im Jahr 2024 ereignet hatte. 2024 waren neun Untersuchungen eingeleitet worden. 2025 wirkten außerdem 56 akkreditierte Vertreterinnen und -vertreter der SUB (2024: 93) bei Sicherheitsuntersuchungen im Ausland mit.
Die angeführten Zahlen betreffen ausschließlich die Zivilluftfahrt. Vorfälle mit Luftfahrzeugen, die einer militär-, zoll- oder polizeidienstlichen Verwendung oder ähnlichen Zwecken dienen, werden seit 2022 nicht mehr von der SUB erfasst.
2024 kamen bei Unfällen mit Luftfahrzeugen insgesamt 11 Personen ums Leben, 70 wurden schwer verletzt. 2025 waren 15 Todesopfer und 88 Schwerverletzte zu beklagen. Einen markanten Anteil hatten auch 2025 wieder Unfälle mit Paragleitern. 2024 verunfallten vier Personen tödlich mit Paragleitern, 57 wurden schwer verletzt. 2025 waren sechs Tote und 67 schwer verletzte Personen bei Paragleiter-Unfällen zu verzeichnen. (Schluss) sox