Parlamentskorrespondenz Nr. 910 vom 05.10.2026

Frauenförderungsfonds LEA verfügte im Vorjahr über 2,8 Mio. €

Frauenministerium legt Mittelgebarung des Fonds offen

Wien (PK) – Das Frauenministerium legt für den 2022 gegründeten Frauenförderungsfonds "LEA-Let’s Empower Austria" erstmals einen Bericht (III-402 d.B.) über dessen Finanzgebarung vor. Demnach nutzte der Fonds 2025 knapp 80 % seines Gesamtbudgets von 2.818.984,80 € für Personalaufwand sowie Informations- und Fördermaßnahmen zur Geschlechtergleichstellung – auch durch gemeinnützige Organisationen. Der Rest deckte den laufenden Betrieb samt IT und Miete ab, nicht verwendete Mittel flossen in die Rücklagen. Die positive Wirkung der LEA-Maßnahmen zeigt sich laut Bericht in den Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: So gaben nach einem Workshop zur digitalen Geschlechterkonstruktion 100 % der Teilnehmenden an, die Erkenntnisse daraus an ihrem eigenen Arbeitsplatz aufgreifen zu wollen.

Angestoßen wurde die Berichterstattung über LEA an den Nationalrat durch einen Entschließungsantrag (411/A(E)), mit dem die Abgeordneten im Herbst 2025 auf Initiative der Koalitionsparteien mehr Transparenz und Kontrolle in Bezug auf LEA einforderten. Eine jährliche Berichtslegung über die zur Gänze aus dem Bundesbudget finanzierten Aktivitäten des Fonds sei vom zuständigen Ministerium sicherzustellen. In der Vergangenheit war der Fonds häufig als intransparent kritisiert worden, auch von der nunmehrigen Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (siehe Parlamentskorrespondenz Nr. 761/2025).

Frauenförderung nach wie vor aktuell

Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es in Österreich nach wie vor, das belegen laufende Erhebungen zu Erwerbsbeteiligung, Alterssicherung, Führungsrollen und Einkommen von Frauen und Männern. Im Jahr 2024 betrug beispielweise der Gender Pay Gap 17,6 %, der Gender Pension Gap lag sogar bei 39,4 %, wodurch Frauen – und hier am häufigsten Alleinerzieherinnen und Seniorinnen - deutlich öfter armutsgefährdet sind. Vor diesem Hintergrund hat sich LEA zum Ziel gesetzt, durch Information, Bewusstseinsbildung, Vernetzung und Förderung die Rahmenbedingungen und Chancen von Mädchen und Frauen zu verbessern. Die Aktivitäten finden ohne Teilnahmegebühr statt und setzen sich unter anderem mit tradierten Geschlechterrollen sowie mit Gewalt an Frauen auseinander.

LEA-Maßnahmen zeigen Wirkung

Im Detail schildert der Bericht die im Vorjahr gesetzten Maßnahmen des Fonds, etwa Schulworkshops, die stereotype Geschlechterzuschreibungen hinterfragen, neue Bildungs- und Berufswege aufzeigen und ein respektvolles Miteinander fördern. In LEA-Seminaren werden niederschwellig alltagsrelevante Themen wie ökonomische Unabhängigkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie erörtert. Bei 150 Schulbesuchen wurden 3.419 Schülerinnen und Schüler erreicht, zudem gab es 26 außerschulische Workshops mit 413 Teilnehmenden, 35 Onlineseminare mit 850 Teilnehmenden, 13 Veranstaltungen mit 653 Teilnehmenden sowie acht Weiterbildungsangebote für Pädagoginnen und Pädagogen, an denen 157 Personen teilnahmen. Darüber hinaus umfasste das Netzwerk des Fonds Ende 2025 185 ehrenamtliche LEA-Role-Models, die Identifikationsmöglichkeiten bieten. Weiters verteilten die LEA-Mitarbeitenden 4443 gedruckte Informationsmaterialien zu Gleichstellungsthemen. Die Website des Fonds bietet diese Materialien digital an; 8309 Downloads davon wurden 2025 verzeichnet.

Dem Bericht zufolge zeigt die Wirkungsanalyse des Fonds insgesamt eine hohe Akzeptanz der Angebote. Positive Ergebnisse habe es in allen angestrebten Belangen - Wissensvermittlung, Sensibilisierung und Zielgruppenerreichung - gegeben. Die vergleichsweise niedrigsten Zustimmungswerte gab es unter Schülerinnen und Schülern (53% bis 59%), Erwachsene und Teilnehmende an außerschulischen Aktivitäten respondierten am positivsten (91 % bis 100 %). Allerdings gaben auch 100 % der Mitglieder des LEA-Jugendbeirats an, durch ihre Mitarbeit motiviert worden zu sein, gesellschaftliche Veränderungsprozesse aktiv mitzugestalten und ihre eigene Stimme stärker einzubringen. 2026 hat sich LEA der verstärkten Kooperation mit dem Bildungsbereich verschrieben. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Aktivitäten ist die Auseinandersetzung mit dem Frauenbild in Zeiten Künstlicher Intelligenz.

Finanzgebarung im Detail

Die Finanzierung des Fonds erfolgte im Kalenderjahr 2025 ausschließlich durch Mittel aus dem Budget des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF). Das Regelbudget des Fonds von 2,4 Mio. € wurde durch 400.000 € für Projektförderungen an Dritte, die als gemeinnützige Organisationen anspruchsberechtigt sind, und 18.984,80 €, die aus Rechnungsabgrenzungen und Zinserträgen generiert wurden, auf 2.818.984,80 € erhöht. Spenden oder sonstige Drittmittel flossen nicht in den Fonds.

Für Personal inklusive dem Fondsvorstand von 18,56 Vollzeitäquivalenten wurden 1.504.624,83 € aufgewendet. 336.362,84 € betrug der Mitteleinsatz für Bildungs-, Informations- und Veranstaltungsangebote. Der laufende Betrieb samt sonstiger betrieblicher Aufwendungen schlug mit 184.182,40 € zu Buche, IT-Dienstleistungen und -Instandhaltung kosteten 116.351,63 € und die Miete an den Standorten in Wien und Salzburg summierte sich auf 111.724,97 €. Die verbliebenen 165.738,13 € wurden den Rücklagen von LEA zugeführt. (Schluss) rei


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