Anforderungen für externe Qualitätssicherung der Hochschulen steigen weiter
AQ Austria legt Tätigkeitsbericht für 2025 vor
Wien (PK) – Die Sicherung der Qualität der Hochschulen im österreichischen und europäischen Hochschulraum ist der gesetzliche Auftrag der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung (AQ Austria). Die Agentur erweise sich dabei in der Erfüllung ihrer Aufgabe als eine "zunehmend flexible, vernetzte und zukunftsorientierte Organisation", halten die Präsidentin Eva Werner und Vizepräsident Micha Teuschner der AG Austria in ihrem Vorwort zum Jahresbericht 2025 fest (III-397 d.B.), der dem Parlament vorgelegt wurde.
Der Überblick über die zentralen Themen und Aktivitäten der AQ Austria zeigt, dass die Zahl der abgeschlossenen Verfahren gestiegen ist. Ein wichtiger Meilenstein war 2025 zudem der Abschluss des ersten Audit-Zyklus aller Pädagogischen Hochschulen. Das Jahr 2025 brachte laut der AQ Austria auch wichtige Weiterentwicklungen im Europäischen Hochschulraum. Die Agentur habe zudem ihre internationale Zusammenarbeit ausgeweitet und wichtige Digitalisierungsvorhaben vorangetrieben, hält der Bericht fest.
Steigende Erwartungen an Hochschulen und ihre Qualitätssicherung
Im Berichtszeitraum hat die AQ Austria 185 Begutachtungsverfahren bearbeitet, von denen insgesamt 149 abgeschlossen wurden. Im Jahr 2024 hat sie 194 Verfahren bearbeitet und 134 abgeschlossen. Laut der AQ Austria gab es vor allem einen Anstieg bei den Evaluierungsverfahren, von denen 2025 insgesamt 17 durchgeführt wurden. Jeweils fünf Verfahren betrafen dabei Einrichtungen der Johannes-Rau-Forschungsgesellschaft und der Wirtschaftsuniversität Wien.
Der überwiegende Teil der Verfahren entfällt laut Bericht nach wie vor auf Akkreditierungen im Sektor der Fachhochschulen (FH) und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). 94 solcher Verfahren seien 2025 bearbeitet worden. Zudem verzeichnet der Bericht 49 Akkreditierungsverfahren an Privathochschulen und 15 Meldeverfahren für ausländische Studienangebote. Die Zahl der Verfahren für Privathochschulen zeige dabei eine steigende Tendenz, hält der Bericht fest. Weiters hat die AQ Austria laut dem Bericht 2025 zehn Audits durchgeführt.
Ein wichtiger Schritt war für die AQ Austria die Einführung der neuen Akkreditierungsverordnung, die seit Anfang 2025 gilt. Sie bringe vor allem mehr Flexibilität in die Verfahren, da die Agentur je nach Antrag nun individuell entschieden könne, wie intensiv geprüft wird. Das erlaube laut der AQ Austria, Verfahren besser auf den jeweiligen Kontext zuzuschneiden.
Ein wichtiger Meilenstein war 2025 laut dem Bericht auch der Abschluss des ersten Auditzyklus an allen Pädagogischen Hochschulen in Österreich. Ihre Qualitätsmanagementsysteme seien zwischen 2023 und 2025 zertifiziert und überprüft worden. Ziel sei nicht nur gewesen, die Standards zu sichern, sondern die Hochschulen auch in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen, führt die AQ Austria aus. Die Audits seien daher entsprechend begleitend und praxisnah gestaltet worden.
Europäischer Hochschulraum durchläuft Integrationsphase
Der österreichische Hochschulraum ist laut der AQ Austria mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören Entwicklungen wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz, neue Lehr- und Lernformen sowie eine wachsende gesellschaftliche Rolle von Hochschulen. Das bedeute neue Anforderungen für die Institutionen und ihre Qualitätssicherungsmechanismen.
Zudem befinde sich der Europäische Hochschulraum aktuell in einer Phase neuer Integration, stellt die AQ Austria fest. Europäische Hochschulallianzen und gemeinsame Studienprogramme oder die Diskussion um ein "European Degree" bzw. ein "European Degree Label" würden die institutionellen Kooperationen verändern und die Erwartungen an grenzüberschreitende Qualitätssicherung und gegenseitiges Vertrauen erhöhen.
Analyse der Personalsituation an Hochschulen und Aufsicht
Einen inhaltlichen Schwerpunkt habe die AQ Austria zudem auf der Analyse der Personalsituation an österreichischen Hochschulen gelegt, ist dem Bericht zu entnehmen. Der abgeschlossene sogenannte 3-Jahresbericht zeige deutlich, dass Personalstrukturen und Personalentwicklung entscheidend für die Qualität im Hochschulbereich seien. Gleichzeitig habe sich die Notwendigkeit für einheitlichere Begriffe und Daten gezeigt, um Entwicklungen besser vergleichen zu können.
Auch für die laufende Aufsicht über Hochschulen komme der AQ Austria eine wichtige Rolle zu. Diese erfolge als kontinuierliches Monitoring, um sicherzustellen, dass die Voraussetzungen für Akkreditierungen eingehalten werden. 2025 habe die AQ Austria in diesem Zusammenhang erstmals ein umfassenderes Überprüfungsverfahren abgeschlossen.
Verankerung von wissenschaftlicher und künstlerischer Integrität
Neben der externen Qualitätssicherung habe sich die AQ Austria 2025 klar als Kompetenzzentrum für Beratung, Austausch und Projekte positioniert. Ein zentrales Thema sei dabei die wissenschaftliche Integrität und künstlerische Integrität. Nachdem man sich in den Vorjahren mit den rechtlichen Grundlagen beschäftigt habe, habe man 2025 den Fokus auf die praktische Umsetzung an den Hochschulen gelegt. Ziel sei es, Integrität nicht nur formal abzusichern, sondern aktiv im Hochschulalltag zu verankern. Die Jahrestagung 2025 der AQ Austria habe anhand konkreter Beispiele gezeigt, wie Hochschulen dieses Thema in der Praxis gestalten und weiterentwickeln.
Non-formal und informell erworbene Kompetenzen
Auch die Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen gewinne weiter an Bedeutung. Die Hochschulen würden zunehmend daran arbeiten, entsprechende Verfahren in ihre Strukturen zu integrieren, berichtet die AQ Austria. Die Agentur begleite diesen Prozess beratend und bringe Akteurinnen und Akteure im Rahmen des RPL Network Austria zusammen.
Auf europäischer Ebene beteilige sich die AQ Austria am Erasmus+-Projekt DIGIREQA, das die automatische Anerkennung von Qualifikationen durch digitale Lösungen und verbesserte Qualitätssicherungsverfahren stärken solle. Damit gestalte sie das Thema auch international aktiv mit.
Weiters sei 2025 die Arbeit im Zusammenhang mit dem Nationalen Qualifikationsrahmen fortgeführt worden. Neben der konkreten Begleitung von Zuordnungsverfahren wurde 2025 im Rahmen einer Arbeitsgruppe an der Weiterentwicklung und Vereinfachung von Prozessen gearbeitet. Ziel sei es, Verfahren effizienter, transparenter und besser planbar zu gestalten.
AQ Austria setzt auf Fachaustausch und Digitalisierung
Im Berichtsjahr wurden zudem zahlreiche Maßnahmen der externen Kommunikation umgesetzt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur waren sowohl in Fachpublikationen als auch auf Konferenzen aktiv vertreten. Darüber hinaus organisierte die AQ Austria mehrere Veranstaltungen für eine breitere Öffentlichkeit und stärkte damit den fachlichen Austausch.
Ein wichtiges Instrument in diesem Zusammenhang sei der jährliche Bericht zur Entwicklung der fachhochschulischen Ausbildungen in den Gesundheitsberufen, den die AQ Austria dem zuständigen Bundesministerium vorlege. Dieser interne Bericht sei 2025 sowohl inhaltlich erweitert als auch übersichtlicher gestaltet und enthalte nun detailliertere Daten zu Studiengängen, Personal und Studienverläufen.
In strategischer Hinsicht habe man im Jahr 2025 zentrale Fortschritte in der Umsetzung der AQ-Austria-Strategie erzielt, insbesondere im Bereich Digitalisierung, stellt die AQ Austria fest. Einen Schwerpunkt habe man dabei auf die Weiterentwicklung interner Prozesse und den Austausch mit externen Stakeholdern gelegt. Zudem sei die Digitalisierung der Verfahren der externen Qualitätssicherung vorangetrieben und erfolgreich eine Datenbank für den privaten Hochschulbereich aufgebaut worden. (Schluss) sox