Kunst- und Kulturförderungen 2025 erstmals seit Jahren nicht gestiegen
Kunst- und Kulturbericht schlüsselt Zahlungen des Bundes für den Kulturstandort Österreich auf
Wien (PK) – Insgesamt 623,193 Mio. € an Bundesmitteln wurden im Jahr 2025 für die Förderung von Kunst und Kultur aufgewendet. Die Ausgaben sanken damit nach mehreren Jahren erstmals wieder. Gegenüber dem Jahr 2024, in dem das Kunst- und Kulturbudget nach mehreren Jahren das Anstiegs 624,012 Mio. € erreicht hatte, war das ein Rückgang um 0,819 Mio. € bzw. rund 0,1 %. Das ist das Fazit des Kunst- und Kulturberichts für das Jahr 2025, den Kulturminister Andreas Babler dem Nationalrat vorgelegt hat (III-411 d.B.).
Als Kulturminister habe er unter schwierigen budgetären Rahmenbedingungen die Ressortverantwortung übernommen, führt Babler in seinem Vorwort zum Bericht aus. Trotz der notwendigen Einsparungen bleibe es weiterhin das Ziel seines Ressorts, jene Strukturen zu sichern, die ein lebendiges und vielfältiges Kulturleben in Österreich überhaupt ermöglichen würden. Die Förderpolitik im Bereich Kunst und Kultur ziele daher nicht nur auf kulturelle Exzellenz ab, sondern habe auch Zielsetzungen wie strukturelle Fairness, Nachhaltigkeit und breite gesellschaftliche Teilhabe an Kunst und Kultur im Auge, betont der Kulturminister. Der vorliegende Kunst- und Kulturbericht 2025 zeige auf, dass eine verantwortungsvolle Kulturpolitik auch in Zeiten knapper Ressourcen Gestaltungsspielräume eröffnen könne.
Rückgang bei Kunstförderungen und Anstieg der Kulturförderungen
Die Mittel des Bundes werden zum einen nach den Bestimmungen des Kunstförderungsgesetzes und zum anderen nach denen des Kulturförderungsgesetzes vergeben. Daher flossen 2025 für die Kunstförderungen in allen Sparten insgesamt 181,494 Mio. €. Der Anteil der Kulturförderungen, die vor allem die großen Kulturinstitutionen des Bundes absichern, betrug 441,699 Mio. €. Darin enthalten sind etwa die Basisabgeltungen für die Bundestheater und die Bundesmuseen.
Der Jahreserfolg der Kunstförderungen von 181,494 Mio. € lag um 4,14 Mio. € bzw. 2,2 % unter dem Wert aus dem Jahr 2024. Die Veränderung der Ausgaben war laut dem Kunst- und Kulturbericht insbesondere auf geringere Auszahlungen im Bereich der Digitalisierung zurückzuführen. Ausschlaggebend seien dabei vor allem geringere Auszahlungen des Sondercalls "Kulturerbe digital" aus RRF-Mitteln und dem Sonderprojekt Kinderkunstlabor in der LIKUS-Kategorie Kulturinitiativen gewesen.
Die Ausgaben in der Kulturförderung beliefen sich 2025 auf 441,699 Mio. € und lagen damit um 3,326 Mio. € bzw. 0,7 % über dem Jahr 2024. Mit diesen Mitteln kommt der Bund vor allem den gesetzlichen Verpflichtungen an die Bundestheater sowie an die Bundesmuseen und die Österreichische Nationalbibliothek nach. Auch die Zuwendungen für einen Teil der Kulturstiftungen bzw. nachgeordnete Dienststellen (Bundesdenkmalamt, Hofmusikkapelle) fallen darunter. Einen kleineren Teil machen die Auszahlungen im Rahmen der Büchereiförderung, die sogenannte "kleine" Museumsförderung und die Förderung der Volkskultur aus.
Die zusätzlichen Ausgaben für Kulturförderungen im Jahr 2025 entfielen laut dem Bericht vor allem auf die Erhöhung der Basisabgeltung für die Bundesmuseen mit der Österreichische Nationalbibliothek und die Bundestheater. Auch der Bundesanteil für die Kulturhauptstadt Bad Ischl kam zum Tragen.
Förderausgaben nach LIKUS-Kategorien
Um das Budget für Kunst und Kultur unabhängig von administrativen Strukturen und eventuellen Organisationsänderungen in der Verwaltung vergleichbar zu halten, wendet der Kunst- und Kulturbericht auf beide Förderungsbereiche auch die LIKUS-Systematik (Länderinitiative Kulturstatistik) an. Mit diesem Schema kann jede einzelne Förderung einem Sachbereich zugeordnet werden. Es wird auch von der Statistik Austria und den Bundesländern verwendet.
Mehrere LIKUS-Kategorien weisen laut dem Bericht signifikante Veränderungen gegenüber dem Vergleichsjahr 2024 auf. Im Wesentlichen hätten geringere Auszahlungen für die Generalsanierung der Salzburger Festspielhäuser, ein geringerer Bundesanteil für die Kulturhauptstadt Bad Ischl und die Reduktion von Fördermitteln über alle Sparten sowie die Reduktion der Investitionsmittel zu Buche geschlagen, ist dem Bericht zu entnehmen. Gleichzeitig habe aber eine Erhöhung der Basisabgeltung bei den Bundestheatern und Bundesmuseen stattgefunden.
Ein Anstieg der Mittel war im Förderbereich "Museen, Archive, Wissenschaft" zu verzeichnen. Die Auszahlungen lagen 2025 bei 149.248.559,08 €, gegenüber 147.817.075,87 € im Jahr davor. Mit umfasst sind in dieser Kategorie die Mittel für Digitalisierung, führt der Bericht an.
Der Bereich der Heimat- und Brauchtumspflege erhielt etwas mehr an Mitteln, konkret 635.250,00 € gegenüber 635.000,00 € im Jahr davor. Auch für den Förderbereich Literatur flossen mit 12.975.875,12 € geringfügig mehr Mittel (2024: 13.829.729,14 €).
Ein Anstieg war auch im Bereich Musik zu verzeichnen, von 16.188.431,50 € im Jahr 2024 auf 17.413.757,56 €. Auch für darstellende Kunst stiegen die Mittel trotz des Spardrucks an, von 223.422.359,20 € im Jahr 2024 auf 234.263.711,00 €.
Für den Erhalt des baukulturellen Erbes und Denkmalschutz wurden 44.362.439,35 € aufgewendet, gegenüber 44.947.631,17 € im Vergleichsjahr 2024. Einen leichten Rückgang gab es für die Förderung des Bibliothekswesens 34.473.672,95 € (2024: 34.882.778,26 €). Auch die Förderungen für die Presse sanken mit 1.234.574,00 € leicht (2024: 1.369.674,00 €)
Für die Bereiche bildende Kunst und Fotografie wurden 16.704.708,44 € aufgewendet, gegenüber 17.185.049,31 € im Jahr davor. In der Kategorie "Film, Kino, Medienkunst" sanken die Mittel von 73.469.204,00 € auf 73.100.450,00 €. Auch die Zahlungen für Kulturinitiativen gingen zurück, von 10.207.688,00 € auf 8.554.913,21 €.
Aufgrund des Entfalls von Sonderprojekten halbierten sich die Mittel für den internationalen Kulturaustausch. Standen 2024 insgesamt 10.532.845,27 € zur Verfügung, waren es im Jahr darauf 5.145.612,66 €. Auch die Aufwendungen für Festspiele und Großveranstaltungen sanken, von 27.315.023,00 auf 22.946.540,00 €. Ein leichter Rückgang war in der Kategorie "Soziales" zu verzeichnen. Die Zahlungen betrugen 2.209.100,86 € statt 2.133.451,06 €.
Die exakte Summe, die damit 2025 ausbezahlt wurde, betrug 623.193.264,43 €, während es im Jahr 2024 insgesamt 624.011.839,58 € waren.
Maßnahmen für Gender-Gerechtigkeit
Das Bemühen um Geschlechtergerechtigkeit bei der Verteilung der Kunstfördermittel sei seit vielen Jahren ein Thema der Kulturpolitik und Kunstförderung in Österreich, hält der Bericht fest. Aus diesem Grund erfolge seit dem Jahr 2007 eine Auswertung nach genderbezogenen Kriterien bei den finanziellen Transferleistungen, die direkt an einzelne Künstlerinnen bzw. Künstler gehen. Während das Verhältnis Männer zu Frauen in den Förderprogrammen der einzelnen Fachabteilungen und nach Sparten variiere, ergebe sich über die gesamte Auswertung hinweg ein relativ ausgewogenes Bild, hält der Bericht fest.
Im Jahr 2025 wurden beispielsweise im Bereich der Kunst 1.326 Stipendien und Projektförderungen im Gesamtvolumen von 9.086.972 € vergeben. Zudem wurden 2025 Kunstankäufe von 31 Künstlern und Künstlerinnen (29 % Männer, 71 % Frauen) im Gesamtwert von 257.092,08 € getätigt. 2025 wurden auch 102 Preise und Prämien für besondere künstlerische Leistungen in Höhe von 498.000 € verliehen. Im Jahr 2025 gab es damit insgesamt 1.459 Finanzierungen von Einzelpersonen mit einem Gesamtaufwand von 9.842.064,08 €.
Die Auswertung ergebe, dass 670 Finanzierungen (45,92 %) an Männer, 782 Finanzierungen (53,60 %) an Frauen und sieben Finanzierungen (0,48%) an als "divers" kategorisierte Kunstschaffende gegangen seien, führt der Bericht aus. In absoluten Zahlen seien damit 4.482.104,38 € (45,6 %) an Männer, 5.296.959,70 € (53,8 %) an Frauen und 63.000 € (0,6 %) an "diverse Künstler:innen" gegangen. Pro Finanzierung seien damit für Männer durchschnittlich 6.690 €, für Frauen 6.774 € und für "diverse Künstler:innen" 9.000 € aufgewendet worden.
Bundesmittel für Fair Pay
Der Kunst- und Kulturbericht geht auch auf die Bemühungen zur Verbesserung der sozialen Lage im Kultursektor ein. Er erinnert daran, dass das Kulturministerium im Herbst 2020 gemeinsam mit den Bundesländern und Interessengemeinschaften einen partizipativen Prozess initiiert hat. Im Fokus sei die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zur fairen Bezahlung von Künstlerinnen und Künstlern sowie von Beschäftigten im Kulturbetrieb gestanden.
Eine vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport im Jahr 2022 in Auftrag gegebene Umfrage unter Österreichs Kulturbetrieben und -institutionen habe versucht, die Größe des sogenannten Fair-Pay-Gaps zu ermitteln. Daraus sei ein Bundesanteil für die Schließung des Fair-Pay-Gap von rund 6,5 Mio. € errechnet worden. In der Pilotphase 2022 habe man daher für Fair-Pay-Maßnahmen eine Bundesförderung in dieser Höhe zur Verfügung gestellt.
In der Zwischenzeit sind diese Mittel angehoben worden. Im Jahr 2025 wurden laut dem Kunst- und Kulturbericht insgesamt 9,97 Mio. € an Fair-Pay-Zuschüssen an Organisationen aus den Bereichen Kunst und Kultur ausbezahlt. (Schluss) sox