Parlamentskorrespondenz Nr. 1024 vom 28.10.2026

Fortschrittsbericht: Emissionen sinken, Klimaziele erfordern aber zusätzliche Maßnahmen

Verkehrsemissionen gehen zurück, bleiben aber hoch

Wien (PK) – 2024 sanken die Treibhausgas-Emissionen in nahezu allen Sektoren weiter deutlich. Die vorläufigen Zahlen prognostizieren für 2025 einen weiteren Rückgang. Zum Erreichen der unionsrechtlichen und nationalen Klimaziele für 2030 und 2040 müssten die Emissionen in den kommenden Jahren aber weiter reduziert werden und dafür seien neben den bestehenden auch zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsbericht 2026 (III-414 d.B.) hervor, den Klima- und Umweltschutzminister Norbert Totschnig dem Nationalrat vorgelegt hat.

2024 wurden demnach in Österreich insgesamt (inklusive Emissionshandel) 66,6 Mio. Tonnen weniger CO2-Äquivalent emittiert. Damit gingen die Emissionen um 3,0 % gegenüber 2023 zurück. In den Sektoren außerhalb des Emissionshandels betrugen die Emissionen 2024 42,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Damit wurde die für Österreich zulässige jährliche Emissionshöchstmenge von rund 43,0 Mio. Tonnen um etwa 0,3 Mio. Tonnen unterschritten. Vorläufige Zahlen für 2025 (Stand Juli 2026) gehen von einem weiteren Rückgang auf 41,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent und damit einer Reduktion um 2,8 % gegenüber 2024 aus. Die wichtigsten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen (ohne Emissionshandel) waren 2024 die Sektoren Verkehr (45,7 %), Landwirtschaft (19,6 %), Gebäude (13,7 %) sowie Energie und Industrie (11,8 %). Die größten Reduktionen seit 2005 verzeichneten die Sektoren Gebäude (‑54,1 %), Verkehr (-20,6 %) und Abfallwirtschaft (‑38,5 %).

Weniger Emissionen durch Verkehr

Zwischen 1990 und 2024 verzeichnete der Sektor Verkehr den höchsten Zuwachs aller Sektoren (+41,8 %). Seit 2019 gehen die Emissionen in diesem Bereich zurück. So setzte sich 2024 dieser Trend fort und die Emissionen sanken gegenüber 2023 dem Bericht zufolge um 2,8 %. Begründet wird dies unter anderem mit dem Rückgang des Dieselabsatzes durch weniger Straßengüterverkehrsaktivitäten sowie mit der steigenden Elektrifizierung durch Elektrofahrzeuge.

Leichte Rückgänge bei Landwirtschaft

Die Treibhausgas-Emissionen im Bereich der Landwirtschaft gingen nach deutlichen Abnahmen zwischen 1990 und 2005 seither weiter leicht zurück. Der Mineraldüngereinsatz zeigte in den letzten Jahren vor allem infolge der Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen einen deutlichen Rückgang. 2024 lagen die Emissionen des Sektors Landwirtschaft mit rund 8,4 Mio. Tonnen CO2 Äquivalent um 4,0 % unter den Emissionen von 2005.

Gebäudebereich: Weiter hoher Anteil an fossil betriebenen Heizungen

Der Sektor Gebäude wies 2024 Treibhausgas-Emissionen in Höhe von 5,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent auf. Damit sind die Emissionen dieses Bereichs gegenüber 2023 um 8,6 % gesunken. Verantwortlich seien dafür unter anderem die milde Witterung aber auch vermehrtes Energiesparen aufgrund der hohen Energiepreise. Langfristig sind die Emissionen zwischen 2005 und 2024 um 54 % gesunken. Ausschlaggebend dafür waren dem Bericht zufolge Maßnahmen im Bereich der thermischen Sanierung, der steigende Anteil von erneuerbaren Energieträgern, die Erneuerung von Heizungsanlagen und der höhere Anteil von Fernwärme. Bemängelt wird im Bericht allerdings der hierzulande weiter hohe Anteil an klimaschädlichen fossilen Heizsystemen.

Weniger Erdgaseinsatz führt zu Trendwende bei Energie und Industrie

Der Sektor Energie und Industrie umfasst nach dem Klimaschutzgesetz jene Industrie- und Energiewirtschaftsanlagen, die aufgrund ihrer geringeren Kapazität beziehungsweise Leistung nicht dem Emissionshandel unterliegen. Die Emissionen in diesem Sektor betrugen 2024 rund 5,0 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Ein nachhaltiger Reduktionstrend stellte sich laut Bericht erst in den letzten Jahren ein. Dieser sei unter anderem durch den geringeren Erdgas-Einsatz in der produzierenden Industrie begründet. (Schluss) pst


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