auch nicht funktioniert. Was ist der Kapitalmarkt? – Der Kapitalmarkt ist in erster Linie die Börse, die Börse, wo sich Unternehmen Eigenkapital holen oder eben Fremdkapital, Fremdkapital in Form von Anleihen oder Eigenkapital in Form von Aktien.
Es ist also gewünscht, dass hier mehr Rendite erzielt wird durch einen höheren Aktienanteil. Aber wir alle wissen, höhere Rendite heißt nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste. Verluste, die hier sicherlich getragen werden müssen! Es kommt Jahre zu spät, wenn man diesen Aktienanteil erhöhen wollte, denn bekanntlich dauert die Aktienhausse schon drei, vier Jahre, und der Zyklus liegt normalerweise zwischen fünf und acht Jahren. Der nächste Crash, möchte ich nicht sagen, aber die nächste Delle nach unten kommt in kürzester Zeit!
Da hat es vor Kurzem schon ein Enforcement gegeben, als von Ben Bernanke gesagt worden ist: Wir hören auf mit Quantitative Easing, wir ziehen die Geldflutung zurück. – Schon ist es hinuntergegangen! Also sobald auch nur Ansätze da sind, die Geldmenge zurückzufahren, geht es hinunter. Daher würde ich solche Gesetze sicherlich ablehnen. Wir brauchen das nicht mehr, es ist nicht gewünscht.
Ein Beispiel, wie man es nicht macht, zeigt – um es kurz zu erwähnen – die AVZ-Stiftung in Wien. Die Stiftung hatte ein Vermögen von 1,7 Milliarden €. Das Ganze, auch ein Produkt der nicht bereinigten Bankenlandschaft in Österreich, wurde ins Ausland verkauft, weil im Ausland immer alles besser als in Österreich ist – Globalisierungswahn Ende der neunziger Jahre! 1,7 Milliarden € wurden praktisch anteilsmäßig nach Deutschland verkauft, die Deutschen haben es wieder nach Italien verkauft, dort hängt es jetzt. Abgewirtschaftetes Land Italien, wie wir alle wissen; genauso abgewirtschaftet die AVZ-Stiftung im Eigentum – im ehemaligen Eigentum, denn die haben ja alles verloren – der Stadt Wien! Heute ein Wert von nicht einmal 100 Millionen €, damals von 1,7 Milliarden €, innerhalb von zehn Jahren abgewirtschaftet – ein Ergebnis der Volatilität auf den Märkten.
Man sollte sich also davor hüten, hier zu investieren. Daher lehnen wir dieses Gesetz ab.
Punkt zwei: Singapur. Singapur ist ein hochinteressantes Land, denn Singapur ist das Tor zum asiatischen Markt. Es ist ein Tor für österreichische Exporteure, weil das praktisch die Eintrittslizenz ist für Indonesien, für Malaysia, für Thailand, für die südostasiatischen Staaten, aber – und das ist das Interessante – seit Neuestem auch für China! Denn Singapur möchte Hongkong den Rang ablaufen in der Konvertierbarkeit der chinesischen Währung Yuan.
China, bekanntlich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA, möchte wegkommen vom Euro, möchte wegkommen vom US-Dollar, möchte diversifizieren und möchte den Yuan als Geschäftswährung nach und nach durchsetzen. Das heißt, ein österreichischer Exporteur wird zukünftig oder möglicherweise in den nächsten Jahren in die Verlegenheit kommen, seine Produkte verkaufen zu können, aber dafür Yuan akzeptieren zu müssen. Dies geht über die Konvertierungsstelle Singapur.
Selbstverständlich bemühen sich europäische Länder auch darum – Österreich natürlich nicht! Das brauche ich gar nicht zu erwähnen, der Zug geht bei uns sicherlich vorbei. China hat europäischen Ländern Besuche abgestattet, Island und vor Kurzem der Schweiz, und ein viel beachtetes Freihandelsabkommen mit der Schweiz unterzeichnet. China hat sich extra ein Nicht-EU-Land, ein Nicht-Euro-Land aussuchen wollen, weil es glaubt, dass dort besser gewirtschaftet wird als in dieser ganzen European State Crisis, die uns allen schon – entschuldigen Sie, Frau Ministerin – zum Halse heraushängt.
Es geht auch anders, das zeigt die Schweiz. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Schweiz bemüht sich auch um einen Finanzplatz für die Umwechslung des Yuan. Das ist nicht
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