Parlamentskorrespondenz Nr. 690 vom 05.07.2011

Von Österreichern und anderen Chinesen

Wien (PK) – Die seit Anfang Juli amtierende Bundesratspräsidentin Susanne Neuwirth lud heute Nachmittag zu einer Buchpräsentation in das Palais Epstein. Vorgestellt wurde ein neuen Werk von Gerd Kaminski: "Von Österreichern und anderen Chinesen". Auf 475 Seiten beschreibt der Leiter des Österreichischen Instituts für China- und Südostasienforschung bislang unbekannte, sowohl heitere als auch ernste Aspekte der österreichisch-chinesischen Beziehungen. Kaminski habe die Entwicklungen zwischen Österreich und China nicht nur als Augenzeuge miterlebt und in zahlreichen Publikationen beschrieben, sondern sie auch mitgestaltet, sagte die Bundesratspräsidentin in ihrer Würdigung des Autors. "Ein Buch öffnen bringt Vorteile", zitierte Präsidentin Neuwirth ein chinesisches Sprichwort und wünschte Gerd Kaminski "viele Leser, die sein Buch öffnen werden". An der Spitze des prominenten Publikums, das sich im Palais Epstein eingefunden hatte, begrüßte die Bundesratspräsidentin gemeinsam mit dem Autor den chinesischen Botschafter Shi Mingde. Gerd Kaminski dankte der Bundesratspräsidentin für die Unterstützung seines Instituts und dessen Arbeit an den österreichisch-chinesischen Beziehungen. - Das künstlerische Programm des österreichisch-chinesischen Nachmittags im Palais Epstein gestalteten Burgschauspielerin Lotte Ledl mit einer Lesung aus "Von Österreichern und anderen Chinesen" und der Akrobat Qian Zhongfa mit seinen Darbietungen.

Über das Buch

 

Laut Kaminski beginnt die Geschichte der Chinesen in Österreich 1780 mit der Ankunft zweier Bootsleute aus dem "Reich der Mitte", von denen einer im Salzkammergut in eine Weberfamilie einheiratete. Der Leser erfährt auch von den "Breitenseer Chinesen" in der Zwischenkriegszeit, von ihrem Vereinsleben, ihren Zeitungen und Tempeln sowie von österreichisch-chinesischen Ehen, etwa jener des österreichischen Reeders Helmut Sohmen mit der Tochter eines chinesischen Großreeders. Auch die anderen Galionsfiguren der österreichisch-chinesischen Beziehungen, der Diplomat Arthur von Rosthorn, der chinesische Nationalheld Jakob Rosenfeld, der Pestarzt Heinrich Jettmar, die in China verheiratete Gertrude Wagner und nicht zuletzt Hugo Portisch haben ihre Plätze in Kaminskis neuem Buch gefunden.

Genauer beleuchtet werden auch die österreichisch-chinesischen Beziehungen zu der Zeit, als Österreich keine diplomatischen Beziehungen mit China hatte und der Architekt Hajek als inoffizieller Konsul bis weit in die fünfziger Jahre hinein die österreichische Fahne in Shanghai hochgehalten hat. Auch die heiteren Seiten im österreichisch-chinesischen Verhältnis und die Ähnlichkeiten, die Österreicher und Chinesen miteinander verbinden, kommen in Kaminskis Buch nicht zu kurz. Selbstverständlich bietet das Buch Informationen über den aktuellen Stand des politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Austauschs mit China. - Gerd Kaminski: Von Österreichern und anderen Chinesen ist als Nr. 60 der "Berichte des Österreichischen Instituts für China- und Südostasienforschung im Löcker-Verlag erschienen. Das Werk hat 475 Seiten, ist reich illustriert und kostet im Buchhandel 34,80 €.

Der Autor

 

Der Völkerrechtler und Sinologe Gerd Kaminski wurde 1942 in Wien geboren, studierte Rechtswissenschaften und chinesische Sprache, habilitierte sich für Völkerrecht und internationale Beziehungen und lehrte als Gastprofessor an Universitäten in Peking und New York. Seit 1971 leitet Gerd Kaminski die Österreichisch-Chinesische Gesellschaft und seit 1978 das Ludwig Boltzmann-Institut für China- und Südostasienforschung in Wien. – Fotos von dieser Veranstaltung können Sie auf der Parlamentshomepage im Fotoalbum sehen. (Schluss)