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Parlamentskorrespondenz Nr. 160 vom 07.03.2012

Themenfelder:
Außenpolitik/Frauen/Umwelt
Format:
Parlament international
Stichworte:
Parlament/AWEPA

Frauen in Entwicklungsländern trifft Klimaerwärmung besonders!

AWEPA Sektion (Parliamentarians with Africa) fordert Maßnahmen

Wien (PK) - Aufgrund der vorherrschenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ungleichgewichte zwischen den Geschlechtern sind Frauen von den negativen Auswirkungen der Klimaerwärmung überproportional betroffen. Ein ungerechter Zugang zu (finanziellen) Ressourcen, eingeschränkte Mobilität, ein geringeres Bildungsniveau bzw. unzureichender Zugang zu Information, der Ausschluss von Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen und administrative Hürden schränken Frauen in ihren Möglichkeiten, die Herausforderungen der Klimaerwärmung zu bewältigen, massiv ein.

Vor allem in ländlich geprägten Regionen sind Frauen benachteiligt. Ungefähr zwei Drittel der weiblichen Arbeitskräfte – in manchen afrikanischen Ländern sogar über 90% - sind im landwirtschaftlichen (Subsistenz-)Sektor tätig. Frauen sind je nach Region für bis zu 80% der gesamten Lebensmittelproduktion in Entwicklungsländern verantwortlich und stark von natürlichen Ressourcen als Existenzgrundlage für sich und ihre Familien abhängig. Durch die Klimaerwärmung sinkt der zuverlässige Zugang zu (traditionellen) Nahrungsmitteln und Frauen sehen sich oft einem teilweisen oder totalen Verlust ihrer Ernten und – teils einzigen – Einkommensquellen gegenüber. Die Klimaerwärmung hat somit auch ernste Konsequenzen für die Ernährungssicherheit besonders von Frauen.

Die Lösungsstrategien bzw. Anpassungsmaßnahmen für die beschriebene Problematik setzen die Anerkennung voraus, dass Frauen in anderem Ausmaß als Männer vom Klimawandel betroffen sind. Folglich ist ein umfassendes Empowerment und die Gleichstellung von Frauen in wirtschaftlicher, politischer und sozialer Hinsicht elementar, damit sie auf die nachteiligen Effekte der Klimaerwärmung auf ihre natürlichen Lebensgrundlagen entsprechend reagieren können. Es ist jedoch wichtig sich vor Augen zu halten, dass Frauen nicht nur stärker anfällig sind, sondern dass sie auch effektive Agentinnen des Wandels in Bezug auf die Adaptierung bzw. Entschärfung der negativen Effekte der Klimaerwärmung sind. Ihre Expertise und ihr Wissen sowie ihre Stellung innerhalb der Familien und Gemeinschaften können viel zur Erarbeitung lokaler Lösungsstrategien beitragen. 

Im Hinblick auf Rio+20 fordert die AWEPA Sektion im österreichischen Parlament die Bundesregierung daher auf, nachdrücklich die Geschlechtergleichstellung und das Empowerment von Frauen durch (entwicklungs-)politische Strategien, Maßnahmen und Programme, aber auch durch die Umsetzung von Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung, sowie die Berücksichtigung und Einbeziehung von Frauen/GenderexpertInnen bei der Planung, Entwicklung und Umsetzung aller klimarelevanten Strategien und Maßnahmen weiter voranzutreiben.

Als positives Beispiel ist ein Forschungsprojekt der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) in Mosambik hervorzuheben. Dieses ermächtigt Kleinbauern und vor allem –bäuerinnen, effizienter und nachhaltiger zu produzieren und ermöglicht ihnen Zugang zu Beratung und Märkten, wodurch sie sich besser auf die Folgen der Klimaerwärmung einstellen können.

AWEPA International setzt sich durch einen konstruktiven parlamentarischen Dialog zwischen Afrika und Europa aktiv für eine demokratisch legitimierte positive Entwicklung in Afrika ein, insbesondere auch in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit und Klimawandel. Die AWEPA-Sektion im Österreichischen Parlament unterstützt in vollem Umfang die Anstrengungen und Aktivitäten von AWEPA International in diesen Bereichen. AWEPA International implementiert einerseits gemeinsam mit dem Panafrikanischen Parlament Programme, die den Prozess zur Gleichstellung der Frauen vorantreiben. Anderseits verfolgt AWEPA International in der SACU (Southern African Customs Union) Region ein Programm zur Stärkung der Rolle der Parlamente bei der Gestaltung einer nachhaltigen Klimapolitik.

HINWEIS: Fotos finden Sie auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) im Fotoalbum. (Schluss)