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Parlamentskorrespondenz Nr. 436 vom 29.04.2016

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Parlament/Geburtstage

Das Parlament gratuliert zu runden Geburtstagen im Mai

Ehrentage aktiver und ehemaliger Abgeordneter

Wien (PK) – Prominente JubilarInnen und ein Überblick:

Peter Kostelka 70

"Sozialdemokratischer" kann ein Geburtstag kaum sein: der langjährige Volksanwalt Peter Kostelka wurde am 1. Mai 1946 in Bleiberg geboren. In Kärnten absolvierte er auch Volksschule und Hauptschule sowie das Gymnasium. Dann kam er im Zuge seiner Ausbildung nach Wien, wo er an der Hochschule für Welthandel und bis 1972 an der Universität Wien Rechts- und Staatswissenschaften studierte. 1971 führte ihn ein Studienaufenthalt in die USA, 1972 absolvierte er einen Hochschulkurs der International Summer School Oslo.

Während seines Studiums jobbte Kostelka als Wien-Korrespondent bei Bundesländer-Zeitungen, ehe er 1972 Universitätsassistent am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Uni Wien wurde. 1973 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt in Kairo. Im Jahr darauf wurde er Sekretär im Parlamentsklub der SPÖ, 1989 Landesparteisekretär der SPÖ Wien. Erste politische Erfahrungen hatte Kostelka zuvor als Funktionär im Verband sozialistischer Mittelschüler und im VSSTÖ gesammelt.

1990 vertrat er ein knappes halbes Jahr das Bundesland Wien im Bundesrat, ehe er als Staatssekretär ins Bundeskanzleramt berufen wurde - eine Funktion, die er bis 1994 ausübte. 1992 wurde er zum Vorsitzenden der SPÖ in Wien/Neubau gewählt, bei der Nationalratswahl 1994 kam er in den Nationalrat, wo er bis zur "Wende" des Jahres 2000 als SP-Klubobmann fungierte. Danach arbeitete Peter Kostelka von 2001 bis 2013 über ein Jahrzehnt als Volksanwalt, zudem war er stellvertretender Vorsitzender des Österreich-Konvents.

Marga Hubinek 90

Die erste Frau im Präsidium des Nationalrats, Marga Hubinek, wurde am 20. Mai 1926 in Wien geboren, wo sie nach der Matura 1944 an der Universität Wien Germanistik und Geschichte studierte und 1949 promovierte. Ihren beruflichen Weg schlug sie im Fonds der Wiener Kaufmannschaft ein, 1952 wurde sie dort leitende Beamtin.

Schon als Studentin in der Österreichischen Hochschülerschaft engagiert, verlagerte sie ihr politisches Engagement in der Folge auf die Österreichische Frauenbewegung, den Akademikerbund und in den Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund (ÖAAB). Von 1959 bis 1970 war sie Mitglied des Wiener Gemeinderats und Abgeordnete zum Wiener Landtag, ab 1978 zudem Mitglied des Gemeinderats von Breitenfurt.

Zwei Jahrzehnte ihres Wirkens gehörten dem Nationalrat, dem sie zwischen 1970 und 1990 angehört hat. Einer ihrer Schwerpunkte war dabei immer die Frauenpolitik. Im Februar 1986 wurde Marga Hubinek als erste Frau in das Amt des Zweiten Präsidenten des Nationalrats gewählt - eine Funktion, die sie bis November 1990 ausübte. Hubinek wertete damals ihre Wahl als "kleinen Schritt auf dem dornenreichen Weg zu einer besseren Vertretung der Frauen insgesamt".

Heidrun Silhavy 60

Am 20. Mai feiert die ehemalige Staatssekretärin und Frauenministerin Heidrun Silhavy ihren 60. Geburtstag. Geboren wurde sie in Graz. Dort besuchte sie die Pflichtschule und legte 1974 die Matura am Bundesrealgymnasium ab. Danach arbeitete sie für die volkswirtschaftliche Abteilung in der Arbeiterkammer Steiermark (AK), fünf Jahre später wurde sie steirische Landesfrauensekretärin für den Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB).

Ab 1991 war Silhavy als Mitglied im Vorstand der AK und des ÖGB vertreten, 1994 zog sie für die SPÖ in den Nationalrat ein. In ihrer Partei engagierte sich die gebürtige Steirerin insbesondere für frauenpolitische Angelegenheiten, ehe sie 2007 zur Staatssekretärin im Bundeskanzleramt avancierte und schließlich 2008 als Frauenministerin angelobt wurde. Nach fünf Monaten wechselte Silhavy wieder in den Nationalrat, wo sie bis 2013 politisch aktiv blieb.

Ursula Plassnik 60

Ihren 60. Geburtstag feiert am 23. Mai auch die ehemalige Außenministerin und nunmehrige österreichische Botschafterin in der Schweiz Ursula Plassnik. Aufgewachsen in Klagenfurt, führte sie ihr Bildungsweg zuerst nach Wien, wo sie 1978 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität promovierte. Danach ging sie nach Belgien, um am Collége d'Europe in Brügge zu studieren.

1980 trat Plassnik in den österreichischen diplomatischen Dienst ein, wo sie für das Außenministerium in zahlreichen Funktionen u.a. bei der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), im Europarat, in der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) oder bei den Vereinten Nationen tätig war. Schließlich ging Plassnik 2004 als österreichische Botschafterin in die Schweiz, ehe sie noch im selben Jahr unter der Regierung Schüssel II als Außenministerin angelobt wurde. Dieses Amt übte die gebürtige Kärntnerin vier Jahre aus, nach den Nationalratswahlen im Jahr 2008 entschied sich Plassnik gegen eine weitere Funktionsperiode an der Spitze des Außenressorts. Plassnik wechselte für die ÖVP bis 2011 in den Nationalrat, dann ging sie als österreichische Botschafterin nach Paris. Seit Dezember 2015 ist Plassnik Botschafterin in Bern.

Franz Morak 70

Der Schauspieler, ehemalige Abgeordnete und für Kunstagenden zuständige Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Franz Morak, feiert am 25. Mai seinen 70. Geburtstag. Geboren 1946 in Graz, studierte er dort und später am Wiener Reinhardt-Seminar Schauspiel und Regie. Nach seinem ersten Engagement in Düsseldorf sorgte Morak am Wiener Volkstheater für Furore. In Peter Turrinis "Rozznjogd" und in Wolfgang Bauers "Massaker im Hotel Sacher" zeigte er sein Talent und galt fortan als große Hoffnung am heimischen Theaterhimmel. Schon mit 28 Jahren avancierte er zum Ensemblemitglied des Burgtheaters, und seine Leistungen wurden u.a. mit der Kainz-Medaille und mit dem Albin-Skoda-Ring gewürdigt.

1981 lernte Österreich eine neue Seite von Franz Morak kennen: Er wurde Rockstar. Mit "Schizo" landete er einen viel beachteten Hit, den er mit seiner ersten LP "Morak" eindrucksvoll unterstrich. Mit seinem zweiten Album "Morak´n´Roll" (1983) übertraf Morak die Erfolge seines Debüts noch und schuf eine nennenswerte Anzahl von Liedern, die heute noch als Klassiker gelten. Ähnlichen Status erreichte auch der Titelsong seiner dritten LP, "Sieger sehen anders aus" (1985). Ende der 80er Jahre wandte sich Morak wieder verstärkt dem Theater zu und zeigte mit einer allseits hoch gelobten Inszenierung von Felix Mitterers "Sibirien" 1990, dass er auch über ein bemerkenswertes Regietalent verfügt.

1994 wechselte Morak in die Politik. Im November jenes Jahres zog er für die ÖVP in den Nationalrat ein und wurde Kultursprecher seiner Partei. Hauptpunkt seiner Aktivität war dabei die Neugestaltung der Grundlagen der "Kulturschlachtschiffe" Bundestheater und Bundesmuseen. Morak trat für eine Ausgliederung dieser Einrichtungen ein, um die erforderliche Flexibilität im Kulturbetrieb zu gewährleisten. Diese Idee wurde in der Folge auch umgesetzt.

Im Februar 2000 avancierte Morak sodann zum Kunststaatssekretär, eine Funktion, die er bis zum Jänner 2007 ausübte.

Alle runden Geburtstage im Mai:

Peter Kostelka, Staatssekretär a.D. sowie ehemaliger Volksanwalt, Abgeordneter und Bundesrat (S) – 70. Geburtstag am 1. Mai,

Georg Lakner, ehemaliger Bundesrat (o.F.) – 75. Geburtstag am 4. Mai,

Alfred Brader, ehemaliger Abgeordneter (V) – 60. Geburtstag am 6. Mai,

Josef Modl, ehemaliger Abgeordneter (S) – 85. Geburtstag am 12. Mai,

Hans Ferlitsch, ehemaliger Bundesrat (S) – 70. Geburtstag am 17. Mai,

Marga Hubinek, Zweite Präsidentin des Nationalrats a.D. und ehemalige Abgeordnete (V) – 90. Geburtstag am 20. Mai,

Heidrun Silhavy, Staatssekretärin und Frauenministerin a.D. sowie ehemalige Abgeordnete (S) – 60-. Geburtstag am 20. Mai,

Ursula Plassnik, Bundesministerin a.D. sowie ehemalige Abgeordnete (V) – 60. Geburtstag am 23. Mai,

Franz Morak, Staatssekretär a.D. sowie ehemaliger Abgeordnete (V) – 70. Geburtstag am 25. Mai,

Agnes Schierhuber, Mitglied des Europaparlaments a.D. sowie ehemalige Abgeordnete und Bundesrätin (V) – 65. Geburtstag am 31. Mai. (Schluss) red

HINWEIS: Biographische Angaben über alle ParlamentarierInnen seit 1918 finden Sie auf www.parlament.gv.at in der Rubrik "Wer ist wer".