LETZTES UPDATE: 08.07.2016; 13:05
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Parlamentskorrespondenz Nr. 832 vom 08.07.2016

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/Festsitzung/Bundespräsident/Fischer/Bures

NR-Präsidentin Bures: Heinz Fischer hat die Nähe der Menschen gesucht und ihre Herzen erreicht

Festsitzung im Parlament anlässlich der Beendigung der Amtszeit von Bundespräsident Heinz Fischer

Wien (PK) – Als "moralische Autorität" und "Anker der Stabilität und Verlässlichkeit", würdigte heute Nationalratspräsidentin Doris Bures den Politiker und Menschen Heinz Fischer im Rahmen der Festsitzung anlässlich der Beendigung seiner zwölfjährigen Amtszeit. Der Bundespräsident habe das in ihn gesetzte Vertrauen "nicht nur voll gerechtfertigt, sondern in beeindruckender Weise vermehrt". Heinz Fischer habe es verstanden, "den Menschen Orientierung und Zuversicht, ein Gefühl der Sicherheit zu geben". Er habe die Nähe der Menschen gesucht und mit seiner Offenheit und Wärme auch deren Herzen erreicht. Als Staatsoberhaupt sei es ihm gelungen, "immer die richtige Balance zu finden zwischen der Würde, die ein Bundespräsident auszustrahlen hat, und der Ungezwungenheit, die den Menschen und Menschenfreund Heinz Fischer ausgezeichnet hat", charakterisierte Bures die Persönlichkeit Fischers und ergänzte in Richtung von Frau Margit Fischer: "Durch ihre liebenswürdige Persönlichkeit und ihre vornehme Bescheidenheit hat Margit Fischer das harmonische Bild der Hofburg ganz wesentlich mitgeprägt."

Die Nationalratspräsidentin hob insbesondere die moralische Autorität Fischers, gepaart mit profunder Kenntnis der Verfassung, hervor. Fischer habe diese moralische Autorität durch eigenes Tun und Handeln erworben, er habe Erfahrung und Weitsicht, Integrität und Glaubwürdigkeit in beispielloser Weise in sich vereint, sagte Bures. Deshalb hatten und haben seine Worte großes Gewicht. Als Bundespräsident habe er diese maßvoll eingesetzt und mit Bedacht gewählt. Nicht unerwähnt lassen wollte Bures die Grundsatz- und Prinzipientreue sowie das soziale Engagement Fischers, dessen Eintreten für die Schwachen und Schwächsten in der Gesellschaft und für den sozialen Zusammenhalt. Dabei sei er niemals in Widerspruch zur gebotenen Überparteilichkeit geraten, so Bures. "Objektiv und unparteiisch zu sein, hieß für ihn nicht, auf Grundsätze und Prinzipien zu verzichten".

Außenpolitisch sei Fischer stets "ein Brückenbauer im Dienste des Dialogs und des Friedens" und ein "unermüdlicher Türöffner im Dienste der österreichischen Exportwirtschaft" gewesen. Mit seinen internationalen Freundschaften habe er immer wieder die menschliche und persönliche Dimension von Außenpolitik vor Augen geführt – "im Wissen: nur wo Vertrauen zwischen Menschen wächst, dort kann auch Vertrauen zwischen Staaten entstehen".

Gemeinsame Festsitzung des Nationalrats und des Bundesrats

Nationalrat und Bundesrat haben sich heute zu einer Festsitzung versammelt, um Heinz Fischer feierlich als Staatsoberhaupt zu verabschieden. Nach der Beendigung seiner zweiten Amtsperiode darf er sich nicht mehr der Wiederwahl stellen. Er wirke am Ende seiner 4.400 Tage währenden Reise alles andere als müde und erschöpft, merkte Nationalratspräsidentin Doris Bures an, die als Vorsitzende die Festsitzung mit ihrer Ansprache eröffnete. Das liege wohl daran, so Bures, dass Fischer sein Amt "niemals Bürde, sondern – für das ganze Land spürbar – stets große Freude war".

Eingeleitet wurde die festliche Versammlung mit der Festfanfare von Karl Pilss. Nach der Nationalratspräsidentin ergriff Bundesratspräsident Mario Lindner das Wort, der im Besonderen auf die politische und menschliche Vorbildwirkung Fischers einging. Nach dem Streichquartett in B Dur KV 458, 1. Satz von Wolfgang Amadeus Mozart gehört das Rednerpult dem scheidenden Staatsoberhaupt Heinz Fischer selbst. Mit der Intonierung der Bundeshymne findet die Festsitzung ihren feierlichen Abschluss. Das musikalische Programm wurde von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Karl Jeitler interpretiert.

Neben Nationalrat und Bundesrat hatten heute auch fünf junge Menschen, die bei der ersten Wahl von Heinz Fischer zum Bundespräsidenten im April 2004 ErstwählerInnen waren, Gelegenheit, an diesem Festakt teilzunehmen. Nationalratspräsidentin Doris Bures hat sie als Ehrengäste eingeladen. Die drei Frauen und zwei Männer sind heute etwa 30 Jahre alt. (Fortsetzung Festsitzung) jan

HINWEIS: Fotos von der Festsitzung finden Sie im Fotoalbum auf www.parlament.gv.at.