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Parlamentskorrespondenz Nr. 888 vom 23.07.2016

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/Bures/Heimkinder

Nationalratspräsidentin Bures kündigt Geste der Verantwortung für das Unrecht an Heimkindern an

Akt des offiziellen Österreichs und der Kirche im Parlament für Herbst geplant

Wien (PK) – Von den 1950er bis zu den 1970er Jahren erlitten tausende Kinder in staatlichen und kirchlichen Einrichtungen großes Unrecht. Das offizielle Österreich und die Kirche wollen im heurigen Herbst in einem gemeinsamen Akt im Parlament eine Geste der Verantwortung für das Unrecht an Heimkindern setzen. Das kündigt Nationalratspräsidentin Doris Bures im Ö1-"Journal zu Gast" sowie in der am kommenden Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Profil" an. "Die Kinder hätten Schutz und Hilfe gebraucht, haben aber Gewalt und Missbrauch erfahren", zeigt sich Bures betroffen. 

Ab 2010 haben sich verschiedene Einrichtungen – Kommissionen der Kirche und der Länder – mit den Geschehnissen auseinandergesetzt und den Mantel des Schweigens gelüftet, so die Nationalratspräsidentin. Es gebe eine Reihe von Berichten sowie finanzielle Hilfen und Gestezahlungen für Betroffene. Nun sei es zusätzlich an der Zeit, dass das offizielle Österreich und die Kirche in einem gemeinsamen Akt die Verantwortung für das geschehene Unrecht bekennen.

Nationalratspräsidentin Bures: "Ich glaube, dass das österreichische Parlament ein würdiger Ort für diesen offiziellen Akt ist und freue mich, dass ich mit dieser Initiative beim Bundeskanzler, bei den Ländern und bei Kardinal Schönborn auf offene Ohren und Zustimmung gestoßen bin. Gemeinsam wollen wir im Herbst diese Geste der Verantwortung setzen."

Die Nationalratspräsidentin möchte diesen Akt "auch als Mahnung für die Gegenwart und als Auftrag für die Zukunft" verstanden wissen, denn "auch heute leben viele Menschen in Abhängigkeit und sind auf unseren Schutz und unsere Fürsorge angewiesen – seien es Kinder, pflegebedürftige, kranke, wehrlose oder beeinträchtigte Menschen". Wie eine Gesellschaft mit Schutzbefohlenen umgehe, sei schließlich ein Gradmesser für unseren zivilisatorischen Fortschritt. (Schluss) red