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Parlamentskorrespondenz Nr. 1473 vom 11.12.2018

Themenfelder:
Bildung/Gleichbehandlung/Parlamentarismus
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/UNESCO/Weltbildungsbericht/Migration

UNESCO-Weltbildungsbericht im Parlament präsentiert

Parlamentarische Peergruppe diskutierte über strukturelle Benachteiligung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund

Wien (PK) – In Vertretung von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka begrüßte Parlamentsdirektor Harald Dossi heute zur Präsentation des "Global Education Monitoring Reports 2019" im Palais Epstein. Der diesjährige UNESCO-Weltbildungsbericht widmet sich den vielfältigen weltweiten Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit Migration und Bildung. Das Ergebnis des diesjährigen Berichts: Kinder von Geflüchteten erfahren strukturelle Benachteiligungen im Bildungsbereich. Die Fortschritte bei der Umsetzung des globalen Nachhaltigkeitsziels der Vereinten Nationen zur Sicherstellung inklusiver, chancengerechter und hochwertiger Bildung werden jährlich evaluiert.

Parlamentsdirektor Dossi informierte, dass im österreichischen Parlament aktiv versucht wird, zum Thema Migration im Bildungskontext beizutragen. Das Hohe Haus stellt etwa Unterrichtsmaterialien für neu in Österreich angekommene Menschen zur Verfügung, außerdem werden in der Demokratiewerkstatt Workshops mit jungen Geflüchteten angeboten. Mit Bildung, die eine zentrale Rolle im Leben einnehme, könne auch der Zusammenhalt von Menschen unterschiedlicher Kulturen gefördert werden, betonte er.

Die Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission Gabriele Eschig sowie UNESCO-Experte Bilal Barakat erläuterten die Ergebnisse des Berichts mit dem Titel "Migration, Flucht und Bildung – Brücken bauen statt Mauern". Anhand von aktuellen Forschungsergebnissen sowie praktischen Erfahrungen wurde dargelegt, dass Kindern von Geflüchteten sowie MigrantInnen das Recht auf hochwertige Bildung in vielen Ländern der Welt noch nicht hinreichend gewährt wird. Auch in den westlichen Industriestaaten gebe es einiges an Nachholbedarf, sagte Eschig. In Österreich sei das Recht auf Bildung für Geflüchtete laut Bakarat nicht gegeben. Staaten sollten Bildung unabhängig vom Aufenthaltstitel gewährleisten, meinte er. Das Autorenteam des UNESCO-Weltbildungsberichts fordert daher dazu auf, die Einbindung von MigrantInnen und Geflüchteten in nationale Bildungssysteme zu sichern und empfiehlt, Bildung im Bereich der Entwicklungshilfe zu unterstützen. Aus Expertensicht könne dies nur durch internationale Zusammenarbeit gelingen.

Die Nationalratsabgeordneten Nico Marchetti (ÖVP), Eva Maria Holzleitner (SPÖ), und Stephanie Cox (JETZT) diskutierten anschließend mit VertreterInnen des Bildungsministeriums, der Universität Innsbruck und des Vereins "PROSA" (Projekt Schule für alle) über die strukturelle Benachteiligung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund und erläuterten Möglichkeiten, den Zugang zu hochwertiger Bildung weiter zu öffnen. Dabei wurde auch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit anderen Ländern hervorgehoben.

Parlamentarische Peergruppe fördert bilateralen Austausch

Im Rahmen des parlamentarischen NordSüdDialogs bilden die Abgeordneten Marchetti, Holzleitner und Cox gemeinsam mit vier Abgeordneten des sambischen Parlaments eine "parlamentarische Peergruppe", wo in ständigem Austausch an der Förderung der nationalen Rahmenbedingungen zur Erreichung des nachhaltigen UN-Bildungsziels gearbeitet wird. Der parlamentarische NordSüdDialog beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit der Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit internationaler Parlamente. Seit Beginn des Jahres 2017 besteht eine enge Kooperation mit der Nationalversammlung von Sambia. Die Abgeordneten der parlamentarischen Peergruppe beschäftigen sich damit, inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherzustellen. Es haben bereits mehrere gegenseitige Arbeitsbesuche stattgefunden, weitere sind geplant. Aktuell steht die Stärkung politischer Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt des Projekts. Ein Ziel ist die Erstellung eines demokratiepolitischen Bildungsprogramms für Sambia. (Schluss) fan

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV.