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Parlamentskorrespondenz Nr. 1018 vom 22.10.2019

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/​Sobotka/​Bader/​Parlamentsbibliothek/​150 Jahre

NR-Präsident Sobotka: Bibliothek ist wichtige Anlaufstelle

Die Parlamentsbibliothek – mit über 370.000 Büchern - feierte ihr 150-jähriges Bestehen

Wien (PK) – Die Parlamentsbibliothek ist die größte Spezialbibliothek in Österreich zu den Themen Demokratie und Parlamentarismus. Heute Abend wurde ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Jubiläum wurde im Rahmen des Literaturfestes "Österreich liest" das Buch "Zu Wort gemeldet ist ... das Buch" präsentiert. Direktorin Elisabeth Dietrich-Schulz begrüßte unter anderem Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Bundesratspräsident Karl Bader und Persönlichkeiten wie den Bundespräsidenten a. D. Heinz Fischer, den ehemaligen Bundesratspräsidenten Herbert Schambeck sowie den ehemaligen Burgtheaterdirektor Hermann Beil und den Direktor der Bibliothek des Deutschen Bundestages Holger Scheerer.

Sobotka: Bibliotheken sind Orte der Übereinkunft

"Egal, wann man in die Parlamentsbibliothek kommt, der Lesesaal ist immer gut besucht", sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. "Bibliotheken sind ganz besondere Orte der Übereinkunft – mit ihrem besonderen Geruch der Bücher, der Stille und dem Rascheln der Bücher beim Umblättern. Unsere Bibliothek ist für alle Abgeordneten und Studierenden am Universitätsort Wien eine wichtige Anlaufstelle für Wissen." Sobotka sprach seinen Dank dem engagierten Bibliotheksteam aus. Er dankte auch den 35 AutorInnen, die ihre Beiträge in dem vorgestellten Buch veröffentlicht haben.

Bader: Kaiser Franz Joseph I. legte Grundstein für die Bibliothek

Bundesratspräsident Karl Bader thematisierte die Entstehung der Parlamentsbibliothek vor 150 Jahren. "Als mit der Allerhöchsten kaiserlichen Entschließung 1869 aus der Bibliothek des Staatsrates die des Reichsrates, also die der Volksvertretung, geschaffen worden ist, hat das Parlament seine Seele eingehaucht bekommen", erklärte Bader. "Kaiser Franz Joseph I. hat damit vor 150 Jahren dem Wunsch der Abgeordneten nach einer eigenständigen Informationsversorgung entsprochen und hat den Grundstein für die Geschichte der Parlamentsbibliothek gelegt."

Auch Bader dankte den MitarbeiterInnen der Parlamentsbibliothek, allen voran Direktorin Dietrich-Schulz, für den unermüdlichen Einsatz für diese Institution und damit für Demokratie und den Parlamentarismus der Republik. Auch Parlamentsdirektor Harald Dossi gratulierte und wies auf die Besonderheit der österreichischen Parlamentsbibliothek hin, die die beiden gesetzgebenden Kammern – Nationalrat und Bundesrat – gleichermaßen betreut. Er beschrieb die Arbeit der Parlamentsbibliothek als offen, bürgernahe und vernetzt. Das merke man an den zahlreichen Ehrengästen und am vielseitigen Angebot der Bibliothek. In seinem Vortrag "Die Demokratisierung des späten Habsburgerreiches und die Transformationen Ostmitteleuropas im 20. Jahrhundert" führte Phillip Ther, Professor für die Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Wien, die ZuhörerInnen zurück in die Zeit der Gründung und Entstehung der Parlamentsbibliothek.

"Zu Wort gemeldet ist ... das Buch"

Die österreichische Parlamentsbibliothek wird anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens mit einem eigenen Buch gefeiert. 35 Autorinnen und Autoren aus Politik, Wissenschaft, Medien und Kunst haben je ein favorisiertes Buch - "ihr" Buch - aus den mehr als 370.000 Bänden der Sammlung ausgesucht, um darüber zu schreiben. Ihre Beiträge gehen über klassische Rezensionen hinaus. Sie vermitteln eindrücklich Beschaffenheit und Lebendigkeit des Bibliotheksbestandes, geben Lektüreempfehlungen ab und führen exemplarisch die Aktualität von Geschichte und die Wichtigkeit politischer Debatten vor Augen. "Zu Wort gemeldet ist ... das Buch" ist ein Buch über Bücher, über Parlamentarismus und Demokratie und ist im Residenz Verlag erschienen.

Geschichte der Parlamentsbibliothek

Gegründet 1869, war die "Bibliothek des Reichsrathes" von 1883 bis 2017 134 Jahre im historischen Parlamentsgebäude am Ring untergebracht, das derzeit umfassend saniert wird. Die Parlamentsbibliothek ist grundsätzlich eine Präsenzbibliothek und kann von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 16 Uhr gegen Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises besucht werden.

Das Informationsangebot dieser zentralen Anlaufstelle für Demokratie- und Parlamentarismus-Forschung umfasst mehr als 370.000 Bücher, 42.000 Aufsätze, 260 nationale und internationale Fachzeitschriften und Zeitungen sowie zahlreiche Online-Datenbanken mit entsprechendem thematischem Schwerpunkt. Der Parlamentsbibliothek ist das Parlamentsarchiv angeschlossen, das die Archivalien der gesetzgebenden Körperschaften seit 1861 umfasst.  

Die elektronischen Services der Bibliothek — Online-Suchportal, E-Books, E-Journale und Online-Datenbanken — stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Herzstück der Bestände sind die "Parlamentarischen Materialien". Diese umfassen neben den Sitzungsprotokollen Anfragen, Anfragebeantwortungen, Anträge, Ausschussberichte, Berichte der Bundesregierung und ihrer Mitglieder, Beschlüsse, Bürgerinitiativen, Entschließungen, Petitionen, Regierungserklärungen, Regierungsvorlagen, Staatsverträge, Vereinbarungen gemäß Artikel 15a Bundes-Verfassungsgesetz und Volksbegehren. Indices mit Sach- und Personenregistern helfen beim Navigieren. Ob direkt vor Ort, per Telefon oder E-Mail - die MitarbeiterInnen der Parlamentsbibliothek betreuen Anfragen und unterstützen Recherchen: bibliothek@parlament.gv.at, Telefon +43 1 401 10-2285. (Schluss) mar

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV.