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Parlamentskorrespondenz Nr. 808 vom 29.06.2021

Themenfelder:
Medien/​Parlament allgemein/​Parlamentarismus
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/​Concordia-Preise/​Pressefreiheit

Verleihung der Concordia-Preise im Parlament

Auszeichnungen für Robert Treichler,  Emran Feroz und Sayed Jalal Shajjan vom profil sowie Dieter Bornemann vom ORF

Wien (PK) – Presse- und Informationsfreiheit sowie Menschenrechte sind jene zwei Kategorien, für die der Presseclub Concordia besondere journalistische Arbeit auszeichnet. Die diesjährigen Publizistikpreise wurden im Parlament in der Kategorie Menschenrechte an Robert Treichler, Emran Feroz und Sayed Jalal Shajjan vom profil sowie in der Kategorie Pressefreiheit an Dieter Bornemann vom ORF überreicht.

In seiner Begrüßung richtete Parlamentsdirektor Harald Dossi seinen Blick auf die Pressefreiheit. "Es ist nicht alles gut, weder weltweit noch in Österreich", sagte Dossi und betonte, dass Medien für den Parlamentarismus eine wichtige Funktion haben. "Effektive und funktionierende Pressefreiheit ist wichtig für jeden demokratischen Prozess," so der Parlamentsdirektor.

Andreas Koller, Präsident des Presseclubs Concordia, verwies darauf, dass die Corona-Pandemie gute und schlechte Seiten für den Journalismus habe: So werde einerseits das Bedürfnis für einordnenden, guten und fundierten Journalismus erkannt. Gleichzeitig sei es aber auch eine schwierige Zeit für JournalistInnen, weil es beispielsweise am Rande von Demonstrationen zu Belästigungen und Einschüchterungsversuchen komme. Auch die "politische Großwetterlage" bezeichnete Koller als nicht so gut für JournalistInnen.

Die Preisträger

Juryvorsitzende Heide Schmidt begründete die Entscheidung der Jury für die Preisträger Robert Treichler, Emran Feroz und Sayed Jalal Shajjan damit, dass ihre Geschichte eines geflüchteten jungen Mannes eine vorurteilslose Ausgewogenheit erkennen ließ. Die Auseinandersetzung mit den in der Geschichte aufgeworfenen offenen Fragen sei wesentlich und schaffe Bewusstsein, so Schmidt.  Dieter Bornemann wurde für seinen persönlichen Einsatz im Redakteursrat ausgezeichnet, der ohne Blick auf die eigene Karriere stattfinde. Damit sei auch ein klares Zeichen für einen unabhängigen öffentlichen Rundfunk gesetzt worden.

Profil-Journalist Georg Hoffmann-Ostenhof hielt die Laudatio auf Robert Treichler. Treichler selbst hob das profil als unabhängiges Medium hervor, in dem man als Journalist ohne Beeinflussung seiner Arbeit nachgehen könne. Sein Text, so Treichler, sei die Suche nach der Wahrheit gewesen, Aktivismus sollte jedoch vermieden werden. 

Die Laudatio von ZIB-Moderator Armin Wolf auf Dieter Bornemann zeichnete das Bild eines Journalisten, der mit Mut und Integrität seine Aufgabe im Redakteursrat wahrnimmt. Bornemann nannte detailliert jene Probleme, mit denen JournalistInnen zu kämpfen haben. So würden Medien immer mehr zum Werkzeug der Politik. "Presse hat den Regierten zu dienen und nicht den Regierenden. Qualitätsjournalismus ist weder schnell noch effizient," so Bornemann. Seine Forderung: "Der ORF darf nicht durch kurzfristige parteipolitische Interessen ruiniert werden. Lassen sie uns unsere Arbeit machen."

Moderiert wurde die Preisverleihung von der Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, Daniela Krauss. Der Concordia-Preis für Pressefreiheit wird von der Privatstiftung Dr. Strohmayer, der Concordia Preis für Menschenrechte von der Bank Austria zur Verfügung gestellt und seit 1997 vergeben. (Schluss) ibe

HINWEIS: Fotos von der Concordia-Preisverleihung finden Sie auf der Website des Parlaments.