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Parlamentskorrespondenz Nr. 965 vom 02.09.2021

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/​Sobotka/​Preisverleihung/​Medizin/​Gesundheit/​Auszeichnung

Camillo Award 2021: Herausragende SanitäterInnen im Parlament ausgezeichnet

Sobotka: Anerkennung und Wertschätzung sind gerade in Krisenzeiten von besonderer Bedeutung

Wien (PK) – Gestern Abend wurde zum zweiten Mal der Camillo Award als Auszeichnung für außerordentlich verdiente SanitäterInnen im Dachfoyer des Parlaments in der Hofburg verliehen. Unter dem Ehrenschutz von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zeichnete der Bundesverband Rettungsdienst (BVRD.at) und seine Kooperationspartner haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen im präklinischen Bereich aus, welche sich besonders für die Qualitätsentwicklung in diesem engagieren.

In seinen einleitenden Worten dankte der Nationalratspräsident den SanitäterInnen für ihren Einsatz und stellte den Abend in den Kontext des Jahres des Ehrenamts. Gerade in Zeiten der Pandemie sei das Ehrenamt in vielen Bereichen unter Druck gekommen, was einem sichtbaren Zeichen der Anerkennung, wie dem Camillo Award, eine außerordentliche Relevanz verleihe. Außerdem sprach Wolfgang Sobotka von dem besonderen Wert der Arbeit "365 Tage im Jahr und rund um die Uhr für andere da zu sein". So lud er die Anwesenden nach dem Motto "Einmal ist keinmal, zweimal ist Zufall und dreimal ist Tradition" auch im nächsten Jahr in das Parlament ein.

Clemens Kaltenberger, Vizepräsident des BVRD.at und Initiator des Awards strich die enorme Wichtigkeit des Rettungsdienstes heraus, indem er nicht nur die Schicksale der PatientInnen selbst, sondern auch ihrer Angehörigen einwarf und erläuterte, was es für die SanitäterInnen bedeute, Tag und Nacht "am Puls der Gesellschaft" zu arbeiten. Mit dem Award gehe es Ihm vor allem darum, für die Thematik der Qualität im Rettungswesen ein Bewusstsein zu schaffen.

Auch Ulrich Schreiner, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung und selbst seit 1973 im Rettungsdienst und Gesundheitswesen tätig, betonte in seiner Keynote "Wege zum Rettungsdienst in die Zukunft" die Bedeutung von Dank, Anerkennung und Wertschätzung gerade in diesem Bereich. Er illustrierte die Geschichte der Etablierung eines flächendeckenden Rettungsdienstes in Deutschland, verglich die dortige Lage mit der in Österreich und präsentierte zukunftsfähige Innovationen auf diesem Gebiet.

Vergeben wurde der Preis in 10 Kategorien, mit jeweils einem Haupt- und einem Anerkennungspreis. Über die Preisträger entschied eine 17-köpfige Jury, die von je einem Entsandten der Kooperationspartner, VertreterInnen anerkannter österreichischer Rettungsorganisationen und einem Mitglied des Vorstands des BVRD.at besetzt war. Zusätzlich wurde in diesem Jahr auch erstmals ein Preis für das Lebenswerkt verliehen, wobei Erwin Feichtelbauer, Präsident des BVRD.at, die Laudatio auf den Preisträger hielt.

RettungssanitäterInnen

Den Camillo Award für RettungssanitäterInnen erhielt Christoph Grein vom Arbeitersamariterbund Ebreichsdorf in Niederösterreich. Besonderes Engagement zeigt er sowohl bei seinen mitreißenden Erste-Hilfe-Kursen als auch durch seine Social-Media-Aktivitäten, wo er beispielweise anlässlich des "World Restart a Heart Day", Schulungsvideos zu Wiederbelebungsmaßnahmen initiierte.

Sonderkategorie Krisenmanagement COVID-19

Die COVID-19-Pandemie stellte auch den präklinischen Bereich vor neuartige Problemlagen. Patrick Weiterberger und Christian Fürst von der Feldambulanz Hörsching haben sich einem von diesen angenommen und das innovative Patiententransportsystem "Mobile Quarantine Bag" am System C-130 Herkules implementiert. Damit ermöglichten sie es, hochinfektiöse PatientInnen über lange Strecken zu transportieren und im Bedarfsfall zu repatriieren.

NotfallsanitäterInnen

Der Hauptpreis für NotfallsanitäterInnen ging an Michael Eichelseder, der seit drei Jahren Vorsitzender des Medizinercorps Graz ist. Durch seine Initiative wurde ein ausgemustertes Einsatzfahrzeug zu einem vollwertigen, high fidelity Simulationstrainer umgebaut.

Den Anerkennungspreis erhielt Manuel Schaber vom Österreichischen Roten Kreuz Innsbruck für seine herausragende Arbeit in der Freiwilligenbetreuung und die Umsetzung des Ausbildungsformates "taktische Rettungsmedizin in besonderen Einsatzlagen".

AusbildnerInnen

Armin Laiminger von der Rotkreuz-Akademie in Tirol führte beim Rettungsdienst das Risikomanagement sowie eine eintägige Pflichtschulung im Crew-Ressource-Management ein. Durch seine speziellen Aus- und Fortbildungsinitiativen konnten Zwischenfälle und Verletzungen im Rettungsdienst langfristig um 70% verringert werden.

Besonders verdient um die Verbesserung der Ausbildung machte sich auch Albert "Api" Prugger. Er war maßgeblich an der Erstellung der Richtlinien für die Alpinausbildung und Flugretterausbildung im Air Rescue College der ÖAMTC-Flugrettung sowie an der Ausbildung des Pistenrettungspersonals beteiligt.

FlugretterInnen

In der Kategorie FlugretterInnen wurden heuer zwei Hauptpreise vergeben. Gernot Halbwirth hat als leitender Flugretter bei der Martin Flugrettung in Scharnstein und Bad Vöslau mit einem neuen Ausbildungskonzept die qualitative Weiterentwicklung tonangebend vorangetrieben. NotärztInnen und FlugretterInnen absolvieren hier im Team das medizinische Training.

Werner Lang engagiert sich ebenfalls seit Jahren in der Ausbildung von ÖAMTC-Flugrettern am Air Rescue College und entwickelte einen realistischen Cockpit-Trainer, mit dem Flugretter nach modernen Schulungsmethoden trainiert werden können.

Dienstführung

Hans-Peter Polzer, Leiter des Rettungsdienstes des Roten Kreuz Burgenland, initiierte die Stationierung eines Rettungs-Hubschraubers in Oberwart und begleitete die Rettungsleitstelle bei der Einführung eines zertifizierten Qualitätsmanagement-Systems. Unter seiner Führung wurde auch das erste First Responder System Österreichs implementiert.

Mit dem Anerkennungspreis wurde Anita Schnabel vom Bundesministerium für Inneres ausgezeichnet. Sie war federführend an der Umsetzung eines neuen Erste Hilfe Online Lernprogramms beteiligt und brachte sich bei der Entwicklung des Taktischen Sanitätskonzepts ein.

DisponentInnen

Der Hauptpreis in der Kategorie DisponentInnen wurde an Thomas Reinaltervergeben, der bei Notruf 144 als Qualitätsmanager tätig ist. Als einer der ersten Homeoffice Calltalker ließ er einem schwer verletzten Alpinpolizisten 400 Kilometer weit entfernt Rettung am Luft- und Bodenweg zukommen.

Den Anerkennungspreis erhielt Valentin Walch von der Rettungsleitstelle Linz-Mühlviertel für seine Funktion als wertvolles Bindeglied zwischen Rettungsmannschaften und Leitstelle.

HeeressanitäterInnen

Bei den HeeressanitäterInnen wurde Georg Schallegger als Mastermind hinter der Neuerung der Sanitätsgruppe mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Außerdem ist er maßgeblich an der Weiterentwicklung der Selbst- und Kameradenhilfe beteiligt und hat ein First Responder-System eingeführt.

Ebenfalls federführend an der Weiterentwicklung der Sanitätsgruppe für die Truppenteile des Kommando Streitkräfte ist Johannes Kouba beteiligt. Er bekam den Anerkennungspreis, für sein unermüdliches Engagement während der COVID-19-Krise.

PolizeisanitäterInnen

Johannes Ohner ist Mitglied des WEGA Medic Teams und war maßgeblich an der Umsetzung des taktischen Sanitätskonzepts beteiligt, welches bei zahlreichen Einsätzen zur Anwendung kam. So konnte beispielsweise während der Suche nach einem aktiven Täter ein schwer verletztes Opfer hochprofessionell stabilisiert werden, noch bevor zivile Rettungskräfte die Einsatzstelle erreichen konnten.

Den Anerkennungspreis erhielt Peter Gunz, der den Aufbau der SanitäterInnen im Salzburger Polizeidienst vorantrieb und für die persönliche Zuweisung eines individuellen Erste-Hilfe-Sets sorgte. Auf seine Initiative gehen die gemeinsamen Trainings von Heeres- und PolizeisanitäterInnen in der sogenannten "Panzergrube" zurück.

Sonderpreis

Der Sonderpreis ging in diesem Jahr an Michael Gruber und Christoph Macho, die ein Field Supervisor System beim Samariterbund in Linz einführten. Zunächst wurden dabei erfahrene NotfallsanitäterInnen bei COVID-19-Verdachtsfällen mitalarmeiert. Jetzt werden diese Field Supervisoren auch bei unklaren und besonders herausfordernden Einsätzen wie Reanimationen und schweren Traumata entsandt.

Lebenswerk

Den heuer erstmalig verliehenen Preis für das Lebenswerk erhielt der aus Sonntaberg im Bezirk Amstetten stammende Christoph Redelsteiner. Er ist einer der Gründungsväter des Vorgängervereins des BVRD.at und hat damit die Möglichkeit von zertifizierten, international anerkannten Kursformaten nach Österreich geholt. Seine rettungsdienstliche Laufbahn begann er 1984 als Zivildiener beim Samariterbund St. Pölten, seine hochschulische Karriere mit dem Studium der sozialen Arbeit. Darauf folgte ein Paramedic Studium in Atlanta, USA, wo er in DeKalb County u.a. als Flight Paramedic tätig war. Nach Europa zurückgekehrt, war er bis 1995 Rettungsassistent in Rottweil und anschließend bis 2009 beim Roten Kreuz Wien. Parallel dazu absolvierte er zahlreiche Studien und Zusatzausbildungen. Seit 2010 ist er Professor an der FH St. Pölten sowie aktuell Studiengangsleiter des Masterstudiums soziale Arbeit. Außerdem unterrichtet er seit 2003 an der Universität Krems im Studiengang Rettungsdienstmanagement.

Christoph Redelsteiner treibt die Idee der präklinischen Weiterentwicklung und der Verbesserung der Ausbildung von SanitäterInnen seit Jahren voran und ist nach wie vor im Rettungsdienst und als Notfallsanitäter in verschiedenen Organisationen aktiv. Er ist Lehrsanitäter, unterrichtet in Kursformaten des BVRD.at und ist auch als First Responder einsatzbereit. (Schluss) wit

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website des Parlaments.