Bundesrat Stenographisches Protokoll 635. Sitzung / Seite 152

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Dritter Punkt: Es ist mir sehr angenehm, daß der Herr Staatssekretär jetzt anwesend ist, denn gerade der Herr Staatssekretär hat in jüngster Zeit anläßlich der nordischen Spiele in der Ramsau wiederum eine Aussage getätigt, über die wir Steirer nicht unbedingt unglücklich sind, aber aus der wir Steirer wenig Vertrauen schöpfen, da wir schon einmal von seiten der Bundesregierung für Sportstätten eine Zusage bekommen haben und dann kein Schilling geflossen ist.

Anläßlich dieser nordischen Sportwettkämpfe in der Ramsau hat der Herr Staatssekretär erklärt, daß im Hinblick auf die nordische Weltmeisterschaft beim Sportstättenbau im speziellen wurde der Bau des Sprungstadions, der Schanzenanlagen genannt der Bund 40 Prozent, das Land 40 Prozent und 20 Prozent die Region und die Gemeinden übernehmen werden mit dem Nachsatz, daß eine nachhaltige Nutzung gegeben ist.

Herr Staatssekretär! Wir kennen diese Diskussion, das haben wir in der gleichen Form beim Österreichring gehört. Wenn dann eben die nachhaltige Nutzung nicht gegeben ist, weil die Prädikatsveranstaltung nicht national und schon gar nicht vom steirischen Schiverband vergeben werden kann, wenn dann die Gefahr droht, daß die Mittel nicht fließen, dann halte ich von dieser Zusage beziehungsweise Ankündigung sehr wenig.

Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Versuchen Sie in Hinkunft, die Politik aus dem Sport herauszunehmen, und bestimmen Sie nicht mit den Budgetmitteln, welche Sportverbände, welche Sportvereine die guten und welche die bösen sind. Es wäre viel wichtiger, Herr Staatssekretär, wenn Sie in der Regierung dafür sorgen würden, daß auch die Sportler, die Österreich sehr gut vertreten, sozial abgesichert werden. Es wäre viel wichtiger, als Politik im Sport zu machen, wenn Sie den Mut hätten und diesem Berufssport selbstregulierende Maßnahmen überlassen würden, damit sich diese Regulative selbst entwickeln können. Es wäre viel wichtiger, Herr Staatssekretär, wenn Sie für den Breitensport etwas tun würden zum Beispiel, daß die öffentlichen Stadien, die öffentlichen Sportstätten für den Breitensport und für die Amateure zur Verfügung stehen könnten.

Meine Damen und Herren! Im Sportbericht selbst wurde eben auch auf diese Themen der Sportstätten Bezug genommen. Ich hoffe, daß wir Steirer, wir Österreicher in Hinkunft nicht wieder diese leidige Erfahrung machen müssen, daß es von seiten der Regierung Zusagen gibt, daß Mittel in Richtung Sportstätten fließen werden und diese uns dann vorenthalten werden.

Ich hoffe, daß wie beim Stadion Graz-Liebenau oder jetzt Schwarzenegger-Stadion  die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden, daß jedoch die weitere Verwendung dieser Mittel doch den profunderen Kennern der Bedürfnisse überlassen wird, im Fall Stadion Liebenau dem Steirischen Fußballverband, daß dessen Stellungnahmen berücksichtigt werden, damit mit den Sportstätten den Bedürfnissen der Sportler und dem Breitensport Rechnung getragen werden kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

19.55

Vizepräsidentin Anna Elisabeth Haselbach: Als nächster zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Freiberger. Bitte.

19.55

Bundesrat Horst Freiberger (SPÖ, Steiermark): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werter Kollege Weilharter! Vielleicht eingangs eine kurze Replik auf deine Wortmeldung, was den Zuschuß des Bundes für den A 1-Ring und die Zusage des ehemaligen Bundeskanzlers betrifft. Diesbezüglich muß man schon richtigstellen, daß Bundeskanzler Vranitzky damals gesagt hat, er sei durchaus bereit, Geldmittel in einer beträchtlichen Höhe in die Region fließen zu lassen also nicht, direkt den A 1-Ring zu fördern , weil sinnvollere Projekte zur Arbeitsplatzschaffung durchaus förderungswürdig waren. Das ist bereits zu einem beträchtlichen Teil passiert; das ist das eine.

Das zweite: Ich glaube, die FPÖ und einige ÖVP-Politiker in der Steiermark haben eine besondere Vorliebe gewonnen, nämlich eine neue Sportart zu kreieren, so unter dem Motto: Wie fülle ich mit Steuergeldern Ecclestone-Konten? Wenn man sich die jüngsten Zeitungsmeldungen anschaut, in denen etwas von weiteren 800 000 Dollar für eine Veranstaltung steht, wo doch


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