Bundesrat Stenographisches Protokoll 635. Sitzung / Seite 164

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Auch für den psychischen Bereich ist der Seniorensport von Wichtigkeit: durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen, durch Gelegenheit zur Selbstbestätigung oder durch Stärkung des Selbstvertrauens. Für den sozialen Bereich ist der Seniorensport  zum Beispiel durch Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme und zur Teilnahme an der Gemeinschaft  ebenfalls von Bedeutung. Aus der praktischen Erfahrung kann gesagt werden, daß im Seniorensport die positiven Aspekte bei weitem überwiegen und daß seine Bedeutung von den älteren Menschen immer mehr erkannt wird. Es wird nun an jedem einzelnen liegen, die gebotenen Chancen zu nützen und auf diese Weise mit einer Eigenleistung zu seiner Gesundung beizutragen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn über die Parteigrenzen hinweg die berechtigten Anliegen der älteren Generation Ihre Unterstützung finden könnten.  Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der SPÖ.)

20.51

Vizepräsident Jürgen Weiss: Nächster Redner ist Herr Bundesrat Dr. Milan Linzer. Ich erteile ihm das Wort.

20.51

Bundesrat Dr. Milan Linzer (ÖVP, Burgenland): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich Ihnen in gebotener Kürze nur drei Gedanken darlegen.

Der erste Gedanke ist der, daß wir diese Diskussion selbstverständlich vor dem Hintergrund der Tatsache führen müssen, daß Sport an sich Landessache ist, vor allem in bezug auf die Förderung des Breitensports und vieles andere mehr. Dennoch müssen wir sagen, daß  wie auch der Sportbericht zeigt  den 837 Förderungsmillionen der Bundesländer seitens des Bundes ein Etat von fast 600 Millionen Schilling zur Sportförderung gegenübersteht.

Ich sehe ein, daß die Förderungen des Bundes selbstverständlich mit einer bestimmten Zielrichtung erfolgen müssen: zum Zwecke der Förderung des Ansehens Österreich, für Sport-Großveranstaltungen oder Spitzensportler et cetera. Auch bei der Förderung von Investitionen müssen solche von überregionaler Bedeutung Vorrang haben. Aber die Frage sei mir erlaubt, ob dabei nicht vielleicht doch die kleineren Bundesländer  ich spreche von Vorarlberg und dem Burgenland  etwas zu kurz kommen. An sich könnte die Auflistung der Investitionsförderungen 1996 diesen Schluß zulassen.

Ich möchte mich jenen Vorrednern voll anschließen, welche die besondere Bedeutung der Nachwuchsförderung hervorgehoben haben. In diesem Zusammenhang begrüße ich besonders die Einrichtung der Jugendsportmultiplikatoren. Ich selbst habe Gelegenheit zur Kontaktnahme gehabt und mit einigen Herrschaften anläßlich eines Seminars bei uns in Oberwart darüber gesprochen. Deshalb möchte ich darum bitten, daß wir versuchen, diese Einrichtung weiter voranzutreiben beziehungsweise aufrechtzuerhalten.

Meine Damen und Herren! Ein besonderes Anliegen ist mir als langjährigem Funktionär in zwei Vereinen die Feststellung, daß die Vereine, wenn sie der heutigen Zeit und den modernen Anforderungen gemäß geführt werden sollen, de facto von Sportmanagern geführt werden müssen, die hinreichende Fachkompetenz haben und in kaufmännischer Hinsicht geschult sind. Ich denke, der Bund sollte zusammen mit den Vertretern der Länder besonders darauf dringen, daß diese Art der Ausbildung  soweit mir bekannt ist, ist sie möglich  viel stärker gesucht und angenommen wird. Ich halte das für eine durchaus attraktive Berufsausrichtung, und außerdem wäre besonderer Bedarf danach gegeben.

Was die Situation in Europa betrifft, die sich durch das Bosman-Urteil ergeben hat, wäre es mir ein Anliegen, daß von Bundesseite eine Klarstellung über die Trennungslinie zwischen dem Profisport und dem Amateursport erfolgt. Darüber besteht große Unsicherheit, unter den Aktiven genauso wie unter den Vereinen. Herr Staatssekretär! Ich wäre dankbar, wenn Sie sich der Sache annehmen würden. Ich weiß, daß das sehr schwierig ist und auch die Europäische Kommission in dieser Frage leider nichts weitergebracht hat. Aber wir wären dankbar, wenn es da Fortschritte gäbe.


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